Unter Ilbo Daeryon (oder auch Ilbo Taeryon geschrieben) versteht man im Taekwondo den Einschrittkampf. Im Gegensatz zum freien Sparring, wird beim Ilbo Daeryon eine feste Abfolge von Angriff und Abwehr eingehalten.
Genau wie die Poomsae ist Ilbo Daeryon fester Bestandteil der Prüfungsordnung.
Grundlagen des Ilbo-Taeryon
Ilbo-Taeryon ist der Ein-Schritt-Kampf des Taekwon-Do und ist die Vorbereitung auf den freien Kampf. Hier sollen das Gefühl für den Partner (Gegner), der richtige Abstand, die erforderliche Schnelligkeit, der nötige Krafteinsatz und die präzise Ausführung der Techniken erlernt werden.
Besonders die Abwehr- und Kontertechniken sollen aus der Grundstellung heraus solange geübt werden, bis sie reflexartig ohne nachdenken ausgeführt werden können.
Der Ein-Schritt-Kampf unterliegt einem strengen Zeremoniell. Dadurch werden Verletzungen vermieden und es gibt dem Verteidiger Zeit, sich eine Abwehr- und Kontertechnik zu überlegen.
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Ablauf des Einschrittkampfes
Obwohl es unzählige verschiedene Techniken gibt, folgt der Ablauf einem einheitlichen Schema: Einer der beiden Kämpfer macht sich zum Verteidigen bereit, und gibt dem anderen dies mit einem kurzen Kommando zu erkennen.
Der Angreifer kündigt den Beginn seiner folgenden Technik mit einem Kihap an und geht hierzu in die Angriffsposition. Er führt einen Angriff aus - meist Faust oder Fusstechnik -, die es für den anderen Kämpfer gilt abzuwehren.
Die Grundabfolge der Ilbo Daeryons besteht aus vier Schritten, welche stets gleich bleiben. Die Kontertechniken variieren.
Da vom Taekwondoverband keine festen Vorgaben bezüglich der Abwehrtechniken gegeben sind, können die gelehrten Abfolgen von Schule zu Schule variieren. Die Angriffsschritte erfolgen jedoch immer gleich.
Ausgangsstellung und Angriff
Beim 1 Schritt Sparring ist die Ausgangsstellung der Übenden immer Pyonhi-Sogi (Junbi Stellung), der Angriff erfolgt mit einem rechten Fauststoß. Dabei mit dem rechten Bein einen Schritt vorwärts gehen in den Ap-Gubi.
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Der Zielpunkt des Fauststoßes ist variabel, in der Regel ist der Zielpunkt der Solarplexus oder das Kinn.
Der verteidigende Trainingspartner nimmt ebenfalls die Ausgangsstellung Pyonhi-Sogi ein und gibt ein Gihap als Signal für den Angreifer, damit dieser den Angriff ausführt. Nach dem Kampfschrei des Angreifers gibt der Verteidiger ebenfalls mittels Kampfschrei das Signal zum Angriff, wenn er zur Abwehr bereit ist.
Der Angreifer greift sofort an. Gleichzeitg führt der Verteidiger seine Abwehr- und Kontertechniken durch. Wenn der Verteidiger fertig ist, signalisiert er dem Angreifer das Ende der Aktion wieder mit einem Kampfschrei. Anschließend stellen sich die Partner wieder in narani-chunbi-sogi gegenüber auf und der Vorgang wiederholt sich mit vertauschten Rollen. Der Angreifer wird zum Verteidiger und umgekehrt.
Wichtige Aspekte beim Ilbo-Taeryon
Beim Ilbo Taeryon wird besonders auf die korrekte Ausführung der Techniken geachtet - die Schwierigkeit besteht darin, eine eingeübte Technik bis auf den Millimeter genau zu platzieren! Der Partner darf nicht getroffen werden, gleichzeitig darf man nicht zu weit weg sein.
- den richtigen Abstand zum Partner wählen
- den eigenen Körper immer im Gleichgewicht halten
Ziel dieses Trainings ist es, den Taekwondoin so auszubilden, daß er die Kombinationen sowohl „auf der Straße“ als natürlich auch auf Wettkämpfen mit Beherrschung und Kraft ausführen kann.
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Geschult werden beim Einschrittkampf oder Sparring Reaktionsvermögen, Schnelligkeit, Distanz-Einschätzung, Atmung, Zielgenauigkeit von Tritten und Schlägen mit Hand und Fuß, Konzentration und die exakte Ausführung der Grundtechniken.
Man kann sagen, dass diese Form des Trainings eine Ausführung und Kombination der erlernten Techniken gegen einen einzelnen Gegner ist.
Durch das Ziel jedes Schülers, seine Kombinationen zu perfektionieren, können einzelne Techniken sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Das hat den Vorteil, dass das Ilbo Taeryon niemals langweilig wird.
Auf diese Weise gibt es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Angriffstechniken und dazu passende Abwehrtechniken zu kombinieren. Das hat den Vorteil, dass das Ilbo Taeryon niemals langweilig wird.
