Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).
Karat bei Edelsteinen
Bei Edelsteinen wie Diamanten steht Karat (ct) für das Gewicht des Steins. Ein Karat entspricht genau 0,2 Gramm. 5 Karat = 1 Gramm und 0,25 Karat = 0,05 Gramm. Das bedeutet: Ein Diamant mit 1 Karat wiegt exakt 0,2 Gramm - unabhängig von seiner Größe. Denn je nach Dichte und Schliff kann ein Edelstein mit gleichem Gewicht unterschiedlich groß erscheinen.
Beim Kauf oder Verkauf von Diamanten kommt es neben dem Gewicht auch auf weitere Qualitätsmerkmale an - die sogenannten 4 Cs: Carat (Karat), Clarity (Reinheit), Color (Farbe) und Cut (Schliff). Ein kleiner, aber perfekt geschliffener Diamant kann also wertvoller sein als ein größerer mit weniger Qualität.
Karat bei Gold
Bei Gold beschreibt „Karat“ nicht das Gewicht, sondern den Feinheitsgrad, also den Anteil an reinem Gold in einer Legierung. Gold wird in 24 Karat unterteilt:
- 24 Karat = 100 % reines Gold
- 18 Karat = 75 % Feingoldanteil (z. B. 750er-Gold Trauringe)
- 14 Karat = 58,33 % Feingoldanteil (z. B. 585er-Gold Trauringe)
- 8 Karat = 33,33 % Feingoldanteil (z. B. 333er-Gold Trauringe)
Wenn Sie also wissen möchten, wie viel Gramm reines Gold in einem Schmuckstück enthalten ist, benötigen Sie zwei Werte: Den Karatwert und das Gesamtgewicht des Gegenstandes. In Deutschland darf Schmuck nur dann als „Gold“ bezeichnet werden, wenn er mindestens 8 Karat (333er-Gold) enthält.
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Umrechnung: Karat in Gramm
Wenn Sie den exakten Gewichtswert in Gramm oder den Feingehalt eines Edelmetalls oder Edelsteins bestimmen möchten, ist die Umrechnung von Karat in Gramm ein wichtiger Schritt. Je nachdem, ob Sie es mit Edelsteinen oder mit Gold zu tun haben, unterscheiden sich die Berechnungsmethoden deutlich.
Karat in Gramm bei Diamanten
Hier ist eine Tabelle zur Umrechnung von Karat in Gramm bei Diamanten:
| Karat (ct) | Gewicht in Gramm (g) | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| 0,10 ct | 0,02 g | Sehr kleiner Diamant (z. B. Ohrstecker) |
| 0,25 ct | 0,05 g | Kleiner Mittelstein |
| 0,50 ct | 0,10 g | Klassischer Verlobungsring |
| 0,75 ct | 0,15 g | Deutlich sichtbarer Stein |
| 1,00 ct | 0,20 g | Solitär-Diamant (hochwertiger Schmuck) |
| 1,50 ct | 0,30 g | Exklusiver Mittelstein |
| 2,00 ct | 0,40 g | Luxus-Diamant |
| 3,00 ct | 0,60 g | Statement-Schmuck |
| 5,00 ct | 1,00 g | Sehr großer Diamant, Investmentqualität |
Die Formel zur Umrechnung lautet: Gramm = Karat × 0,2
Karat, Feingehalt und Feingold-Gewicht bei Gold
Hier ist eine Tabelle zur Umrechnung von Karat in Gramm bei Gold:
| Karat (Gold) | Feingold-Anteil (%) | Reines Gold in 10 g Legierung (g) | Typischer Verwendungsbereich |
|---|---|---|---|
| 1 Karat | 4,17 % | 0,42 g | Theoretisch, praktisch unüblich |
| 2 Karat | 8,33 % | 0,83 g | Sehr geringe Qualität, selten |
| 4 Karat | 16,67 % | 1,67 g | Kaum verbreitet |
| 6 Karat | 25,00 % | 2,50 g | Niedriger Schmuckstandard |
| 8 Karat | 33,33 % | 3,33 g | Untergrenze in Deutschland |
| 9 Karat | 37,50 % | 3,75 g | Gängig in Großbritannien |
| 10 Karat | 41,67 % | 4,17 g | USA, Einsteigerschmuck |
| 12 Karat | 50,00 % | 5,00 g | Halb-Gold-Legierung |
| 14 Karat | 58,33 % | 5,83 g | Sehr verbreitet in Europa |
| 18 Karat | 75,00 % | 7,50 g | Hochwertiger Schmuck |
| 20 Karat | 83,33 % | 8,33 g | Edel, aber seltener |
| 21,6 Karat | 90,00 % | 9,00 g | Arabischer/asiatischer Schmuck |
| 22 Karat | 91,67 % | 9,17 g | Indischer Traditionsschmuck |
| 23 Karat | 95,83 % | 9,58 g | Fast reines Gold |
| 24 Karat | 99,99 % | 10,00 g | Anlagegold, Barren, Münzen |
Die Formel zur Umrechnung lautet: Reines Gold (g) = (Karat / 24) × Gesamtgewicht (g)
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Die 4Cs: Carat, Color, Clarity und Cut
Der wahre Wert eines Diamanten wird anhand der 4Cs gemessen: Karat (Gewicht), Farbe, Reinheit und Schliff. Der Karat-Gehalt ist der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird. Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut). Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins.
Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter. Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Faktoren, die die Wahrnehmung der Größe beeinflussen
Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren:
- Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
- Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
- Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.
Zur leichteren Verständlichkeit seht Ihr hinter der Karat Einheit den Durchmesser jedes Steins noch einmal in Millimetern angegeben. Wie groß ein Diamant am Finger wirkt, hängt auch entscheidend von der jeweiligen Steinfassung ab.
Geschichte des Karat
Die Gewichtseinheit Karat wurde erst 1875 auf das standardisierte Maß von 0,2 g festgelegt. Schon viele Jahrhunderte vorher kannten Menschen aber eine Methode zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen, die wahrscheinlich den Grundstein für diese Messmethode legte: Sie nutzten die Samen des Johannisbrotbaums als Gegengewicht. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen. Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat.
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Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen. Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte. Das menschliche Auge sorgte dafür, dass nur in etwa gleichschwere Samen zur Messung ausgewählt wurden. Im Mittelalter bestimmten Menschen anhand von anderen Getreidekörnern, was als "ein Karat" galt.
Wie man heute Karat misst
Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma. Statt in Karat erfolgt die Angabe auch häufig in Punkten: 100 Punkte entsprechen dabei einem Karat. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.
