Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Frontmann der Rockband „Karat“, wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag. Der „Karat“-Sänger erlag seinem Leiden in der Nacht zu Sonntag.
„Lieber Herbert“, schreiben Sabine und Sabine auf einer „Karat“-Fanseite im Internet, „wir wissen, dass du diese schwere Prüfung meistern wirst, wie du schon so vieles in deinem Leben geschafft hast“.
Das war im März, als bei Herbert Dreilich Leberkrebs diagnosiziert wurde. Die Hoffnungen haben sich nicht erfüllt.
Schon einmal, vor sieben Jahren, war der Mitbegründer der Ost-Kultband dem Tode nah, aber da war er ihm „von der Schippe gesprungen“, wie er es selbst formulierte. Ein Schlaganfall streckte ihn im Oktober 1997 während eines Konzerts in Magdeburg nieder.
Doch im März des folgenden Jahres machte er schon wieder Musik. In der Pankower Max-Schmeling-Halle holte Peter Maffay, der dort sein Album „Begegnungen“ präsentiert, den von der Krankheit gezeichneten Freund auf die Bühne.
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Gemeinsam sangen sie „Über sieben Brücken musst Du gehn“ - jenen Titel, der „Karat“ berühmt gemacht hat und der 1981 beim ersten Auftritt der Ost-Band im Westen die Freundschaft zwischen Dreilich und Maffay begründete.
Musikalische Anfänge und Erfolge von Karat
1942 in Mauterndorf (Österreich) geboren, verbrachte Dreilich die Schulzeit bei Verwandten in England und der Bundesrepublik. 1959 siedelte die Familie in die DDR über, Dreilich verschrieb sich der Musik, besuchte von 1967 bis 1971 die Musikschule Friedrichshain.
Die Band von Reinhard Lakomy, das „Henry-Kotowski-Quintett“, die „Alexanders“ und „Panta Rhei“ waren seine musikalischen Stationen, ehe er 1975 „Karat“ mitbegründete.
Karat war 1975 aus der damals bekannten Formation «Panta Rhei» (Alles fliesst) hervorgegangen.
Die Mannen um Dreilich gehörten zu den erfolgreichsten Rockbands der DDR, die als eine der wenigen bereits vor dem Mauerfall Triumphe im Westen Deutschlands feierten.
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Insgesamt verkaufte Karat mehr als 8,5 Millionen Tonträger. 1978 brachte die Band das erste Album «Karat» heraus.
Mit «Albatros» folgte ein Jahr später das zweite, das mit einem der größten Hits «Über sieben Brücken» auch im Westen auf den Markt kam.
Wesentich bekannter wurde das Lied dort jedoch in der Cover-Version von Peter Maffay.
Titel wie „Über sieben Brücken“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ bringen die Band ihrem Ziel nahe: den populären „Puhdys“ den Rang abzulaufen.
Dreilichs Lebensmotto und das seiner Band war, sich immer selbst treu zu bleiben, im Leben wie in der Musik. Nach der Wende sagte er diesen Satz fast ein bisschen trotzig. Denn wie andere Musiker aus der DDR erlebte auch „Karat“ einen Durchhänger Anfang der 90er Jahre, als Musik aus dem Osten „out“ war.
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Ohnehin hatte „Karat“ zu DDR-Zeiten gelegentlich mit dem Vorwurf zu kämpfen, zu regimetreu zu sein. Doch nach der Wende eroberten sie ihr Publikum zurück, auch wenn keine neuen Songs in die Charts aufrückten.
Im Jahr 2000 feierten 17 000 Anhänger in der Wuhlheide das 25-jährige Band-Bestehen. Sie vermittelt mit dem unvermeidlichen Schuss Nostalgie noch immer dieses grüblerische Lebensgefühl, das ihre Fans an den Musikern schätzen - und das Plattenfirmen im Westen als zu wenig marktfähig verschmähen.
Gesundheitliche Probleme und Tod
Im März dieses Jahres war bei Dreilich Leberkrebs diagnostiziert worden. Daraufhin hatte Karat alle Tourtermine abgesagt.
Noch im März hatte sich Dreilich in einem Interview zuversichtlich gezeigt, dabei zu sein. „Ich habe bis jetzt jede Krankheit überstanden“, sagte er damals.
«Mich zwingt keiner auf die Knie», sang Herbert Dreilich erstmals vor 20 Jahren in einem Lied.
Der Text war sein Lebensmotto, wie er selbst einmal bekannte, doch jetzt hat der Frontmann der ostdeutschen Kult-Rockband Karat einen Kampf verloren.
Wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag erlag er in der Nacht zu Sonntag in seinem Haus in der Nähe von Berlin einem Krebsleiden.
Zwar wurden sämtliche Tour-Termine dieses Jahres abgesagt. Aber 2005 wollte der Sänger, dessen markante Stimme ein Markenzeichen der Band war, wieder mit dabei sein.
Immerhin war anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums eine große Tournee geplant.
Ehrungen und Auszeichnungen
Karat erhielt in der DDR zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunst- und den Nationalpreis. Aber auch im Westen fand die Gruppe Anerkennung. Für das vierte Album «Der blaue Planet» (1982) bekam sie erstmals eine Goldene Schallplatte.
Gold gab es 1984 rückwirkend auch für «Albatros». 2003 gab es für Karat dann noch den Media-Control-Preis für «Der blaue Planet» als meist verkauftes Album einer DDR-Band.
| Album | Auszeichnung | Jahr |
|---|---|---|
| Der blaue Planet | Goldene Schallplatte | 1982 |
| Albatros | Goldene Schallplatte (rückwirkend) | 1984 |
| Der blaue Planet | Media-Control-Preis (meistverkauftes Album einer DDR-Band) | 2003 |
