Systema ist der moderne Name einer über tausend Jahre alten Kriegertradition, die aus Osteuropa/Russland stammt. Es hat sich im Laufe der Geschichte immer weiterentwickelt und ist heute eine sehr wirksame Methode, Kampfkunst zu erlernen und/oder seine persönliche Entwicklung voranzubringen. Systema ist für alle Menschen geeignet, die stärker werden und Ihr Potential entfalten möchten.
Systema, das „System“, hat seinen Ursprung in den slawischen Kampfkünsten. Es beinhaltet die Verteidigung gegen einen oder mehrere Angreifer mit und ohne Waffen in verschiedensten Szenarien sowie darauf vorbereitendes körperliches und psychisches Training.
Das Systema-Training ruht auf vier Säulen, die im Verlauf des Trainings miteinander koordiniert werden:
- Atmung
- Bewegung
- Entspannung
- Struktur (Körperhaltung)
Weitere Merkmale dieser Kampfkunst sind:
- Statt fester einzustudierender Bewegungsabläufe wird eine natürliche, vielfältige Bewegung gefördert. Dadurch unterstützt es effektiv unsere Bewegung und Haltung im Alltag und kann auch andere sportliche Aktivitäten verbessern.
- Umfangreiches Bewegungsprogramm am Boden sowie Fallschule zur Verbesserung der Mobilität und Verletzungs-prophylaxe.
- Training mit kontrolliertem, aber spürbarem Kontakt, wobei alle Bereiche der Arme und Beine eingesetzt werden können.
- Gezieltes Training der Psyche. Wir beschäftigen uns Schritt für Schritt damit, wie sich Stress, z.B. körperliche Belastung, Druck, (harmloser!) Schmerz, auf uns auswirkt und wie wir diesen insbesondere mittels Atmung und Bewegung regulieren können.
Im Systema gilt durchgehend das Motto, so zu trainieren, dass es unsere körperliche und mentale Gesundheit fördert und uns ein Leben lang zur Verfügung steht. Daher beinhaltet es ein umfangreiches Gesundheitsprogramm, welches auf den gleichen o.g. Säulen beruht und z.B. durch Massagen ergänzt wird.
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Wie sieht ein mögliches Systema-Training aus, wenn man anfängt?
Koordination von Bewegung und Atmung:
Häufig gehen wir zu Beginn des Trainings und koordinieren dabei in verschiedenen Varianten die Schritte mit unserer Atmung. Gleichzeitig achten wir eine aufrechte, entspannte Körperhaltung.
Entspannungsübungen:
Die Koordination von Muskelan- und -entspannung und der Atmung ist elementar für komplexere Bewegungsabläufe und die Stressregulation. Im weiteren Verlauf gibt es vielfältige Varianten, die auf dieser Basis aufbauen.
Bewegung am Boden, Fallschule:
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Wenn wir auf die Welt kommen, beginnen wir das Lernen von Bewegung in der Bodenlage. Im Systema-Training gehen wir dorthin zurück. Drehen, Kriechen, Rollen u.ä. stärkt die Muskulatur und wir erlangen das Bewegungsspektrum vom Liegen bis in den Stand zurück . Dies schafft die Grundlagen für das Fallen. Angst vor dem Fallen ist im Kampfkunsttraining und im Alltag ein Verletzungsrisiko. Mittels Atmung, Entspannung und der Mobilität am Boden wird das Fallen zunehmend ein gewohnter Teil der Bewegungsabläufe.
Stütz- und Bewegungsapparat:
Die Kräftigung des Körpers basiert im Systema auf vier Basisübungen: Liegestütz, Kniebeugen, Rumpfbeugen und Beinheben. Alle Übungen können hinsichtlich Form, Geschwindigkeit, Atmung, Entspannung variiert werden.
Ausweichen:
Sowohl im Stand als auch am Boden ist das Ausweichen von der Angriffslinie elementar. Dies kann wieder unter verschiedenen Bedingungen geübt werden.
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Gleichgewicht brechen:
Dieses Modul beinhaltet das Studieren, wie das Gleichgewicht unseres Gegenübers an verschiedenen Punkten beeinträchtigt werden kann. Analog trainiert der andere Part wieder das Fallen.
Schläge, Tritte und deren Aufnahme:
Systema beinhaltet Schlagen und Treten mit allen verfügbaren Teilen der Extremitäten. Eine Eigenart des Systema ist der direkte Körperkontakt ohne Schutzausrüstung. Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um Vollkontakt, sondern um eine strukturierte Heranführung an das Thema, bei der die Gesundheit oberste Priorität hat und gleichzeitig die Psyche dafür sensibilisiert wird, dass wir in einer Verteidigungshandlung auch getroffen werden.
Mehrere Angreifer:innen, Waffen, andere Stressoren:
Alle vorher genannten Punkte können mittels mehreren Übungspartner:innen , Einsatz von verschiedenen Übungswaffen und einbringen weiterer Stressfaktoren variiert werden.
Massage:
Neben Kräftigung, Dehnung, Entspannung und Atmung ist auch Massage ein fester Bestandteil der Gesundheitspflege im Systema. Die Art und Weise der altrussischen Massage lässt sich am ehesten mit einer kräftigen Thai-Massage vergleichen (Druck mittels Einsatz des Körpergewichts, Dehnung, Klopfen u.ä.).
Kaltwasseranwendungen:
Es sei hier der vollständigkeitshalber erwähnt, dass traditionell Kaltwasseranwendungen ebenfalls im Gesundheitsprogramm vorhanden sind.
Systema, so wie wir es gelernt haben und lehren, ist eine Kampfkunst, die Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Offenheit, Toleranz, Respekt und Selbstreflexion in ihren Lehrmethoden verankert hat. Unabhängig von Geschlecht, Alter, körperlicher Verfassung, Konfession oder Nationalität ist jeder willkommen, der diese Werte mit uns teilt.
Familientraining
In diesem Training lernen Eltern zusammen mit ihren Kindern, sich zu entspannen und sich gegenseitig zu helfen, stärker und resilienter zu werden. Das Training trägt dazu bei, das Verhältnis miteinander und das Verständnis voneinander zu verbessern. Die Eltern lernen auf vorteilhafte Weise mit ihren Kindern zu spielen, um diese zu beschützen.
Je früher die Kinder mit dem Training anfangen, desto besser, Training ab 3 Jahre ist ideal. Die Kinder lernen, Gefahren auszuweichen, sich geschickt zu bewegen und von Beginn an vorteilhaft zu üben. Es kann für das Familientraining ein individueller Trainingstermin vereinbart werden. Im Training werden dann die Übungsart und die für den Entwicklungsstand angemessenen Übungen den Teilnehmern beigebracht.
Systema Training Hannover
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KENPOKAN
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Trainingszeiten:
| Tag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag | 09:00 - 22:00 |
| Dienstag | 06:00 - 22:00 |
| Mittwoch | 09:00 - 22:00 |
| Donnerstag | 06:00 - 22:00 |
| Freitag | 09:00 - 22:00 |
| Sa - So | 09:00 - 18:00 |
