Megastar verlässt WWE: Gründe für den Abschied

In der Welt des Wrestling gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Veränderungen. Ein Thema, das dabei oft im Fokus steht, ist der Abgang von Megastars aus der WWE. Doch was sind die Gründe für solche Entscheidungen?

Noch im Januar hatte Mike Kanellis um seine Entlassung gebeten, da er unzufrieden mit seinem Status und dem Booking war, obwohl er und seine Frau Maria Kanellis ihre WWE-Verträge etwas überraschend nun verlängert haben. Wie fightful.com berichtet, hat sich das Ehepaar für die nächsten 5 Jahre an die Company gebunden. Ihre aktuellen Verträge wären in diesem Monat ausgelaufen, sie waren aber wohl sehr zufrieden mit dem Angebot, welches sie von WWE nun erhielten.

Nichtsdestotrotz soll es innerhalb von WWE weiterhin viele Talente geben, die sehnsüchtig darauf warten, dass ihre Verträge endlich auslaufen. Das Momentum und Wachstum der neuen Promotion soll viele WWE-Mitarbeiter überrascht haben, besonders Vince McMahon und andere wichtige Personen im Management hatten lange geglaubt, dass der Erfolg von „ALL IN“ nur Anfängerglück war. Überraschend viele dieser Wrestler*innen haben mittlerweile proaktiv Kontakt zu All Elite Wrestling aufgenommen, nachdem dort mit „Double Or Nothing“ ein überaus erfolgreicher Start hingelegt wurde.

WWE bietet deshalb nun so viel Geld wie niemals zuvor, um die abwanderungswilligen Wrestler*innen zum Bleiben zu bewegen, dennoch haben einige die Angebote zur Vertragsverlängerung abgelegt. Bei den NXT-Tapings in der vergangenen Woche hielt WWE Chief Brand Officer Stephanie McMahon vor dem versammelten NXT-Roster eine Rede, in welcher sie WWE over brachte und darauf hinwies, wie die Wrestler*innen bei WWE zu eigenen Marken werden können.

So sollte den Talenten vermittelt werden, dass WWE die einzige Anlaufstadion im Wrestlingbusiness ist und ihre Karriere vorüber wäre, wenn sie die Company verlassen. In früheren Jahren soll so etwas oft auch gefruchtet haben, mittlerweile kaufen viele Personen diese Story aber nicht mehr. Für allem die Stars, die vor ihrer WWE-Karriere bereits als Independent-Wrestler aktiv waren, wissen sehr gut, dass es mittlerweile einige Alternativen gibt, bei denen man gutes Geld verdienen kann.

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Auch den Fans soll man mittlerweile vermitteln wollen, dass alles außerhalb von WWE nur ein Witz ist, so ist wohl auch das Segment mit den YOLO County Tag Team Titles bei „Smackdown Live“ zu erklären. Spätestens die Aussagen von Jon Moxley im „Talk is Jericho“-Podcast haben bei WWE offenbar zu einer vermehrten Dünnhäutigkeit geführt.

Laut fightful.com soll man nämlich nicht begeistert davon sein, wenn Talente nun eigene Ideen mit der Begründung einreichen, dass das aktuelle WWE-Programm nicht gut ist. Sobald man das Gefühl hat, der „Antragsteller“ würde glauben, dass das Creative Team und die Verantwortlichen auch nur etwas inkompetent sind, wird der Vorschlag sehr schnell abgelehnt.

Die Suche nach neuen Stars

Die WWE hat keine Stars mehr. Sie hat Stärchen. Der einzige, der Cenas Level erreicht, ist Brock Lesnar. Und der ist selten da. Wie sollen denn neue Stars erschaffen werden, wenn der größte Star nie da ist?

John Cena ist ein Synonym für die WWE, auch wenn er nun schon seit einigen Jahren nicht mehr Vollzeit dabei ist. Auch wenn wir John Cena vermissen - auf die Gründe dafür kommen wir gleich noch zu sprechen - war der 1.85m große und 114 kg schwere Superstar nicht immer der beliebteste Wrestler der WWE. Lange Zeit galt Cena als überbewertet, als overpusht; ein bisschen wie Brock Lesnar, nur dass er halt immer da war. Und das war das Problem: Er war IMMER da! Immer in der Top-Fehde, immer im Main Event.

Bei ihm kam dann noch hinzu, dass er ständig als Underdog dargestellt wurde. „Kann Cena entgegen aller Erwartungen das Match gewinnen…?“ Ja. Konnte er. CM Punk sprach 2011 im berühmten „Summer of Punk“ während der Fehde mit Mr. Hustle, Loyalty & Respect das aus, was viele Fans schon lange dachten: Cena war niemals der Underdog! Cena war eine Dynastie! Eine Dynastie, die alle stürzen und weghaben wollten. Jetzt ist er weg. Und was ist? Wir vermissen ihn.

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Denn neben all dem Hass und dem Frust, den ihm die erwachsenen Fans zurecht entgegengebracht hatten, haben viele vergessen, dass Cena es ja eigentlich echt draufhat. Beispiele gefällig? Sein SmackDown Debüt-Match gegen Kurt Angle. Sein 5-Star-Classic gegen CM Punk bei Money in the Bank. Seine Match-Serie gegen AJ Styles.

Cena hat es wrestlerisch drauf, auch noch mit 42, und - was noch wichtiger ist - er ist eine Charismamaschine. Am Mikrophon kann er mit jedem in der WWE und auf der Welt mithalten: mit The Rock, Chris Jericho, ja, auch mit CM Punk.

John Cena ist ein MEGASTAR! Er ist das, was die WWE all ihren Superstars anzudichten versucht: er ist larger than life. Er ist der letzte Star dieser Kategorie, nach ihm kam keiner mehr. Ja, man hat es mit Roman Reigns versucht, aber bei allem Respekt, dem man ihm entgegenbringen sollte: Er ist sowohl wrestlerisch als auch am Mikrophon nicht auf dem Level eines John Cenas.

Die mysteriöse Abwesenheit von Roman Reigns

WWE enthüllt beim letzten SmackDown vor Backlash neue Story-Hintergründe für die Abwesenheit des entthronten Ex-Champions. Wo steckt Roman Reigns? Wann kommt er zurück? Und was wird passieren, wenn er es tut? Seit der Megashow WrestleMania 40 und dem Ende seiner historischen Dreieinhalb-Jahre-Regentschaft als Universal Champion war der Topstar nicht mehr im WWE-TV zu sehen. Nun hat die Liga ihre Fans vor neue Rätsel gestellt, was hinter der Story um seine Abwesenheit stecken mag.

Bei der aktuellen Ausgabe der TV-Show Friday Night SmackDown - schon am Freitagabend im französischen Lyon aufgezeichnet - hat WWE neue (Drehbuch-)Hintergründe für Reigns‘ mysteriösen Rückzug aus dem Draft vergangene Woche geliefert. In einem Backstage-Segment mit Reigns‘ Manager Paul Heyman und dem als General Manager von SmackDown auftretendem Nick Aldis enthüllte Heyman, dass er und Reigns seit WrestleMania nicht mehr in Kontakt seien.

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Dementsprechend habe sich Reigns auch nicht selbst aus dem Draft abgemeldet - Heyman hätte es getan, um ihn aus dem inneren Konflikt seiner Bloodline-Gruppierung herauszuhalten. Nach Sikoas Angaben handelte er „auf Geheiß des Tribal Chief“ - ob tatsächlich Reigns der Auftraggeber der Verwerfung ist oder selbst Opfer einer Meuterei, ist bislang unbeantwortet.

Tatsächlich legt Reigns seit längerer Zeit immer wieder längere, vertraglich garantierte Auszeiten vom WWE-Tagesgeschäft ein, für die die Liga Story-Gründe vorschiebt. Was diesmal der Masterplan ist, muss sich noch zeigen.