WWE-Veranstaltungen in Saudi-Arabien: Ein umstrittenes Kapitel

Saudi-Arabien hat sich in den letzten Jahren verstärkt als Ausrichter großer Sportveranstaltungen positioniert. Neben Fußball, Formel 1 und Golf gehört dazu auch Wrestling, insbesondere die Events der WWE (World Wrestling Entertainment). Diese Entwicklung ist jedoch nicht ohne Kontroversen.

Die Anfänge der WWE in Saudi-Arabien

Das saudische Sportswashing begann im Jahr 2014. Die Saudis holten die Wrestlingliga WWE in den Wüstenstaat. Seither machen die Showkämpfer regelmässig in der Hauptstadt Riad und in der Hafenstadt Dschidda Halt.

Crown Jewel und andere Events

Am 4. November findet die «WWE Crown Jewel»-Show in Saudi-Arabien statt. Also steigt am Freitagabend die Crown Jewel PPV in der saudischen Hauptstadt Riad.

Das Line-Up liest sich wie ein Best-Of aus vergangenen Zeiten. Randy Orton ist da, Rey Misterio ebenfalls und dann das Highlight. Das Tag-Team-Match zwischen der D-Generation und den Brothers of Destruction, Triple H und Shawn Michaels kämpfen gegen den Undertaker und Kane.

Für die Jüngeren unter Ihnen: Diese Kämpfer sind mittlerweile weit über 40 und waren während des grossen Aufschwungs die Lichtgestalten ihres Sports. Das ist mittlerweile einige Jährchen her, in den USA hatte Wrestling seine beste Phase in den späten 80ern und frühen 90ern.

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Kontroversen und Kritik

Die WWE-Veranstaltungen in Saudi-Arabien sind nicht unumstritten. Kritiker werfen dem Land Sportswashing vor, also den Versuch, durch die Ausrichtung von Sportveranstaltungen von Menschenrechtsverletzungen und anderen Problemen abzulenken.

Einige US-Senatoren forderten gar, dass die Veranstaltung abgesagt wird, da das Land auf der arabischen Halbinsel in den letzten Wochen vermehrt negativ in den Schlagzeilen stand. John Cena, mittlerweile hat er auch als Schauspieler etwas Fuss gefasst, weigerte sich demnach am Turnier teilzunehmen, genauso wie Daniel Bryan. Die beiden waren eingeplant, zogen sich aber nach dem Mord am regime-kritischen Journalisten Jamal Khashoggi zurück.

Der Fall Hulk Hogan

Ein weiterer Kritikpunkt war die Teilnahme von Hulk Hogan an einer WWE-Veranstaltung in Riad im Jahr 2018. Nach Streitereien, Rassismusvorwürfen und einem Sexvideo ist der legendäre Wrestler Hulk Hogan wieder Teil der WWE.

Denn Hogan, mit richtigem Namen Terrence Bollea, fiel 2015 mit rassistischen Äusserungen auf, sein Vertrag wurde gekündigt. Hogan entschuldigte sich im Juli und wurde wieder aufgenommen, sein erster Live-Auftritt steht also kurz bevor.

Ronaldo und die WWE?

Wo Cristiano Ronaldo auftaucht, sorgt er für Aufmerksamkeit. Das will nun offenbar auch die WWE für sich nutzen. Und hat ihm ein erstes Angebot vorgelegt.

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Wie die spanische «AS» schreibt, wollen die Organisatoren des Wrestling-Events Ronaldo nun als besonderen Star-Gast verpflichten. Gelockt werden soll er mit einem hohen Honorar. Und gleichzeitig mit seinem Erscheinen ordentlich die Kassen klingeln lassen.

Ob das nun für oder gegen einen Wrestling-Auftritt Ronaldos spricht, bleibt offen. Bekannt ist hingegen, dass er gerne Sportanlässe besucht und beispielsweise auch mal bei einem Boxkampf im Publikum sitzt.

Saudi-Arabiens Sportstrategie

Mithilfe grosser Sportevents und Investitionen will Saudi-Arabien für Schlagzeilen sorgen und das Land der Welt toll verkaufen. Ronaldos Wechsel in den Wüstenstaat ist nur eine von vielen Etappen der Imagepolitur.

Sogar ganze Sportarten sind dem Lockruf der Königsfamilie und deren Staatsfonds, dem «Public Investmend Fund», gefolgt.

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