Die israelische Kampfkunst Krav Maga („Nahkampf“) erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ursprünglich im Auftrag der israelischen Armee entwickelt, findet es heute weltweit Anklang bei Sicherheitsdiensten, Militär, Polizei und einer stetig wachsenden Zahl von Zivilisten.
Was ist Krav Maga?
Krav Maga ist ein höchst effizientes Nahkampfsystem, das in den 1950er Jahren im Auftrag der israelischen Armee entwickelt wurde. Es kombiniert die effektivsten Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie Muay Thai, Kickboxen, Jiu Jitsu, Aikido und Karate.
Ursprünge und Entwicklung
Imi Lichtenfeld gilt als Begründer von Krav Maga. Der gebürtige Ungar wuchs in der Slowakei auf, war leidenschaftlicher Boxer und Ringer und entwickelte Krav Maga bereits in den 1930er Jahren. Ursprünglich diente Krav Maga dazu, die in der Slowakei lebenden Juden vor antisemitischen Übergriffen zu schützen. 1942 reiste Imi Lichtenfeld nach Palästina, wo er Nahkampfausbilder der israelischen Armee wurde. Erst seit den späten 1970er Jahren wird Krav Maga auch für Zivilisten unterrichtet.
Nach der Gründung des Staates Israel war Lichtenfeld Chefausbilder im Nahkampf der israelischen Armee (IDF = Israel Defense Forces). Lichtenfeld adaptierte nach seiner Zeit als Chefausbilder das militärische Krav Maga für Polizisten und Zivilisten unter Berücksichtigung der geänderten Rechtslage. Innerhalb der israelischen Sicherheitskräfte haben unterschiedliche Ausbilder Krav Maga ständig weiterentwickelt, indem Sie Ihre Erfahrungen aus den jeweiligen Einsatzzwecken und Erfordernissen eingebracht haben. Krav Maga ist somit kein fest definiertes Selbstverteidigungssystem, sondern unterliegt auch heute einem stetigen Wandel.
Merkmale und Prinzipien
Sämtliche Krav Maga Techniken beruhen auf natürlichen Reflexen. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten ist für Krav Maga kein jahrelanges Grundlagentraining notwendig. Es werden Griff-, Schlag-, Tritttechniken sowie Hebelfertigkeiten und Bodenkampf effektiv genutzt, so dass sie schnell, einfach und selbst unter Stress instinktiv abrufbar sind. Das macht Krav Maga zu dem wohl effizientesten Selbstverteidigungssystem der Welt, das von wirklich jedem genutzt werden kann.
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- Effektive Selbstverteidigung: Krav Maga ist ein praxisorientiertes System, das auf realitätsnahe Bedrohungsszenarien ausgerichtet ist.
- Keine Regeln, keine Wettkämpfe: Krav Maga ist ein reines Selbstverteidigungssystem und verzichtet deshalb auf Wettbewerbe. Stattdessen trainiert Krav Maga für den Ernstfall im Alltag auf der Straße.
- Nutzung natürlicher Reflexe: Bei Krav Maga nutzen wir Deine natürlichen Reflexen und ergänzen diese mit effektivsten Kampf- und Waffentechniken, die Du schnell beherrschen kannst.
- Realitätsnahes Training: Du lernst die nötigen Reaktionen momentan abzurufen, die Bedrohungen neutralisieren oder entkommen und auch unter psychischem Druck Angriffe zu meistern.
- Alles ist erlaubt: In Krav Maga darf man alles, was einem als Waffe zur Verfügung steht, einsetzen. Auch den eigenen Körper.
Krav Maga Military
Krav Maga Military ist die ursprüngliche Variante des modernen Nahkampfsystems, welches in Israel von Imi Lichtenfeld für die IDF - Israeli Defense Forces entwickelt wurde. Anstatt den Soldaten zu sagen, was sie tun sollten, begann Imi Lichtenfeld bei der damaligen Entwicklung dieses Nahkampfsystems (Krav Maga - Kontakt Kampf) zu erforschen, wie die Soldaten unter Stress intuitiv reagierten.
Ziel des Krav Maga Nahkampfunterrichts für Soldaten ist es, sie unabhängig vom sportlichen Background, des Geschlechts und der Vorerfahrung des Einzelnen, schnell und ohne regelmäßiges Training durch zusammenhängende, in sich geschlossene Trainingseinheiten auf den Ernstfall, nämlich eine Kampfsituation vorzubereiten.
Zielgruppe und Ausrüstung
Zielgruppe: Männer, Frauen und Jugendliche im Alter von 14 bis ca.
Ausrüstung: Beim Krav Maga Training wird eine persönliche Schutzausrüstung getragen (Tiefschutz - für Männer obligatorisch, Zahnschutz, evtl. Schienbein- und Ellenbogenschoner, ggf.
Krav Maga Weltweit
Übrigens: 1993 gründete Imi Lichtenfeld die IKMF (International Krav Maga Federation) mit der Idee dahinter, dass es die Organisation möglich macht, Krav Maga weltweit für jeden zugänglich zu machen. Und so kam es auch - mittlerweile ist IKMF Krav Maga in über 90 Ländern mit mehr als 15.000 Schülern vertreten.
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Bekanntheit durch Hollywood
In den letzten Jahrzehnten haben mehrere Hollywood-Filme Krav Maga Moves in ihre Kampfszenen eingebaut, was diese Selbstverteidigungsart weltberühmt gemacht hat. Stars wie Kristanna Loken („Terminator 3“), Cameron Diaz oder Angelina Jolie haben sich mit Krav Maga auf so manche Rollen vorbereitet.
Laut Eyal Yanilov, dem Hauptausbilder der Internationalen Krav Maga Schul, ist Krav Maga aggressiver als Judo oder Karate. Der Schwerpunkt bestehe darin, in der Lage zu sein sich selbst von Gefahren zu befreien, indem man die Schwachstellen des Gegners, etwa mit Tritten in die Hüften oder ähnlichem, angreife. Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten sei es außerdem viel praktischer. Der Schüler lerne schon am ersten Trainingstag sich vor einem bewaffneten Angriff zu schützen.
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