Der deutsche Kopfgeldjäger-Wrestler: David Schultz und sein "Slap Heard Round The World"

WWE-Wrestler David Schultz ohrfeigte 1984 den TV-Journalisten John Stossel, als der Wrestling "Fake" nannte - ein Eklat, der bis heute verklärt wird. Die US-amerikanische TV-Dokuserie "Dark Side of the Ring" des Medienhauses Vice hat den denkwürdigen Eklat in seiner aktuellen Episode in Erinnerung gerufen - und sich damit unter anderem Lob von Superstar Dwayne "The Rock" Johnson verdient.

Passiert ist der folgenschwere Zwischenfall am 28. Dezember 1984 im New Yorker Madison Square Garden. Der deutschstämmige Fernsehredakteur Stossel war bei einer Show der damaligen WWF vor Ort, um eine Reportage für die Sendung 20/20 des Senders ABC zu drehen, ein Format, das vergleichbar mit Monitor, Panorama oder Spiegel TV ist. Der Gegensatz zwischen Schein und Sein im Wrestling-Geschäft war das Thema, vor dem Hintergrund des Aufstiegs der WWF und ihres Champions Hogan zu nationaler Mainstream-Prominenz.

Der Eklat im Madison Square Garden

Neben Schultz kam unter anderem dessen früherer Tag-Team-Partner Eddy Mansfield zu Wort, der offen darüber redete, dass die Kämpfe abgesprochen waren und die Protagonisten Rollen spielten. Ein Geheimnis war das zwar schon damals nicht, aber für die Wrestler war es in dieser Zeit noch ein Tabu, darüber zu sprechen. Das "Kayfabe", die Pflicht, den Schein auch außerhalb des Rings zu wahren, war noch Teil des Branchenstolzes.

Der damals 29 Jahre alte Schultz verkörperte diesen Stolz: Geboren am 1. Juni 1955 in Madison County, Tennessee, war Schultz Wrestler seit Teenager-Zeiten und hatte sich zu einem erfolgreichen "Heel" gemausert. Einem Bösewicht, der es verstand, die Zuschauer mit gekonntem Trash-Talk gegen sich aufzubringen. Aus diesem Grund nahm Hulk Hogan Schultz mit, als er Ende 1983 von der Liga AWA zu WWE wechselte (im Paket mit dem 2019 verstorbenen "Mean" Gene Okerlund, seinem ewigen Interviewer).

Schultz - der zwischenzeitlich auch Hogans Mitbewohner war - hatte mit ihm in der AWA eine gut laufende Fehde, an die die beiden in der WWF anknüpfen wollten. Stattdessen wurde es dann aber das Interview mit Stossel, das im Gedächtnis bleiben sollte.

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"You think that's fake?"

Dass dieses Interview schiefgehen würde, war schnell zu ahnen: Stossel machte aus seiner sarkastischen Verachtung für das Wrestling keinen Hehl, Schultz verteidigte sein Gewerbe mit aggressiver Abwehrhaltung, die ebenso sicht- und spürbar war. "Ich glaube", sagte der Reporter zum Wrestler, "dass es Fake ist". Eine Frage war das nicht, bei genauerer Betrachtung. Was der Wrestler David Schultz, Weggefährte und Kumpel von Superstar Hulk Hogan, dann mit dem TV-Journalisten John Stossel machte, war aber auch keine gute Antwort. Nach normal-menschlichen Maßstäben.

Der "Fake"-Kommentar brachte das Fass zum Überlaufen. Denn auch wenn Stossel einen Fakt aussprach - Wrestling ist nun mal nicht echt: Er tat es auf eine Weise, die jemand wie Schultz als Beleidigung empfinden musste. Gerade die Wrestler der alten Schule haben das Selbstbild, dass sie keinesfalls "fake" sind, sondern wahrhaft harte Hunde, die im Zweifel auch in einem echten Kampf die Oberhand behalten würden.

Schultz, trainiert und gedrillt von Herb Welch, einem legendären "Hooker" aus der Generation von Lou Thesz, Stu Hart und Co., war von ebendieser alten Schule - und meinte, es Stossel dann anschaulich demonstrieren zu müssen. Er schlug ihn mit einer schallenden Ohrfeige zu Boden. Und ein zweites Mal, als der verdutzte Stossel wieder aufstand. Der ergänzende Kommentar: "You think that's fake?" Denkst du auch, dass das ein Fake ist? Mit dem "Slap Heard Round The World" sorgte "Dr. D" für einen Skandal, der WWE-Boss Vince McMahon eine Weile beschäftigen und ihn eine Stange Geld kosten sollte.

Die Folgen des Ausrasters

Schultz' Ausraster brachte WWE-Boss McMahon landesweite Negativ-Schlagzeilen ein, die seine Expansion zum nationalen Wrestling-Marktführer störten (aber letztlich nicht aufhielten). Stossel strengte außerdem einen Prozess gegen WWE an, berichtete dort von wochenlangen Hörschädigungen als Folge des brutalen Hiebs. Letztlich gab es eine außergerichtliche Einigung, Stossel kassierte nach eigenen Angaben 250.000 Dollar, blieb Schultz gegenüber aber unversöhnlich. Die letzten Worte, die er in der Doku an ihn richtet: "Fuck you!"

Schultz' Karriere bei WWE war bald darauf vorbei: Die Liga feuerte ihn zwei Monate nach dem Vorfall, allem Anschein nach aber nicht wegen des Angriffs auf Stossel, sondern wegen eines anderen Vorkommnisses. Schultz hatte sich während einer Show vor Publikum mit Schauspieler Mister T - dem B.A. Baracus aus dem "A-Team" - angelegt. Dieser war von WWE als Gastkämpfer und Hogan-Partner für den Hauptkampf der ersten WrestleMania 1985 verpflichtet worden. Schultz fühlte sich auch davon anscheinend in seinem Stolz verletzt.

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Vom Skandal-Wrestler zum Kopfgeldjäger

Über McMahon flucht der nun 64 Jahre alte Schultz bis heute. Er behauptet, dass der Wrestling-Mogul ihn zum Schlag gegen Stossel ermuntert hätte ("Blast him!") und dann in den Rücken gefallen wäre. McMahon erklärte damals, dass Schultz ihn missverstanden hätte, Schultz hätte Stossel schlicht mit Worten übermannen sollen.

Schultz beendete seine Karriere einige Jahre später früh, weil die meisten Promoter nach den Skandalen die Finger von ihm ließen. Er setzte seine Talente stattdessen für die Verbrecherjagd ein und wurde Kopfgeldjäger, nach eigener Darstellung sehr erfolgreich. Trotz beziehungsweise gerade wegen seiner Attacke haben viele Wrestling-Kollegen und -Fans Schultz bis heute als Helden in Erinnerung.

Viele Menschen gelangen nicht auf Anhieb zu ihrem Traumberuf und müssen sich daher über andere Tätigkeiten ihrer Wunschbeschäftigung annähern. Big Show ist jetzt bereits seit vielen Jahren erfolgreich in der WWE unterwegs und hat zum Teil auch lange Zeit auf der Seite der „Guten“ gekämpft - also für Gerechtigkeit und Fairness. Wahrscheinlich hat dies Wurzeln in seinem früheren Beruf als „Kopfgeldjäger“! Es ist jetzt vielleicht nicht so spektakulär wie es klingt, aber Big Show verfolgte Menschen, die dem Staat noch einiges an Geld schuldeten und diese Rechnungen nicht begleichen wollten oder konnten.

Ähnlich wie "The Undertaker" verfolgte auch Big Show lange Zeit Menschen, die ihre Schulden nicht zahlen wollten oder konnten. Als Kopfgeldjäger machte er diese Leute ausfindig und brachte sie danach für ein Honorar ins Gefängnis. Nach seinem großen Durchbruch im Ring legte Big Show seine damalige Berufung ab und konzentrierte sich stattdessen auf seine Wrestling-Karriere.

Jerome Young, der später einmal als Wrestler New Jack bekannt werden sollte, wurde am 03. Januar 1963 in Greensboro/North Carolina geboren. Später übte Jerome Young den Beruf des sogenannten Kopfgeldjägers aus, dessen Aufgabe es ist flüchtige Verbrecher, auf denen ein Kopfgeld ausgesetzt ist festzunehmen und den Behörden abzuliefern. Er gab an alles zu tun, um solche Leute aus dem Verkehr zu ziehen, beginnend von einer einfachen Festnahme über schwere Körperverletzung bis hin zum Töten dieser Personen.

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Bis Mitte des Jahres 1995 war Jerome Young abseits des Wrestling noch nebenberuflich als Kopfgeldjäger aktiv. Ende des Jahres 2011 verkündete Jerome Young, dass er wieder als Kopfgeldjäger arbeiten würde. Jerome Young wurde als sehr effektiver Kopfgeldjäger beschrieben. Er wäre furchtlos, unermüdlich und er würde immer seinen Mann stehen hinzukommt sein einzigartiger Stil den Job auszuführen. So gab er auch an, dass bei der Ausführung dieses Berufs immer das Risiko bestehen würde selbst umzukommen, man wisse schließlich nie was einem hinter der nächsten Tür erwarten würde.