Der Weg zum professionellen Wrestler ist anspruchsvoll und erfordert Hingabe, Disziplin und die richtige Ausbildung. In Deutschland gibt es eine überschaubare, aber ernstzunehmende Wrestling-Szene. Um in dieser Szene Fuß zu fassen und ein erfolgreicher Wrestler zu werden, sind einige wichtige Schritte zu beachten.
Seriöse Wrestling-Schulen in Deutschland
Es gibt ca. 10-12 seriöse Dojos in Deutschland, NUR hier kann man auch PRO Wrestler werden. Um ein professioneller Wrestler zu werden, ist die Wahl der richtigen Wrestling-Schule entscheidend. In Deutschland gibt es einige seriöse Dojos, die eine fundierte Ausbildung bieten. Hier sind einige der renommiertesten:
- wXw Academy in Essen
- GWF-Dojo in Berlin
- NSW in Dresden
- NEW in Heßdorf
- GHW in Klein-Gerau
- EWP in Hannover
- Suplex Schmiede in Lübeck
- NFC in Hamburg
- ACW in Weinheim
- CWE-Dojo in Hemsbach
Desweiteren gibt es in der seriösen Wrestlingszene Deutschlands noch MAXIMUM in Kiel, EPW in Bremen (bei diesen beiden entzieht sich meiner Kenntnis, ob es sich hier um einen reinen Veranstalter handelt oder ob auch ein Dojo angeschlossen ist). Zudem gibt es reine Veranstalter wie GWP in Schwabach, GSW in Marburg (wohl nur noch unter GWF-Leitung), DWA in Visselhövede, GWR aus Dortmund, cOw aus Birkenfeld & Saarbrücken, PWF in Neumünster, POW aus Hannover, WrestlingKult in Oberhausen.
Alles was nicht WWE, NJPW oder TNA ist, sind sogenannte Independent Ligen, kurz der Indy-Circuit, das Besondere daran ist: JEDE Indy-Promotion kann theoretisch weltweit JEDEN Indy-Wrestler für ihre Shows buchen!
Es gibt natürlich auch beim Backyard Unterschiede, da gibt es auch welche, die Pros für ihre Shows buchen und mehr oder weniger regelmäßig Trainingsseminare von ihnen bekommen, weil sie ambitioniert sind, irgendwann Pro zu werden, aber das hat nur in den seltensten Fällen geklappt... Dann gibt es eben noch die reinen Backyarder, die nur mit Backyardern veranstalten und wohl nie auch nur ein Pro-Training absolviert haben.
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Worauf man bei der Wahl einer Wrestling-Schule achten sollte
Es ist wichtig, eine Schule zu wählen, die von erfahrenen Trainern geleitet wird und einen guten Ruf in der Szene hat. Achten Sie darauf, dass die Schule Wert auf Sicherheit legt und eine fundierte Ausbildung in den Grundlagen des Wrestlings bietet.
Voraussetzungen und Anforderungen
Man liest oft, dass Wrestling-Dojos eine ärztliche Bescheinigung benötigen, ob du überhaupt Sport treiben darfst. Einige Dojos machen den Einstieg auch über ein Leistungs-Tryout (konditionelle Voraussetzungen usw.), wenn du das nicht überstehst, wirst du nicht aufgenommen.
Eine bestimmte Gewichtsklasse benötigst du nicht (beim Wrestling findest du ja alles vom agilen Highflyer bis hin zum Super-Heavyweight), aber wenn du Stand heute keine sportliche Figur bzw. kein Sportler bist, dauert der Prozess von Tryout zum Debüt vor Publikum (i.d.R. 1-2 Jahre) eben länger bei dir als bei Leuten die diese Grundvoraussetzung von vornherein mitbringen.
Um ein erfolgreicher Wrestler zu werden, sind bestimmte Voraussetzungen und Anforderungen zu erfüllen:
- Sportliche Fitness: Eine gute körperliche Verfassung ist unerlässlich. Dazu gehören Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit.
- Schmerzresistenz: Wrestling ist ein körperlich anstrengender Sport, der ein hohes Maß an Schmerzresistenz erfordert.
- Disziplin und Motivation: Das Training ist hart und zeitaufwendig. Disziplin und Motivation sind entscheidend, um durchzuhalten.
- Schauspielerisches Talent: Wrestling ist mehr als nur ein Sport. Es ist eine Form des Entertainments, die schauspielerisches Talent erfordert.
- Charisma und Ausstrahlung: Ein Wrestler muss das Publikum fesseln und begeistern können. Charisma und Ausstrahlung sind dabei von Vorteil.
Der deutsche Wrestler Absolute Andy erwähnte letztes Jahr in einem Interview, dass es von allen Leuten, die jemals zu einem Pro-Wrestling-Tryout gekommen sind, nur 5% den Sprung zum Wrestler geschafft haben. Das kann nicht jeder. Wrestler sein bringt einen harten Lebensstil fast ohne Ruhetage mit sich.
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Das Training
Das Training in einer Wrestling-Schule ist hart und vielseitig. Es umfasst in der Regel folgende Elemente:
- Grundlagen des Wrestlings: Falltechniken, Ringbewegung, Würfe, Griffe und Konter. Hierbei lernst du das Wichtigste beim Wrestling, das richtige Fallen! Ob auf den Rücken oder auf den Bauch, in jedem Fall muss man sich und seinen Körper schützen um sich nicht zu verletzen.
- Krafttraining: Aufbau von Muskelmasse und Kraft, um den körperlichen Anforderungen des Wrestlings gerecht zu werden.
- Cardio-Training: Verbesserung der Ausdauer, um auch lange Kämpfe durchhalten zu können.
- Schauspieltraining: Entwicklung der schauspielerischen Fähigkeiten, um eine glaubwürdige und unterhaltsame Figur zu verkörpern.
- Charakterentwicklung: Entwicklung eines einzigartigen Charakters, der das Publikum anspricht und im Gedächtnis bleibt.So arbeiten wir an deiner Charakterbildung und sorgen dafür, dass es für dich kein Problem sein wird, vor einem großen Publikum zu sprechen.
Hierfür gibt es keine allgemeingültige Antwort, da jeder Schüler in einer anderen Geschwindigkeit lernt. Während einige Schüler innerhalb eines Jahres ihr Debüt feiern konnten, benötigen andere Schüler einfach mehr Zeit.
Der Weg zum Debüt
Man würde dich nicht in den Ring stellen für ein offizielles Match wenn man dich nicht für bereit hielte... Wenn man dich für bereit hält (also wenn du es schaffen solltest), vor Publikum anzutreten, wirst du in den meisten Fällen in der angeschlossenen Liga des Dojos debütieren, in einer Nachwuchsshow wahrscheinlich, und dort dann versuchen, regelmäßig auf die Card zu kommen.
Wenn du gut bist u andere Ligen dich auch mal ausprobieren/haben wollen (von welcher Seite das aus geht, keine Ahnung), kannst du dann auch irgendwann mal für andere Ligen antreten. Wie das genau funktioniert, entzieht sich ja der Fan-Kenntnis.
Leben als professioneller Wrestler in Deutschland
Vorab gesagt: In Deutschland gibt es nur eine handvoll Wrestler, die rein von diesem Sport leben können, alle anderen haben einen Hauptjob, trainieren nach der Arbeit unter der Woche und fahren an den Wochenenden zu den Shows.
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In Deutschland ist es für die meisten Wrestler schwierig, ausschließlich von ihrem Sport zu leben. Die meisten üben nebenbei noch einen anderen Beruf aus. Chaer alias Crazy Sexy Mike kann mittlerweile ausschließlich von seinem Sport leben. Er betreibt eine Wrestling-Schule und verdient seinen Lebensunterhalt vor allem als Trainer. Manager aktiv.
Ernährung und Fitnessroutine eines Wrestlers
Wir fragen uns: Wie sieht eigentlich der Ernährungsplan und das Training eines Wrestlers aus? Zum Anlass seines Erfolgs sprachen wir von der GQ mit Hook über seine aufstrebende Karriere als Wrestler, über seine Ernährung und seine Fitnessroutine, mit der er sich auf das Leben im quadratischen Kampfring vorbereitet:
GQ: Was isst Du denn so an einem typischen Tag?
Hook: Im Großen und Ganzen esse ich, was ich will und auch wann ich will. Aber ich wende dabei das Wissen an, das ich in all den Jahren als Sportler erworben habe, und halte meinen Körper im Gleichgewicht. Es ist definitiv nicht so, als würde ich jeden Tag McDonald’s essen. Ich höre einfach auf meinen Körper und esse, wenn er mir sagt, dass ich hungrig bin.
Ich habe einen schnellen Stoffwechsel. Es ist sehr schwierig für mich, Gewicht zuzulegen. Also esse ich meine Mahlzeiten spät am Abend. In letzter Zeit esse ich spätabends kalorienreiche Mahlzeiten, um zu versuchen, mehr Gewicht zuzulegen. Ich hatte dieses spezielle Problem persönlich noch nie. Es ist bloß so, dass ich viel Steak und Reis esse. Tonnenweise Steak und Reis am späten Abend.
Wie sieht es mit dem Training aus?
Sechs Tage die Woche bin ich im Kraftraum. Gewichte heben. Cardio. Ich bin da ein paar Stunden drin. Das ist mein Lieblingsteil des Tages. Es ist therapeutisch für mich. Doch manchmal ist es etwas schwierig, weil ich viel unterwegs bin. Und ich versuche auch, zwei Tage pro Woche in den Ring zu steigen.
Ich trainiere hauptsächlich mit einer Bodybuilding-Psychologie. Ich richte mein Training nach dem, was ich im Spiegel sehe. Wie Arnold einmal sagte, kann man sich selbst wie in Stein meißeln. Wenn man weiß, wie man die Bereiche findet, die man verbessern will, dann kann man eine bestimmte Ästhetik und ein bestimmtes Aussehen aufbauen.
| Tag | Aktivität |
|---|---|
| 6 Tage die Woche | Krafttraining, Gewichte heben, Cardio |
| 2 Tage die Woche | Ringtraining |
Bevor Du Wrestler wurdest, hattest Du ein Lacrosse-Stipendium. Gibt es irgendetwas aus der Zeit, das Du auch heute noch anwenden kannst?
Als ich in der Highschool war, begann ich mit einem privaten Trainer und Ernährungsberater zu arbeiten. Sie haben mir sehr geholfen und mir beigebracht, wie ich mich um meinen Körper kümmern und in Form kommen kann. Täglich habe ich ein Essensprotokoll geschrieben. Sie haben darauf geachtet, dass ich bei jeder Mahlzeit genügend Kalorien zu mir nehme, dass die Makronährstoffe ausgewogen sind und dass ich jeden Tag die richtige Menge an Mahlzeiten zu mir nehme. Alles, um mein Training zu optimieren. Ich habe dazu versucht, mich selbst darüber zu informieren, wie all das, was ich meinem Körper zuführe, zur Entwicklung meines Körpers beiträgt. Im Moment arbeite ich nicht mit einem Trainer oder Ernährungsberater zusammen, aber das liegt daran, dass ich jahrelang gelernt habe, was für mich gut ist. Ich weiß, wann ich mich anstrengen muss und wann ich mich zurücknehmen sollte.
In einer Branche, in der man dafür bezahlt wird, ohne Hemd gut auszusehen, hat man Dir den Spitznamen “The Handsome Devil” gegeben. Motiviert Dich das noch mehr zu trainieren?
Ich bin mir dessen bewusst. Aber ich hatte schon immer eine Leidenschaft für das Fitnessstudio und dafür, mich in der Form zu halten, in der ich auch selbst sein möchte. Seit ich im Fernsehen bin, hat sich für mich daher nicht viel geändert.
Abgesehen von der Tatsache, dass Dein Vater eine so erfolgreiche Karriere hatte, was hat Dich zum Wrestling-Business hingezogen? Warum wolltest Du genau das tun?
Ich liebe alle Formen der Kreativität. Ich denke, im Leben hat man immer die Chance, sich selbst völlig frei zu gestalten. Und als mir klar wurde, wie viel Kreativität in der Welt des Profi-Wrestlings benötigt wird, hatte ich das Gefühl, ich könnte ich all meine großen Leidenschaften zusammenbringen. Ein Athlet zu sein, ein Kämpfer zu sein, und ein Schöpfer zu sein. Und dann eine Art Hybrid aus diesen Dingen kreieren.
Du hast schnell eine ziemlich intensive Verbindung zu den Pro-Wrestling-Fans aufgebaut. Wie hat sich das für Dich angefühlt?
Es fällt mir immer noch schwer, es in Worte zu fassen. Es war so ein surreales Gefühl. Bei dem ganzen Hype, der vor dem Debüt aufgebaut wurde, habe ich definitiv eine Menge Druck verspürt. Aber ich war mein ganzes Leben lang ein Sportler. Ich musste schon früh mit Druck umgehen. Also war ich nicht wirklich eingeschüchtert. Ich fühlte mich bereit zum Angriff.
Ich will AEW-Weltmeister werden. Das ist das Ziel, das ist mein Ziel.
