Es gibt viele Möglichkeiten, seiner Garderobe einen Hauch von Eleganz zu verleihen. Rubine eignen sich nicht nur für besondere Anlässe, sondern können auch im Alltag getragen werden, um jederzeit einen Hauch von Eleganz zu verleihen. Als zarte und attraktive Edelsteine erfordern sie jedoch ein gewisses Know-how bei der Pflege. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen daher einen Einblick in die Welt der Edelsteine geben.
Die Faszination des Rubins
Das Interesse an Rubinen hat eine jahrtausendealte Geschichte. Rubine zählen heute zu den bekanntesten und begehrtesten Edelsteinen weltweit. Trotz der wachsenden Beliebtheit wissen jedoch nur wenige über die Bedeutung, den Nutzen und die Geschichte dieser Natursteine Bescheid. Rubine gehören neben Diamanten, Saphiren und Smaragden zu den bekanntesten Edelsteinen der Welt. Die Möglichkeit, einen kostbaren Edelstein wie den Rubin zu tragen, ist nicht jedem gegeben. Sein hoher Wert resultiert nicht nur aus seinem beeindruckenden Aussehen, sondern auch aus seinen besonderen physikalischen Eigenschaften, die ihm einen hohen Status verleihen.
Was macht den Rubin so einzigartig?
- Farbe: Die typischste und wertvollste Farbe von Rubinen ist Rot, obwohl es auch hellere Töne wie Gelb und Orange gibt.
- Brillanz: Die kristalline Struktur der Rubine verleiht ihnen eine außergewöhnliche Klarheit und Schönheit.
- Beständigkeit: Dank ihrer Dichte und Beständigkeit können Rubine extremen Bedingungen standhalten.
Rubine im Laufe der Geschichte
Rubine sind kostbare Steine, die seit dem Jahr 600 v. Chr. verwendet werden. In der jüdischen Tradition und im mittelalterlichen Europa symbolisieren Rubine große Weisheit, die Wissen und Erfahrung umfasst. Für die Hebräer hat der Rubin eine tiefe emotionale Bedeutung. In anderen Kulturen und Religionen gilt der Rubin als einer der "Steine der Götter" und wird als Verbindung zwischen der göttlichen und der irdischen Welt angesehen.
Besondere Anlässe für Rubine
Es gibt besondere Momente, die durch das Tragen eines Rubins unvergesslich werden können.
- Hochzeiten: Die rote Farbe der Rubine symbolisiert tiefe Liebe, was sie zu einem idealen Begleiter für Ihre Hochzeit macht.
- Erstkommunion: Rubine eignen sich auch hervorragend als Geschenk in Form von Halsketten zur Erstkommunion.
Pflege von Rubinen
Die beste Methode, Ihre Rubine zu pflegen, ist die Reinigung mit einer Mischung aus Wasser und Seife. Dies stellt eine effektive und schonende Pflege sicher, ohne den Stein zu beschädigen. Informieren Sie sich über den Typ des Rubins, den Sie besitzen. Einige Rubine, wie die aus Myanmar, sind empfindlich gegenüber Hitze, während andere ultrasonische Reinigungen vertragen können.
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Rubin-Arten und ihre Herkunft
Weltweit gibt es verschiedene Arten von Rubinen, von denen viele aus Afrika stammen und Farbschattierungen von Rot über Gelb und Orange bis hin zu Blau aufweisen können. Verschiedene natürliche Rubine, die häufig verwendet werden, stammen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Bereits 1941 stellte der schweizer Gemmologe und Mineraloge Eduard Gübelin in seinen Ausführungen zum Thema "Characteristics of Ceylon Rubies" fest, dass die Farbe von Rubinen je nach Herkunft variiert. So sind beispielsweise Rubine aus Ceylon, bzw. Als besonders hochwertig gilt das Rubinrot von Rubinen aus Mosambik, deren intensive Farbe auch ohne Farbkorrektur intensiv und gleichmäßig ist.
Bekannte Rubin-Vorkommen
- Grönland
- Norwegen
- Frankreich
- Polen
- Iserwiese/Tschechien
- Schweiz
- Malawi
- Kenia
- Longido/Tansania
- Madagaskar
- Russland
- Afghanistan
- Pakistan
- Indien
- Nepal
- China
- Sri Lanka
- Burma
- Thailand
- Kambodscha
- Australien
- Neuseeland
- Kolumbien
- USA
Eigenschaften von Rubinen
Rubine sind der Inbegriff der Farbe Rot in der Welt der Mineralien und haben Gmelin zufolge "immer eine rothe Farbe, die bald blasser (Balas), bald höher und fetter (orientalischer Rubin, Karfunkel), bald karmoisinroth, und zuweilen ins veielblaue (orientalischer Amethyst) spielend" ist. Neben reinroten Rubinen kann die Farbe der Steine auch einen Hauch von gelb, grün, braun, violett und blau aufweisen.
Farbgebung durch Chrom
Das farbgebende Element von Rubin ist Chrom, weshalb als Rubin allochromatisches Mineral definiert wird, d.h., die Farbe beruht auf dem Einfluss eines „fremden“ Farbgebers und ist nicht auf die Struktur des Kristalls an sich zurückzuführen. Braunstichige Rubine weisen zudem Spuren von Eisen auf.
Taubenblutrot
Die begehrteste Farbe von Rubin ist das sogenannte Taubenblutrot (engl. Pigeon Blood). Allerdings kommt die Farbe Taubenblutrot nur bei einem Bruchteil aller Rubine von Natur aus. Um den Bedarf nach taubenblutroten Rubinen decken zu können, werden Rubine in Taubenblutrubine gebrannt.
Verwechslungsgefahr und Unterscheidung
Rubine sehen der Farbe wegen zahlreichen anderen roten Mineralien zum Verwechseln ähnlich; vor allem für Laien sind echte Rubine oftmals nur schwer zu erkennen oder von anderen Steinen zu unterscheiden. So sind zum Beispiel Tugtupit, Rubellit, rote Diamanten, Almandin, Fluorit, Spinell, Hyazinth, Pyrop, Turmalin und Topas Mineralien, die ebenfalls von rubinroter Farbe sind, sich aber allein aufgrund der geringeren Mohshärte von echten Rubinen unterschieden lassen.
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Behandlungen zur Farbverbesserung
Nicht alle Rubine entsprechen dem idealen Rubinrot und auch lupenreine Rubine sind eine Rarität. Man nimmt an, dass 95 Prozent aller Rubine, die zu Schmuck verarbeitet werden, farbkorrigiert oder reinheitsverbessert wurden. Die gängigste Methode, Rubine umzufärben und die Farbe gleichmäßig zu bekommen, ist das Brennen. Die Steine werden in Muffelöfen auf 1800 °C erhitzt mit dem Ergebnis, dass störende Farben eliminiert werden. Vor allem braunstichtige Rubine lassen sich durch das Brennen in das begehrte Rubinrot hervorragend umfärben.
Reinheitsoptimierung
Eine andere Möglichkeit, die Reinheit von Rubinen zu optimieren, ist das Auffüllen mit Bleiglas (Bleiglasrubine). Rubine sind oftmals von Rissen durchzogen oder enthalten mit Luft gefüllt Bläschen, die nicht nur die Farbe unrein und ungleichmäßig wirken lassen, auch der Glanz wird gestört. Unter Druck wird deshalb bei Rubinen mitunter flüssiges, heißes Bleiglas in die entsprechenden Hohlräume eingeleitet. Infolge der Füllungen erscheint der Stein homogener in der Farbe, bedingt durch den vergleichbaren Brechungsindex von Rubin und Bleiglas.
Abgrenzung zu anderen Korund-Varietäten
In der Mineralogie werden alle Korund-Mineralien als Rubin definiert, die von roter Farbe sind. Angesichts der Bandbreite von Rottönen ist der Übergang zur Farbe Pink fließend. Blauer Korund entspricht der Definition eines Saphirs. Alle anderen Farben von Korund, die nicht rot und blau sind, werden als Fancy Saphir bezeichnet: schwarz, grau, braun, violett, pink, grün, gelb und orange. Um einen roten Rubin von einem pinken Saphir zu unterscheiden, ist die Hauptfarbe des Minerals ausschlaggebend. Dominiert Rot - bspw. bei einem pinkstichtigen Rubin, handelt es sich um einen Rubin, anderweitig liegt ein Pinker Saphir vor.
Besondere Einschlüsse
In zwei Fällen sind Einschlüsse in Rubinen erwünscht und wirken sogar wertsteigernd wie im Fall von Sternrubinen und Katzenaugen-Rubinen. Sternförmige Reflexe in Mineralien werden als Asterismus bezeichnet. An der Oberfläche des Minerals präsentieren sich überkreuzende Linien, die an einen Stern erinnern. Die Anzahl der Strahlen variiert zwischen vier, sechs, zwölf und 24. Der Asterismus wird auf Rutilnadeln im Kristallgitter zurückgeführt, die parallel zur a-Achse des Kristalls liegen (Näheres siehe Kristallsysteme). Liegen die Rutilnadeln hingegen parallel zu den anderen Kristallachsen, kommt es zur Chatoyance - dem Katzenaugeneffekt: ein streifenartiger Reflex, der den schlitzartigen Pupillen von Katzen ähnelt.
Entstehung und Vorkommen
Rubine sind Mineralien metamorphen Ursprungs, die im Zuge der Gesteinsmetamorphose entstehen. Die Entstehungsbedingungen sind u.a. während der Gebirgsbildung und anderen tektonischen Aktivitäten und der Kontaktmetamorphose (bspw. aus dem Erdinneren aufsteigendes Magma) gegeben. Aufgrund dessen sind insbesondere Schiefer und Marmor als Muttergestein von Rubin zu nennen.
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Verwendung von Rubinen
Rubine sind vor allem begehrte Mineralien in Sammlungen, aber auch in der Lasertechnologie kommen Rubine in Form von Rubinlasern zum Einsatz. Weitaus größere Verwendung finden Rubine als Schmucksteine, die in Ringe, Ohrringe, Ketten, Anhänger und Armbänder eingefasst werden.
Schliffformen
Rubine werden vorrangig mit Facettenschliffen (z.B. Brillantschliff, herzförmig, tropfenförmig, Asscherschliff) versehen, da diese Schliffe die Farbe und Reinheit des roten Edelsteins betonen. Trübe, undurchsichtige Rubine sowie Sternrubine hingegen werden in Glattschliffen (z.B. Ferner werden Rubine als Rohstein zu Schmuck verarbeitet. Der Stein wird entweder gebohrt und als Kette getragen oder aber über eine Krappen-, alternativ Zargenfassung festgehalten.
Rubin als Heilstein
Ebenso hoch ist die Bedeutung von Rubin als Chakrastein/Heilstein. Der Arzt Adam Lonitzer schrieb 1593, dass man dank Rubin "vor bösen forchtsamen Träumen sicher" wäre. Das Magazin für Kaufleute wirbt 1865 mit der Fähigkeit des Rubins, "Traurigkeit und böse Träume zu vertreiben" zu können und laut dem Mineralogen Carl Joseph Steiner war Rubin der Glücksstein mittelalterlicher Ritter, denn dem roten Edelstein wurde folgendes nachgesagt: "schützt den Ritter vor dem Tode und erhielt ihn Treu seiner Geliebten".
Symbolik der Farbe Rot
Dass Rubine mit den Attributen Liebe, Mut, Engerie und Feuer verbunden werden, kann mit der Bedeutung der Farbe Rot in der Farbenpsychologie interpretiert werden.
Berühmte Rubine
Der Edward-Rubin ist der größte, geschliffene Rubin (167 Karat), ausgestellt im British Museum of Natural History in London, gefolgt von Rosser-Reeves-Sternrubin mit einem Gewicht von 138,72 Karat - zu sehen im Smithsonian Institute in Washington/USA. Der bislang größte Rubin mit einem Gewicht von 1734 Karat wurde in Myanmar gefunden. Den Titel des teuersten Rubins der Erde hält der Sunrise Ruby - ein taubenblutroter Rubin mit einem Gewicht von 25,59 Karat, was einem Gewicht von 5,1 Gramm entspricht. Der rote Edelstein ist im Kissenschliff (engl. Cushion Cut) gehalten und in einen Ring eingefasst, wo der Stein beidseitig von zwei weißen Diamanten begleitet wird. Der Sunrise Rubin stammt ursprünglich aus Myanmar und erzielte auf einer Auktion im Mai 2015 einen Wert von 30,42 Mio.
Wertbestimmung von Rubinen
Die Frage, wie viel ein Rubin kostet, lässt sich nicht verallgemeinernd beantworten. Bedingt durch die Tatsache, dass jeder Rubin ein Unikat ist, erfolgt die Ermittlung des Wert individuell. Bei der Betrachtung der o.g. Faktoren wird unter anderem geklärt, ob die Farbe des Steins natürlichen Ursprungs ist, fleckig oder unregelmäßig erscheint, oder ob eine Farbkorrektur- bzw. Intensivierung stattgefunden hat. Gleiches gilt für die Reinheit von Rubinen. Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder anderen Mineralien lassen den Stein trüb wirken und mindern die Leuchtkraft, das Spiel mit dem Licht, was die verschiedenen Rotnuancen zutage bringt.
Schliff und Karatgewicht
Beim Schliff achtet der Gutachter auf harmonische Proportionen und dass der Stein die korrekte Anzahl der Facetten, die für den jeweiligen Schliff üblich sind. Fehlende oder zusätzliche Facetten werden ebenso negativ gewertet wie unsauber oder abgeschnittene Facetten. Weiterhin von Bedeutung ist das Gewicht in Karat. Große Steine sind prinzipiell nicht teurer als kleinere Exemplare, die möglicherweise von naturroter, intensiver Farbe, dem perfekten Schliff und höchster Reinheit sind. Rubine von geringer Qualität werden für ca.
Synthesen, Imitationen und Fälschungen
Genau wie bei anderen Mineralien gibt es auch bei Rubin Synthesen, Imitationen, Fälschungen (z.B. Strass oder Zirkonia) oder Mineralien, die im Namen den Zusatz Rubin tragen, obwohl es sich um ein anderes Mineral handelt. Die erste Rubin-Synthese wurde zu Beginn des 20. Ebenfalls gängig sind Rubin-Dubletten. Auf eine Glasunterlage werden Rubinsplitter aufgebracht, die eingefasst in eine Schmuckfassung den Eindruck erwecken, es läge ein großer Rubin vor.
Irreführende Handelsnamen
Besonders verwirrend sind Mineralien, die im Namen das Wort tragen - in Fachkreisen werden irreführende Namen als Handelsnamen bezeichnet. Hinter dem scheinbaren Rubin steht in Wirklichkeit ein anderes Mineral, dessen Wert durch den Begriff erhöht werden soll.
Echtheitsprüfung von Rubinen
Die Echtheit von Rubinen bestimmen in der Regel Edelsteingutachter oder gemmologische Labore, die mittels Spektrometer die chemischen "Bausteine" von Mineralien identifizieren können und Aufschluss über die Echtheit bringen. Rubine sind nicht in Säuren löslich. Außerdem zeichnen sich Rubine durch einen ausgeprägten Pleochroismus aus, der in intensivem Rot bis gelbrot erscheint.
Methoden zur Echtheitsprüfung
Die Echtheit eines Rubins zu bestimmen, erfordert oft das Fachwissen von Gemmologen und den Einsatz spezieller Ausrüstung. Dennoch gibt es einige Schritte, die Sie selbst durchführen können, um die Echtheit eines Rubins vorläufig zu überprüfen. Beachten Sie jedoch, dass diese Methoden keine endgültige Gewissheit bieten und es immer ratsam ist, den Stein von einem Fachmann prüfen zu lassen.
- Beurteilung der Farbe: Rubine zeichnen sich durch ihre leuchtend rote Farbe aus. Achten Sie darauf, dass die Farbe gleichmäßig und satt ist. Natürliche Rubine zeigen oft subtile Farbnuancen, die als „Blüten“ bezeichnet werden.
- Betrachtung der Einschlüsse: Rubine enthalten normalerweise Einschlüsse, die als „Garten“ bezeichnet werden. Diese Einschlüsse können Risse, natürliche Mineralien oder gasgefüllte Hohlräume sein.
- Prüfung der Härte: Rubine haben eine Härte von 9 auf der Mohs-Skala, was bedeutet, dass sie sehr widerstandsfähig gegen Kratzer sind.
- Beleuchtungstests: Betrachten Sie den Rubin unter verschiedenen Lichtbedingungen. Natürliche Rubine zeigen oft eine gewisse Transparenz und einen leichten Glanz.
- Wärmeleitfähigkeitstest: Ein weiterer Test, der durchgeführt werden kann, ist der Wärmeleitfähigkeitstest. Berühren Sie den Rubin vorsichtig mit einem beheizten Metallstab und bringen Sie ihn in Kontakt mit der Rückseite des Steins. Ein echter Rubin leitet die Wärme schnell und gleichmäßig ab.
Professionelle Echtheitsprüfung
Gemmologische Institute und Fachleute verwenden eine Vielzahl von fortgeschrittenen Tests und Instrumenten, um die Echtheit von Rubinen zu überprüfen. Dazu gehören spektroskopische Analysen, Röntgenuntersuchungen, Mikroskopie und andere physikalische Messungen. Diese Techniken können die chemische Zusammensetzung, Behandlungen, Einschlüsse und andere Merkmale des Steins genau bestimmen.
Preisspanne von Rubinen
Die Preise für Rubine variieren je nach Qualität, Größe und Herkunft. Kleinere Rubine mit minderer Qualität können bereits ab einigen hundert Dollar erhältlich sein, während hochwertige Rubine von beträchtlicher Größe und außergewöhnlicher Farbe Preise im Bereich von mehreren zehntausend Euro pro Karat erreichen können.
Edelsteine als Wertanlage
Farbige Edelsteine sind eine exzellente Alternative zu Diamanten, da sie Ihrem Schmuck Lebendigkeit und Charakter verleihen. Viele Faktoren beeinflussen den Wert eines Edelsteins. Unter allen Edelsteinen gibt es eine Handvoll Steine, die zu astronomischen Preisen verkauft werden und sich deshalb in den vergangenen Jahren auch einen Namen als Wertanlage gemacht haben: Diamant, Tansanit, Saphir, Smaragd und Rubin.
Bewertungssysteme für Rubine
Um ein möglichst neutrales Urteil über die Qualität eines einzelnen Rubins zu fällen, werden analog zu den Qualitatskriterien von Diamanten - den 4C - bestimmte Merkmale eingehend unter die Lupe genommen. Für farbige Edelsteine existiert bislang kein weltweit vergleichbares System. In Anlehnung an die 4C von Diamanten erfolgt die Begutachtung aller anderen Edelsteine und Mineralien weitestgehend nach dem gleichen Grundprinzip. Als besonders praktikabel hat sich in den vergangenen Jahren das A-AA-AAA-System etabliert - auch wenn dieses nicht normiert ist.
Die 4C und die Herkunft
In Hinblick auf den Preis von Rubin werden die Kriterien der 4C aufgegriffen, teilweise ergänzt um die Frage der Herkunft.
Rubin als roter Edelstein
Rubine zählen unter allen roten Edelsteinen vermutlich zu den bekanntesten. Dass der Name Rubin mit der Farbe Rot derart häufig in Verbindung gebracht wird, ist nicht zuletzt dem Namensursprung zu verdanken - Rubin wird aus dem Lateinischen mit roter Stein übersetzt.
Taubenblutrubin und Schönheitsbehandlungen
Am begehrtesten und als besonders kostbar gelten Rubine mit der Farbbezeichnung Pigeon Blood Ruby - Taubenblutrubin: Ein Rot, das sich mit einem Hauch von Blau präsentiert. Um aber auch Rubine, der Farbqualität nicht dem Ideal entspricht, verkaufen zu können, wird die rote Korund-Varietät mitunter einer Schönheitsbehandlung unterzogen, um das Rot in dem gewünschten Farbton erstrahlen zu lassen. Nur die wenigsten Rubine sind unbehandelt. Schätzungsweise 80 Prozent aller Rubine, die zu Schmuck verarbeitet werden, sind farbbehandelt.
Brennen zur Farbkorrektur
Ein Verfahren, das seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, ist das Brennen, mit dem nicht nur die Farbe von zahlreichen Mineralien korrigiert, sondern auch gänzlich geändert werden kann. Die Brenntemperatur ist individuell; im Fall von Rubin werden die roten Edelsteine auf eine Temperatur von 1.800 °C erhitzt. Infolge der Hitzezufuhr oxidiert das farbgebende Chrom und intensiviert den Rotton.
Reinheit und Einschlüsse
Lupenreine Rubine, bei denen selbst unter 20-facher Vergrößerung mit der Lupe Einschlüsse und anderweitige Makel nur schwer zu erkennen sind, sind eine Rarität. Aufgrund der Entstehung sind in den Kristallen häufig andere Mineralien eingeschlossen, wie bspw. Rutil, aber auch mit Gasen und Flüssigkeiten gefüllte Hohlräume beeinträchtigen die Transparenz. Die Steine wirken trüb oder milchig.
Größe, Gewicht und Schliff
Die Fragen „Wie teuer ist ein Rubin? Oder „Was kostet ein Rubin?“ ist zudem von der Größe bzw. dem Gewichts des Steins abhängig. Große Rubine mit einem Gewicht von mehr als zwei Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) sind vergleichsweise selten. Hinzu kommt, dass beim Schleifen der wertvollen Steine ein nicht unerheblicher Teil des Gewichts verloren geht.
Schliffformen und ihre Bewertung
Beachtliche Unterschiede gibt es zudem beim Schliff - sowohl was die Formenvielfalt als auch die Bewertung der Schleifqualität betrifft, die sich wiederum im Preis wiederfinden. So ist der glatt gearbeitete, simple Cabochonschliff ein recht günstiger Schliff. Der Schliff verzichtet auf Facetten und wird vorzugsweise bei undurchsichtigen, trüben Rubinen angewendet. Dem gegenüber stehen Facettenschliffe (z.B. Ovalschliff, Rundschliff, Tropfenschliff, Marquiseschliff/Navette oder Herzschliff), deren Zeit- und Arbeitsaufwand bedeutend höher ist und für die hauptsächlich kristallklare Rubine zum Einsatz kommen.
Einfluss der Weltpolitik und Sanktionen
Die weltpolitische Lage, Sanktionen und die naturgegebene Verfügbarkeit wirken sich zusätzlich auf den Preis von Rubinen aus. So dürfen derzeit auf Beschluss der EU (zuletzt in der Fassung vom 25. April 2025) keine Rubine und andere Edelsteine aus Myanmar (Burma) in die EU, das Vereinigte Königreich sowie in die USA importiert werden, da 2021 ein Handelsverbot gegen verschiedene Güter aus Myanmar als Folge des Militärputsches im Jahr 2021 verhängt wurde.
Rubine aus Myanmar als "Blut-Edelsteine"
Seit dem Militärputsch steht Myanmar unter der militärischen Kontrolle der Tatmadaw. Zwangsarbeit, Umweltzerstörung und fehlende Transparenz im Edelsteinhandel stehen auf der Tagesordnung. Zudem fließen die Einnahmen aus dem Rubinhandel zu großen Teilen in militärnahe Unternehmen, weshalb die Edelsteine aus Myanmar seitdem als „Blut-Edelsteine“ eingestuft wurden, der Export aus Myanmar von den USA, dem United Kingdom und der EU mit Sanktionen belegt wurde.
Mosambik als neuer Hot Spot
Mosambik und hier vor allem die Region Montepuez wurde seit den späten 2000er Jahren zum neuen Hot Spot des internationalen Rubinhandels. Mit der Entdeckung vielversprechender und hochkarätiger Vorkommen und Rubinen in intensiven, warmen Rotnuancen stieg der Wert von Rubinen aus Mosambik schnell an, sodass sich Mosambik binnen kurzer Zeit zum größten Rubinexporteur der Welt entwickelte.
Zusammenfassung
Rubine sind faszinierende Edelsteine mit einer reichen Geschichte und vielfältigen Eigenschaften. Ihre Echtheit zu bestimmen erfordert Fachkenntnisse und spezielle Ausrüstung, aber das Wissen um ihre Merkmale und die verschiedenen Methoden der Echtheitsprüfung kann Ihnen helfen, fundierte Entscheidungen beim Kauf zu treffen.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Farbe | Variiert von blassrot bis dunkelrot, begehrteste Farbe ist Taubenblutrot |
| Reinheit | Einschlüsse sind häufig, lupenreine Rubine sind selten |
| Schliff | Facetten- und Glattschliffe, wobei Facettenschliffe die Brillanz betonen |
| Herkunft | Myanmar, Mosambik, Sri Lanka und andere |
| Behandlungen | Häufige Farb- und Reinheitsverbesserungen durch Brennen oder Bleiglasfüllung |
