Rizin MMA Japan Geschichte

Rizin Fighting Federation (Rizin FF) zählt zu den aktuell am stärksten wachsenden MMA Promotions weltweit. Innerhalb nur eines Jahres wurde Rizin FF zur zweitgrößten MMA-Promotion Asiens, hinter ONE Championship. Rizin profitierte dabei von bekannten MMA-Kämpfern, jungen Talenten, guten TV-Verträgen, vielen Zusammenarbeiten und einigen Adaptionen von Pride Fighting Championship.

Wichtige Kämpfer und Ereignisse

Nun hat Rizin FF die Verpflichtung von zwei weiteren sehr bekannten MMA-Kämpfern bekannt gegeben: Shane Carwin und Tatsuya Kawajiri. Shane Carwin (12-2) wurde vor allem durch seinen Kampf gegen den damaligen UFC Heavyweight Champion Brock Lesnar (6-3) bekannt, welchen er jedoch verlor. Carwin hatte seine Karriere mit 12 Siegen in Serie gestartet und konnte dabei unter anderem Gabriel Gonzaga (17-11) und Frank Mir (18-11) besiegen.

Danach folgte jedoch die erfolglose Titel Challenge gegen Brock Lesnar und eine weitere Niederlage gegen Junior Dos Santos (18-4), bevor er wegen verschiedener Verletzungen im Jahr 2012 seine Karriere beendete. Rizin FF hat nun bekanntgegeben, dass sie Shane Carwin verpflichten konnten. Er soll sein Debüt für die japanische Promotion am 29. Dezember 2016 geben und damit einen noch freien Platz im Rizin Openweight Grand Prix füllen, an dem unter anderem auch Mirko Filipovic und Wanderlei Silva teilnehmen.

Bisher wurde noch kein Gegner für Carwin bekanntgegeben. Zuvor hatte es bereits durch einen Tweet von Shane Carwin ausgelöste Gerüchte gegeben, dass Carwin bei Rizin FF gegen Fedor Emelianenko (36-4, 1 NC) antreten könnte. Da Emelianenko nicht am Rizin Openweight Grand Prix teilnimmt, scheint sich dieses Gerücht nun wohl als falsch herausgestellt zu haben.

Auch der japanische MMA Veteran Tatsuya Kawajiri (35-10-2) hat einen Vertrag bei Rizin FF unterschrieben. Seit seinem MMA-Debüt im Jahr 2000 hat Kawajiri mit Shooto, Pride FC, Dream und K1 für jede große japanische MMA Promotion gekämpft und nun wird er in sein Heimatland Japan zurückkehren und auch Rizin FF zu dieser Liste hinzufügen. Tatsuya Kawajiri hatte zuletzt für die Ultimate Fighting Championship (UFC) gekämpft und die Promotion nach seiner Niederlage gegen Cub Swanson (23-7) im August auf eigenen Wunsch verlassen. Bisher wurde noch keine Ansetzung für Kawajiri bekannt gegeben, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass er entweder am 29. Dezember oder am 31. Dezember sein Rizin-Debüt gibt.

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Die japanische Promotion Rizin FF ist bekannt dafür, Athleten aus verschiedenen Sportarten für einen MMA Kampf unter ihrem Banner zu gewinnen. Am Montag gab die Promotion ihren nächsten großen Fang bekannt: Die Ringerlegende Miyu Yamamoto wird bei dem Event am 25. September in der Saitama Super Arena ihr MMA Debüt geben.

Die mittlerweile 41-jährige Yamamoto konnte in ihrer Karriere drei Weltmeisterschaften im Freistilringen gewinnen, darunter den Weltmeistertitel im Jahr 1991, den sie im Alter von 17 Jahren gewann. Schon ihr Vater Ikuei Yamamoto erlangte in Japan durch seine Teilnahme bei Olympischen Sommerspielen 1972 Berühmtheit und auch ihre Schwester Seiko Yamamoto wurde von 1999 bis 2002 vier Mal in Folge Weltmeisterin im Freistilringen.

In der Vergangenheit hatte sie bereits einen kurzen Ausflug in den Pro Wrestling Sport gemacht. So war sie 1994 Teil des Big Egg Wrestling Universe Events, das mit 32.500 Zuschauern im Tokyo Dome das bis heute größte reine Frauenevent im Pro Wrestling ist. Dort bestritt sie einen Amateur Wrestling Kampf gegen Ana Gomez, den sie nach Punkten für sich entscheiden konnte.

Verbindungen in den MMA Sport hat sie durch ihren Ex-Mann und Pride Veteran Enson Inoue (12-8) sowie ihren jüngeren Bruder und UFC Fighter Norifumi „Kid“ Yamamoto (18-6, 2NC), der vor einigen Jahren zu den größten Stars der japanischen MMA Szene gehörte.

In den vergangenen Jahren hatte sie für ein Comeback im Ringen trainiert. So hatte sie versucht, sich 2012 für das olympische Ringerteam Japans zu qualifizieren und scheiterte dabei genau so wie in diesem Jahr, sich für die kanadische Olympiamannschaft zu qualifizieren. Darüber hinaus gab die Promotion bekannt, dass auch ihr Sohn Asen Yamamoto (0-1) bei der Show sein Comeback feiern wird. Damit wären Miyu und Asen das vermutlich erste Mutter-Sohn-Paar, das bei demselben MMA Event einen Kampf bestreitet. Asen Yamamoto verlor sein MMA Debüt bei der New Year’s Eve Show von Rizin gegen Kron Gracie (2-0).

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Weitere Entwicklungen im japanischen Kampfsport

Tenshin Nasukawa ist mit 20 Jahren die neue japanische Sensation im Kampfsport. o. 4 Kämpfer auf professionellem Niveau in MMA, 4 Siege, 2 durch K. o. Die Zahlen sprechen für sich. Der 20-jährige Japaner ist beeindruckend, sowohl durch seinen Stil, als auch durch seine Effizienz im Ring.

Nasukawa ist Meister im Fliegengewicht im Kickboxen bei der japanischen Rizin Fighting Federation, die von Nobuyuki Sakakibara gegründet wurde, dem ehemaligen Präsidenten von Pride. 2016 wurde er weltbekannt, als er zur Überraschung aller Wanchalong, den ehemaligen IBF-Champion im Boxen und Sieger im Lumpinee-Stadion besiegte, beim wichtigsten Muay-Thai-Wettkampf der Welt. Sein Sieg wurde von der Internetseite Combatpress.com zum K. o. des Jahres ernannt.

Nasukawa kämpft schon seit seiner Kindheit. Mit 105 Amateurkämpfen (davon nur 5 Niederlagen) und bereits 27 Kämpfen im Kickboxen auf professionellem Level mit 20 Jahren ist seine Kampfbilanz beeindruckend. Er begann bereits mit 16, auf Profi-Niveau anzutreten. Ein junges Talent, das schnell zum MMA übergegangen ist.

Wenn der werdende Star weiter einen Sieg nach dem anderen im Kickboxen erringt, will er ein umfassenderes Training anfangen, um in der MMA zu kämpfen. Mit zwei Finishs durch K. o. und einer Unterwerfung läuft der Übergang ausgezeichnet und es wird ihm nicht an Gelegenheiten mangeln, dies weiterzuverfolgen, denn die Rizin organisiert Kämpfe, bei denen Kickboxen und MMA gemischt werden.

Nasukawa wird am 30. September gegen Kyoji Horiguchi im Kickboxen antreten. Auch wenn dieser Kampf nicht den Regeln der MMA entsprechend organisiert ist, wird er es ihm ermöglichen, gegen einen der besten Kämpfer im Fliegengewicht der Welt antreten. Es handelt sich um den ehemaligen Herausforderer von Demetrious Johnson bei der UFC, der eine solide Kampfbilanz mit 7 Siegen in 8 Kämpfen in der renommiertesten Freikampf-Organisation vorzuweisen hat.

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Bei Tattoos hat Japan immer noch eine sehr veraltete Einstellung. So wird tätowierten Menschen weiterhin in vielen Onsen und Bädern der Zutritt verweigert. Das hindert allerdings Menschen nicht daran, sich tätowieren zu lassen. Für einen Boxer hatte die Körperkunst nun Folgen.

Kazuto Ioka war Teil der Box-Kämpfe, die jährlich zum Neujahr stattfinden. Der Sportler musste dabei im Superfliegengewicht der World Boxing Organization gegen Kosei Tanaka antreten. Das Match wurde als der Kampf des Jahres angepriesen und das zurecht.

Die beiden Boxer lieferten sich einen harten Kampf, bevor Ikoka in der achten Runde Tanaka fast K.O schlug und gewann. Der Kampf wurde allerdings von einer Kontroverse überschattet, mit der wohl niemand gerechnet hat.

Ioka hat an seinem Körper mehrere Tattoos, was an sich nicht ungewöhnlich zu sein scheint, denn Boxer haben oft Tattoos. Im Fall der Japan Boxing Commission (JBC) ist es jedoch ein Problem. Das Regelwerk sagt unter Artikel 86, dass Personen mit einem Stil, der Zuschauer sich unwohl fühlen lässt, nicht an Kämpfen teilnehmen dürfen.

Tatsächlich werden darunter auch Tattoos als Stil gelistet, der angeblich dem Publikum zusetzen würde. Es sei dazu noch gesagt, dass diese Regelung nur auf japanischer Boxer zutrifft und Sportler aus dem Ausland sich nicht dran halten müssen, was auch bei vielen schwierig werden könnte.

Es wird dazu noch komplizierter. Die MMA-Organisation Rizin verbietet Tattoos nämlich nicht direkt. Allerdings übertragen sie bei der Veranstaltung zum Neujahr keine Kämpfe mit tätowierten Kämpfer im Fernsehen.

Um also ein Kampfverbot und die Streichung aus dem Fernsehprogramm zu verhindern, sind die betroffenen Boxer gezwungen ihre Tattoos zu verstecken. Auch Ioka musste seinen Körperschmuck verschwinden zu lassen. Er nutzte dafür spezielle Schminke. Allerdings löste das sich mit der Zeit im Kampf auf und seine Tattoos waren am Ende deutlich zu sehen.

Während das Publikum sich nur wenig empört zeigte, untersuchte die JBC den Fall als einen Regelverstoß. Ironischerweise wurde Ioka kurz davor noch als Boxer des Jahres nominiert und der Kampf zum Neujahr als Kampf des Jahres nominiert. Am Freitag erhielt Ioka wegen dem Zeigen der Tattoos eine strenge Verwarnung, was die niedrigste mögliche Strafe ist. Wirklich freuen kann sich der Sportler darüber vermutlich nicht.

Die Ursprünge der MMA

Mixed Martial Arts (auch MMA -gemischte Kampkunst Arten) - Kampfsport, der eine Kombination aus vielen Techniken, Schulen und Stilrichtungen der Kampfkünste ist. MMA besteht aus einer Vielzahl von Richtungen, die es Kampfsportler ermöglichen, den Gegner auf verschiedene Weise zu besiegen. Es beinhaltet:

  • Karate
  • Kickboxen
  • Jiu-Jitsu
  • Boxen
  • Thaiboxen (Muay Thai)
  • Ringen
  • Grappling

Die besten MMA-Kämpfer haben grundsätzlich die gleichen Fähigkeiten in allen Komponenten des Kampfes, kämpfen gegen einen Gegner im Stehen oder liegend auf dem Boden, je nach Verlauf der Ereignisse im Achteck.

Die Antike und Brasilianisches Jiu-Jitsu

Die erste Erwähnung von Kämpfen im gemischten Stil stammt aus dem Jahr 648 v. Damals traten die Griechen während der antiken Olympischen Spiele in Pankration-Kämpfen an, die eine Mischung aus Wrestling und Faustschlägen waren. Die Männer durften beim Pankration schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers als Waffe verwenden. Außerdem war es ihnen gestattet zu ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Von Beginn an gab es sportliche Regeln - minimale, aber es gab sie.

Später wurde aus Pankration das etruskische und römische „Pankratium“. Das waren heftige Kämpfe, die sogar im Kolosseum ausgetragen wurden. Statuen der besten Kämpfer dieses Stils wurden in vielen Städten des Römischen Reiches öffentlich ausgestellt. Nach dem Fall des Imperiums wurde der gemischte Stil in die Kampfkünste vieler Länder aufgenommen.

Die weitere Geschichte der Mixed Martial Arts beginnt mit der legendären Familie Gracie. Anfang des 20. Jahrhunderts kam Mitsuyo Maeda, ein Judo-Meister aus Japan, nach Brasilien, berühmt für seine Fähigkeit, am Boden zu ringen. Er war es, der die Kinder seines Freundes Gastan Gracie unterrichtete und damit den Grundstein für brasilianisches Jiu-Jitsu legte. Vielleicht waren es die Kämpfe zwischen Kämpfern aus aller Welt mit den Meistern des Brazilian Jiu-Jitsu (Abk. BJJ), die die Menschen dazu inspirierten, einen so spektakulären Sport wie Mixed Martial Arts zu schaffen.

Bruce Lee und die japanische Entwicklung

In den späten 60-er Jahren wurde das Konzept, Elemente verschiedener Kampfkünste zu kombinieren, von Bruce Lee populär gemacht. Die von Bruce Lee entwickelte Philosophie hieß Jeet Kune Do. Eines ihrer Hauptprinzipien war die Fähigkeit eines Kämpfers sich erfolgreich an jeden Stil anzupassen. Lees Lehren und insbesondere seine Filme haben MMA derart beeinflusst, dass UFC-Präsident Dana White den Lee 2004 „den Vater des MMA“ nannte. Anzumerken ist auch, dass es in Japan neben Jeet Kune Do bereits aus der Antike gemischte Kampfkünste wie Kaju Kembo und Goju Ryu Karate gab.

Der japanische Profi-Wrestler Kanji „Antonio“ Inoki organisierte in den 1970-er Jahren eine Reihe von Mixed-Rules-Kämpfen. Sogar der berühmteste amerikanische Boxer Muhammad Ali traf am 26. Juni 1976 auf den japanischen Meister. Die endgültige Gründung von MMA fand in den 90er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts statt. Moderne gemischte Kampfkünste wurden in Brasilien, Japan und den USA gegründet, wo die ersten MMA-Organisationen auftauchten.

In den späten neunziger Jahren erschien in Japan eine Organisation mit dem Namen Pride Fighting Championship, die später zu einer der größten MMA-Organisationen wurde. Im Jahr 2006 weigerte sich ein großer Fernsehsender, Pride-Turniere zu übertragen und kündigte den Vertrag mit der Promotion. Und bereits 2007 wurde das Unternehmen nach inoffiziellen Angaben für 70 Millionen Dollar an die Muttergesellschaft ihres Hauptkonkurrenten UFC verkauft.

Die USA als führendes Land in der Entwicklung des MMA

Der Begriff „Mixed Martial Arts“ wurde 1995 von Rick Blume, Präsident von Battlecade, einer der frühen MMA-Organisationen, geprägt und fand in der Folge auch in nicht englischsprachigen Ländern stetige Verwendung. Die blitzschnelle Popularisierung von MMA erfolgte in den Vereinigten Staaten von Amerika, als 1993 (in der Stadt Denver) zum ersten Mal die UFC - Ultimate Fighting Championship organisiert wurde.

Das erste von der UFC organisierte Turnier, bei dem Boxer gegen Wrestler oder Karate Meister gegen Brazilian Jiu Jitsu Kämpfer antraten, war ursprünglich als Show konzipiert. Diese Kämpfe stießen beim Publikum auf großes Interesse, und die Organisatoren sahen neue Möglichkeiten in der Kombination verschiedener Kampfkünste - Nahkampf, Box- und Wrestling-Arten. Die UFC begann ihr Tätigkeitsfeld aktiv auszuweiten und trat auf fast allen Kontinenten auf. Führend in der Durchführung und Förderung gemischter Kampfsportarten in der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika, die seit einigen Jahren eine führende Position in der Rangliste einnehmen.

Andere moderne MMA Promotion

Es gibt natürlich auch andere Promotion, die MMA-Kämpfe organisieren. Unter anderem:

  • American Bellator, PFL
  • Singapur League ONE Championship
  • Asiatische Förderung Rizin FF
  • Chinesischer Kunlun-Kampf
  • Polnisches KSW
  • Londoner Organisation Cage Warriors
  • Russische Organisationen ACA und Fight Nights

Auch in Deutschland können sich die Fans über MMA- Galas freuen: GMC, NFC, We love MMA, Respect Fighting Championship oder Fair FC- biete regelmäßig MMA Veranstaltungen an. Eines der ersten europäischen Länder, in denen dieser Sport, in der Nachkriegszeit auftauchte, war 1980 Holland (unter dem Namen Free Fight). Zehn Jahre später begann sich der MMA-Sport auch in Deutschland so langsam, ebenfalls unter dem Namen Free Fight, zu etablieren.

Berühmte MMA-Kämpfer

Hier eine Liste berühmter MMA-Kämpfer:

  • Anderson Silva
  • Jonathan Dwight Jones (Jon Jones)
  • Chabib Abdulmanapowitsch Nurmagomedow (Khabib Nurmagomedov)
  • Fedor Vladimirovich Emelianenko
  • Demetrious Khrisna Johnson („Mighty Mouse“)
  • Matt Hughes
  • Charles David „Chuck“ Liddell
  • Jay Dee „B.J.“ Penn
  • Conor Anthony McGregor
  • Georges St-Pierre