Der Kickboxer: Handlung, Versionen und Vermächtnis eines Martial-Arts-Klassikers

Der Film "Kickboxer" hat im Laufe der Jahre verschiedene Fassungen und Remakes erlebt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Versionen des Films, die Handlung, die Darsteller und die Gründe, warum dieser Film auch heute noch relevant ist.

Verschiedene Fassungen des Films

Eine Frage, die sich viele Fans stellen, ist, wo man eine tatsächlich ungeschnittene Fassung des Films bekommen kann, die weder in den Gewaltszenen noch in den restlichen Szenen irgendwie gekürzt ist. Soweit man das überblicken kann, hat man die R-Rated Fassung, falls man keine 16er Fassung hat. Da sind jedenfalls keine Gewaltschnitte drin.

Hier nochmal genauer:

  • FSK 16 Fassung: Diese Fassung läuft zwar länger als die R-Rated und hat mehr Handlungsszenen, jedoch wurde diese an Gewaltszenen zensiert.
  • R-Rated Fassung: Cannon Film Distributors in den USA bekam dann später eine um etwas Handlung gestraffte Version. Diese haben zwar die Gewalt beibehalten, möglicherweise aber ein paar Nacktszenen zensiert, um das R-Rating zu gewährleisten.

Verglichen wurde die FSK 16 mit der R-Rated (FSK KJ) Version. Beide enthalten in der 2 Disc Edition von Splendid Film. Masterfehler unter 0,5 sec wurden nicht berücksichtigt.

Grund hierfür ist, dass manche Rechteinhaber den Film vom Produzenten früher angeboten bekamen, und zwar bevor er offiziell gehandelt wurde. Die Produzenten brauchten offensichtlich Geld um den Film überhaupt auf den Marktplätzen wie Cannes anbieten zu können. So haben wir in Deutschland eine Fassung, die noch vor dem letzten Feinschliff entstanden ist. Die Gewaltzensuren wurden dann aber vom deutschen Verleiher vorgenommen, um eine FSK 16-Freigabe zu garantieren. Auf der selben Früh-Fassung basiert auch die alte UK-Version. Diese wurde jedoch, genau wie die dt. Version, zusätzlich zensiert.

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Handlung des Films

Eric und Kurt Sloane sind zwei begeisterte Martial-Arts-Kämpfer. Nachdem Erich einen Wettbewerb gewonnen hat, möchte er seine Fähigkeiten noch erweitern und reist dafür nach Bangkok. Dort will er in einem Kampf gegen Master Tong Po unsterblich werden (und nebenbei 400.000 Dollar kassieren). Da die dortigen Kämpfe ohne Limit ausgefochten werden, der Tod also einkalkuliert wird, ist Kurt, der Bruder Eric trainiert, dagegen. Zu Recht, wie sich herausstellen soll. Denn im Ring verliert Eric und Tong Po bricht ihm das Genick.

Kurt macht sich deshalb auf nach Fernost, um den Tod des Bruders zu rächen. Das Vorhaben scheitert jedoch und er landet bei den örtlichen Behörden. Hätte er dort nicht in Person der Polizistin Liu eine Verbündete (und bald Geliebte), würde er wohl in einem dortigen Verlies verrotten. So aber landet Kurt bei Master Durand, dem gleichen Trainer, der auch Eric das Muay Thai lehrte.

Das Remake "Kickboxer - Die Vergeltung"

Nun also kommt mit Kickboxer - Die Vergeltung ein Remake des ersten Teils, der hierzulande Karate Tiger 3 - Der Kickboxer hieß. So weit, so unklar. Macht aber auch nichts, denn die Filme hatten jeweils ohnehin nicht viel miteinander zu tun. Glücklicherweise sind auch die 80er endlich vorbei und man lädt Martial-Arts-Filme nicht mit plakativ-rassistischer Ideologie auf. Nichts anderes war Karate Tiger 3 - Der Kickboxer seinerzeit, indem er den guten Weißen gegen den bösen Asiaten auftreten ließ und ihn zum Übermenschen stilisierte.

Wenngleich das Grundgerüst in Kickboxer - Die Vergeltung nicht sonderlich anders ist, so vermeidet er dennoch die gesellschaftspolitische Aussage und beschränkt sich weitgehend auf die Kampfakte und eine eingebaute Beziehungskiste. Dass Van Damme nun den “altersweisen” Mentor und nicht den hitzigen Prügler geben darf, steht ihm besser zu Gesicht als seine damalige Rolle - zumal er immer noch gut in Form zu sein scheint. Man muss den belgischen Haudrauf-Export nicht zwingend mögen, kann ihm aber attestieren, dass er im Alter zunehmend ein bisschen Selbstironie in seine Rollen einfließen lässt - und das hat auch Stallone und Schwarzenegger nicht geschadet.

An seiner Seite geben sich aktuelle und ehemalige Kampfchampions unterschiedlicher Martial-Arts-Stile die Klinke in die Hand und sorgen für ein möglichst authentisches Actiongelage. Tatsächlich wurden die Fights sorgsam choreografiert und von den Akteuren selbst ausgeführt. Die Stuntmen sind hier ausnahmsweise die Darsteller selbst. Auch die Akkuranz bei den Kampfarten selbst ist bedeutend besser. Und so ist, sorry liebe Fans des Originals, das Remake der bessere Film.

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Denn bei aller romantischen Verklärung für die Action-Heroen der Vergangenheit: Karate Tiger 3 - Der Kickboxer war inhaltlich schwach, schauspielerisch mies, nicht sonderlich gut getimt und, wie erwähnt, ideologisch höchst fragwürdig. Jetzt sollte man von Kickboxer - Die Vergeltung kein filmisches Meisterwerk erwarten. Auch hier sind die Darsteller mehr Sportler als echte Akteure. Alain Moussi (Wolves - Die letzten ihrer Art), der sowohl im Kickboxing als auch im Jiu-Jitsu erfahren ist, war bisher hauptsächlich als Stuntdouble für Hugh Jackman, Travis Fimmel oder Jay Courtney unterwegs und schlägt sich als Protagonist wacker.

Ganz im Gegensatz zu Darren Shahlavi, dessen kurze Rolle von Bruder Eric ziemlich unsympathisch rüberkommt. Traurig indes, dass der ausgebildete Kämpfer und frühere Bodyguard von Patrick Stewart oder Bruce Willis Anfang 2015 an einer Herzattacke verstarb. Dave Bautista, der zuletzt gezeigt hat, dass er tatsächlich schauspielern kann, bleibt etwas reduziert als Tong Po und Van Damme selbst scheint seine Einstellung von 1989 mittlerweile peinlich zu sein, wenn er weder Eric noch Kurt in den Kampf schicken möchte, sondern “nur” den ehrenvollen Trainer gibt. Diese Ideologie steht ihm weitaus besser - ganz im Gegensatz zur peinlichen Heino-Gedächtnis-Sonnenbrille.

Die Bösen sind hier übrigens nicht ganz so schwarz-weiß gemalt und eher bei den Kampfpromotern und der korrupten Polizei zu suchen. Abgesehen vom Story-Hintergrund und den Darstellern bleibt bei Kickboxer - Die Vergeltung natürlich noch die Action. Während die ersten 30 Minuten nur vereinzelte Kampfszenen zu bieten haben, darf man bei Minute 29 einer durchaus eindrucksvollen und groß angelegten Sequenz auf den Straßen Thailands beiwohnen. Die ist bisweilen balettartig choreografiert und kunstvoll inszeniert - sieht man mal von den sichtbar unechten Dickhäutern ab, auf denen sich die Jungs prügeln.

Nicht ganz überzeugend geraten jene Momente, in denen sich die eigentlich bereits gut austrainierten Darsteller aufgrund ihrer Rolle selbst bremsen müssen. Diesen Szenen sieht man an, dass sich der Unterlegene in sein Schicksal ergibt und praktisch nicht zur Wehr setzt. Viel besser dann beispielsweise Bewegungen und Abläufe während Kurts neuerlichen Besuchs in Pos Schule (ab 50’30). Da hier auch unterschiedliche Kampfstile gezeigt werden, ist für Abwechslung und Spaß gesorgt. Auch die Trainingssequenzen zwischen Kurt und Durand geraten unterhaltsam - vor allem, weil Van Damme mehr als einmal wirklich witzig ist (selbst wenn er sich auf der Schubkarre hat doublen lassen). Da lässt es sich auch verzeihen, dass die Liebesgeschichte völlig unterbelichtet und unerklärt bleibt.

Technische Aspekte des Remakes

Abgesehen von einem sichtbaren Korn eröffnet das Bild von Kickboxer - Die Vergeltung mit epischen Aufnahmen der fernöstlichen Szenerie und ist auch ansprechend scharf. Grade Nahaufnahmen stechen hier hervor. Im Inneren der Kampfschule Pos allerdings verflachen die Kontraste drastisch und das Geschehen wirkt trübe und milchig. Besser als das etwas unausgewogene Bild macht es der Ton von Kickboxer - Die Vergeltung: Vor allem der Filmscore wird über eine sehr breite Bühne transportiert, welche die fernöstlichen Klänge und die oft percussiven Elemente griffig im Heimkino platziert. Die Dialoge fallen dagegen kaum ab und sind in beiden Sprachfassungen homogen eingebettet. Faustschläge, Fußtritte und andere Kampfhandlungen gelangen bisweilen wuchtig zum Zuschauer. Der bei Minute 32 einsetzende Regen klingt allerdings zunächst ziemlich künstlich.

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Im sechseinhalbminütigen Behind the Scenes kommen die Darsteller und Produzenten ein wenig zu Wort und schilder, dass der Realismus an oberster Stelle stand und wie glücklich alle darüber sind, Jean-Claude van Damme mit an Bord bekommen zu haben. Zeitgemäße Neuverfilmung eines 80er-Jahre-Prügelfilms, der vielleicht etwas zahm geworden ist, aber dafür ohne die fragwürdige sozialpolitische Einstellung auskommt. Die Actionszenen gehen in Ordnung, auch wenn fernöstliche Filme das meist besser machen. Tonqualität (dt.

Kickboxer - Die Abrechnung (2018)

Kickboxer - Die Abrechnung ist ein Actionfilm aus dem Jahr 2018 von Dimitri Logothetis mit Alain Moussi und Mike Tyson. Alain Moussi landet in Kickboxer - Die Abrechnung wieder in Thailand, um dort gegen einen neuen Gegner und um sein Leben zu kämpfen.

Handlung von Kickboxer - Die Abrechnung

Eigentlich wollte der Kickboxer Kurt Sloane (Alain Moussi) nie wieder auch nur einen Fuß auf thailändischen Boden setzen. Doch er wird gekidnappt und wacht in einem thailändischen Gefängnis wieder auf. Seine Vergangenheit scheint ihn eingeholt zu haben, denn er sitzt dort als Mörder von Tong Po (Dave Bautista) ein, den er bei seinem letzten Kampf tötete. Es stellt sich heraus, dass der Sportpromoter Thomas Moore (Christopher Lambert) hinter der Entführung steckt, schließlich hat er mit Tong Po sein lukrativstes Zugpferd verloren.

Thomas macht Kurt daraufhin ein Angebot: Als Entschädigung für sein entgangenes Geld soll Kurt Sloane bei einem Untergrund-Kampf antreten und dort gegen den neuen Champion, den 200 Kilo-Muskelberg Mongkut (Hafþór Júlíus Björnsson) kämpfen. Wenn Kurt ihn besiegt, bekommt er seine Freiheit und auch seine gefangen gehaltene Frau Liu (Sara Malakul Lane) zurück.

Die wichtigste und größte Rolle, die von Moores Champion Mongkut also, hat allerdings Hafthor Julius Björnsson, Serienfans als Mountain aus Game of Thrones, Strongmanfans als Thor bekannt. Mit zum Drehzeitpunkt vielleicht 185 kg auf 2,05 m ist er schon ein ziemliches Monster und ein formidabler Endgegner in einem Martial-Arts-Film.

Der Endkampf zwischen Sloan und Mongkut ist das Highlight des Films. Das müssen sich auch die Macher von Kickboxer: Die Abrechnung gedacht haben, schließlich nimmt der Kampf einen sehr hohen Anteil der Gesamtlaufzeit für sich in Anspruch.

Am meisten Spaß machen die prominent besetzten Nebenrollen. Mike Tyson hat zum Glück nicht nur wie ursprünglich gedacht einen irrelevanten, aber werbewirksamen Gastauftritt, sondern darf im Kampf gegen Sloan zeigen, dass seine Fäuste immer noch so viel Schaden anrichten können wie ein Autounfall. Jean-Claude Van Damme überzeugt als Sloans Mentor, hätte aber ruhig selbst ein wenig aktiver sein dürfen. Sogar ein ehemaliger Fußballstar hat es ganz nebenbei in den Film geschafft.

Kritik an der technischen Umsetzung

Was weniger verziehen werden kann, ist die technische Umsetzung. Während Kamera und Schnitt generell durchschnittlich sind - die Kamera ist allerdings manchmal zu nah an den Akteuren -, gibt es einmal ein Bild, das auf dem Kopf steht.

Wählt man bei einer Blu-Ray aus, dass der Film ohne Untertitel wiedergegeben werden soll, können mitunter dennoch welche erscheinen - nämlich dann, wenn im Film eine Sprache gesprochen wird, die nicht der Audioauswahl entspricht. Da Kickboxer: Die Abrechnung in Thailand spielt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich einige Charkatere untereinander zeitweise auf Thailändisch unterhalten. Wählt man die englische Audiofassung, werden an diesen Stellen sowohl die englischen als auch die deutschen Untertitel eingeblendet.

Während die englischen Untertitel ihren Dienst wie gewünscht tun, sind die deutschen geradezu katastrophal schlecht. Sie werden selten einmal an derselben Stelle eingeblendet, sondern springen von Mal zu Mal im Bild umher. Jedes einzelne Mal ist ein einziges Wort farblich markiert (mal rot, mal gelb, mal blau) und größer geschrieben, ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gäbe; es ist ja noch nicht einmal jeweils das wichtigste Wort im Satz. Die Höflichkeitsanrede wird darüber hinaus durchgehend kleingeschrieben.

Fazit zu "Kickboxer: Die Abrechnung"

Trotz einiger interessanter Aspekte und schöner Gastauftritte ist "Kickboxer: Die Abrechnung" ein recht austauschbarer Film. Fans der kultigen Reihe können bedenkenlos zugreifen, allen anderen reicht eine Fernsehausstrahlung.

Die Bedeutung von Jean-Claude Van Damme

Mit KARATE TIGER (1986), BLOODSPORT (1988) und CYBORG (1988) kämpfte sich ein junger Belgier binnen kürzester Zeit in die Herzen der Kampfsportfilm bzw. Actionfilm-Fans. Die Rede ist natürlich von Jean-Claude Van Damme. Niemand sonst konnte einen Spagat so spektakulär präsentieren wie „The Muscles from Brussels“.

Sie gehören neben Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger zu den wohl prägendsten Figuren des klassischen Krawall-Kinos der letzten 30 Jahre. Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme. Grund genug, die filmischen Karrieren beider Stars Revue passieren zu lassen.

„Kickboxer“ kommt aus der Zeit (1989), als Van Damme dabei war das Kino zu erobern. Mit „Bloodsport“ kam im gleichen Jahr der Film heraus, der ihn endgültig zum Actionstar machte. Schon damals war es aber vor allem seine Physis die überzeugte. Sein darstellerisches Talent konnte man eher als zweckmäßig bezeichnen.

Während bei „Bloodsport“ nicht allzu viel von ihm verlangt wurde, was Schauspielerei angeht, gibt es bei „Kickboxer“ eine Szene, die über die Jahre zum eigentlichen Highlight mutiert wurde und damit ist nicht die ebenfalls legendäre Tanzszene gemeint. Wenn Van Damme im Krankenhaus von der Querschnittslähmung seines Bruders erfährt, dann versucht der belgische Bruce Lee wirklich mimisch zu überzeugen und Emotionen zu übermitteln.

Das Ergebnis ist allerdings höchst desaströs und löst eine unterhaltsame Mixtur aus Fremdscham und unfreiwilliger Komik aus. Es muss aber dick unterstrichen werden, dass sich Van Damme wirklich Mühe gibt. die Szene wirkt aus heutiger Sicht fast wie ein Vorbote der heutigen Zeit, in der the muscles from brussels in Filmen wie etwa „Enemies Closer“ vollkommen ungehemmt der Anti-Schauspielerei frönt und damit höchst unterhaltsame Performances erschaffen hat.

Das Schema von "Kickboxer"

Natürlich ist „Kickboxer“ aber kein Film, der sich dessen bewusst ist. Er folgt recht klar und frei von Überraschungen dem typischen Konzept aller Kampfsportfilme dieser Ära. Im Grunde kennt man den Verlauf aus den spätere „Rocky“-Filmen: Held bekommt Grund gegen Bösen zu kämpfen, Held trainiert (meist mit ungewöhnlichen Trainingsmitteln oder mit einem Trainer, dessen Vertrauen und Respekt er sich erarbeiten muss), Held kämpft gegen Schurken, Schurke scheint besser zu sein, Held beginnt an sich zu glauben und macht den Schurken fertig. Happy End. Abspann. Diese Reihenfolge befolgt „Kickboxer“ ziemlich 1:1 und das ist keine Spoiler, sondern Genre-Grundwissen.

Nun sollte man nicht den Fehler machen und glauben, dass „Kickboxer“ wegen seiner Vorhersehbarkeit und Anti-Schauspiel schlecht sei. Eigentlich sind es die größten Stärken des Films. Es ist ein so doofer wie aber auch charmanter Dumm-Film, der eben gerade wegen seiner Verfehlungen einen durchaus akzeptablen Unterhaltungswert auf seiner Habenseite verbuchen kann.

"Kickboxer" auf Netflix

Bei Netflix gibt es seit Kurzem einen der Action-Klassiker von Jean-Claude Van Damme. Wer sich teils bizarre Martial Arts-Dramatik aus den 80ern wünscht, ist hier genau richtig.

Wer seine Woche mit harter Martial Arts-Action aus den 80ern, reichlich Popmusik und belgischen Muskeln versüßen will, liegt beim Jean-Claude Van Damme-Klassiker Kickboxer genau richtig. Bei Netflix könnt ihr den mit niedrigem Budget und maximalem 80er-Drall gedrehten Reißer seit dieser Woche anschauen.

Obwohl der Film in Deutschland auch als Karate Tiger 3 bekannt ist, handelt es sich bei Kickboxer nicht um ein Sequel (wenn er auch mehrere nach sich zog). Jean-Claude Van Damme in dem Film mit einer Altersfreigabe ab 18 den jungen Kurt Sloane. Dessen älterer Bruder Eric (Dennis Alexio) wird bei einem Kickboxing-Kampf in Thailand querschnittsgelähmt.

Kurt will an Bösewicht Tong Po (Michel Qissi) im Ring Rache nehmen. Dafür benötigt er jedoch erstmal eine Unterweisung in der Kampfkunst Muay Thai. Meister Chow (Dennis Chan) erbarmt sich und nimmt den jungen Mann unter seine Fittiche. Zahlreiche Trainingsmontagen, Schlägereien und sogar Tanzszenen sind die Folge.

Nach Bloodsport und Cyborg war Kickboxer einer der Filme, die Jean-Claude Van Dammes Ruhm als Actionstar begründeten. Auch wenn die Story absolut schematisch und die Darstellung des Bösewichts in rassistische Klischees getränkt ist, übertüncht nichts das unbestreitbare Charisma von Van Damme (auch nicht seine "eigenwillige" Wiedergabe der Dialoge). Der Kampfkünstler leidet, weint und schlägt sich dermaßen intensiv durch den Film, das man sich ihm schwerlich entziehen kann. Schauspielerisch lernte Van Damme in den folgenden Jahrzehnten dazu, doch seine körperliche Präsenz, Athletik und entwaffnende Sensibilität sind hier schon in ihrer Blüte zu bewundern. Letzteres unterscheidet ihn von manch anderen Helden aus den kultisch verehrten Filmen der Firma Cannon, die auch Kickboxer herausgebracht hat, darunter etwa Chuck Norris oder Charles Bronson.

Wer sich für solche Details weniger interessiert, darf sich indes auf ein poetisches Treffen mit einem Adler, überraschend viel Schäferhund-Action und routinierte Kampfszenen gefasst machen. Immerhin ist der Film so etwas wie die FSK-18-Version von Karate Kid.

Je weniger ernst man Kickboxer nimmt, desto besser. Sonst dürfte das Dauer-Kopfschütteln nämlich schwere körperliche Schäden nach sich ziehen.