Kickboxer - Die Abrechnung ist ein Actionfilm aus dem Jahr 2018 unter der Regie von Dimitri Logothetis. Der Film ist eine Fortsetzung des Remakes Kickboxer: Die Vergeltung und setzt die Geschichte von Kurt Sloane fort.
Handlung
Anderthalb Jahre nachdem er in Thailand bei einem denkwürdigen Kampf auf Leben und Tod seinen Bruder gerächt hat, lebt Kurt Sloane (Alain Moussi) wieder in den USA. Mit Ex-Polizistin Liu (Sara Malakul Lane) ist er nun verheiratet und als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer auf Titelkurs.
Doch dann wird Kurt plötzlich entführt und findet sich in Thailand in Haft wieder. Der skrupellose Kampfpromoter Thomas Moore (Christopher Lambert) will ihn zwingen, gegen den mit experimentellen Stoffen hochgezüchteten Mongkut (Hafþór Júlíus Björnsson), bei einem weiteren der drei Runden dauernden, erbitterten Kämpfe auf Leben und Tod in den Ring zu steigen.
Moore macht Kurt ein Angebot: Wenn er als Entschädigung zu einem Untergrund-Kampf antritt und den neuen Champion, einen 200-Kilo-Muskelberg, besiegt, bekommt er seine Freiheit und seine ebenfalls gefangene Frau Liu zurück, garniert mit einem dicken Bündel Scheine.
Sloane tut sich wieder mit Master Durand und zusätzlich einer Gruppe von Strafgefangenen zusammen, um für den epischen Showdown zu trainieren.
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Die Schwächen des Films
Schon der dem eigentlichen Film vorangestellte Prolog sagt eigentlich alles aus, was an „Kickboxer: Die Abrechnung“ misslungen ist. In einer Traumsequenz wechselt ein Tanz, der wohl erotisch sein soll, in einen langen Kampf - erst in und dann auf einem fahrenden Zug. Wohl um zu unterstreichen, dass alles nicht real ist, wirkt vieles an dem Szenario künstlich - inklusive des prasselnden Regens. Dieses Künstliche sorgt aber vor allem dafür, dass die ganze Sequenz null Wucht hat. Wenn sich das Geschehen aufs Dach des Zuges verlagert, fragt man sich kurzzeitig sogar, ob dieser überhaupt noch in Bewegung ist - so wenig sind die operierenden Kräfte hier spürbar. Dass viel zu viele und teilweise schlecht gesetzte Schnitte den zahlreichen Kämpfen in diesem Prolog zusätzliche Dynamik rauben, macht das Fiasko komplett.
Alle paar Minuten findet Dimitri Logothetis danach einen Grund, seine Hauptfigur oder einige Nebenfiguren in eine kurze Auseinandersetzung zu schicken. Ein paar der daraus resultierenden Kämpfe sind ordentlich, viele sind unsäglich.
Die Versuche daran anzuschließen scheitern aber gnadenlos, weil Logothetis diese Abwechslung mit wilden Stilwechseln erreichen will. Neben der artifiziellen Anfangsszene gibt es so eine längere Sequenz, in welcher der Surf-Rock-Klassiker „Wipe Out“ der Surfaris zur Untermalung genutzt wird. Die Szene selbst ist sogar eine der besseren, man mag eine nette, mit etwas Komik angereicherte Tarantino-Hommage darin sehen, aber sie passt absolut nicht zum restlichen Ton des Films und wirkt wie ein völliger Fremdkörper.
In einer anderen Szene lässt Logothetis seine Hauptfigur in einem Spiegelkabinett gegen zwei Schönheiten in String-Tangas kämpfen und taucht dafür das Geschehen in einen dunklen Blauton, der jegliche Übersichtlichkeit zerstört. Wobei diese ohnehin nicht so hoch ist, so oft übertünchen schlechte Schnitte nur notdürftig, dass nicht alle Beteiligten über entsprechende Kampffähigkeiten verfügen.
Wenn man „Highlander“ Christopher Lambert und Jean-Claude Van Damme das erste Mal gemeinsam in einem Film hat, muss man ihnen natürlich einen kurzen Kampf geben. Der ist aber genauso unmotiviert in die Handlung integriert, wie der völlig überflüssige Cameo von Ex-Weltfußballer Ronaldinho oder - auch das ist natürlich absolut keine Überraschung - der kurze Zwist von Tyson und Van Damme.
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Bei den anderen Figuren gibt es so etwas nicht. Dass der mittlerweile auch 60 Jahre alte Lambert in einer Actionszene nur noch teilweise selbst das Schwert schwingt, ist völlig verständlich. Aber warum muss man dann einen solchen Kampf einbauen und den nötigen Stuntman mit schlechten Schnitten auch noch unzureichend kaschieren?
Auch Mike Tyson merkt man zu jeder Zeit an, dass er nicht mehr die Geschwindigkeit der alten Tage hat - was übrigens auch das Problem von Hauptwidersacher Hafþór Júlíus Björnsson ist.
Die Stärken des Films
Doch ein Problem bleibt trotzdem: Der über zwei Meter große, 180 kg schwere Björnsson stapft teilweise wie ein tapsiger Bär durch den Ring, weswegen schon sehr bemüht illustriert wird, warum er seinem schnelleren und wendigeren Gegner trotzdem gnadenlos überlegen ist und dieser die in solchen Filmen übliche und wichtige Außenseiterrolle innehat.
Richtig klappt dies nur bei Jean-Claude Van Damme dessem Durand mit einer kleinen Wendung ein neuer Ansatz verpasst wurde. Der Belgier ist immer noch fit, aber natürlich nicht mehr so in Form wie in den alten Tagen. Doch das überspielt er mit überraschend viel Charisma - auch weil es im Drehbuch entsprechende Szenen gibt, in denen er mit Witz auch mal eine Actionszene so entschleunigen kann, dass sein Alter keine Rolle mehr spielt.
Neben der Ästhetik und Körperbeherrschung von Alain Moussi, die in diesem Teil weit besser zur Geltung kommen als noch im Vorgänger, sind es auch die Inszenierung und kameratechnische Orchestrierung der Kämpfe, die begeistern. Besonders hervorzuheben ist hier natürlich die knapp dreiminütige Single-Shot-Kampfszene, in welcher sich der Hauptcharakter gemächlich und unglaublich gut gefilmt durch ein halbes Gefängnis kämpft.
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Wenn er beim fast halbstündigen (!) Finalfight antritt, dann kann man die volle Brutalität spüren. Hier schafft es Dimitri Logothetis die Wucht eines jeden Schlages und die daraus resultierenden Schmerzen zu vermitteln.
Lambert spielt den Bösewicht wirklich exzellent und weiß einige Szenen zu klauen. Doch der Akteur, der in diesem Film sowohl überrascht, als ihn auch komplett beherrscht, ist Mike Tyson, einer der Gefängnisinsassen, der hilft Sloane zu trainieren. Tyson weiß nicht nur in erstaunlichen Kampfsequenzen mit Moussi und Van Damme zu überzeugen, sondern auch seine Dialoge kommen absolut glaubwürdig rüber. Gerne mehr davon!
Visuelle Aspekte
Kickboxer - Die Abrechnung ist ein visuell umwerfender Film, der sich auf extrem dunkle Szenen konzentriert, mit begrenzter Beleuchtung aus verschiedenen Quellen, um einige interessante schwere Schatten zu erzeugen und Licht auf die Schauspieler und ihre Umgebung zu werfen. Die Beleuchtung nutzt sowohl natürliches Sonnenlicht, das durch die Fenster hereinscheint, als auch starke gelbe, grüne und blaue Leuchtstofflampen, um einiges an Farbenpracht in einzelnen Szenen zu erzeugen. Der Film ist nicht gänzlich in Dunkelheit gehüllt, da es auch Einstellungen am Tag gibt, doch die dunkel ausgeleuchteten Szenen sind visuell am interessantesten.
Besetzung
Die Besetzung von Kickboxer - Die Abrechnung umfasst:
- Alain Moussi als Kurt Sloane
- Christopher Lambert als Thomas Moore
- Jean-Claude Van Damme als Master Durand
- Hafþór Júlíus Björnsson als Mongkut
- Mike Tyson
- Sara Malakul Lane als Liu
Fazit
Insgesamt ist Kickboxer - Die Abrechnung ein Film mit einigen Schwächen in der Handlung und Inszenierung, aber auch mit Stärken in den Kampfsequenzen und schauspielerischen Leistungen. Trotz der kaum vorhandenen Geschichte unterhält der Kickboxer auf ganzer Linie. Ein starker Cast trifft auf hervorragend choreographierte Fights, Action nonstop und hohes Tempo.
Tabelle: Vergleich von Schauspielern und ihren Rollen
| Schauspieler | Rolle | Beschreibung |
|---|---|---|
| Alain Moussi | Kurt Sloane | Der Protagonist, ein Kickboxer, der zur Rache gezwungen wird. |
| Christopher Lambert | Thomas Moore | Der Antagonist, ein skrupelloser Kampfpromoter. |
| Jean-Claude Van Damme | Master Durand | Kurt Sloanes blinder Trainer und Mentor. |
| Hafþór Júlíus Björnsson | Mongkut | Moores Champion, ein riesiger und gefährlicher Kämpfer. |
| Mike Tyson | Gefängnisinsasse | Einer der Gefängnisinsassen, der Kurt hilft zu trainieren. |
| Sara Malakul Lane | Liu | Kurts Frau, die von Moore entführt wird. |
