Prüfungsordnung Shotokan Karate

Die Prüfungsordnung gliedert die Trainingsinhalte in der Entwicklung eines Karatekas vom Anfänger bis zum Meister und die Prüfungskriterien zu den verschiedenen Schüler- und Meisterprüfungen.

Durch langfristiges und beständiges Training soll der Übende, gleichzeitig mit der körperlichen Ausbildung, den verantwortungsbewussten Umgang mit Partnern im Karate erlernen. Dazu dienen die Regeln und Etikette des Karate - Do, die unverzichtbarer Bestandteil des traditionellen Shotokan-Karate wie auch dieser Prüfungsordnung sind.

Die unterschiedlichen, in der Prüfung geforderten Übungsformen von Grundschule, Partnertraining und Kata bieten dem Karateka eine solide Ausgangsbasis für das breite Spektrum des Karate, stellen aber nicht ein abschließendes Lehrprogramm für den jeweiligen Kyu- oder DanGrad dar.

Im Training können die Inhalte der Prüfungsordnung in das Training einfließen, sie stellen aber nur einen Teil des vom Prüfling tatsächlich zu beherrschenden Technikumfangs dar. In der Prüfungsordnung wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit auf das Hinzufügen von weiblichen Endungen verzichtet. Entsprechende Begriffe sind nicht geschlechtsspezifisch gemeint.

Alle bis zu der jeweiligen Graduierung erlernten Katas gehören mit zum Prüfungsstoff.

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Die Selbstverteidigung ist natürlicher Bestandteil des Karate. Das Erlernen der Kampfkunst Karate soll den Karateka zur Selbstbehauptung und wirksamen Selbstverteidigung befähigen. Dieses Lernziel ist bei der Ausbildung zu berücksichtigen und wird durch das zu zeigende Bunkai sowie die realistischen Anwendungen aus dem Kihon in der Prüfung gefordert.

Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt.

Gürtelprüfungen im Shotokan Karate

Regelmäßig fallen Shotokan-Gürtelprüfungen an, mit denen das Fortschreiten der Schüler dokumentiert werden soll.

An Gürtelprüfungen kann man sehr schnell die Seriosität eines Budo-Vereins oder einer Kampfkunstschule erkennen. Wer z. schon nach 3 Wochen eine Prüfung macht, kann nichts gelernt haben... Eine "geschenkte Prüfung" nimmt dem ganzen Prüfungsgeschehen die Würde.

Leider werden Anfänger häufig mit solchen Scheinerfolgen geködert. Bei späteren Prüfungen sieht man dann die Defizite umso deutlicher.

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Aus Gründen der Fairness werden bei Kindern Trainingskarten geführt in denen jede Trainingsteilnahme dokumentiert wird. Erwachsenen wird die Teilnahme nicht mehr erfasst.

Wer unnötigen Zweifel hat kann auch seinen Sensei fragen.

Vorbereitung auf die Prüfung

Es gibt keine spezielle Prüfungsvorbereitung. Karate lebt von der Regelmäßigkeit. Verbesserungen im Training werden durch Kontinuität erreicht. deshalb ist es für den Großteil der Mitglieder vollkommen ausreichend immer zum Training zu kommen, dann kann man auch seine Prüfung schaffen.

Trotzdem hat jeder, der sich noch unsicher fühlt, die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten. Z. B. vor oder nach einer Trainingsstunde oder in einem freien Training.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man niemals eine Prüfung ohne Empfehlung seines Trainers machen sollte. Es kann vorkommen, dass die Voraussetzungen erfüllt werden und dennoch rät der Trainer ab, die Prüfung zu diesem Zeitpunkt zu machen. Das hängt dann mit den unterschiedlichen Ansprüchen von Prüfling und Trainer ab.

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Auf der anderen Seite weiß der Prüfling: Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzung!

Wird diese Prüfung „vorgezogen“, muss man sich bis zur nächsten Prüfung umso länger vorbereiten... Die Vorbereitungszeit beträgt in der Regel zwischen einem halben und einem ganzen Jahr.

Die Kyu-Grade im Detail

Unterstufe (9. - 7. Kyu)

In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken. Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen.

Die Prüflinge zum 7. Kyu müssen bereits eine erste Kata beherrschen. In der Kata sind sowohl korrekte Abläufe wichtig.

Mittelstufe (6. - 4. Kyu)

Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf.

Der Prüfling soll im Bunkai die Kontrolle ausdrücken. ( BUNKAI ) als auch in der Flüssigkeit ( Rhythmus ) des Vortrages zeigen.

Oberstufe (3. - 1. Kyu)

Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus. Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer zu zeigen.

In Kata und im Bunkai muss der Prüfling ein fortgeschrittenes Verständnis des Zusam-menhangs von Kata und sinnvollen Anwendungen zeigen können.

Bezogen auf die innere Reife, die sich auch in den Techniken ausdrückt, führt der Prüfling seine Ausbildung fort.