Taekwondo wird auch als „Koreas Geschenk an die Welt“ bezeichnet.
Zu Recht: Taekwondo gilt heute als die populärste Kampfsportart weltweit.
Die Wurzeln des Taekwondo liegen im mystischen Dunkel.
Schon Wandgemälde aus der Koguryo-Dynastie, dem etwa um 37 v. Chr. gegründeten koreanischen Königreich, zeigen Kämpfer beim Ausführen von Kampftechniken, die noch heute im Taekwondo gebräuchlich sind.
Während seiner langen Geschichte nahm die Sportart verschiedene Elemente der koreanischen Kultur auf.
Lesen Sie auch: Die Wurzeln des Karate
Vor allem Einflüsse aus dem Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus sind bis heute wirksam: geistige Konzentration, Meditation, Respekt vor dem Meister oder älteren Schülern.
Taekwondo blieb von den Wechselfällen der Geschichte nicht verschont und wurde unter der japanischen Besatzung Koreas in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts sogar verboten.
Viele Koreaner trainierten deshalb heimlich und Taekwondo wurde zum wichtigen Bestandteil der koreanischen Identität.
Moderner Wettkampfsport
Nach dem zweiten Weltkrieg und der Teilung in Nord- und Südkorea, begann auch für Taekwondo ein geteiltes Zeitalter.
In Nordkorea entwickelte sich unter General Choi das ITF (International Taekwondo Federation) System, in Südkorea unter Kim Un-Yong das WTF (World Taekwondo Federation) Taekwondo.
Lesen Sie auch: Umfassende Karate-Informationen
1971 wurde Taekwondo in Korea als Nationalsport anerkannt und 1973 wurde die WTF offiziell gegründet.
Im selben Jahr fand in Seoul die erste Weltmeisterschaft im Zweikampf statt.
2006 gab es dann auch die erste, lange erwartete Weltmeisterschaft im Formenlauf.
Olympische und paralympische Disziplin
1981 wurde Taekwondo vom IOC als olympische Disziplin anerkannt.
Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona wurde es als Demonstrationssportart ausgetragen.
Lesen Sie auch: Transfer: Behrang Safari zu Anderlecht
Bei der IOC-Sitzung 1994 in Paris wurde Taekwondo zur vollwertigen Olympischen Sportart erklärt - und endlich war es so weit: Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere.
Das International Paralympic Committee (IPC) nahm Taekwondo im Frühjahr 2015 unter die paralympischen Disziplinen auf.
Die ersten paralympischen Taekwondowettbewerbe wird es 2020 in Tokio geben.
Beim Taekwondo handelt es sich um eine aus Südkorea stammenden Kampfkunst, bei der Füße und Hände benutzt werden.
Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul im Mutterland Südkorea sowie 1992 in Barcelona war Taekwondo eine Demonstrationssportart, erstmals ins olympische Programm aufgenommen wurde es für Frauen und Männer 2000 in Sydney.
Gekämpft wird bei Olympischen Spielen jeweils in vier Gewichtsklassen, bei WM und EM gibt es je acht Kategorien.
Austragungsort 2024 in Paris ist das Grand Palais, ein architektonisches Meisterwerk im Herzen der französischen Metropole.
Die erste deutsche Olympiamedaille bei den Männern gewann Weltergewichtler Faissal Ebnoutalib bei der Premiere in Sydney.
Zwölf Jahre später holte Ex-Europameisterin Helena Fromm in London Bronze.
Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1973 statt, die erste EM drei Jahre später.
Deutschland war zweimal Gastgeber einer WM (Sindelfingen 1979 und Garmisch-Partenkirchen 2003).
Ziel im Taekwondo ist es, den Gegner oder die Gegnerin zu treten und zu schlagen, ohne dabei selbst geschlagen zu werden.
Gefragt sind schnelle Kombinationen aus Tritten und Schlägen über drei Runden von je zwei Minuten.
Punkte werden nach dem Schwierigkeitsgrad der verwendeten Techniken vergeben.
Es kommt im Taekwondo (übersetzt: „Der Weg des Fuß- und Faustkampfes“) nicht auf Brutalität an, vielmehr gilt es laut der Lehre, die gesamte Kraft genau im Moment des Schlages auf eine möglichst kleine Fläche wirken zu lassen, und dies möglichst schnell.
Ebenso soll die gegnerische Kraft in die eigene fließen und diese dadurch effektiver machen.
Auch verpflichten sich Taekwondo-Kämpfer*innen dazu, den Sport in anderen Lebensbereichen nicht zu missbrauchen.
Erfolgreich etabliert: Taekwondo in Deutschland
Vom koreanischen Exportschlager bis zur festen Größe im heimischen Sportgeschehen: Die Erfolgsgeschichte des Taekwondo in Deutschland erstreckt sich über mehr als vierzig Jahre - und sie ist noch lange nicht zu Ende.
Bereits 1964 wurde der erste und älteste Taekwondo Verein Deutschlands gegründet, der TV Garmisch.
Alles begann im Jahre 1965.
1965 dann tourte ein koreanisches Demoteam unter der Leitung des späteren ITF-Gründers Choi Hong-Hi durch Afrika, den Nahen Osten und Europa.
In Deutschland waren Frankfurt und München die Stationen.
Es dauerte es nicht lange, bis sich die ersten deutschen Taekwondo-Sportler zusammenfanden.
Trainiert wurde zunächst oft in spärlichen Räumlichkeiten, Enthusiasten nahmen weite Wege in Kauf, um zum nächsten Taekwondo-Verein zu gelangen.
Doch mit deutscher Gründlichkeit begannen sich die Kampfsportler zu organisieren: Bereits 1968 wurde die Sektion Taekwondo im Deutschen Judo Bund - die Vorgängerin der Deutschen Taekwondo Union (DTU) - gegründet, im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt.
Auch an der ersten Weltmeisterschaft 1973 in Seoul nahm ein deutsches Team teil.
Damit machten die deutschen Taekwondoka vom ersten Augenblick an klar, dass sie die Entwicklung des internationalen Taekwondo-Sports nicht ohne sie stattfinden sollte.
1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet.
Heute umfasst sie 17 Landesverbände bestehend aus 863 Vereinen und 55.256 Mitgliedern.
Immer wieder bewährt sich die DTU aus Ausrichterin internationaler Turniere.
1979 wurde in Sindelfingen die erste Weltmeisterschaft in Deutschland ausgetragen, damals wurde mit Rainer Müller auch der erste Deutsche Weltmeister.
Europameisterschaft 2006 fanden in Deutschland statt.
Auch mit den German Open konnte sich die DTU einen guten Namen machen.
1981 wurde Taekwondo vom IOC als olympische Disziplin anerkannt.
Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere.
Folgende Athleten wurden nominiert: Nermin Helvacioglu, Aziz Acharki und Faissal Ebnoutalib.
