Seit den 1950er Jahren haben sich vier Boxarten entwickelt, die ihre Unterschiede haben sowie Gemeinsamkeiten aufweisen: Boxen, Kickboxen, Muay Thai sowie Mixed Martial Arts - kurz: MMA. Es sind rundenbasierte Kämpfe, die im Zweikampf ausgetragen werden, wobei der Kampf im definierten Bereich stattfindet und von einem Schiedsrichter überwacht wird. Aber worin unterschieden sich die Sportarten?
Die verschiedenen Kampfsportarten im Überblick
Boxen
Beim Boxen sind nur Schläge über der Gürtellinie erlaubt. Der Boxer darf nur mit geschlossenen Fäusten Schläge platzieren. Tritte, Beißen oder auch Kniestöße sind verboten. Des Weiteren sind nur Schläge über der Gürtellinie erlaubt. Die Boxhandschuhe müssen den Normen des Dachverbandes entsprechen. Aufgrund der Tatsache, dass beim klassischen Boxsport keine Tritte erlaubt sind, muss man im Zuge des Trainings keinen langen Boxsack verwenden.
Kickboxen
Beim Kickboxen handelt es sich um eine Erweiterung des Boxens. So darf man beim Kickboxen, wie das der Name bereits vermuten lässt, auch mit den Füßen arbeiten und sodann Tritte platzieren. Schläge unter der Gürtellinie sind aber verboten, wobei Tritte auf Wade und Oberschenkel erlaubt sind. Zu beachten ist, dass der Kickboxer spezielle Handschuhe trägt, die flexibler sind und ein geringeres Gewicht als normale Boxhandschuhe haben.
Muay Thai (Thaiboxen)
Muay Thai, das auch gerne als Thaiboxen bezeichnet wird, ist eine klassische Vollkontaktsportart. Hier sind Schlag- sowie Tritttechniken erlaubt. So darf man etwa den Gegner mit dem Ellenbogen schlagen, aber auch den Gegner umklammern bzw. Kniestöße platzieren. Die Handschuhe sind, wie das auch bei dem Kickboxen der Fall ist, flexibler sowie am Handrücken dünner als die Handschuhe, die beim Boxen getragen werden. Zudem gibt es, da hier Tritte unter der Gürtellinie erlaubt sind, auch einen Tiefschutz, der den Genitalbereich schützen soll. Des Weiteren gibt es bei Muay Thai auch Schienbeinschoner, einen Bauschutz sowie Fußbandagen. Derartige Schutzmaßnahmen gibt es nur bei Muay Thai, da hier keine Körperpartien ausgenommen sind - man darf sozusagen „überall hinschlagen“.
Mixed Martial Arts (MMA)
MMA, so wird Mixed Martial Arts abgekürzt, ist eine Mischform aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten. MMA zeichnet sich dadurch aus, dass es auch nur wenige Regeln gibt - letztlich darf man etwa keine Tritte oder Schläge verabreichen, wenn der Gegner am Boden liegt, zudem ist das Beißen verboten bzw. sind auch Angriffe auf den Genitalbereich untersagt. Bei MMA gibt es keine klassischen Handschuhe - diese erinnern mehr an stark gepolsterte Fahrradhandschuhe. Des Weiteren gibt es sonst keinen Körperschutz.
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MMA oder Thaiboxen: Was ist die bessere Wahl für MMA?
Für MMA geeigneter finde ich generell MT besser, weil es mehr Körperwaffen einsetzt und abwehrt, was man im MMA gut gebrauchen kann. Auch eine Gewisse Härte ist sehr förderlich, denn im Vale Tudo geht es ja nicht gerade zimperlich zu. Ich sehe Boxen als Grundlage im MMA-Standup. Beim MT-Training hatten viele keine richtige Deckung und ungenaues Timing.
Wenn du nur boxt und grappelst, fehlen diese Verbindungen, die in kompletteren KK auf jeden Fall hergestellt werden. Übergang von Kick in Boxdistanz, Übergang in den Clinch. MT ansich eignet sich sicher sehr, nur muss man es ein wenig abwandeln.
Wichtig ist aber worauf du explizit achten musst: deine trainer sollten wissen was Vale Tudo ist und bereit sein dich dabei zu unterstützen. sonst lernst du eben "nur" MT/KB und "nur" BJJ und nicht Vale Tudo, verstehst du was ich meine?
Ich persönlich finde, unabhängig vom MMA, dass KB ein beschnittenes Muay Thai ist. Ellenbogen zum beispiel. In den meisten MMA Turnieren nur zum Körper erlaubt. Auf der Straße aber der Killer, wenn man die Chance dazu hat, und der Gegner es zulässt. Meine Meinung ist, lieber eine Technik zu viel Lernen als zu wenig.
Ich tendiere eher zu KB weil gutes boxen im mma doch sehr wichtig ist. bei mir in der umgebung gibts leider keine mma-schule. also muss ich mir die sachen rauspicken.
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Vor- und Nachteile von Boxen im MMA
Boxen ist immer noch eine sehr nützliche Fähigkeit, die im MMA eingesetzt werden kann, auch wenn das Training in einem MMA-Gym sinnvoller ist, wenn du davon träumst, ein MMA-Kämpfer zu werden. Da die meisten Kämpfe im Stand beginnen, ist es auch für die Selbstverteidigung sehr nützlich.
- Bessere Verteidigung beim Boxen: Im Vergleich zu MMA-Kämpfern können Boxer viel besser ausweichen, blocken, parieren und mit den Schlägen rollen. Die Boxer verfügen daher über eine viel bessere Schlagtechnik. Außerdem ist eine bessere Technik gleichbedeutend mit mehr Kraft.
- Bessere Handgeschwindigkeit: Die Muskeln von Boxern sind viel mehr an die Schläge gewöhnt; daher sind ihre Schläge viel schneller.
- Bessere Beinarbeit: Die beste Beinarbeit aller Kampfsportarten findet man beim Boxen.
- Besserer Jab: Der Jab ist der wichtigste Schlag im Boxen. Wenn ein Boxer gegen einen MMA-Kämpfer antritt, wird das seine Hauptwaffe sein.
Allerdings hat das Boxen auch Nachteile im MMA:
- Leg Kicks: Weil die Boxhaltung leicht seitlich ist, ist es schwierig für den Boxer, die Beinkicks zu kontern.
- Takedowns und Submissions: Für einen MMA-Kämpfer ist der Takwdown die beste Waffe gegen einen Boxer. Der MMA-Kämpfer wird leichtes Spiel haben, weil der Boxer nicht weiß, wie er sich am Boden schützen kann.
MMA vs. Muay Thai: Was ist effektiver im Straßenkampf?
Im Strassenkampf ist mma effektiver weil du einfach nicht nur eine Kampfsportart kennst sonder viele mehr und somit den Gegner "besiegen" bzw dich verteidigen kannst auch wenn dein Gegner ein Boxer oder sonst was ist weil du ihn im Notfall auch mit Würfen und takedowns auf denn Boden bringen kannst.
Kickboxen Dutch Style vs Muay Thai
Der Unterschied zwischen holländischem Kickboxen und Muay Thai besteht darin, dass beim holländischen Kickboxen kraftvolle Tritte mit schweren Schlägen und soliden Verteidigungstechniken kombiniert werden. Im Gegensatz dazu verfügt Muay Thai über Kick und Boxtechniken im Thai Style. Das sind Ellbogen und Knietechniken, ringerähnliche Techniken und sogar Würfe, Feger und Submissions.
Muay Thai ist viel älter als das niederländische Kickboxen; es geht auf das 16. Jahrhundert in Thailand (früher Siam) zurück. Thaiboxer setzen kraftvolle Tritte, Schläge und Knie ein; sie verwenden auch Ellbogen, um ihren Schlägen zusätzliche Kraft zu verleihen. Einzigartig unter den Kampfsportarten ist, dass Muay Thai es den Kämpfern auch erlaubt, sich im Stehen gegenseitig zu packen.
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Muay Thai wird als die „Kunst der acht Gliedmaßen“ bezeichnet, da man acht Angriffspunkte kennt: Füße, Hände, Ellenbogen und Knie. Die in Kondition und Schnellkraft exzellent geschulten Thaiboxer sind gefährliche Gegner, die selbst erfahrene Standkämpfer häufig vor Probleme stellen.
Wer die im MMA speziell im Bodenkampf gefürchteten Ellenbogenschläge meistern und dazu noch im Clinch für eine faustdicke Überraschung sorgen will, ist gut beraten Muay Thai zu lernen. Statt mit vier mit acht „Gliedmaßen“ angreifen zu können, ist im Kampf immer ein Vorteil und erweitert das Arsenal.
Fazit
Die Kampfsportarten unterscheiden sich in erster Linie dadurch, dass es hier verschiedene Schlag- sowie Tritttechniken gibt, wobei auch verschiedene Handschuhe zum Einsatz kommen. Letztendlich hängt die Wahl der richtigen Kampfsportart von deinen persönlichen Zielen und Vorlieben ab.
