K-1 kombiniert Techniken aus dem Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo, Kickboxen, Savate und vielen anderen Kampfsportarten. Veranstaltungen oder einzelne Kämpfe können nach K-1-Regeln bestritten werden. Fälschlicherweise wird oft angenommen K-1 sei eine eigene Kampfkunst, jedoch messen sich im K-1 hauptsächlich Vertreter verschiedener Kampfsportarten, welche sich an die gemeinsamen Regeln halten.
Grundlagen und Ziel des K-1
Das grundlegende Ziel beim K-1 ist es, wie bei anderen Vollkontaktsportarten, durch Knockout oder Kampfrichterentscheidung zu gewinnen. Jeder Kampf geht bis zu fünf Runden, mit einer Rundenlänge von drei Minuten für die Profis oder zwei Minuten für Anfänger. Der Kampf wird von den Punktrichtern nach einem Zehn-Punkte-System bewertet. (Der Gewinner der Runde erhält zehn Punkte, der Verlierer neun oder weniger.
Kampfzeit und Runden
K-1-Kämpfe sind im Turniermodus auf drei Runden zu je drei Minuten, mit möglicher Verlängerung auf bis zu fünf Runden, festgelegt. Diese relativ geringe Rundenzahl hängt mit der Turnierregelung zusammen die nach dem Ausscheidungsprinzip verläuft, so dass ein Kämpfer an einem Abend bis zu drei Kämpfe absolvieren muss. Abweichungen sind möglich, im Allgemeinen ist die Kampfzeit von der Klasse der Kämpfer abhängig und ob es sich um einen Turnierkampf handelt oder nicht.
Gewichtsklassen und Anforderungen an die Kämpfer
Das Gewicht der Kämpfer muss gleich oder ähnlich sein. Es gibt Gewichtsklassen wie z.B. Kämpfer sollten nach Möglichkeit ähnliches Niveau vorweisen können.
Bei den MMA-Berlin-Turnieren werden die Gewichtslimits individuell vereinbart. Bei der Anmeldung also bitte das gewünschte Wettkampfgewicht angeben. Beispiel: Kämpfer A meldet sich mit 72kg an und Kämpfer B mit 74kg. Die Trainer einigen sich auf 73kg. Beide Kämpfer dürfen dann bei der Waage maximal 73,5kg wiegen (siehe Toleranzgrenze weiter unten). Die Toleranzgrenze beim Wiegen ist 500g. Bei Titelkämpfen gibt es keine Toleranzgrenze. Es wird mit einer geeichten Waage gewogen. Das jeweilige Gewichtslimit ist der Fightcard zu entnehmen.
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Ist ein Kämpfer über dem vereinbarten Gewichtslimit, hat er bis eine Stunde nach Ende der Waage Zeit, sein Gewicht zur erreichen. Falls er dies schafft, kann der Wettkampf normal stattfinden. Falls der Wettkämpfer mehr als 500g bis zu 1000g über dem vereinbarten Limit liegt, kann der Wettkampf stattfinden, wenn sein Gegner damit einverstanden ist, aber der Wettkämpfer startet mit einem Minuspunkt. Dieser Minuspunkt wird auf der Masterscorecard in die erste Runde eingetragen. Sollte der Wettkämpfer über 1000g über dem Limit liegen, kann der Wettkampf nicht stattfinden.
Bewertung und Punktesystem
Sollte nach drei Runden ein Unentschieden vorliegen, verfallen die Punkte und es folgt eine zusätzliche Runde. Die Punktrichter bewerten dann nur die zusätzliche Runde. Sollte nach den Zusatzrunden immer noch ein Unentschieden vorliegen, bewerten die Punktrichter sogar die kleinsten Unterschiede und den Kampfrhythmus.
Die Runden werden nach wirkungsvollen Treffern, der Effektivität der Angriffe und der Verteidigung, nach der Kombinationsfähigkeit, dem taktischen Verhalten sowie dem sportlichen Gesamteindruck bewertet. Jeder Wettkampf wird von einem Ringrichter (Hauptkampfrichter) und mindestens 3 Punktrichtern bewertet + ein Kickzähler. Die 3 Punktrichter sitzen direkt am Ring, jeweils in der Mitte einer Ringseite.
Bewertungskriterien
- "Downs"
- Schaden verursacht durch Treffer
- Klare Treffer (Prioritäten in dieser Reihenfolge)
Jeder Kämpfer bekommt pro Runde 10 Punkte von denen auf Grund von Unterlegenheit und/oder Strafen Punkte abgezogen werden können. In einer sehr ausgeglichenen Runde erhalten beide Kämpfer 10 Punkte (10-10). Ist ein Kämpfer unterlegen, erhält er einen Punkt abgezogen (10-9). Gelingt einem Kämpfer ein Knockdown, bekommt der Gegner 2 Punkte abgezogen (10-8), bei 2 Knockdowns 3 Punkte (10-7). Durch Verwarnungen des Ringrichters (gelbe Karte) bekommt ein Kämpfer auch 1-2 Punkte abgezogen. Wenn ein Kämpfer nach einem Knockdown insgesamt über die Runde eine wesentlich bessere Leistung zeigt kann er den eigentlichen Punktestand von 10-8 auf 9-8 verbessern (nicht aber 10-9). Wenn beide Kämpfer einen Knockdown erzielen ist der Punktestand 8-8. Für die zweite Runde der Verlängerungszeit gibt es keine 10-10 Wertung. Die Punktrichter müssen hier auch die kleinste Überlegenheit werten und eine 10-9 Punktewertung ausgegeben.
Knockout und Technische Knockout (TKO)
Es gilt die „Drei-Niederschläge-Regel“. Es gilt der „verbindliche Acht-Count“. Beim klassischen K.o. gelingt es dem zu Boden geschlagenen Kämpfer nicht, nach der vorgeschriebenen Zeit wieder sicher auf den Beinen zu stehen, woraufhin er vom Ringrichter ausgezählt wird.
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Von einem Technischen Knockout (TKO) spricht man, wenn ein Kämpfer vom Ringrichter ohne Anzählen aus dem Kampf genommen wird. Das kann z. B. der Fall sein, wenn der Ringrichter einem angeschlagenen Kämpfer eine mögliche Ruhepause nicht mehr gewährt, da diese nach seiner Einschätzung für eine notwendige Regeneration nicht mehr ausreicht. So werden in der Regel die äußerlich verheerendsten Knockouts als Technischer K. o. In einigen Regelwerken darf ein Kämpfer nur dann angezählt werden, wenn er mit einem anderen Körperteil außer seinen Füßen den Boden berührt.
Wenn ein Kämpfer durch einen Treffer (kein Ausrutschen oder Fussfeger) zu Boden geht, wertet der Ringrichter den Niederschlag als Knockdown und sagt dies mit dem Kommando "Down" an. Bei einem Knockdown muss sich der nicht angeschlagene Kämpfer in die neutrale Ecke begeben. Ab dann zählt der Ringrichter für den angeschlagenen Kämpfer bis 10. Schafft es dieser nicht, bis dahin fest zu stehen und seine Kampfhaltung einzunehmen, gilt der Knockdown als KO. 3 Knockdowns resultieren in einem TKO (der dritte Knockdown wird nicht mehr angezählt). Ausrutschen oder ein Fussfeger zählen nicht als Knockdown (Entscheidung des Ringrichters). Bei einem Knockdown wird mindestens bist 8 gezählt („Eight count“). Ein „Standing eight count“ kann vom Ringrichter angewandt werden (wenn einer der Kämpfer angeschlagen ist, aber nicht zu Boden gegangen ist, kann er trotzdem angezählt werden).
Erlaubte und verbotene Techniken
Nicht zulässig sind zum Beispiel das Clinchen oder der Einsatz von Ellbogen (z. B. aus dem Muay Thai) und Würfe (z. B.
Erlaubte Techniken
- Alle Boxtechniken, inkl. Backfist.
- Alle Schläge mit der gepolsterten Fläche des Handschuhs, auch Rückhandschläge
- Tritte mit Schienbein, Spann, Ferse, Fusssohle, / -aussenkante und Kniestösse (auch zum Kopf), auch Drehkicks
- Fussfeger
- Bein Fangen und Ausführen von maximal einer Technik (Schläge, Tritte oder Fussfeger, aber keine Würfe)
- Clinchen mit einer Hand und Ausführen von maximal einer Technik
Verbotene Techniken
Verbotene Techniken (alle nicht „erlaubten Techniken“ - insbesondere folgende):
- Wegdrehen vom Gegner
- Weglaufen
- Alle Angriffe auf die Wirbelsäule, direkt auf Gelenke und den Hinterkopf
- Angriffe zum Unterleib (und der Brust bei Frauen)
- Werfen, Bodenkampf
- Angriffe mit Ellenbogen, Kopfstösse
- Mehr als einmal schlagen oder treten beim Halten von Bein oder Nacken des Gegners oder ganzes Clinchen
- Festhalten der Ringseile
- Passives Kämpfen (ohne Angriffe), auch passives Clinchen und Festhalten
-1 Punkt für Schläge unterhalb der Gürtellinie.
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Ringrichter und ihre Aufgaben
Der Hauptkampfrichter leitet den Kampf und sorgt für die Einhaltung der Regeln. Er ist dafür verantwortlich, dass der Kampf nur dann geführt oder weitergeführt wird, wenn beide Kämpfer absolut kampffähig sind. Beim geringsten Verdacht einer Verletzung oder bei Regelwidrigkeiten muss der Kampf unterbrochen werden. Im Fall des Anzählens muss der andere Kämpfer in eine neutrale Ecke geschickt werden.
Ausrüstung und Vorbereitung
Regeln K-1 Mitzubringen:
- Personalausweis oder Reisepass
- Nachweis Krankenversicherung
- unter 18 Jahren muss außerdem eine Einverständniserklärung vorliegen
- Shorts, Tiefschutz (Männer), Zahnschutz
Vorgeschriebene Schutzausrüstung:
- 10oz Boxhandschuhe (U18 mit Kopfschutz und Schienbeinschonern)
- Mundschutz (Farbe egal) für Ober- oder Ober- und Unterkiefer sind erlaubt.
- Bandagen (Länge max.
Kleidungsvorschrift und Körperhygiene
- Kurze Hose (Kniegelenk sichtbar), Hosenbund muss fest geschnürt sein, keine Reisverschlüsse, Knöpfe, Taschen, keine rutschhemmenden Stellen
- Freier Oberkörper für Männer, enges Shirt oder Top für Frauen, welches die Ellenbogen nicht bedeckt
- Keine Schuhe, keine weitere Ausrüstung wie Knie-, Ellenbogen- oder Fusspads oder Ohrschützer
- Zahnschutz & Tiefschutz (Tiefschutz und Brustschutz für Frauen optional)
- Lange Haare müssen mit einem weichen Haargummi / -band zusammengehalten werden, keine harten Haarklammern etc.
- keine harten Kontaktlinsen
- kein Schmuck
- Finger- und Fussnägel müssen kurz geschnitten sein
Minimales Auftragen von Vaseline im Gesicht wird von den Offiziellen vor dem Wettkampf gemacht. Ansonsten ist jedweder Gebrauch von Vaseline, Ölen und Cremes etc. (z.B. Thaiöl) verboten. D.h. auch, dass der Wettkämpfer und seine Betreuer zu keiner Zeit Vaseline u.a. vor und während der Veranstaltung bei sich führen dürfen.
Weitere wichtige Regeln und Vorschriften
Die Waage ist am Wettkampftag um 10:30, wenn nicht anders angegeben. Anwesenheitspflicht für alle Wettkämpfer, auch die Schwergewichte ohne Gewichtslimit. Nach der Waage findet ein Arztcheck und eine Regelbesprechung statt. Bei der Regelbesprechung müssen ausser den Wettkämpfern auch der leitende Betreuer anwesend sein. Ein weiterer Arztcheck findet direkt nach dem Wettkampf statt. Wettkämpferinnen müssen außerdem nach der Waage einen Schwangerschaftstest machen (ein unbenutzter Schwangerschaftstest ist von den Wettkämpferinnen selbst mitzubringen!).
Pro Wettkämpfer sind 2 Betreuer in der Ecke zugelassen. Die Betreuer dürfen in das Wettkampfgeschehen nicht eingreifen (berühren der Seile, der Kämpfer etc...). Sie dürfen Ringrichter auch nicht ablenken oder in irgendeiner Weise versuchen den Ringrichter zu beeinflussen. Dies gilt ansonsten, wie ein Foul/Regelverstoss des Kämpfers. Keine Kommunikation mit dem Kämpfer, während der Geger in der neutralen Ecke ist. Die Betreuer müssen eine Trinkflasche mit Wasser und ein Handtuch bereithalten.
Bei Tiefschlägen hat der Kämpfer bis zu 5 Minuten Zeit sich zu erholen. Bei anderen Verletzungen geht es sofort nach der Arztfreigabe weiter. Während des Wettkampfs darf der Wettkämpfer nur Wasser zu sich nehmen.
Zusätzliche Informationen
- Falls ein Kämpfer infolge eines Zwischenfalls, einer Verletzung oder wegen Unwohlsein den Kampf nicht fortsetzen kann, entscheidet der Kampfrichter, gegebenenfalls nach Beratung mit dem Artzt und dem Seitenrichter.
- Dieses Regelwerk und der Inhalt dieser Mappe sind Eigentum des IMFA Verbandes. Bei verlangen sind Sie verpflichtet diese Mappe an uns zurück zu senden.
