Kampfsportarten wie Kickboxen ziehen viele Menschen an, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen möchten. Doch wie sieht es finanziell für Kickboxer aus? Kann man davon leben, und welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Die Realität des Profi-Kickboxens
Auch wenn man später was ganz anderes macht, klingt es cool: Boxprofi. „Der frühere Boxprofi“ - es ist ein Siegel für immer. Jedoch: Ist Boxen ein Beruf, von dem man leben kann? Oder bedeutet es nur, dass man den zu Amateurzeiten getragenen Kopfschutz ablegt und das Trikot auszieht?
„Es sollte so sein, dass man vom Berufsboxen leben kann, ist aber nicht immer so“, räumt Thomas Pütz ein. Man müsse unterscheiden zwischen der Situation global und der in Deutschland. Weltweit ist Profiboxen eine große Nummer, „populärer denn je“, in den vergangenen Jahren stand an der Spitze der bestverdienenden Sportler des Planeten mit Floyd Mayweather meist ein Boxer.
Gehälter im Vergleich: Kickboxen vs. andere Sportarten
Floyd Mayweathers Instagram ist ein endloser Katalog von Autos, Geld und Uhren. Ein Zeugnis des amerikanischen Traums. Während Floyd das Gesicht dieses Lebensstils ist, könnte man leicht annehmen, dass die meisten Profiboxer ähnlich leben. Aber das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die folgenden Zahlen veranschaulichen die Gehaltsunterschiede.
Laut Sports Brief verdient ein durchschnittlicher Profiboxer etwa 64.000 US-Dollar pro Jahr, vorausgesetzt, er hat 8 Kämpfe, die ihm jeweils etwa 8.000 US-Dollar einbringen. Im Vergleich dazu verdienen Meisterschaftsfußballspieler laut der Professional Footballer Scouts Association mehr als 250.000 US-Dollar pro Jahr. Spieler der Premier League verdienen im Durchschnitt fast 4.000.000 US-Dollar. Nur die Spieler der niedrigsten Liga verdienen etwa 1000 US-Dollar pro Woche.
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In einer solchen Situation wäre es objektiv fast immer besser, sich dem Fußball zu widmen. Während die bestbezahlten Fußballer und Boxer in Bezug auf das Gehalt in etwa gleichauf sind, spiegelt dies nicht den Durchschnitt beider Sportarten wider. Im Durchschnitt verdienen Boxer deutlich weniger als Fußballer.
Einkommensquellen für Kickboxer
Die Haupteinnahmequelle als Kämpfer ist die Kampfgage. Diese kann zwischen 500 Euro und einer Million liegen. Wie viel man aber tatsächlich bekommt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt aber auch noch andere Einnahmequellen, zum Beispiel durch Sponsorengelder. Und man wird manchmal auch an den Ticketverkäufen für die Kämpfe beteiligt.
Womit ein Boxer sonst noch Geld verdienen kann: Sparring. Allerdings wird man damit nicht reich: Selbst die Klitschkos bezahlten ihren Partnern pro Woche nur 500 Euro (nebst Kost, Logis).
Die Rolle von Verbänden und Promotionen
Die 90er-Jahre und das 21. Jahrhundert in seinen Anfängen waren die goldene Ära des Berufsboxens in Deutschland. Doch als ZDF und ARD ihre Verträge nicht verlängerten und aus dem Boxen ausstiegen, war Universum nicht mehr existenzfähig. Heute ist der einstige Universum-Rivale Sauerland - mittlerweile in zweiter Generation geführt - der Branchenprimus, die Magdeburger SES dahinter.
Für die Zuschauer ist es freilich auch schwer, den Überblick zu behalten mit der durch die Vielzahl von Weltverbänden (fünf große, diverse kleine) entstandene Titelflut. Weltmeister, Interims-Weltmeister, Interkontinentalmeister, Kontinentalmeister. Allein in den kommenden Monaten sind weltweit 219 Kämpfe angesetzt, in dem es um mindestens eine nationale Meisterschaft geht. Es ist inflationär.
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Der steinige Weg zum Erfolg
Da Boxen kein Mannschaftssport ist, ist es Sache des Einzelnen, Interesse für sich selbst zu wecken. Im Allgemeinen gibt es drei Möglichkeiten, dies zu erreichen. Alternativ könnten Sie Ruhm dadurch erlangen, dass Sie einfach ein fantastischer Profiboxer sind, der jeden Gegner bei jeder Gelegenheit zerstört und so für Intrigen sorgt. Schließlich können Sie sich durch Reden dazu durchringen, mit dem Boxen viel Geld zu verdienen.
Das Problem bei all diesen Methoden ist jedoch, dass sie alle unglaublich schwierig sind. Die meisten davon erfordern Geld, Verbindungen oder Glück. Wenn Sie keine Tickets verkaufen können, werden Sie im Wesentlichen nur sehr wenig Geld verdienen.
Beispiel Tim Müller: Einblick in eine deutsche Kickbox-Karriere
Der Villinger Tim Müller ist einer der besten deutschen Kickboxer und erklärt, was einer Profikarriere im Weg steht. Oftmals erhalte ich Peanuts als Preisgeld. Das reicht dann meist nur für Hotel und Spesen. Es ist nicht so wie beim Boxen, wo man schon als Amateur in der Bundesliga gutes Geld verdient“, erklärt der Modellathlet.
Ein weiteres Problem bestehe in der Vielzahl der Verbände, die alle auf eigene Faust operieren. Müller: „Gäbe es nur eine Organisation, wäre es für mich zwar schwerer, Titel zu gewinnen. Der Villinger hat sich ob der ungewissen sportlichen Perspektive bereits beruflich abgesichert.
„Ich bin gelernter Industriekaufmann und absolviere nebenbei eine Fortbildung zum Betriebswirt, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Daneben habe ich noch eine Freundin und das Kickboxen. Ich versuche, alles unter einen Hut zu bringen. Wenn ich Profi werden will, müsste ich viel mehr Zeit für das Training aufbringen. Diese Zeit habe ich aber nicht.“
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MMA als Alternative?
Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Die UFC Kämpfer am unteren Niveau verdienen ca. 10.000 - 30.000 US Dollar pro Kampf.
Der Weg zum MMA-Profi
Es gibt keine genaue Zeitspanne, die man braucht, um ein professioneller Kämpfer zu werden. Die Lernfähigkeit ist bei jedem unterschiedlich. Aber man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.
Wenn Du bei einer dieser besser bezahlten MMA-Organisationen mitmachen willst, musst Du erst einmal klein anfangen. Das bedeutet, dass Du einige MMA Kämpfe als irgendwo vor Ort bestreiten müssen.
Katharina Dalisda: Eine deutsche MMA-Kämpferin
Katharina Dalisda ist professionelle MMA-Fighterin. Von den insgesamt 13 Profikämpfen, die sie bisher hatte, gewann sie zehn. Im September gewann sie als erste Deutsche den “Oktagon MMA”-Titel im Strohgewicht, bis 52,2 Kilogramm.
Ich trete oft in Deutschland an, reise aber auch in andere Länder. Ich habe zum Beispiel schon in London, in der Slowakei oder in Tschechien gekämpft. Die Königsklasse des MMA befindet sich aber in den USA: die Ultimate Fighting Championship, kurz UFC.
„Ich trainiere zehnmal die Woche, also wochentags meistens zweimal am Tag. Mein ganzes Leben ist zu hundert Prozent auf den Sport ausgerichtet. Nach dem Training achte ich darauf, mich zu regenerieren und sinnvoll zu essen.“
Die Rolle des Trainers und des Gyms
Kein ordentliches MMA Gym wird nur einen Trainer haben, denn selbst die besten Profikämpfer werden Dir sagen, dass sie nicht in allem der Beste sind. Dieselben Trainer helfen Dir auch bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung.
Der mit Abstand beste Weg, ein professioneller Kämpfer zu werden, ist die Anmeldung in einem der renommierten MMA Gyms, wenn es eines in Deiner Nähe gibt. Die besten MMA-Gyms auf der ganzen Welt sind eigentlich für die Öffentlichkeit zugänglich.
Alternativen zur aktiven Karriere: Kampfsporttrainer werden
Wenn du Sport liebst, ist die Rolle eines Kampfsporttrainers eine ideale Möglichkeit, deine Leidenschaft voll auszuleben. Großartig ist, dass du als Kampfsporttrainer jeden Tag ausschlafen kannst! Deiner Karriere sind tatsächlich nur wenige Grenzen gesetzt. Ob du lieber auf der Matte stehst oder im Vertrieb arbeitest, bleibt dir überlassen.
Als Ausbilder bist du dafür verantwortlich, die Qualität in unseren Schulen zu sichern und zu verbessern. Unser Ziel ist es, stetig zu expandieren.
Tabellarische Übersicht: Gehaltsvergleich
| Sportart | Durchschnittliches Jahresgehalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Profiboxen | ca. 64.000 US-Dollar | 8 Kämpfe à 8.000 US-Dollar |
| Meisterschaftsfußball | über 250.000 US-Dollar | - |
| Premier League Fußball | ca. 4.000.000 US-Dollar | - |
| UFC (unteres Niveau) | 10.000 - 30.000 US-Dollar pro Kampf | - |
