Die umstrittene Kampfsportart Mixed Martial Arts hat einen tragischen Todesfall zu beklagen.
Aktuelle Todesfälle in der MMA-Szene
Der portugiesische MMA-Kämpfer João Carvalho ist im Alter von 28 Jahren am Montag an den Folgen einer in einem Kampf erlittenen Verletzung gestorben.
Carvalho war zwei Tage zuvor während eines Kampfabends in Dublin in einem Fight gegen den Iren Charlie Ward technisch k. o. gegangen.
Carvalho war nach dem Kampf bei Bewusstsein, 20 Minuten nach dem Abbruch verschlechterte sich sein Zustand aber drastisch.
"Carvalho wurde sofort medizinisch betreut und ins Krankenhaus eingeliefert, wo er sich einer Notoperation des Gehirns unterzog", heißt es in einer Mitteilung seines Vitor-Nóbrega-Teams.
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Nach der OP habe er sich in einem kritischen Zustand befunden, ehe er am Montag um 21.35 Uhr Ortszeit starb.
Der Portugiese Carvalho stirbt zwei Tage nach seinem technischen K.o. gegen einen Teamkollegen Conor McGregors an den Verletzungsfolgen.
Ein weiterer tragischer Fall ist der Tod von Iuri Lapicus, der nach einem Motorradunfall verstarb. In der MMA-Szene galt der 27-Jährige als eines der vielversprechendsten Talente, das eine große sportliche Zukunft gehabt hätte.
Auch der brasilianische Käfig-Kämpfer Guilherme Vasconcelos ist im Alter von nur 38 Jahren verstorben.
Im Alter von nur 28 Jahren starb der Ultimate Fighter Josh Samman.
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Boxer Justin Thornton ist tot. Er starb am Montag wenige Wochen nach einem Championship-Kampf.
MMA-Kämpfer Hakaraia Wilson starb mit 26 Jahren an Neujahr. Eigentlich wollte MMA-Kämpfer Hakaraia Wilson in der neuseeländischen Stadt Gisborne nur ein Musikfestival besuchen. Doch dieser Besuch endete tragisch.
Samir Al Mansouri (†35) ist tot. Der bekannte Trainer ist in der Nacht von Freitag auf Samstag bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen.
Ursachen und Risiken im MMA
Beim Mixed Martial Arts (deutsch: Gemischte Kampfkünste) bedienen sich Kämpfer bei Schlag-, Tritt- und Bodenkampftechniken aus verschiedenen Kampfsportarten.
Dabei bestehen wenige Regelbeschränkungen.
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MMA ist weltweit umstritten, vor allem durch das so genannte "Ground and Pound", dem Schlagen auf Kopf oder Körper des am Boden liegenden Gegners, steht der Kampfsport am Pranger.
Da Gegner auch am Boden attackiert werden dürfen, steht der Sport häufig in der öffentlichen Kritik.
Neben Bandagen und Handschuhen sind Mund- und Tiefschutz die einzigen Protektoren der Kämpfer.
Die Nachricht vom Tod des Ultimate Fighters hat die Mixed-Martial-Arts-Szene geschockt. Nicht nur weil Samman mit seiner sympathischen Art überaus beliebt war, auch weil er ungeheuer viele Talente besaß.
Autopsie und toxikologische Untersuchungen stehen zwar noch aus, doch gegenüber „TMZ.com“ gab Mallak an, dass Drogenmissbrauch sehr wahrscheinlich eine Rolle bei der Todesursache gespielt haben dürfte.
Sammans Schicksal ist auch deswegen so bedrückend, weil mit Box-Weltmeister Tyson Fury soeben ein weiterer Kampfsportler von schweren Depressionen und Drogenmissbrauch berichtete.
Statistiken und Vergleiche
Seit 2007 gibt es laut der irischen Zeitung Mirror 13 bekannte Todesfälle bei Mixed-Martial-Arts-Kämpfen.
In Zusammenhang mit Boxkämpfen kam es zu deutlich mehr tödlichen Zwischenfällen.
Die Manuel Velazquez Collection, ein Datenarchiv für Todesfälle im Boxen, listet 103 tote Sportler allein zwischen 2000 und 2010 auf.
Wissenschaftler in den USA beobachteten, dass die Verletzungsrate beim MMA in etwa auf dem Niveau anderer Kampfsportarten liege, die Gefahr einer Hirnschädigung beim Boxen wahrscheinlich sogar höher sei.
Die Rolle des Schiedsrichters und Kritik
McGregor hatte zuvor kritisiert, dass der Kampf nicht früher abgebrochen worden war: "Der Referee hätte ein wenig auf Zack sein sollen."
MMA im Vergleich zu anderen Kampfsportarten
In den USA ist Mixed Martial Arts längst beliebter als Boxen, weil die Zuschauer die Sportart wegen der verschiedenen Kampfstile und der wenigen Beschränkungen spektakulärer finden.
Auch Frauenkämpfe sind deutlich populärer als im Boxen.
MMA in Deutschland
In Deutschland fristet MMA hingegen immer noch ein Nischendasein.
Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien setzte das Verbot 2010 durch.
Mittlerweile wurde dieses durch das Verwaltungsgericht München jedoch wieder aufgehoben.
Bare Knuckle Fighting
Beim Bare Knuckle Fighting wird ohne Boxhandschuhe geboxt. Das Verletzungsrisiko ist dadurch deutlich erhöht, da weder Faust und Knöchel noch Kopf oder Körper des Gegenübers geschützt sind.
Auch deshalb sind Wettkämpfe in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, nicht erlaubt.
In den USA fand 2018 die erste legale Meisterschaft seit 130 Jahren statt.
Tabelle: Vergleich von Todesfällen im MMA und Boxen
| Sportart | Bekannte Todesfälle (seit 2007) | Todesfälle (2000-2010) |
|---|---|---|
| MMA | 13 | Nicht spezifisch erfasst |
| Boxen | Deutlich mehr als MMA | 103 |
