UFC: Echt oder Fake? Eine Analyse des Mixed Martial Arts

In den USA ist Mixed Martial Arts (MMA) längst Mainstream, während es in Deutschland oft als Barbarei angesehen wird. Es gibt viele Kampfsportarten auf der Welt, darunter Boxen, Kickboxen, Karate, Muay Thai, Ringen, Judo, Sambo und Gracie Jiu-Jitsu. Daraus entstand vor zwei Jahrzehnten MMA, abgeleitet vom brasilianischen Vale tudo ("alles geht"), um zu ermitteln, welche Sportart in einem Kampf mit minimalen Regeln am effektivsten ist.

Die bis dahin unbekannte Brutalität der Kämpfe rief schnell Gegner auf den Plan. Tiefschläge, Haareziehen und andere üble Techniken gehörten in den Anfangstagen der UFC genauso dazu wie eine gewisse Untergrundkulturattitüde. Die drei Buchstaben UFC wurden zur Marke. Eine Marke, die trotz immer strengerer Regeln weiterhin für Brutalität, aber eben auch für Unterhaltung stand. Eine Marke, die den Casinobesitzern Frank und Lorenzo Fertitta im Jahr 2001 zwei Millionen Dollar und viele weitere Millionen Risikoinvestment wert war.

Vor wenigen Jahren staunten auch die, die noch nie von diesem oder einem anderen Kampfsport gehört hatten. Für vier Milliarden Dollar verkaufte die langjährige UFC-Muttergesellschaft Zuffa die Mehrheit der Anteile an die Entertainmentgruppe William Morris Endeavor (WME/IMG). Ein Deal dieses Ausmaßes hatte es in der Sportindustrie zuvor noch nicht gegeben. In einer Zeitspanne von 15 Jahren entwickelte sich Mixed Martial Arts immer schneller immer weiter: Die TV-Produktionen wurden perfektioniert, es kamen mehr Zuschauer, Frauenkämpfe etablierten sich, Antidopingregularien wurden eingeführt, die in vielen anderen populären Sportarten gemieden werden.

Stars wie Conor McGregor, Ronda Rousey und Nate Diaz sind mittlerweile gern gesehene Gäste in Talkshows. Rousey etabliert sich trotz ihres überschaubaren schauspielerischen Talents sogar in Hollywood. An den Grenzen der Vereinigten Staaten möchte die UFC aber nicht Halt machen. "Wir glauben, dass die größte Wachstumsmöglichkeit im internationalen Markt steckt, wo MMA einige seiner stärksten Anhänger hat.

Führte die UFC vor zehn Jahren noch wenige Events pro Jahr durch, wird den Anhängern nun fast jede Woche eine Veranstaltung geboten. Eine größere Expansion nach Europa oder Asien blieb dabei nicht aus, um auch dort Präsenz zu zeigen. Heute produziert kein Unternehmen weltweit mehr Pay-per-View-Events. Kämpfe werden in 156 Ländern und in 29 Sprachen übertragen. 2009 debütierte die UFC in Deutschland, drei weitere Kampfabende folgten. An diesem Samstag ist die UFC in Hamburg zu Gast.

Lesen Sie auch: Eine Analyse des Wrestlings

Mit Josh Barnett und Andrei Arlovski treten zwei Veteranen des Sports im Hauptkampf gegeneinander an. Beide waren schon Profis, als die UFC noch um Anerkennung in den USA kämpfte. Die Reise nach Deutschland ist auch eine Reise in die Vergangenheit. Hierzulande ist Mixed Martial Arts trotz einer wachsenden Fangemeinde und einer wachsenden Gruppe an Aktiven keineswegs unumstritten.

2010 widerrief der Fernsehausschuss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien die Genehmigung für Formate, die das damalige in Ismaning ansässige DSF (heute Sport1) regelmäßig Samstagnacht ausstrahlte. Der Fernsehausschuss hält die genannten Formate durch die Massivität der gezeigten Gewalt für nicht akzeptabel. Die ersten 20 Minuten dieses Films enthalten mehr Gewalt als Ultimate Fighting und die Hälfte der Filme die beschlagnahmt sind zusammen, es werden Gefangene erschossen, Leute zersplattert und und und...

Einige Kritiker argumentieren, dass die gezeigte Gewalt inakzeptabel sei und gegen die Menschenwürde verstoße. Andere wiederum verteidigen die UFC als eine Sportart, die von trainierten Athleten mit klaren Regeln ausgeübt wird. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich des Jugendschutzes, da die Sendungen oft erst spät in der Nacht ausgestrahlt werden.

Das Regelwerk der UFC ist über die Jahre sehr umfangreich geworden. Der Käfig mag martialisch anmuten, erfüllt aber den gleichen Zweck wie ein klassischer Ring. Das ganze ist über die Jahre in den Staaten zu einem riesen Verkaufsschlager geworden. Es wird alles sehr professionell durchgezogen. Die Aktionen erfordern einen ausgezeichneten Fitness-Zustand, eine Top-Form, ein taktisches Verständnis und viel Leidensfähigkeit.

Bei der UFC ist alles echt weder die Sieger der Kämpfe sind geplant, noch ist das Blut Fake, bei der ufc ist alles echt. MMA-Kämpfe sind nicht gespielt. Es werden auch Aufgabegriffe verwendet, die keine Schäden am Gehirn verursachen. Sobald ein Kämpfer bewusstlos ist, wird auch der Kampf beendet. Überdies hat auch das Team und der Arzt das Recht einen Kampf zu unterbrechen und zu beenden.

Lesen Sie auch: Hinter den Kulissen des Wrestling

Unsportliches Verhalten, Festhalten der Finger, Griffe in Mund, Nase und Auge, Shorts greifen und Knie gegen einem am Boden liegenden Gegner zu nutzen, sind immer verboten. Es ist leicht, MMA-Kämpfe verachtenswert zu finden. Die beiden Kämpfer umspielen einander, tänzeln auf den Fußballen. Peter "Pimp" Gabal, ein tschechischer Berufskämpfer, der von den sehnigen Beinen bis zu den Blumenkohlohren genauso aussieht, wie man sich einen Berufskämpfer vorstellt, hält mit der Ruhe des Routiniers die Ringmitte. Die Menge, die gerade noch die beiden Kämpfer johlend begrüßt hat, ist mit Kampfbeginn verstummt.

Anders als beim Wrestling sind die Kämpfe in der UFC nicht gescriptet. Wrestling ist ein Show-Kampf, eine Mischung aus Theaterstück und Kampf. Deshalb sehe ich Wrestling auch nicht als Kampfsport sondern als eine Form des Entertainments. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es Moves gibt die einen untrainierten ins Krankenhaus befördern könnten.

Betrachtet man aber die kleineren Kämpfer einzeln, so verdienen sie abhängig von ihrem Können und von ihrer Organisation unterschiedlich. Der Verdienst kann bei 500 € beginnen und bis zu über 20.000 € pro Kampf liegen. Außerdem empfehlen viele zu Beginn einige Amateurkämpfe zu bestreiten, um Erfahrung zu sammeln.

Bei Wettkämpfen werden meistens 4 Oz. Handschuhe verwendet, zum Trainieren sollte man sich jedoch 6 oder 8 Oz. Zu lose Handschuhe sollten vermieden werden, sie könnten abrutschen, zu enge könnten jedoch offensichtlich unbequem werden.

Die UFC hat sich von ihren brutalen Anfängen zu einer professionellen Sportliga entwickelt, die weltweit übertragen wird. Trotz der Kontroversen um die gezeigte Gewalt bleibt die UFC eine populäre und wachsende Sportart.

Lesen Sie auch: WWE unter der Lupe: Show vs. Sport