Wrestling: Echt oder Fake – Fakten hinter den Schauprügeleien

Wrestling ist ein Phänomen, das seit Jahrzehnten die Massen begeistert. Doch wie viel Realität steckt hinter den scheinbar brutalen Kämpfen? Ist es ein Sport, eine Kunstform oder einfach nur eine gut inszenierte Show?

Der Kampf zwischen Realität und Inszenierung

Wrestling-Kämpfe sind Schauprügeleien, bei denen mit maximaler Künstlichkeit größtmögliche Brutalität simuliert wird. Jeder weiß um die Inszenierung, das macht das Treiben so amüsant abstrakt. Es sind Figuren, nicht Menschen, die einander da schlagen und würgen und treten und tackeln. Wrestling ist reiner Pop-Firlefanz. Die absolute Entkopplung von der Realität. Politik ist das eher nicht.

Die Kämpfer sind gut trainierte Athleten, die ihr Handwerk verstehen. Sie beherrschen akrobatische Einlagen und spektakuläre Würfe, die das Publikum in Staunen versetzen. Doch die Kämpfe selbst sind choreografiert und die Ergebnisse im Voraus festgelegt. Es geht darum, eine Geschichte zu erzählen und die Zuschauer zu unterhalten.

Ein wichtiger Bestandteil der Wrestling-Shows ist der sogenannte Trash-Talk. Die vor dem Kampf zu absolvierende verbale Erniedrigung des Gegners. Man baut da viel fiktiven Hass auf - erneut: nicht auf den realen Menschen, sondern auf die Figur, die einem im Ring gegenübertreten wird. Auch das bereits: niederschwellige Entmenschlichung in einer Pop-Welt.

Wrestling Awards 2020: Eine Übersicht

Die Leser des Wrestling Observer Newsletters und F4WOnline haben die jährlichen Awards vergeben. Die Wahl umfasst Fans, Experten/Journalisten und Wrestler und ist keine Kayfabe-Wahl. Hier eine Übersicht der Gewinner in den wichtigsten Kategorien:

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AwardGewinner
Lou Thesz/Ric Flair Award (Wrestler des Jahres)Jon Moxley
Mixed Martial Arts Most Valuable (Wertvollster MMA Fighter)Khabib Nurmagomedov
Most Outstanding Wrestler (Bester Wrestler)Kenny Omega
Most Outstanding Fighter of the Year (Bester MMA Kämpfer)Israel Adesanya
Tag Team of the Year (Tag Team des Jahres)Young Bucks (Matt & Nick Jackson)
Best on Interviews (Bestes Mic-Work)Eddie Kingston
Promotion of the Year (Promotion des Jahres)All Elite Wrestling
Best Weekly TV Show (Beste wöchentliche TV-Show)AEW Dynamite
Pro Wrestling Match of the Year (Bestes Wrestlingmatch des Jahres)Young Bucks vs. Kenny Omega & Adam Page

Die Rolle von KI und Fake News

In der heutigen Zeit spielen Künstliche Intelligenz (KI) und Fake News eine immer größere Rolle. KI-generierte Bilder und Videos können täuschend echt wirken und die öffentliche Meinung beeinflussen. So kursieren beispielsweise vermeintlich historische Bilder in sozialen Netzwerken, die tatsächlich von KI erstellt wurden. Diese Fälschungen können dazu führen, dass falsche Informationen als historische Fakten angesehen werden.

Die Strategie, Künstliche Intelligenz für unliebsame Inhalte verantwortlich zu machen, wird in der Politik zunehmend populär. KI ist schließlich keine Person, kann nicht bewusst Informationen durchsickern lassen oder Klage einreichen. Und sie macht Fehler - ein Glaubwürdigkeitsproblem, das es erschwert, im Zeitalter der Fehl- und Desinformation Fakten von Fiktion zu unterscheiden.

„Wenn die Öffentlichkeit das Vertrauen verliert in das, was sie hört und sieht, und die Wahrheit zu einer Frage der Meinung wird, geht die Macht an diejenigen über, deren Meinungen am prominentesten sind - und stärkt dadurch bestehende Autoritäten“, schrieben die Forschenden im Journal „California Law Review“.

Die Diskussion sei bereits vor 25 Jahren durch die Digitalisierung der Fotografie geführt worden. „Da haben sich alle Sorgen gemacht, dass alles manipuliert werden könnte.“ Die Geschichtsschreibung der Zukunft werde sich durch KI-Fotos nicht verändern.

Die Gefahr der Abstraktion von der Realität

Donald Trump hat mit seinem Verhalten einen Grad der Abstraktion von der Wirklichkeit erreicht wie zumindest kein demokratisch gewählter Präsident vor ihm. Er wirkt entkoppelt vom Amt, entkoppelt vom Staat, entkoppelt vom Narrativ der Rationalität. Trump steht immer weniger für Washington, für die Regierung, für amerikanische Realpolitik. Trump steht nur (noch) für Trump.

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Es dürfte kein Zufall sein, dass die Künstlerin Kathy Griffin aus Protest gegen den US-Präsidenten - gegen alle Regeln von Geschmack und Anstand - zur simulierten Enthauptung gegriffen hat. Womöglich fühlte es sich für sie tatsächlich bereits nicht mehr an wie reale Gewalt gegen einen realen Menschen mit einer Ehefrau und einem minderjährigen Sohn.

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