Kampfsport ist bei vielen Sportlern sehr beliebt. Es gibt unterschiedliche Disziplinen mit jeweils ganz eigenen Regeln. Boxen und Mixed Martial Arts (MMA) sind zwei sehr beliebte Kampfsportarten, die sich in einigen Punkten ähneln und in anderen auch sehr stark unterscheiden. Der folgende Ratgeber beschäftigt sich mit Boxen und Mixed Martial Arts (MMA) und erläutert, wie sich diese beiden Sportarten unterscheiden. Denn neben einigen Gemeinsamkeiten gibt es auch viele Unterschiede.
Was ist MMA?
Zunächst einmal sei gesagt, dass MMA viele unterschiedliche Kampfsportarten miteinander kombiniert. Daher finden sich auch Elemente aus dem Boxsport wieder.
Man kann "Mixed Martial Arts" (MMA) ruhig als eine aus verschiedenen Sportarten zusammengesetzte Kampfkunst übersetzen. Die Mischung: Die Kämpfer benutzen Techniken des Boxens, des Kickboxens, des Ringens, des Jiu-Jitsu, des Judo und aller anderen denkbaren Kampfsportarten.
Die Kampfphilosophien vieler Kampfsportarten werden in Mixed Martial Arts oder MMA kombiniert.
Was ist Boxen?
Die wohl bekannteste Kampfsportart neben dem Ringen ist das Boxen. Dabei schlagen zwei Personen über einen bestimmten Zeitraum aufeinander ein. Sie tragen Schutzausrüstungen wie Mundschutz, Bandagen und Boxhandschuhe.
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Der Boxsport ist bereits sehr alt und wurde zum ersten Mal im 17. Jahrhundert in England durchgeführt. Allerdings trugen die Sportler damals noch keine Handschuhe und auch keine Bandagen. Stattdessen lagen die Fingerknöchel frei. Das wäre heute so nicht mehr denkbar.
Unterschiede zwischen MMA und Boxen
Dennoch unterscheiden sich die beiden Sportarten in vielen Punkten:
- Handschuhe und Haltung: Im Boxsport tragen die Sportler deutlich größere Handschuhe. Dadurch können sie die Haltung so auslegen, dass sie sich sozusagen hinter diesen verstecken. Im MMA ist das so nicht möglich. Daher muss eine andere Haltung eingenommen werden.
- Angriffe: Im Boxsport gehen die Angriffe immer nur von den Händen aus. Beim MMA können dagegen auch die Beine für den Angriff genutzt werden. Zudem sind auch Takedowns erlaubt. All das müssen die Kämpfer beachten und sich so aufstellen, dass sie dem Gegner eine möglichst geringe Angriffsfläche bieten. Aus diesem Grund sieht man auch nur sehr selten einen MMA-Kämpfer, der seine Deckung durchgehend oben hat.
- Beinarbeit: Darüber hinaus stehen die Beine auch anders bei Boxern. Aufgrund der Takedowns und der Kicks können MMA-Kämpfer gar nicht so leichtfüßig arbeiten.
- Clinchen: Viele Boxer clinchen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Klitschko-Brüder. Aufgrund ihrer hohen Reichweite hielten sie sich immer wieder an ihren Gegnern fest, wenn der ihnen zu nah kam. Was nicht besonders fair war, wurde zumindest meistens von den Ringrichtern erlaubt. Im MMA ist das ganz anders. Denn dort unterbricht der Referee eine solche Situation nicht. So sind in einer Situation auch Schläge und Tritte erlaubt. Das Clinchen ist daher im MMA kein Vorteil.
- Schläge und Tritte: Wie bereits erwähnt, vereint MMA mehrere Sportarten. Dadurch kommen auch viele unterschiedliche Schläge und Tritte zum Einsatz. Viele Sportler stammen ursprünglich aus dem Taekwondo, Jiu-Jitsu, Kickboxen oder auch aus dem Muay Thai.
- Regeln: Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Boxsport und MMA sind die Regeln. In Letzterem sind deutlich mehr Dinge erlaubt. So sind zum Beispiel Angriffe auf den Genitalbereich oder das Beißen des Gegners verboten. Im Boxsport gibt es dagegen deutlich mehr Regeln. Zum Beispiel darf nicht getreten werden und Takedows werden unterbrochen. Beides kann sogar einen Punktabzug zur Folge haben.
- Arena: Wesentlicher Unterschied : MMA meistens im Octagon. Boxen immer im Boxring.
Vor- und Nachteile von Boxen
- Bessere Verteidigung: Im Vergleich zu MMA-Kämpfern können Boxer viel besser ausweichen, blocken, parieren und mit den Schlägen rollen. Die Boxer verfügen daher über eine viel bessere Schlagtechnik. Außerdem ist eine bessere Technik gleichbedeutend mit mehr Kraft.
- Bessere Handgeschwindigkeit: Die Muskeln von Boxern sind viel mehr an die Schläge gewöhnt; daher sind ihre Schläge viel schneller.
- Bessere Beinarbeit: Die beste Beinarbeit aller Kampfsportarten findet man beim Boxen.
- Besserer Jab: Der Jab ist der wichtigste Schlag im Boxen. Wenn ein Boxer gegen einen MMA-Kämpfer antritt, wird das seine Hauptwaffe sein.
Vor- und Nachteile von MMA
- Leg Kicks: Weil die Boxhaltung leicht seitlich ist, ist es schwierig für den Boxer, die Beinkicks zu kontern. Bei einem MMA-Kampf werden seine Beine durch die Kicks getroffen.
- Takedowns und Submissions: Für einen MMA-Kämpfer ist der Takwdown die beste Waffe gegen einen Boxer. Er kann dann eine Vielzahl von Techniken anwenden, z. B. Ground and Pound, Würgen, Armhebel usw. Der MMA-Kämpfer wird leichtes Spiel haben, weil der Boxer nicht weiß, wie er sich am Boden schützen kann.
MMA und Boxen im Vergleich
Beide Sportarten sind auf ihre ganz eigene Weise spannend. Dennoch ist MMA immer sehr intensiv, während im Boxsport häufig auch taktisch agiert wird. Wenn einer der Kämpfer immer wieder den Schlägen oder Tritten des Gegners ausweicht, kann dieser zum Beispiel versuchen, ihn auf den Boden zu befördern und einen Haltegriff anzusetzen.
Trotzdem haben MMA-Kämpfer einen Vorteil, wenn sie möglichst gute Boxfähigkeiten haben, auch wenn sie eigentlich eher aus anderen Sportarten stammen. Im Mixed Martial Arts sind zumeist diejenigen erfolgreich, die sehr vielseitig ausgebildet sind.
MMA und Boxen sind fantastische Kampfsportarten, je nach deinen Zielen. Obwohl es Vor- und Nachteile hat, beides zu trainieren, führt das MMA-Training oft zu einem vielseitigeren Kämpfer, weil es sowohl Stand-up als auch Bodentraining beinhaltet.
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Welche Kampfsportart ist effektiver für die Selbstverteidigung?
Wenn es um Selbstverteidigung geht, bietet MMA im Vergleich zum Boxen eine größere Auswahl an Waffen. Ein großer Teil des MMA besteht aus Boxen. Schläge sind meistens für das Ende eines Kampfes verantwortlich, und Boxen ist die Sportart, bei der du am besten lernst, Schläge einzusetzen und zu vermeiden.
Welche Kampfsportart soll ich wählen?
Es gibt keinen „überlegenen“ Kampfsportstil, das möchten wir klarstellen, bevor wir fortfahren. Jeder Kampfkunststil, egal über welchen du sprichst, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Wenn es um Boxen geht, sind Boxer überlegen. Wenn es um MMA geht, sind MMA-Kämpfer besser. Die Kampfsportart, die du am meisten praktiziert hast, ist die ideale. Aufgrund ihres einzigartigen Körperbaus und ihrer körperlichen Eigenschaften wird jede Person mehr von einer bestimmten Kampfkunsttechnik profitieren.
Wenn du keine Erfahrung mit Kampfsportarten hast, ist Boxen vielleicht der bessere Einstieg für dich. Es hat nur eine stehende Haltung und hält sich an strengere Richtlinien. Für neue Wettkämpferinnen und Wettkämpfer ist das einfach, weil sie sich leicht daran gewöhnen können. Sie müssen jedoch Körper, Kraft, Geschwindigkeit und Griffkontrolle entwickeln. Das Wichtigste ist, sich seiner Grenzen bewusst zu sein. So kannst du dich auf die Boxbewegungen konzentrieren, die dir helfen, dich in einem Kampf durchzusetzen.
Du kannst davon profitieren, MMA dem Boxen vorzuziehen, wenn du bereits Erfahrung in mehr als einer Kampfsportart hast. MMA lehrt dich, deine Schwächen zu erkennen und gibt dir Hinweise, wie du sie verbessern kannst, damit du dich zu einem vielseitigen Kämpfer entwickeln kannst. Dadurch wirst du zu einem stärkeren Kämpfer.
Du kannst selbst entscheiden, welche Art von Kämpfer du sein möchtest. MMA ist zum Beispiel die richtige Sportart für dich, wenn du dich zu einem vielseitigen Kämpfer entwickeln willst; ansonsten ist Boxen die bessere Wahl. Es kommt darauf an, wie geschickt du als Kämpferin oder Kämpfer bist und wie du deine Fähigkeiten einsetzt, um effizienter zu sein, wer sich in einem Kampf durchsetzen würde. Ein Kampfstil verbessert sich durch Wiederholung und Übung.
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MMA in Deutschland
Am Samstag lässt das amerikanische Unternehmen UFC in der Kölner Lanxess-Arena sein erstes großes kontinentaleuropäisches MMA-Event steigen. Prompt, beinah pawlowsch, gibt es Verbotsforderungen.
Die Entscheidung des Jugendamtes, nur erwachsene Zuschauer zum Käfigkampf in Köln zuzulassen, ist richtig. Mixed Martial Arts ist ein Sport, den es zu ächten gilt. Verbieten? Warum nicht. Es gibt noch durchaus mehr Sportarten, die auf den Prüfstand gehören.
Die Rolle des Cutman
In der Welt der Kampfsportarten hat jede Funktion ihre spezifische und grundlegende Bedeutung. Unter diesen nimmt der Cutman eine einzigartige Stellung ein, die entscheidend dafür ist, die Sicherheit der Kämpfer zu wahren und den Verlauf des Kampfes zu gewährleisten.
Der Cutman spielt eine essenzielle Rolle in Kampfsportarten wie MMA und Boxen. Seine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass der Athlet weiterkämpfen kann, indem er schnell Verletzungen, Schwellungen und andere Blessuren behandelt, die während des Kampfes auftreten. Um Cutman zu werden, benötigt man eine Kombination aus technischen Fähigkeiten und Ruhe in Stresssituationen. Innerhalb weniger Sekunden müssen sie Schnittwunden, Schwellungen und Blutungen behandeln und dabei präzise Techniken anwenden.
Die Arbeit des Cutman kann sich zwischen MMA und Boxen unterscheiden. In ersterem Fall ist der Kämpfer unterschiedlichen Schlägen wie Ellbogenstößen und Tritten ausgesetzt, die oft tiefere Platzwunden verursachen. Außerdem sind in den MMA die Runden kürzer, was weniger Zeit für Eingriffe lässt.
