Kampfsportarten haben in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen. In diesem Kampfsport-Guide stellen wir dir die beliebtesten Kampfsportarten im Überblick vor. Wer heute Kampfsport ausübt, möchte oft außerdem die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein stärken.
Welche Kampfsportart die bessere ist und effektiver hängt meiner Meinung nach gar nicht von der Kampfsportart an sich ab, sondern vom Kämpfer. Denn die wahre "Größe" eines Kämpfers hängt auch davon ab, was passiert, wenn er mal einen Schlag nehmen muss.
Hier ein Überblick über verschiedene Kampfsportarten:
Boxen
Boxen ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Sportarten der Welt und wird sowohl als Amateursport als auch als Profisport betrieben. Es ist eine komplexe Sportart, die sowohl körperliche Fitness als auch Geschicklichkeit und Technik erfordert.
Boxer treten in einem Ring gegeneinander an und versuchen, ihre Gegner durch Schläge mit den Fäusten zu besiegen. Boxen hat sowohl körperliche als auch mentale Vorteile und ist eine hervorragende Möglichkeit, sich fit und gesund zu halten. Es erfordert Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Technik und kann helfen, Selbstvertrauen und Selbstdisziplin zu entwickeln.
Lesen Sie auch: Mehr über Karate
Beim modernen Boxen versuchen die Sportler und Sportlerinnen Schläge auf den gegnerischen Kopf oder den Oberkörper zu landen, um Punkte zu erzielen oder einen Kampf durch K. O. zu gewinnen. Schläge auf den Kopf oder andere empfindliche Körperteile sind auch mit angemessener Schutzbekleidung gefährlich. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland das Leichtkontaktboxen. Hier sind harte Schläge verboten, um Verletzungen zu vermeiden. Es gibt keinen K. O.: Über Sieg und Niederlage wird ausschließlich nach Punkten entschieden.
Karate
Karate ist eine japanische Kampfkunst, die vor allem auf Faust- und Fußtechniken basiert. Es geht um Selbstverteidigung und die Entwicklung von Körper, Geist und Charakter.
Karate-Schüler lernen, ihre Muskeln und Gelenke zu kontrollieren und zu koordinieren, um schnelle und präzise Angriffe und Verteidigungen auszuführen. Es gibt verschiedene Stile und Schulen von Karate, die sich in ihrer Schwerpunktsetzung und Technik unterscheiden können.
Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.
Weitere Kampfsportarten im Überblick
- Kickboxen: Eine Kampfsportart, die Elemente aus Boxen und Karate vereint.
- Jiu-Jitsu: Eine japanische Kampfkunst, die sich vor allem mit Bodenkampftechniken beschäftigt.
- Judo: Eine japanische Kampfsportart, die hauptsächlich auf Würfen, Hebeln und Haltegriffen basiert.
- Taekwondo: Eine koreanische Kampfsportart, die sich hauptsächlich auf Tritte und Schläge konzentriert.
- Mixed Martial Arts (MMA): Eine moderne Vollkontaktsportart, die Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten vereint.
- Krav Maga: Eine israelische Selbstverteidigungstechnik, die Elemente aus verschiedenen Kampfkünsten umfasst.
- Aikido: Eine japanische Kampfkunst, die sich auf die Verwendung von Hebeln, Würfen und Haltegriffen konzentriert.
- Capoeira: Eine brasilianische Kampfkunst, die Akrobatik, Musik und Bewegungen aus verschiedenen Kampfstilen verbindet.
Technische Unterschiede bei Kampfsportarten
Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen. Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten. Eigene Attacken werden nicht in voller Härte ausgeführt (zum Beispiel beim Aikido). Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen. Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.
Lesen Sie auch: Rapserdflöhe bekämpfen mit Karate Zeon
Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern . Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.
Kampfsport und Gesundheit
Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischen Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.
Mitgliederzahlen im Kampfsport steigen
In den vergangenen neun Jahren haben sich die Mitgliederzahlen in Brandenburg beim Kickboxen und Boxen fast verdoppelt, zeigt die Mitgliederstatistik des Landessportbundes Brandenburg (Kickboxen 2015: 446; 2024: 1109; Boxen 2015: 1.163; 2024: 1.866). Über alle Kampfsportarten verteilt - also auch inklusive Judo, Karate oder Taekwondo - sind es rund 21 Prozent mehr Vereinsmitglieder als noch 2015 (2015: 14.125, 2024: 17.090).
Auch in Berlin ist die Zahl der Mitglieder in den Landesfachverbänden von Kampfsportarten gestiegen. Verzeichnete der Landessportbund Berlin 2014 noch rund 20.500 Mitglieder, waren es 2024 mittlerweile rund 25.500 Mitglieder.
Viele Sportvereine bieten altersgerechte Trainigsmöglichkeiten an, die die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigen. Generell ist jede Kampfsportart für alle Altesrgruppen geeignet: Kinder lernen ihren Körper und körperliche Koordination besser kennen. Älteren Menschen kann Kampfsport helfen, körperliche Fähigkeiten aufrechtzuerhalten.
Lesen Sie auch: Die Lehre im Karate Dojo
Allerdings beanspruchen bestimmte Kampfsporttechniken den Bewegungsapparat stark. Bei Rücken- und Gelenkproblemen ist Kampfsport daher nur bedingt zu empfehlen. Außerdem sollten schwangere Frauen bedenken, dass Kampfsport mit einer Sturzgefahr verbunden ist und vor allem bei „harten“ Disziplinen Tritte und Schläge die Kindesgesundheit gefährden. Auch für Menschen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen ist in jedem Fall eine ärztliche Beratung und Untersuchung vor dem ersten Training sinnvoll.
Es gibt viele verschiedene Kampfsportarten zur Auswahl, und jede hat ihre eigenen Vorteile und Schwerpunkte. Egal, ob du Gewicht verlieren, deine Fitness verbessern oder Selbstverteidigung erlernen möchtest, es gibt eine Kampfsportart, die perfekt zu deinen Bedürfnissen passt.
