Der Universitäts- Judo- und Kampfsportclub Potsdam (UJKC) ist 1994 aus dem Universitätssportverein Potsdam entstanden. Er ging aus der Hochschulsportgemeinschaft der Pädagogischen Hochschule (HSG PH) hervor, deren jahrelanger Leiter Dr. Erhard Buchholz war. Der UJKC ist für den Judosport in Potsdam verantwortlich.
Die Anfänge und Entwicklung
Judo gehört zu den jüngeren Sportarten an der Potsdamer Eliteschule des Sports. Erst nach 1990 wurde es möglich, Judoka einzuschulen. Zahlreiche Sportler kämpften und kämpfen in den Nationalmannschaften des Deutschen Judo Bundes und errangen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.
Die Ära Yvonne Bönisch
Der 16. August 2004 war der bislang bedeutendste Tag im Leben der Yvonne Bönisch. Im olympischen Finale von Athen besiegte die 23-jährige Judokämpferin in der Klasse bis 57 Kilogramm die Nordkoreanerin Sun Hui Kye und gewann die erste Goldmedaille für die deutsche Mannschaft. Yvonne Bönisch wurde am 29. Dezember 1980 in Ludwigsfelde, Kreis Zossen, geboren. Mit sieben Jahren begann sie beim JV Ludwigsfelde mit dem Judo-Sport. Zwei Jahre nach ihrem Wechsel zum Universitäts- Judo- und Kampfsportclub Potsdam (UJKC) erkämpfte Bönisch ihren ersten großen Erfolg. Sie wurde 1995 Siegerin bei den Deutschen Meisterschaften der U19. Ihren größten Erfolg errang sie 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen. Seit 2009 arbeitet Yvonne Bönisch als Trainerin beim UJKC Potsdam. Nebenher studierte sie drei Jahre an der Trainerakademie in Köln und beendete das Studium 2012 als Diplom-Trainerin. Seitdem ist sie als hauptamtliche Cheftrainerin tätig. Außerdem wurde sie im Januar 2013 Landestrainerin in Brandenburg. Im Oktober 2013 schloß sie ihr Studium als Bachelor im Sportmanagement ab, das sie an der Fachhochschule ESAB Potsdam absolvierte.
Dort erfuhr die Nation unter anderem, dass Yvonne Bönisch ihren fast 20 Jahre älteren Trainer und Lebensgefährten Axel Kirchner liebt, im Sparmarkt ihrer Mutter für 950 Euro im Monat arbeitet und einen Rauhaardackel namens Ronja Gassi führt. Einen besonders glücklichen Eindruck machte die Olympiasiegerin im ungewohnten Rampenlicht allerdings nicht.
Axel Kirchner weiß es genau. Es sind 580. Sätze, die viel Lebenserfahrung auf den Punkt bringen. Viel Spaß bereitet der Weg zum UJKC. Er bringt Aufmerksamkeit und ist leicht, effektiv umzugehen oder sehr dicke Bücher zu lesen. Er hat klar strukturierte Tagesabläufe.
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Erfolge in der Bundesliga
Seit 1998 kämpfen die Frauen des Vereins in der ersten Bundesliga. Nachdem sie 2003 Deutscher Vizemeister waren, konnten sie 2005 erstmalig den Titel erkämpfen. Jahr darauf nahmen sie an den Europameisterschaften der Frauenmannschaften teil und wurden Vizeeuropameister vor heimischem Publikum. 2007 holten sie vor begeistertem Publikum in der eigenen Halle zum zweiten Mal den Titel des Deutschen Meisters. 2007 und 2008 errang die Vereinsmannschaft den 1. Platz. Die Frauenmannschaft des UJKC errang 2005 erstmals den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters in der 1. Bundesliga und wiederholte dies 2007 und 2008. Mannschaftserfolg erkämpften die Frauen 2006, sie wurden Vizeeuropameister der Vereinsmannschaften. Die Männermannschaft gewann 2012 Bronze in der 1. Bundesliga.
Auch die Männermannschaft konnte 2003 erstmals in die 1. Judo-Bundesliga aufsteigen. Sie schlossen das Mittelfeld ab, ehe der bisher größte Erfolg gelang. Es war der Auswärtskampf der Männergeschichte. Durch den knappen Sieg konnte das Team damit erstmals eine Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften gewinnen. 2013 wurde in der Vorrunde der 2. Platz in der Tabelle erkämpft. Es kam zum ”Duell der Herzen” gegen unsere Freunde aus Leipzig. Wir gewannen nach 2007 und 2011 erneut Bronze!
Am Ende war unendlicher Stolz in den Gesichtern. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte erkämpften sich die Judo-Frauen vom Universitäts Judo- und Kampfsportclub (UJKC) Potsdam am Sonnabend den Titel als Deutscher Mannschaftsmeister.
Neben Olympiasiegerin Yvonne Bönisch, die Alexandra Lenk nach nur knapp zwei Minuten von der Matte fegte, war es vor allem UJKC-Gaststarterin Franziska Konitz, die die Weichen schon im Vorfeld stellte. Die 19-jährige Halbschwergewichtlerin war diesmal im Schwergewicht angetreten und setzte die Doppel-Weltmeisterin von Kairo und Vizeweltmeisterin von Osaka, die Britin Karina Bryant, matt.
Toni Becker startete mit einem Sieg im „Golden Score“: In der eigentlichen fünfminütigen Kampfzeit war Severene Pesch nicht zu bezwingen. Auch Franziska Konitz, Yvonne Bönisch und Franziska Pufahl erkämpften Siege, so dass es trotz der Niederlagen von Jeanette Wanke, Julia Basler und Heide Wollert zum 4:3-Sieg reichte. Ein klareres Bild dann im Kampf gegen den JC Leipzig: Toni Becker war hier die einzige, die sich Sabine Goller geschlagen geben musste. Stephanie Schulz, abermals Franziska Konitz, Claudia Malzahn, Julia Basler und Elisa Schmidtke siegten ebenso wie Claudia Ahrens, deren verletzte Gegnerin gleich aufgab.
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Der KSV Esslingen hatte sich in seinem Pool zuvor gegen die PSG Brandenburg und den JC Mönchengladbach durchgesetzt. Toni Becker läutete den Siegeszug gegen den Spitzenreiter der Südstaffel ein; anschließend musste Stephanie Schulz die einzige Niederlage gegen Esslingen hinnehmen. Franziska Konitz gewann ebenso wie Yvonne Bönisch - als Fünfte lag es nun an Franziska Pufahl, den Sieg schon vorzeitig klar zu machen. Gegen Nadine Leinweber gelang dies überzeugend, und der Jubel in der Halle feuerte Julia Basler und Heide Wollert in den letzten beiden Kämpfen nur noch zusätzlich zum Sieg an.
Für Meister-Coach Axel Kirchner dennoch auch ein Moment, in sich zu gehen um zu analysieren, was denn diesen Erfolg ausmachte. „Wir haben ein Team, das nicht zusammengewürfelt ist, keine bloße Legionärstruppe“, so Kirchner. „Unsere Gaststarterinnen sind voll integriert worden, und die Mannschaft ist gemeinsam gewachsen. Viele, die schon Deutscher Meister mit der Jugend und den Junioren wurden, kämpfen auch heute noch bei uns.“ Aber der Erfolg wurde auch getragen vom neuen Umfeld, an dem der Verein gearbeitet hat. Viele Mitglieder bringen sich ein, aus den Wettkämpfen wurden inzwischen wahre professionelle Events.
Die Nachwuchsarbeit
Nicht nur der Leistungssport spielt eine wichtige Rolle im UJKC. In den Trainingsstätten des Vereins trainieren insgesamt 500 Kinder und Jugendliche. Nicht nur dort gewinnen die Nachwuchssportlerinnen und -sportler zahlreiche Medaillen. Die Jugendarbeit des UJKC zählt zu den erfolgreichsten im Land Brandenburg.
Der UJKC Potsdam ist Landesleistungszentrum des Brandenburgischen Judoverbandes. Zurzeit können 7 Sportler in die 7. Klasse eingeschult werden, die die schulischen und sportlichen Kriterien für eine Aufnahme an die Eliteschule des Sports erfüllen.
Ehrung mit dem "Grünen Band"
Dem Nachwuchs gehört die Zukunft - dieses Leitmotiv ist omnipräsent in unserer Gesellschaft und kaum einer würde es widerlegen wollen oder können. Doch in vielen Sportvereinen Brandenburgs gehört dem Nachwuchs nicht nur die Zukunft, sondern bereits auch die Gegenwart. Vier von ihnen sind nun für ihre herausragende Nachwuchsförderung vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Commerzbank mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ 2016 ausgezeichnet worden.
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Der 1. Ju-Jutsu-Verein Bernau, die Handballer des 1. VfL Potsdam 1990, die Bobsportabteilung des SC Potsdam sowie der Universitäts Judo- und Kampfsportclub Potsdam (UJKC), Abteilung Judo, dürfen sich über die Ehrung und eine damit verbundene Förderprämie in Höhe von jeweils 5.000 Euro freuen. Insgesamt wurden von einer Jury 50 Vereine in ganz Deutschland mit dem Grünen Band geehrt.
„Die Konzepte der diesjährigen Preisträger sind auf einem sehr hohen Niveau. Die Entwicklung seit Beginn der Initiative zeigt, dass in der Nachwuchsförderung unserer Vereine unglaublich viel Potenzial steckt und wir auch künftig noch viele wertvolle und zukunftsweisende Ansätze zur Talentsuche und -förderung erwarten dürfen“, so Michael Vesper, Jurymitglied des „Grünen Bandes“ und Vorstandsvorsitzender des DOSB.
Im Herbst werden die Trophäen und der Scheck über die 5.000 Euro Förderprämie bei zentralen Veranstaltungen in ganz Deutschland offiziell an die Vereine überreicht. Das Highlight bildet die Jubiläumsveranstaltung am 4. Oktober in Berlin, bei der die Erfolgsgeschichte des „Grünen Bandes“ mit ihren aktuellen und ehemaligen Preisträgern im Fokus stehen wird.
Das „Grüne Band“ belohnt konsequente erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Leistungssport, unabhängig von der Vereinsgröße oder der Popularität der Sportart. Für das „Grüne Band“ können sich Vereine oder einzelne Abteilungen bis Ende März eines jeden Jahres bei ihren Spitzenverbänden bewerben.
