Stuttgarter MMA-Fans bekommen ordentlich was geboten. We Love MMA ist das ultimative Kampfsportspektakel und eine der bekanntesten und erfolgreichsten Mixed Martial Arts-Serien Europas. Auch in der neuen Saison lassen es die Elite-Fighter im We-Love-MMA-Käfig krachen. Die MMA-Fans können sich auf spannende Fights und spektakuläre Titelkämpfe in Deutschlands größten und attraktivsten Arenen freuen.
Christian "The Kelt" Jungwirth
Stuttgarts bester MMA-Kämpfer Christian „The Kelt“ Jungwirth steigt nach einer Niederlage wieder in den Käfig - diesmal mit Heimvorteil. Der 37-Jährige Jungwirth tritt im MMA im Weltergewicht an, einer mittleren Gewichtsklasse. Neben Erfolgen im Ring sticht der in Bopfingen aufgewachsene vor allem durch seine Lebensgeschichte heraus.
Nachdem ihm als Jugendfußballer beim VfB der Durchbruch nicht gelang, folgten chaotische Jahre. Erst spät entdeckte er den vielseitigen Kampfsport, bei dem Schläge, Tritte und auch Bodenkampf erlaubt sind, für sich und begann seine zweite sportliche Karriere in einem Alter, in dem manche eher ans Aufhören denken - dank Willenskraft und Disziplin trotzdem mit Erfolg.
Christian Jungwirth, unter dem Kampfnamen "The Kelt" bekannt, kann bei Oktagon 68 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle nicht mit dabei sein. Der MMA-Kämpfer Christian "The Kelt" Jungwirth aus Bopfingen hat seine Teilnahme am Kampfsport-Event Oktagon 68 abgesagt. Grund für die Absage sind eine Virusinfektion sowie ein Bandscheibenvorfall.
Jungwirth bedauerte in einer Videobotschaft, bei seinem Heimspiel nicht antreten zu können. Zuletzt war "The Kelt" im Oktober 2024 in den Käfig gestiegen. Vor der Rekordkulisse von knapp 60.000 Fans in Frankfurt unterlag Jungwirth gegen Christian Eckerlin. Das mit Spannung erwartete Comeback Jungwirths wird sich nun also erst einmal verschieben.
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Alina Dalaslan: Die MMA-Prinzessin aus Stuttgart
Alina Dalaslans Leben änderte sich am 8. März 2025 über Nacht - in einem Käfig in Stuttgart. Nach ihrem Profi-Debüt in der wegen ihrer Härte umstrittenen Vollkontakt-Kampfsportart Mixed Martial Arts, kurz MMA, in der Schleyer-Halle wurde die 24-Jährige nach dem Sieg über ihre Kontrahentin Kamila Šimková die vielleicht gefragteste Frau in der Kampfsportdomäne weit und breit.
Auf über 16 000 Follower explodierende Instagram-Zahlen, eine eigene SWR-Doku und anderen Medienrummel war die aus Balingen stammende Buchhalterin, die bei einem großen Unternehmen in Stuttgart arbeitet, nicht gewohnt, wie sie wenige Tage später in einer Insta-Story verriet. Am Samstag wurde in der Stuttgarter Schleyerhalle wieder im Käfig gekämpft. Ihren ersten Kampf hat Alina Dalaslan souverän gewonnen.
Gegen Kamila Šimková aus Tschechien siegte sie in der dritten Runde durch technischen K.o. und zeigte dabei von Beginn an eine dominante Vorstellung. Alina Dalaslan fällt auf, wenn sie die Matte betritt. In der zwölfköpfigen Trainingsgruppe ist sie die einzige, die sich zunächst einmal ihre langen, schwarzen Haare zu einem Dutt binden muss, bevor es losgehen kann.
Bis auf sie und den Trainer tragen alle anderen Athleten Kurzhaarfrisur. Alina Dalaslan ist die einzige Frau in der Gruppe. "Das ist natürlich ein bisschen schade", findet sie. Aber es habe auch Vorteile. Ihre Gegnerinnen erscheinen ihr regelmäßig eher schwach. Schließlich sei sie es gewohnt mit Männern zu kämpfen. "Klassische Buchhaltung", erklärt sie lächelnd im SWR-Interview.
Auf den ersten Blick sieht man ihr das Hobby nicht an, das sie ab sofort professionell betreiben wird. Mixed Martial Arts, kurz MMA, ist momentan eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in Europa. Alina Dalaslan kann all das. Zumindest die besten Tricks dieser Sportarten. Auch wenn sie selbst am liebsten im Stand kämpft, wie sie erzählt.
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"Ich komme aus dem Kickboxen", erklärt sie am Rande der Trainingseinheit. Schwitzend und glücklich steht sie nach dem anstrengenden Athletik-Training in der Balinger Kampfsportschule "Planet Eater" vor der Kamera. Dann schnürt sie sich die dünnen, fingerfreien Handschuhe, um noch ein kurzes Sparring einzuschieben. "Ich werde niemals müde", lacht sie und beweist das auch gleich im Pratzentraining.
Dass Alina Dalaslan als eines der größten weiblichen MMA-Talente in Deutschland gilt, liegt auch an ihrer kurzen, aber erfolgreichen Amateur-Karriere, die im Stallion Gym in Stuttgart beginnt. Am Ende darf sie sich über den Titel freuen: Weltmeisterin der IMMAF (International Mixed Martial Arts Federation). "Mit dem Gürtel nach Hause zu kommen war natürlich der Hammer", sagt sie und freut sich über das Lob aus der Szene.
Auch am Abend, beim Ringertraining, steht Dalaslan als einzige Frau auf der Matte. Wieder muss sie ausschließlich gegen Männer ran. "Es wäre schon schön, wenn es mehr Frauen in unserem Sport gäbe", gibt sie im Interview zu. Vor allem in Deutschland ist der MMA-Sport noch immer eher eine Männerangelegenheit. Gleich beim Debüt also eine sehr erfahrene Gegnerin - die sie souverän besiegt.
Alina Dalaslan ist bereit für den nächsten Schritt. In der ersten Runde zeigte Dalaslan ihr gutes Distanzgefühl, hatte gute Aktionen mit Schlagkombinationen. Ihre tschechische Gegnerin hatte immer gute Szenen, wenn die Deutsche zu nah rankam. In Runde zwei schaltete Dalaslan dann einen Gang höher. Simkova war ständig im Rückwärtsgang, weil Dalaslan immer wieder harte Körpertreffer landete.
In Runde drei machte die Deutsche dann ernst. Simkova suchte wieder und wieder den Clinch, das nutzte Dalaslan aber für sich aus. Mit heftigen Kniestößen malträtierte sie ihre Gegnerin, ehe der Ringrichter dazwischen ging. Damit konnte Dalaslan ihren ersten Profisieg durch technischen K.o. feiern.
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Daniel Schwindt springt ein
Anstelle von Jungwirth wird nun der Stuttgarter Daniel Schwindt in einem Catchweight-Kampf gegen Bartl antreten. Bei Oktagon 68 in Stuttgart fliegen am Samstagabend im Käfig die Fäuste. Und vor allem sein Duell war ein echtes Spektakel. Daniel Schwindt gewinnt (26) in einer irren Schlacht gegen Marek Bartl. Anschließend sorgt er für eine echte Überraschung.
Erst lässt er seine Fans beim Kampf ausflippen und später sogar noch ein bisschen lachen. Der Stuttgarter scherzt: „Bei Oktagon gibt es bei jeder Veranstaltung einen Bonus-Scheck über 5.000 Euro. Ich brauche eine neue Waschmaschine und ich brauche die 5.000 Euro. Stimmt ihr mal ab - habe ich die 5.000 Euro verdient?” Die Fans grölen!
Umso besser: Tatsächlich belohnen ihn die Organisatoren mit dem Bonus über 5.000 Euro. Schwindt ging deutlich schwerer in den Kampf, viele der Attacken des Tschechen schienen regelrecht abzuprallen. Und sobald der Schwabe in den Vorwärtsgang schaltete, kam Bartl in Bedrängnis. Vor allem die Körperhaken hatten Effekt und auch wenn viele Schläge in die Deckung gingen, Bartl hatte mit dem Druck zu kämpfen.
Es folgte eine vogelwilde zweite Runde: Schwindt legte los wie die Feuerwehr. Mit Schlagsalven deckte er Bartl ein, der sich aber mit einem linken Haken befreien konnte. Der 26-jährige Lokalmatador sackte zusammen, war aber nicht k.o. Irgendwie schaltete er in den Überlebensmodus und überstand die Druckphase und die Schläge des Tschechen.
Er drehte sich dann aus seiner schlechten Position am Boden, die Halle in Stuttgart war stimmungstechnisch am Kochen. Schwindt ließ alles raus, versuchte den Kampf mit Schlägen und Ellbogen irgendwie zu beenden. Wenige Sekunden vor dem Ende ging der Ringrichter dazwischen - Stuttgart feierte seinen Helden. Jungwirth stürmte in den Ring und umarmte den völlig erschöpften Schwindt.
Weitere Kämpfe und Ereignisse
Neben den genannten Kämpfern gab es weitere spannende Auseinandersetzungen bei Oktagon 68 in Stuttgart:
- Benny Bajrami vs. Kevin Enz: Sieg nach Punkten für Kevin Enz.
- Erik Lorenz vs. Daniel Ligocki: Aufgabe von Lorenz durch Aufgabegriff.
- Jakub Batfalsky vs. Joel Batobo: Aufgabe von Batobo.
- Robin Frank vs. Denis Frimpong: Sieg nach Punkten für Frimpong.
- Jessin Ayari vs. Andreas Stahl: Knockout in Runde drei für Ayari.
- Alan Omer vs. Lukasz Kopera: Punktsieg für Alan Omer.
- Lazar Todev vs. Will Fleury: Dramatischer Kampf über die Runden, Sieg für Fleury.
Nicht nur bei den Zuschauern, auch unter den Sportlern sind die WE LOVE MMA-Events die absoluten Pflichttermine des Jahres. Hier will jeder zeigen, was für ein Fighter in ihm steckt. Mixed Martial Arts (MMA) ist ein Vollkontaktkampfsport, der ein breites Spektrum von Kampftechniken erlaubt, von einer Mischung traditioneller bis hin zu nicht traditionellen Wettkampftechniken.
