„Karat“ ist die international gültige Einheit, in der das Gewicht eines Diamanten oder Edelsteins gemessen wird. Es ist wichtig zu verstehen, wie Karat in Gramm umgerechnet wird, um den Wert und die Größe eines Diamanten besser einschätzen zu können.
Was bedeutet Karat?
Der Begriff Karat hat je nach Zusammenhang zwei unterschiedliche Bedeutungen:
- Bei Gold steht Karat (kt oder K) für den Feinheitsgrad des Goldes. Es gibt an, wie hoch der Anteil an reinem Gold in einer Legierung ist. 24 Karat entsprechen reinem Gold.
- Bei Edelsteinen wie Diamanten steht Karat (ct) für das Gewicht des Steins.
Ein Karat entspricht genau 200 Milligramm bzw. 0,2 Gramm.In der Fachsprache unterteilt man das Karat in 100 Punkte. Grundsätzlich spricht man bei Karat-Gewichten unter 1 Karat von „Punkten“: beispielsweise von einem 75 Punkter für einen Stein mit 0,75 Karat.
Umrechnung: Karat in Gramm bei Diamanten
Hier ist eine Tabelle zur Umrechnung von Karat in Gramm:
| Karat (ct) | Gewicht in Gramm (g) | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| 0,10 ct | 0,02 g | Sehr kleiner Diamant (z. B. Ohrstecker) |
| 0,25 ct | 0,05 g | Kleiner Mittelstein |
| 0,50 ct | 0,10 g | Klassischer Verlobungsring |
| 0,75 ct | 0,15 g | Deutlich sichtbarer Stein |
| 1,00 ct | 0,20 g | Solitär-Diamant (hochwertiger Schmuck) |
| 1,50 ct | 0,30 g | Exklusiver Mittelstein |
| 2,00 ct | 0,40 g | Luxus-Diamant |
| 3,00 ct | 0,60 g | Statement-Schmuck |
| 5,00 ct | 1,00 g | Sehr großer Diamant, Investmentqualität |
Demnach wiegt ein Diamant mit 5 Karat 1 Gramm.
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Formel zur Umrechnung: Gramm = Karat × 0,2
Was macht den Wert eines 1 Karat Diamanten aus?
Es hat sich international durchgesetzt, dass sich der Wert eines Diamanten unabhängig seines Gewichts im Wesentlichen an den 4C bemisst:
- CLARITY - die Reinheit
- COLOUR - die Farbe
- CUT - die Schliffqualität
- CARAT - Das Gewicht
Diese und weitere qualitative und quantitative preisbestimmenden Merkmale eines Diamanten müssen in einem Zertifikat dokumentiert sein. Entscheidend dabei ist, wer dieses Zertifikat ausstellt.
Für den Wert des Diamanten ist es heute neben den 4Cs ein wichtiges Kriterium, wie hoch die internationale Reputation des prüfenden Diamantlabors bewertet wird. Man spricht daher heute schon bei der Wertfeststellung eines Diamanten vom 5. C = Certificate.
Die Bedeutung des Schliffs (Cut)
Der Schliff (Cut) eines Diamanten entscheidet über die Brillanz, also wie stark ein Diamant funkelt. Beim Cut handelt es sich demnach nicht, wie häufig verwechselt, um die Form des Steins. Die Schliffqualität wird anhand von drei Kriterien bestimmt: Polish (Politur), Symmetry (Symmetrie) und den Schliffproportionen. Für manche Schliffformen zählt außerdem der Wert „Cut Grade“ (dt. Schliffqualität). Wird ein Diamant zu flach oder tief geschliffen, verliert dieser an Brillanz aufgrund von weniger Reflektionen an den Seitenfacetten.
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Reinheit (Clarity)
Ein Diamant der Reinheitsstufe „VS2“ weist so deutliche Einschlüsse unter 10-facher Vergrößerung auf, dass sie sogar für das bloße Augen erkennbar sein können. Die Einschlüsse sind größer oder zahlreicher als bei VS1-Diamanten und besonders leicht erkennbar, wenn sie sich auf größeren Diamanten oder offenen Facetten befinden.
Farbe (Color)
Während „colorless“ die höchste aller Farbkategorien mit den drei Farbunterstufen D, E und F bildet, nennt sich die zweitbeste aller Farbkategorien „near colorless“. Die Farbstufe G ist die beste innerhalb dieser Kategorie. Diamanten dieses Grades sind fast farblos. Ihr sehr leichter Farbunterschied ist nur im direkten Vergleich zu farblosen Diamanten der höchsten Grade erkennbar. Alleinstehend betrachtet oder in Schmuck eingefasst, wirken Diamanten mit Grad G farblos und sind daher auch eine hervorragende Wahl hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Diamanten als Wertanlage
Diamanten gelten als mobilster Sachwert mit höchster Wertkonzentration. Der Preis für Diamanten hat sich in den vergangenen 25 Jahren positiv entwickelt. Die Prognosen für die nächsten Jahre gehen bei steigender Nachfrage vor allem aus den asiatischen Ländern bei gleichzeitiger Stagnierung der Fördermengen von einem langfristig steigenden Diamantpreis aus.
Worauf ist bei Diamanten zur Wertanlage zu achten?
Bei Sachwerten hat es sich immer bewährt, auf Spitzenqualitäten zu setzen. Ein Diamant zur Wertanlage sollte lupenrein sein, von höchster weißer Farbe und in perfekter Ausführung als Brillant geschliffen sein. Seine qualitativen und technischen Eigenschaften müssen in einem international anerkannten Zertifikat (GIA) dokumentiert sein.
Die Bedeutung eines Zertifikats
Das weltweite Ansehen eines Diamant-Zertifikates ist heute für die Wertbestimmung eines Diamanten von großer Bedeutung. Jeder gekaufte Diamant sollte mit einer handschriftlich unterschriebenen Bestätigung versehen sein, dass dieser Stein aus ethisch einwandfreien Quellen stammt und in vollem Umfang in Übereinstimmung mit den Compliance-Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft und den entsprechenden UN-Regulationen steht.
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Ein lupenreiner Diamant zur Wertanlage muss unbedingt über ein Zertifikat des international renommiertesten Diamantprüflabors GIA (Gemological Institute of America) verfügen - eine unabhängige Stiftung mit großer Tradition. Auf diese Beurteilungen verlassen sich Diamantprofis auf der ganzen Welt. Kein anderes Zertifikat reicht an die Bedeutung von GIA heran. Der Preis eines Diamanten wird heute vor allem auch an seinem Zertifikat festgemacht.
Zur Identifikation des Diamanten mit seinem GIA-Zertifikat sind die jeweilige Zertifikats-Nummer und das GIA-Logo direkt mit Laser auf dem Diamanten angebracht. Aber nicht nur beim Kauf spielt das Zertifikat eine bedeutende Rolle, ebenso wichtig ist es für den Wiederverkauf. Mit der unbestrittenen Reputation von GIA-Zertifikaten sind beim Wiederverkauf für Diamanten zur Geldanlage optimale Preise auf den wichtigsten Nachfragemärkten zu erzielen.
Was ist bei einem späteren Verkauf von Einkarätern zu beachten?
Diamanten werden als Sachwerte gekauft, um als mobiler Wertspeicher einem breit aufgestellten Vermögens-Portfolio beigemischt zu werden, oft sogar als Familienschatz für Generationen. Diamanten sind nicht geeignet für kurzfristiges „Parken“ liquider Mittel oder gar als Spekulationsobjekte. Wie auch bei vielen anderen Sachwerten gibt es für Diamanten keinen geregelten Zweitmarkt.
Bei dem Verkauf Ihrer Diamanten kommt dem Thema Mehrwertsteuer eine wichtige Rolle zu: Bei dem Verkauf an gewerbliche Unternehmen kann Ihnen aus umsatzsteuerrechtlichen Gründen die ehemals gezahlte Mehrwertsteuer nicht vergütet werden. Eine Preisberechnung kann also nur auf Basis des Nettowarenwertes erfolgen, da das Unternehmen gesetzlich verpflichtet ist, angekaufte Diamanten wieder unter Hinzurechnung der Mehrwertsteuer zu verkaufen.
Daher raten wir schon bei dem Erwerb von Diamanten zur Wertanlage zu einer Haltedauer von mindestens 10+ Jahren, damit die Möglichkeit besteht, die vorher gezahlte Mehrwertsteuer durch positive Preisentwicklungen zu kompensieren.
Anders verhält es sich, wenn Sie Ihre Diamanten an Privatpersonen verkaufen: Auf der Ebene der Anleger und Konsumenten verhält sich die Mehrwertsteuer bei Kauf und Verkauf neutral, weil der Diamantpreis in jedem Falle die Mehrwertsteuer enthält.
Darüber hinaus bieten internationale Auktionshäuser wie Sotheby’s, Christie’s o. a. die Möglichkeit, auch ungefasste Diamanten zur Verwertung zu bringen.
Auch hier wird es von großem Vorteil sein, über das international anerkannteste Diamant-Zertifikat von GIA zu verfügen.
