Bass Sultan Hengzt: Bedeutung und Entwicklung im Deutschrap

Bass Sultan Hengzt (* 14. August 1981 in Berlin; bürgerlich Fabio Ferzan Cataldi) ist ein deutscher Rapper italienisch-türkischer Abstammung aus Berlin. Cataldi, dessen Familie mütterlicherseits ursprünglich aus der Türkei, väterlicherseits aus Italien stammt, startete seine Rap-Karriere beim Berliner Untergrundlabel Bassboxxx. Daher stammt seiner Aussage in der Zeitschrift Juice nach auch sein Name: Bass für Bassboxxx, einem der ersten Berliner Labels, „Sultan so wie Bigboss“, „Hengzt soll die italienische Seite darstellen - Italian Stallion.“ Seine beiden Brüder sind ebenfalls als Rapper aktiv, sein älterer unter dem Pseudonym Mr. Long, sein jüngerer als Gino Cazino.

Zusammen mit Bushido und King Orgasmus One rappte Bass Sultan Hengzt als BMW (Berlins Most Wanted) auf I Luv Money Records. Im Jahre 2003 kam sein Album „Rap braucht kein Abitur“ auf den Markt, welches am 29. Januar 2005 indiziert wurde. Nachdem Bushido seine eigene Plattenfirma ersguterjunge beim Major Urban/Universal eröffnete, veröffentlichte Bass Sultan Hengzt dort ein Soloalbum mit dem Titel „Rap braucht immer noch kein Abitur“. Nach eigenen Angaben habe Hengzt keinen Künstlervertrag bei ersguterjunge gehabt.

Nach seinem Ausstieg bei ersguterjunge spielte Hengzt ein Lied mit Bushidos ehemaligem Freund und damaligen Konkurrenten Fler ein („Pass Auf“). Am 23. Oktober 2005 wurde eine Stellungnahme in Form eines Liedes veröffentlicht. Im Februar 2006 wurde die Deutschlandtour der Bloodhound Gang von Sultan Hengzt zusammen mit seinen Kollegen Automatikk, Mr. Long und Frauenarzt als Vorgruppe begleitet.

Seitdem Bass Sultan Hengzt ersguterjunge verlassen hat, steht er den Rappern um Aggro Berlin sehr nahe. So gab es Features von Fler und Sido auf seinem dritten Soloalbum Berliner Schnauze. Hengzt war auch als Feature auf der Aggro Ansage Nr. 5 von Aggro Berlin vertreten. Sein drittes Soloalbum Berliner Schnauze erschien Anfang 2006 bei Amstaff-Murderbass, eine extra zu diesem Zweck gegründete Kooperation von Amstaff Muzx und Murderbass, der Produktionsfirma um DJ Ilan. Das Album ist persönlicher als die anderen und fällt durch die Zusammenarbeit mit Afrob („Fick ihn“) und J-Luv („Kennst du mich noch“) auf. Weitere Gastparts kommen von Sido, Fler, Godsilla, den Labelkollegen Automatikk, King Orgasmus One, Bo$$bitch Berlin & DJ Devin. Produziert wurde das Album größtenteils vom Berliner Produzenten Ilan.

Am 28. August war Hengzt als Co-Moderator in der MTV-Show Urban TRL zu Gast. Nachdem der Rapper bereits in den beiden vorherigen Wochen Platz 1 der TRL Most Wanted erreicht hatte, konnte er am 28. Am 14. September 2007 ist Hengzts viertes Soloalbum Der Schmetterlingseffekt erschienen. Als erste Singleauskopplung erschien am 31. August das Lied Schmetterlingseffekt. Das Album enthält Features von unter anderem Automatikk, King Orgasmus One, Sido und Xavier Naidoo. Bass Sultan Hengzt bedient sich auf diesem Album persönlicher Themen und geht weg vom reinen Battle-Rap.

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Bass Sultan Hengzt äußerte in einem Interview, dass er sich nach diesem Album Der Schmetterlingseffekt vom rappen abwenden würde, da dies nach eigener Aussage zu leicht sei. Er werde sich einer anderen musikalischen Richtung zuwenden. Nach einigen Demoaufnahmen mit der Rockband Poprockz kehrte er jedoch im Mai 2009 mit seinem Album Zahltag zurück ins Rapgeschäft. Bereits im Vorfeld veröffentlichte er den Bushido-Diss-Song Exguterjunge auf YouTube. Am 4. April 2014 erschien Bass Sultan Hengzts sechstes Soloalbum Endlich erwachsen. Hengzts siebtes Soloalbum Musik wegen Weibaz wurde am 15. Mai 2015 veröffentlicht.

Am 6. Februar 2008 wurde Bass Sultan Hengzt von einer Stalkerin mit einem Messer attackiert. Der sich in Berlin-Schöneberg ereignete Angriff konnte von einem Begleiter des Rappers abgewehrt werden. Nach Eintreffen der Polizei wurden fälschlicherweise Bass Sultan Hengzt und dessen zwei Begleiter festgenommen. Der Rapper Bass Sultan Hengzt unterstützte die Initiative Stopp Tokat. Diese ist eine Netzwerkinitiative, die die Verringerung von Raubüberfällen und Gewalttaten in Berlin-Kreuzberg als Ziel hat. Migrantenverbände und Prominente wie Murat Topal haben sich bereits den Zielen von Stopp Tokat verpflichtet. Tokat ist ein türkischer Begriff und bedeutet übersetzt Ohrfeige oder Abziehen.

Neben seiner Rapkarriere besitzt Bass Sultan Hengzt auch noch zwei Modelabels: Who Shot Ya? und AMSTAFF. Hauptsächlich werden beide Marken über DefShop vertrieben, wo auch andere Rapper, zum Beispiel Fler oder Kollegah, ihre Marken vertreiben. AMSTAFF hat Hengzt mit seinem Bruder gegründet, sie sind immer noch Inhaber der GmbH. Die Rechte an der von The Notorious B.I.G. inspirierten Marke Who Shot Ya?

Die Entwicklung von Bass Sultan Hengzt

Entgegen dem erfreulich weit verbreiteten Irrglauben handelt es sich bei Musikkritikern keineswegs um göttliche Wesen. Wir glauben zwar sämtlich (genau wie übrigens ein nicht unerheblicher Prozentsatz unserer Leserschaft), den Sachverstand mit Löffeln gefressen zu haben. Letztlich kochen wir alle zusammen aber auch nur mit Wasser. Wer behauptet, er trete einer so subjektiven Angelegenheit wie Musik völlig objektiv gegenüber, lügt. Wir können alle nicht aus unserer Haut und müssen mit unseren Vorurteilen und Aversionen zurecht kommen.

Wozu diese pädagogische Vorrede? Nun, ich verspürte ehrlich keinerlei Lust auf ein Album aus der Feder Bass Sultan Hengzts. Eigentlich hat mir "Rap Braucht Kein Abitur" damals vollkommen gereicht. Bitte nicht noch ein weiterer dieser austauschbaren Dumpfbacken-Proll-Rapper, wie sie in der Hauptstadt scharenweise aus dem Boden schießen. Das hatten wir doch alles schon viel zu häufig.

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Bass Sultan Hengzt jedoch verpasst mir für diesen Scheuklappenblick mit seinem "Schmetterlingseffekt" völlig zu Recht links und rechts eine saftige Ohrfeige. Aua. Manchmal sollte man vielleicht doch erst einmal zuhören, bevor man in Gedanken die Haftnotiz "Bäh!" auf eine Platte klebt. Ich senke mein Haupt in Demut: Dieses Album kann wesentlich mehr, als ich je für möglich gehalten hätte.

"Ich wusste es doch: Frauen stehen auf peinliches Liebes-Gesäusel", kommentierte man diese Erkenntnis im Forum meines Vertrauens - und begibt sich damit auf den Holzweg. Mitnichten überzeugen mich vorwiegend von m3 und Noyd überreichlich in Szene gesetzte dramatische Streicher und der verschwenderische Einsatz melancholischen Pianogeklimpers. Das alles verfehlt seine Wirkung zwar nicht, verdient aber in Verbindung mit dem dreitausendsten Donnergrollen im Hintergrund nun wirklich nicht mehr das Prädikat "innovativ".

Nein, es sind eben genau nicht die wimmernden Love-Songs wie "Morgen Wird Ein Besserer Tag" oder die in "Sie Wissen Nicht, Was Sie Tun" zerknirscht vorgetragene Entschuldigung an die werte Frau Mama, die besonders berühren. Die winzigen Ursachen, die - passend zum Titel - enorme Auswirkungen haben, ziehen sich durch das gesamte Album. Wohin man schaut, verbergen sich kleine Großartigkeiten, die sich widerhakenbewehrt ins Gedächtnis krallen und dort ihre Spuren hinterlassen.

Die dickste Trumpfkarte, die Bass Sultan Hengzt auf "Der Schmetterlingseffekt" ausspielt - seine Glaubwürdigkeit. Ich stelle fest: Ich kaufe diesem Kerl Selbstabfeierei und Representer-Tracks wie "Blockbuster" oder "H.E.N.GZT" ebenso bedenkenlos ab wie die gedämpfteren, weniger großspurigen Töne. Bandbreite sticht ebenfalls: Der Flow bleibt zwar immer recht ähnlich, die Themen erstrecken sich dafür von der erinnerungsbefrachteten "Klassenfahrt" über knallharte bis bittersüße Abrechnungen mit ehemaligen Weggefährten ("Verlorene Jungs") oder der Ex-Freundin ("Vergiss Mein Nicht") bis hin zu erstaunlich zarten Bekenntnissen.

"Tattoo" mit seiner nahezu unveränderten Verwurstung von Alan Parsons "The Turn Of A Friendly Card" geht zusammen mit dem Surren der Tätowiernadel tief unter die Haut. Gemeinsam mit Sido werden profane wie tiefgehende Bitten auf der Suche nach "Seelenfrieden" formuliert. Sollte ich der Wunschfee begegnen, ich schick' sie vorbei. Versprochen. Denn für die Qual, die mir die unvermeidliche Heulboje Xavier Naidoo in "Ich Gehör Nicht Dir" bescherte, wurde ich durch den unglaublich gerissenen Dreh in der Handlung bereits vielfach entschädigt.

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"Ich bin ein angenehmer, ruhiger Typ, der ab und zu spinnt." Diesen Eindruck vermittelt Bass Sultan Hengzt ganz exzellent. Hier blickt einer mit Recht stolz auf den eigenen Werdegang, bewahrt sich dabei eine erfrischende "Scheiß Was Drauf"-Attitüde, und wenn es zum Ende heißt: "Es war eine Ehre, für Sie aufzutreten / Es hat mir Spaß gemacht", hoffe ich doch schwer, es möge nicht tatsächlich "Das Letzte Mal" gewesen sein.

"Zeiten ändern sich / Zeiten ändern mich", ein Eingeständnis, das ich mir von manch anderem sich verzweifelt an seiner harten Fassade festkrallenden Zeitgenossen wünsche. Würden mehr von diesen Jungs verstehen, dass weit dickere Eier dazu gehören, sich hinzustellen, sich die Blöße zu geben und einen ehrlich empfundenen, mit Herzblut geschriebenen Text 'rauszulassen als ... hmm ... ich sag' mal ... Vom guten Jungen zum bösen Jungen zur wohl größten "Berliner Schnauze". Das ist Bass Sultan Hengzt.

Einblick in ein Interview

Bass Sultan Hengzt: Zum rappen bin ich so ca. 1998 gekommen, da hab ich mit so ein paar Kumpels aus Spaß gerappt. Dann hab ich 2001 Orgi (King Orgasmus One anmerk. d. Redaktion) kennen gelernt und dann haben wir 2001 das Kollabo-Album "Berlin Bleibt Hart" rausgebracht. Da hab ich zum ersten mal Geld mit verdient.

rap.de: Warst du ein auch Teil der Sprühercrew TMR?

Bass Sultan Hengzt: Also TMR gab es schon immer. Also seit 93 glaub ich. Das gehörte damals MC Bogy und noch irgendwelchen anderen Sprühern. Ich wollte ca. 98 mit anderen Zusammen eine Gruppe gründen. Wir haben dann von Bogy TMR übernommen und dann ist man halt in dieses HipHop-Ding, in die HipHop Szene reingewachsen. Weißt du, auch wenn wir jetzt nicht die typischen Hip Hoper waren, wir waren halt mehr die Leute auf der Straße die halt Action gemacht haben. Wir haben nicht drauf geachtet dass wir jetzt schöne Trains haben oder so, wir haben darauf geachtet dass unser Name, sagen wir mal, Ghetto bleibt, indem wir uns mit irgendwelchen anderen Crews geschlagen haben. Und dann ist man da irgendwann so reingewachsen.

Bass Sultan Hengzt: Ähhm, naja, früher war das so: Da war einfach der Name Bassboxxx. Da gehörte Frauenarzt dazu. Ich glaube Mach One auch. Die waren die Gründer von Bassboxxx. Mach One hatte bei sich ein Studio zuhause, wo immer ca. 20 bis 30 Leute gechillt haben. Dort hat jeder gerappt. Weil jeder da rumgehangen hat, dachte man das man bei Bassboxxx ist. Ich war nie offiziell bei Bassboxxx, aber ich war immer ein Teil davon.

Bass Sultan Hengzt: Genau. Bass Sultan Hengzt: Bass steht für Bassboxxx, Sultan für die türkische Seite in mir, da ich n halb Türke und halb Italiener bin. Das Hengzt steht für die italienische Seite. Der italienische Hengst so zu sagen.

rap.de: Du hast früher auch mal unter den Namen Baktus gerappt.

Bass Sultan Hengzt: Meine Name war schon immer Hengzt, aber dann hatte ich auch mal Bock einen neuen Namen zu nehmen. Ich wollte damals mit Bushido eine Gruppe gründen, die "Karies & Baktus" hieß. Wir hatten vor Frauenarzt zu featuren, der dann Zahnarzt heißen sollte. Das wollten wir nur so zum Spaß machen.

rap.de: Jetzt zum aktuellen Anlass und die aktuelle Juice-CD (anmerk. d. Redaktion JUICE CD # 63 aus der JUICE #85).

Bass Sultan Hengzt: Ich habe ihn mir einmal angehört, ja.

Bass Sultan Hengzt: Also, jetzt habe ich gerade ein bisschen zu tun, weißte. Ich hab dafür eigentlich keine Zeit, ich muss zu TRL (lacht). Nein, natürlich wird was kommen. Der ist doch blöd. Ich kenne den Jungen jetzt seit 9 Jahren, und ich weiß so viele Insider-Informationen über ihn von denen die Öffentlichkeit nichts weiß. Ich hab mit ihm angefangen Musik zu machen, ich weiß wie er wirklich ist. Es ist wirklich sehr dumm von ihm, dass er mich disst. Ich kann jetzt mit Sachen anfangen, die richtig unter die Gürtellinie gehen. Ich könnte eigentlich sein ganzes Geschäft kaputtmachen wenn ich das wollte. Aber so ein Arschloch bin ich nicht. Es wird eine Antwort kommen auf jeden Fall, aber er ist doch blöd: „Wer disst den Hengzt?“ Wenn ich anfange zu dissen, dann weiß jeder dass Feierabend ist. Ich nehme da auch kein Blatt vor den Mund, mir ist das egal. Der erste Diss von mir gegen Bushido war auch ein bisschen ruhiger, weißt du, dieser "Böserjunge" Song. Der war ein bisschen persönlicher, aber wenn er so will, ist das kein Problem. Ich kann auch richtig auf die Kacke hauen. Aber das liegt ja auch daran, nach "Böserjunge" hat er mich nicht gedisst, weil ich noch nicht so Fame war wie jetzt. Er macht jetzt mit diesen Österreichern einen Track gegen mich, weil sie jetzt auch ein bisschen Fame wollen. Die wollen jetzt halt auch mitmischen.

Bass Sultan Hengzt: Ich hab mit ihm geredet. Es gab so viele Gespräche mit diesem Jungen, aber aus dem Kampf wird leider nix. Ich hätte mich gefreut. Weißt du, vielleicht hätten wir die Einnahmen von den Fans für einen guten Zweck genutzt. Wir hätten vielleicht gespendet für behinderte Kinder oder so. (lacht) Nee, aber daraus wird leider nix.

rap.de: Zur Zeit wird ja in den Medien heiß über Gewalt an Berliner Schulen diskutiert.

Bass Sultan Hengzt: Gerade er muss das sagen. Guck mal, ich war so ein Typ auf der Schule, der hat sich halt geboxt hat. Das hört sich krass an, aber wir waren 14 und 16 Jahre alt und haben halt mal Schwächere geschlagen. Damals war das cool. Das hatte auch alles mit Gruppenzwang und so zu tun. Aber dass Bushido da hin geht kann ich verstehen, weil er war damals in der Schule so ein Typ der geschlagen wurde.

rap.de: Fühlst du dich in gewisser Weise verantwortlich der Jugend gegenüber? Denkst du dass sich die Kids in den Schulen dein Album "Rap braucht kein Abitur" zum Vorbild nehmen könnten?

Bass Sultan Hengzt: Also, ich hab natürlich jetzt jüngere Fans bekommen. Ich bin regelmäßig in der BRAVO und bin jetzt in gewisser Weise für manche ein Vorbild, aber ehrlich gesagt man will ich das gar nicht sein. Ich komm so krass aus dem Untergrund. Ich war so krass Untergrund. Ich war lange Zeit auf der Straße und so und jetzt bin ich auf einmal, „Bamm“, da drinnen. Ich muss mich auch erst mal anpassen und mich mit der neuen Situation anfreunden können. Ich muss aufpassen was ich in Interviews sage, aber eigentlich hab ich darauf keinen Bock. Ich hab gar keinen Bock ein Vorbild für jemanden zu werden. Ich bin eigentlich so ein… man, nehmt mich nicht zum Vorbild. Ich bin voll schlecht, man. Ich bin der Teufel. Das geht nicht. Ich hab auch keinen Bock. Weißte, bei rap.de kann ich so was sagen, aber wenn es jetzt die BRAVO wäre, kann ich so was natürlich nicht sagen. Klar, verstehe ich schon meine Vorbildrolle die ich den Leuten gegenüber zeigen muss, aber normalerweise wenn es nach mir ginge, hab ich darauf keinen Bock.

Bass Sultan Hengzt: Das wäre nicht so mein Business. Dann würde ich mich wahrscheinlich mehr… ich weiß nicht. Nee, ich würde das glaub ich nicht machen.

rap.de: Du hast ja gerade noch gesagt, dass dein Erfolg quasi von heute auf morgen gekommen ist.

Bass Sultan Hengzt: Ich fühl mich gut. Ich geh auch nicht soviel raus, ich bekomme da nicht so viel von mit. Zum Beispiel war ich letztens mit ihm (deutet auf Mr. Long der ihm gegenüber sitzt, Anmerk. d. Redaktion) einkaufen, da hat man schon etwas von mitbekommen, weil da so ein paar Weiber gekommen sind und ein paar Jungs wollten auch ein Autogramme und so. Aber viel bekomme ich jetzt nicht mit, weil ich nicht so oft draußen bin. Ich bin jetzt schon solange Untergrund gewesen, dass ich immer noch weiß, von wo ich komme. Deshalb sehe ich das auch ein bisschen gelassener. Ich kenne viele Leute die dann auf einmal abheben, aber da bleib ich gelassen. Ich bleib da cool.

Bass Sultan Hengzt: Feiern gehe ich immer noch, aber man hat natürlich irgendwann auch … naja… keinen Bock mehr. Du wirst wirklich vollgelabert. Es macht mir auch Spaß, nur irgendwann denkst du auch ok man, halt mal jetzt die Schnauze. Mittlerweile will ich auch nicht so oft rausgehen. Da chill ich lieber zu Hause, guck mir eine DVD an und mach mir eine Pizza oder sowas. Das find ich viel cooler.

Bass Sultan Hengzt: Also früher, ich bin mit den alten Tapes zu meinem Vater gekommen. Er hat gefragt "Was machst du denn? Du arbeitest nicht, gehst nicht mehr zur Schule, was machst du denn?" Und dann musste ich irgendwann mal meinem Vater die Musik zeigen. Natürlich wollte er mir gleich den Kopf abreißen als er den Track "Mittelfingah" mit Orgasmus gehört hat. Dann musste ich mir auch oft anhören von meinem Vater dass ich was aus meinem Leben machen muss. "Werde Tellerwäscher, mach irgendwas." Irgendwann hab ich das dann mit dem Rap ein bißchen ernster genommen. Dann war der Erfolg da und mein Vater sieht mich jetzt jeden Tag im Fernsehen, kauft sich jede Woche die BRAVO um zu gucken was da drin steht. Jetzt ist er natürlich stolz. Meine ganze Familie hat mich schon immer unterstützt. Auch wenn ich nicht mit Einsen nach Hause gekommen bin, bei mir waren es die Anzeigen.

rap.de: Ich habe gehört, das du letztens eine Operation an deinen Stimmbändern hattest.

Bass Sultan Hengzt: Ja! Das war, ja, wie soll man das sagen, das hab ich schon mein Leben lang gehabt, seit meiner Geburt. Das hat sich dann über die Jahre entzündet. In einer 2 stündigen Operaration haben sie das dann entfernt. Erstmal war ich voll geschockt. Von wegen: "Oh mein Gott, scheiße Mann, Karriere vorbei.

Mr. Long: Man wusste halt nicht was es ist, von den Ärzten kam halt die Diagnose: "Ey, liegt an den Stimmbändern.

Bass Sultan Hengzt: Die haben gesagt ich kann halt die Arschkarte haben, wenn die da ein bißchen was beschädigen. Entweder wird meine Stimme rauher oder (macht eine piepsig hohe Stimme Anmerk. d. Redaktion) ich muss dann so reden (lacht) Aber jetzt, ist alles cool und ich freue mich. Nächste Woche kann ich wieder rappen.

rap.de: Also geht es nächste Woche wieder los.

Bass Sultan Hengzt: Jetzt kommt bald die „Berliner Schnauze“ Tour. Am 5. Mai geht es los. Ansonsten machen wir gerade einen Amstaff Sampler. Dann überlegen Fler und ich gerade was wir beide zusammen machen könnten, vielleicht kommt da auch noch was. Das BMW Album ist in Planung, aber Orgi kommt nicht aus dem Arsch.

rap.de: Wie ist bei dir die Herangehensweise wenn du einen Track machst?

Bass Sultan Hengzt: Naja, das ist unterschiedlich. Ich hatte früher ein Korg Triton (ein Syntheziser von Korg, Anmerk. d. Redaktion) zuhause, da hab ich zum Beispiel immer ein paar Melodien selber gespielt und darauf dann eine Hook gemacht. Mit dieser Melodie bin ich dann zu Ilan gegangen und hab gesagt mach mal so eine Melodie. Er hat dann daraus einen Beat gebastelt. In der letzten Zeit nehme ich einfach Beats von Ilan oder irgendjemand anderem, Desue oder so, höre mir an was der Beat mir sagen will.

rap.de: Du hast ja gesagt du hast ein Korg Triton zuhause, hast du den immer noch?

Bass Sultan Hengzt: Ich habe immer viele Melodien im Kopf. Und dann gehe ich auch immer zu den Produzenten und sage "Ey, ich hab so eine Melodie im Kopf, spiel die mal bitte ein", aber Beats selber mach ich nicht.

rap.de: Kennst du dich, oder beschäftigst du dich mit dem Vorgang von Produktion? Ist es so dass du dich hinter Ilan setzt und zuschaust, wie er z.B.

Bass Sultan Hengzt: Nee, der spielt da immer so schnell rum und drückt auf jeden Knopf, wenn ich mir das länger als 10 Minuten anschaue kipp ich um.

rap.de: Alles klar. Du hast ja jetzt auch zwei goldene Schallplatten. Eine für dein Part auf der "Aggro Ansage 5" und für Bushido´ s "Electro Ghetto".

Bass Sultan Hengzt: Nein, war ich nicht. Ich sollte auch eine bekommen, aber die habe ich nicht angenommen. Soviel Stolz hab ich noch.