MMA-Kämpfe im Fernsehen: Übertragung und Faszination

MMA, das ist der Sport, der in Deutschland immer mehr jüngere Leute vor den Fernseher und in die Arenen zieht. Beim OKTAGON 72 kann die MMA-Kämpferin Alina Dalaslan endgültig beweisen, dass sie auch für die grosse Bühne gemacht ist.

Die Entwicklung von MMA und seine Akzeptanz

Früher wurden TV-Übertragungen zeitweise sogar verboten. Um 2000 herum war MMA auch noch verpönt als rohe Gewalt. Die Sache ist: Als ich Anfang der 90er Jahre angefangen habe, konnte man mit Kick- oder Thaiboxen gar kein Geld verdienen, bei meinen ersten Kämpfen habe ich sogar noch eine Startgebühr bezahlt.

MMA wurde von den Medien lange Zeit gemieden. Heute löst der Sport eine so grosse Faszination aus, weil OKTAGON MMA den Sport hierzulande auf die Karte gesetzt hat. Und wenn man sich mehr mit dem Sport befasst, sieht man, dass es nicht einfach nur rohe Gewalt ist, sondern ein sehr technischer und auch taktischer Sport dahintersteht.

Die Aufmerksamkeit in Deutschland und allgemein in Europa hat damals noch ein bisschen gefehlt. Aber der Sport ist krass gewachsen und wird es noch mehr.

Trotzdem hat MMA eine Daseinsberechtigung. Und aus der Sicht einer Kampfsportlerin sehe ich, was die Kämpfer alles leisten: MMA-Kämpfer sind die perfekten Athleten, die den Bodenkampf, das Kicken und Boxen beherrschen müssen - und einen guten "Fight-IQ" brauchen, um das alles zu verbinden. Ich sage auch ganz klar: Das ist eine Sportart für Erwachsene und nichts für Kinder.

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Alina Dalaslan: Ein neuer Star am MMA-Himmel

Alina Dalaslan ist der Shooting-Star der deutschen Mixed-Martial-Arts-Szene. Die Illertissenerin hat das Zeug dazu, die erste grosse MMA-Kämpferin aus Deutschland zu werden. Für ihren zweiten Kampf hat sie sich mit Regina Halmich eine prominente Mentorin ins Team geholt.

Für viele wirkt es vielleicht, als hätte ich ganz plötzlich viel Erfolg. MMA betreibe ich zwar seit zwei Jahren, aber das Kickboxen schon ein bisschen länger. Die Leute sehen eben nicht, was dahintersteckt, sie sehen nur die Ergebnisse. Ich kann nach jahrelangem Training jetzt die Lorbeeren ernten, aber trotzdem muss die harte Arbeit weiter gehen.

Es macht vor allen Dingen mehr Spass, wenn du weisst: Du hast jetzt endlich auch die Aufmerksamkeit, die Arbeit zahlt sich aus. Das motiviert dich nochmal zusätzlich. Insofern kann man wirklich sagen: Du lebst jetzt deinen Traum.

Die Rolle von Regina Halmich als Mentorin

Sie sind beide als Frauen in einer vermeintlichen Männerdomäne erfolgreich. Absolut, Alina ist im MMA in Deutschland eine der Pionierinnen, das muss man sagen. Im Prinzip kann man sagen: Dass was sie erlebt, ist eins zu eins das Gleiche, was ich im Boxen erlebt habe - nur eben im MMA.

Bei mir war es genau das gleiche, als ich angefangen habe. Auf einmal kamen mehr Boxerinnen ins Gym und haben angefangen zu trainieren. Man braucht eben immer Vorbilder. Durch den Fernsehvertrag zwischen OKTAGON MMA und RTL+ gibt es noch eine ganz andere Reichweite in den Medien. Es nützt nichts mehr, wenn du eine gute Kämpferin bist. Du musst auch ein Charakter sein.

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Die Leute interessieren sich für deine Persönlichkeit, nicht nur für den Kämpfer. Das ganze Drumherum spielt eine grosse Rolle. Es ist heute wichtiger, dass man präsent ist und mit den Fans interagiert, dass sie dich auch fernab der Kämpfe sehen.

Was uns verbindet, ist die Disziplin, die man im Kampfsport über Wochen, Monate, sogar Jahre mitbringen muss. Ich würde deshalb gar nicht von etwas lernen sprechen. Da kann ich ihr natürlich noch das eine oder andere erzählen. Aber letzten Endes ist es ein Austausch verschiedener Sportarten, die zwar ähnlich sind, aber trotzdem unterschiedlich.

Kontroversen und Schattenseiten des Kampfsports

Kritisiert wird der Sport noch immer für seine brutale Gangart, weshalb TV-Übertragungen in Deutschland bis 2015 verboten waren und in einigen US-Bundesstaaten gar nicht gekämpft werden durfte. Und trotzdem boomt MMA weiter und füllt mittlerweile auch in Deutschland Stadien. Als einer der grossen Veranstalter in Europa fungiert dabei Oktagon MMA, während in den USA die UFC dominiert.

Bei MMA schreckt viele Frauen wahrscheinlich die Härte ab. Und natürlich, dass ... Der Kampfsport «Mixed Martial Arts» ist ein Milliardengeschäft geworden.

Diese Kämpfe seien viel gewalttätiger als Boxkämpfe. «Arme können gebrochen werden - oder Knöchel. Das ist wie früher, als wir Männer keine andere Wahl hatten und so kämpfen mussten.»

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Illegale Kämpfe und ihre Protagonisten

Das Phänomen der Fight Clubs hat sich dank sozialer Medien verbreitet, wo Videos von Kämpfen Millionen von Aufrufen erzielen. Diese illegalen Kämpfe haben viel weniger Regeln als offizielle Kampfsportarten. Solche Kämpfe gibt es überall in Europa, wie das bekannte «King of the Streets», das 2013 von einer schwedischen Gruppe aus der Hooligan-Szene in Göteborg gegründet wurde.

Die Kampfvideos werden professionell produziert und in sozialen Netzwerken verbreitet, wo sie Millionen von Aufrufen erzielen. Bei den Kämpfen wird meist mit blossen Fäusten gekämpft, alle Schläge sind erlaubt, und es gibt keine Runden. Der Sieger ist derjenige, der seinen Gegner ausknockt. Für ein paar tausend Franken Preisgeld reisen Kämpfer aus der ganzen Welt an, um sich zu messen.

Gaëtan Le Bris hat mehrere Kämpfer für «King of the Streets» vorbereitet. Zwischen 2020 und 2024 trainierte der Franzose in seinem Gym diejenigen, die er «Krieger» nennt. Heute läuft gegen ihn ein Gerichtsverfahren wegen Gewalttaten, und er wartet auf sein Urteil - sein Gym existiert nicht mehr.

Illegale Kämpfe gibt es auch in der Schweiz, wie Dylan Mvondo berichtet. Der Genfer begann mit Strassenkämpfen, bevor er eine sportliche Karriere im MMA startete. Dylan sammelte Erfahrung in einer Kampfliga namens «Le Cercle», die zwischen 2023 und 2024 von Genfern organisiert wurde.

«Von Anfang an war es unser Ziel, etwas sehr Sicheres für die Kämpferinnen und Kämpfer zu schaffen: keine Kniestösse ins Gesicht, keine Ellbogenschläge, Handschuhe sind Pflicht», erklärt Joaquim Magnenat, der die Kämpfe von «Le Cercle» eineinhalb Jahre lang zwischen Genf und Lausanne organisierte und leitete.

Mike Tyson vs. Jake Paul: Ein umstrittenes Comeback

In wenigen Tagen feiert Box-Legende Mike Tyson seine Rückkehr in den Ring. In einem offiziellen Profi-Kampf trifft der 58-jährige Ex-Weltmeister auf Social-Media-Phänomen Jake Paul.

Der Event findet an diesem Freitag, dem 15. November, in Arlington im US-Bundesstaat Texas statt. Der Beginn ist Schweizer Zeit auf 2 Uhr am Samstagmorgen angesetzt. Mike Tyson und Jake Paul werden frühestens ab 4 Uhr im Ring erwartet.

Der gesamte Event wird auf Netflix übertragen. Jede und jeder mit einem Abonnement bei der Plattform kann also ohne zusätzliche Kosten zuschauen. Es ist der erste Boxkampf, der live auf der eigentlich für Serien und Filme bekannten Streaming-Plattform gezeigt wird.

Zu Mike Tyson muss wohl nicht viel gesagt werden. Der 58-Jährige war mehrmals Weltmeister im Schwergewicht und vor allem für seine Schlagkraft bekannt. Bei 44 seiner 50 Siege schlug er den Gegner auf die Bretter und beendete den Kampf damit vorzeitig. Sein Gegenüber Jake Paul machte sich hingegen ausserhalb des Sports einen Namen.

Gemäss Berichten betrage die Gesamtgage 80 Millionen Dollar (rund 70,5 Millionen Franken), die zu gleichen Teilen aufgeteilt werde. Im August erklärte Paul: «Ich bin hier, um 40 Millionen Dollar zu kassieren und eine Legende k. o. zu schlagen.»

Das Aufeinandertreffen Tysons und Pauls wird zumindest als offizieller Profikampf gewertet und geht auch in die Bilanz der beiden ein. «Iron Mike» steht bisher bei 50 Siegen und 6 Niederlagen, «El Gallo de Dorado» (Deutsch: «Der goldene Gockel») gewann 10 seiner 11 Kämpfe.

Anders als in einem gewöhnlichen Profikampf wird nur über acht statt zwölf Runden, die jeweils zwei statt drei Minuten gehen, geboxt. Damit dauert der Kampf mit maximal 16 Minuten nicht einmal halb so lang wie die üblichen 36. Ausserdem wird mit sogenannten Sparrings-Handschuhen geboxt. Diese sind mit 14 Unzen (397 Gramm) schwerer als die gewöhnlichen Wettkampf-Handschuhe (10 Unzen, 283 Gramm) und sorgen damit für geringere Schlaggeschwindigkeiten.

Ein Grund für die Sonderregeln dürfte sein, die beiden Kontrahenten zu schützen. Vor allem die Gesundheit von Mike Tyson scheint in Gefahr - erlitt er doch noch vor wenigen Monaten einen Schwächeanfall und hatte mit einem Magengeschwür zu kämpfen. Wie fit dieser ist, ist wenige Tage vor dem Kampf noch immer ein Rätsel.

Vor dem ursprünglich geplanten Datum für den Kampf schlug auch der renommierte Mediziner Stephen Hughes Alarm. Tyson riskiere sein Leben, erklärte der leitende Dozent für Medizin der Anglia Ruskin Universität in Cambridge damals. So bestehe die Gefahr einer Hirnblutung.

Angeblich müsse er sich deshalb 24 Stunden vor dem Kampf einem finalen Gesundheitscheck unterziehen. Sollte der 58-Jährige die Kriterien nicht erfüllen, könnte der Kampf kurzfristig noch abgesagt oder zumindest zu einem Schaukampf herabgestuft werden.

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