Tragische Todesfälle in der UFC: Eine Dunkle Seite des Kampfsports

Die Welt des Kampfsports, insbesondere die der Ultimate Fighting Championship (UFC), ist nicht nur von Triumphen und Erfolgen geprägt, sondern auch von tragischen Verlusten. Dieser Artikel beleuchtet einige der bemerkenswertesten Todesfälle, die die UFC-Gemeinschaft erschüttert haben.

Der Fall Abdul-Kerim Edilov

Der Tod des russischen Mixed-Martial-Arts-Athleten Abdul-Kerim Edilov (†31) wirft auch drei Monate nach seinem Ableben noch viele Fragen auf. Der ehemalige UFC-Kämpfer Abdul-Kerim Edilov ist im Dezember 2022 im Alter von 31 Jahren verstorben. Der Tod des russischen Athleten wirft jedoch weiterhin viele Fragen auf. Wurde ihm am Ende seine politische Karriere zum Verhängnis? Davon berichtet zumindest die Wochenzeitung „der Freitag“ laut der der ehemalige UFC-Kämpfer in der russischen Region Tschetschenien sogar gefoltert worden sei.

Edilov war nämlich enger Vertrauter des tschetschenischen Diktators Ramsar Kadyrow (46). Im Jahr 2014 gründete der russische Politiker seinen eigenen MMA-Klub und veranstaltete regelmäßig Wettbewerbe. Edilov gehörte bereits damals zu seinen wichtigsten Kämpfern und unterschrieb anschließend sogar einen Profi-Vertrag bei der UFC. Sein dortiges Debüt verzögerte sich allerdings wegen einer positiven Doping-Kontrolle im Jahr 2015. 2017 absolvierte der damals 25-Jährige dann seinen ersten und auch einzigen Kampf bei der UFC.

Bei der Fight-Night 115 am 2. September in Rotterdam gewann er seinen Kampf gegen den Serben Bojan Mihajlović (42) durch ein technisches K.O. in der zweiten Runde. Anstatt anschließend an seiner internationalen MMA-Karriere zu arbeiten, ging es für Abdul-Kerim Edilov in die Familie von Diktator Ramsar Kadyrow. Dort fungierte der ehemalige UFC-Kämpfer als Babysitter für die drei Söhne (im Teenageralter) von Kadyrow und brachte ihnen unter anderem das Kämpfen bei.

Dadurch erarbeitete sich Edilov erst einen Posten als Stabschef und anschließend als stellvertretender Premier-Minister von Tschetschenien. Nur wenige Monate später wurde der frisch gebackene Politiker wegen Drogen-Konsum verurteilt und anschließend gefoltert. Seine politische Karriere sollte allerdings noch weniger erfolgreich laufen, als seine sportliche. Er fiel in Ungnade.

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Daraufhin wurde er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen und nur fünf Wochen nach seinem offiziellen Rücktritt wurde der Tod des ehemaligen Athleten bekannt gegeben. Auch Edilovs Bruder, der als Sportminister Tschetscheniens tätig war, wurde seit Dezember 2022 nicht mehr gesehen. Da Tschetscheniens Präsident Kadyrwo bis heute über den Tod seines ehemaligen Vertrauten schweigt, sehen Menschenrechtsorganisationen wie „Vayfond“ den Diktator in der Verantwortung. Für seine Söhne hat der Putin-Verbündete jedenfalls bereits Ersatz gefunden - sie werden jetzt von UFC-Star Khamzat Chimaev (28) trainiert.

Francis Ngannou und der Verlust seines Sohnes

Schlimmer Schicksalsschlag für einen ganz großen Kämpfer. Wie kamerunische Medien berichten, ist der 18 Monate alte Sohn von MMA-Superstar Francis Ngannou (37) gestorben.

Auf X schrieb Ngannou am Montagabend: „Was ist der Sinn des Lebens, wenn das, wovor wir mit aller Macht wegzukommen versuchen, uns am Ende am härtesten trifft? Warum ist das Leben so unfair und unbarmherzig? Warum nimmt uns das Leben immer das, was wir nicht haben? Ich bin f***ing müde.“

Noch bevor der tragische Tod des Kindes überhaupt bestätigt war, sprachen langjährige Weggefährten Ngannou ihr Beileid aus. Darunter Käfigkampf-Superstar Conor McGregor (35). Der Ire schrieb zu Ngannous Post: „Es tut mir so leid, von deinem Verlust zu hören, Francis, meine Gebete sind in dieser Zeit bei dir und deiner Familie.“

Ngannous Trainer, Eric Nicksick, fügte hinzu: „Es waren ein paar schwere Tage, Worte können den Schmerz nicht ausdrücken, den wir alle in dieser Zeit für die Familie Ngannou empfinden. Bitte behaltet Francis und seine Familie in eurem Herzen, und möge dies eine Erinnerung an die Zerbrechlichkeit des Lebens sein. Sagen Sie öfter „Ich liebe dich", denn ein Morgen ist nicht garantiert.“

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Die Umstände des Todes von Ngannous Sohn sind noch nicht bekannt. Ngannou hatte erst Anfang März einen Mega-Fight gegen Superstar Anthony Joshua in Saudi-Arabien verloren. Dieser Kampf hatte ihm eine Börse von knapp 20 Mio. Euro eingebracht.

Berühmtheit hatte er erlangt, als er nach seinem Wechsel aus der UFC ins Boxen Weltmeister Tyson Fury auf die Bretter geschickt und nur nach Punkten verloren hatte. Seine UFC-Karriere beendete er mit einer Bilanz von 17 Siegen und drei Niederlagen.

Ben Askren: Ein Kampf ums Überleben

In seiner aktiven Zeit gehörte Ben Askren zu den besten und populärsten MMA-Kämpfern. Nun aber hat der 40-Jährige einen anderen, viel schweren Kampf zu überstehen. Er selbst hat ein bewegendes Update gegeben.

Ben Askren hat einen langen und schweren Kampf hinter sich. Der frühere UFC-Kämpfer musste sich im Frühjahr einer doppelten Lungentransplantation unterziehen. Nun, Wochen später, ist der 40-Jährige aus dem Koma erwacht - und hat jetzt erstmals öffentlich über seine Erfahrungen gesprochen.

In einem bewegenden Video auf Instagram berichtete der US-Amerikaner dieser Tage von seiner Zeit im Krankenhaus. Askren war rund einen Monat zuvor mit einer schweren Lungenentzündung eingeliefert worden. Sein Zustand war kritisch. Die Krankheit habe ihn stark gezeichnet, erzählte er nun sichtlich mitgenommen.

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"Ich bin im Grunde viermal gestorben. Mein Herz stand 20 Sekunden lang still", sagt Askren mit brüchiger Stimme. Auch körperlich hinterließ die Zeit im Krankenhaus deutliche Spuren: 66 Kilogramm bringe er aktuell auf die Waage - so wenig habe er zuletzt als 15-Jähriger gewogen, erklärt er. "Ich habe rund 50 Pfund in nur 45 Tagen verloren“, sagt Askren.

In den sozialen Netzwerken finden sich inzwischen zahlreiche Genesungswünsche, die große Emotionen bei Askren hervorrufen. Immer wieder ringt er mit den Tränen, wenn er über die Anteilnahme spricht. "Es war fast so, als hätte ich meine eigene Beerdigung miterlebt", so Askren.

Der frühere UFC-Schwergewichtschampion Daniel Cormier schrieb: "Du bist ein Kämpfer, deshalb wehrst du dich so. Gott sei Dank haben wir dich noch." UFC-Legende Mark Coleman schrieb: "Du bist so hart, wie es nur geht. Ich bete für dich." Auch die früheren Stars Joanna Jedrzejczyk und Miesha Tate meldeten sich: Jedrzejczyk postete zwei Emojis betender Hände, Tate schrieb: "So schön, dich sprechen zu hören, Ben - wir alle drücken dir die Daumen!"

An die Zeit zwischen dem 28. Mai und dem 2. Juli fehle ihm jede Erinnerung. "Kein einziges Bild, keine Erinnerung, keine Ahnung, was passiert ist. Es ist wie ein Film - einfach absurd", sagt Askren. Ein Tagebuch seiner Frau habe ihm geholfen, diese Lücke nachzuvollziehen.

Und schon am Samstag gab es weitere positive Nachrichten: In einem neuen Video liegt er noch immer im Krankenbett, sieht aber bereits deutlich erholter aus als in der Aufnahme vom Mittwoch. Die Haare sind offenbar frisch geschnitten, der Bart ist getrimmt. 2008 gehörte er zum Olympia-Aufgebot der USA, schied in Peking im Viertelfinale aus. Ein Jahr später wechselte Askren in die Mixed Martial Arts, etablierte sich in den Folgejahren als dominanter Star im Weltergewicht, war Weltmeister sowohl in der "Bellator"- als auch in der "One"-Organisation. Erst spät wechselte er in die UFC, beendete dort 2019 seine Karriere.

Felipe Colares: Ein Held stirbt

Der ehemalige UFC-Kämpfer Felipe Colares ist im Alter von 29 Jahren gestorben. Das bestätigt sein Trainer. Colares, der eine MMA-Bilanz von elf Siegen und vier Niederlagen aufweist, kämpfte zuletzt am 17. Der talentierte brasilianische Jiu-Jitsu-Spezialist hatte von 2019 bis 2021 eine Bilanz von zwei Siegen und vier Niederlagen in der UFC.

Erst im Januar war Colares in den Schlagzeilen. Seine Bereitschaft, einer Fremden in Not zu helfen, kam nicht überraschend, da Colares als Koordinator für ein Regierungsprogramm namens "Empoderadas" tätig ist. "Empoderadas" übermittelte eine eindringliche Botschaft der Wertschätzung und des Beileids. "Mit großer Trauer geben wir den Tod unseres großartigen Profis, Sportlers und Freundes Felipe Colares, bekannt", heißt es in dem Posting. "Felipe leistete mit seiner Erfahrung als Multi-Champion einen enormen Beitrag, indem er uns half, Techniken zur Verhinderung und Bewältigung von Gewalt gegen Frauen zu entwickeln.

Anthony „Rumble“ Johnson: Kampf gegen die Krankheit

Anthony „Rumble“ Johnson war schwer krank. Manager Ali Abdelaziz stimmte die Öffentlichkeit im Oktober in einem ESPN-Interview schon aufs Schlimmste ein: „Rumble hat im Moment einige gesundheitliche Probleme. Es ist sehr traurig. Betet für Anthony. Er ist sehr stark, geistig. Aber betet für ihn.“

Seit rund eineinhalb Jahren hatte der US-Amerikaner keinen Kampf mehr bestreiten können, wie sein Freund und Kämpferkollege Kamaru Usman bei Yahoo berichtete, war er seit einiger Zeit Dialysepatient.

Johnson selbst äußerte sich in der Öffentlichkeit nie konkret zu seinem Gesundheitszustand, Im September 2021 schrieb er lediglich Instagram: „Ich wünschte wirklich, ich könnte ins Detail gehen, wie krank ich wirklich bin. Ich weiß nur, dass ich so viele Gebete brauche, wie ich bekommen kann und wir sehen uns 2022, so Gott will. Ich hatte noch nie in meinem Leben solche Angst vor etwas, aber ich bin mit der Unterstützung von Freunden und Familie stark geblieben.“

Anthony „Rumble“ Johnson - nicht zu verwechseln mit MMA-Legende und A-Team-Filmdarsteller Quinton „Rampage“ Jackson - gewann 23 seiner MMA-Kämpfe (17 durch K.o.), trat in drei Gewichtsklassen an und erarbeitete sich das Image als kraftvoller Puncher.

Inzwischen berichtet der langjährige Kampfsport-Szenekenner Kevin Iole für Yahoo Sports, dass Johnson zwei schwere Krankheiten hatte: ein Non-Hodgkin-Lymphom, eine Krebserkrankung des Lymphgewebes und die seltene und gefährliche, eher bei kleinen Kindern auftretende Immunerkrankung HLH (Hämophagozytische Lymphohistiozytose). Johnson sei letztlich an Organversagen gestorben.

Stephan Bonnar: Ein Pionier des Sports

Der US-Wrestler Stephan Bonnar ist im Alter von 45 Jahren gestorben. Die amerikanische Mixed-Martial-Arts-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) bestätigte Bonnars Tod und teilte mit, dass das Mitglied der UFC Hall of Fame „vermutlich an Herzkomplikationen“ verstorben sei.

UFC-Präsident Dana White sagte zum Tod des Sportlers: „Stephan Bonnar war einer der wichtigsten Kämpfer, der jemals im Oktagon angetreten ist. Sein Kampf gegen Forrest Griffin hat den Sport für immer verändert und er wird nie vergessen werden. Die Fans haben ihn geliebt, waren vertraut mit ihm und er hat ihnen immer sein Bestes gegeben. Er wird vermisst werden.“

Der Kampf zwischen Bonnar und Forrest Griffin über drei Runden im Jahr 2005 gilt bis heute als einer der bedeutendsten und besten UFC-Kämpfe aller Zeiten.

Tim Hague: Tragödie im Ring

Der kanadische Schwergewichtler Tim Hague ist im Alter von 34 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung gestorben. Das berichtet das "Edmonton Journal". Am Freitag hatte der ehemalige UFC-Kämpfer in seiner Heimatstadt Edmonton einen Boxkampf gegen seinen Landsmann Adam Braidwood verloren. Der Kampf wurde sofort abgebrochen und Hague ins Krankenhaus gebracht, wo eine Hirnblutung diagnostiziert wurde.

"Mit unglaublicher Traurigkeit und gebrochenen Herzen verkünden wir, dass Tim heute verstorben ist", so Neil. "Er war umgeben von seiner Familie und hörte seine Lieblingslieder. Wir werden ihn unendlich vermissen."

2009 hatte Hague bei seinem UFC-Debüt überraschend durch einen Aufgabegriff gegen den ehemaligen Kickboxer Pat Barry gewonnen. Im Interview nach dem Sieg sagte er mit blutender Nase: "Eine Sache über mich sollten alle wissen: Ich werde niemals aufgeben." Insgesamt bestritt Hague 34 Mixed-Martial-Arts-Kämpfe, von denen er 21 gewinnen konnte, und vier Kämpfe als Profiboxer, von denen er nur einen gewann. Seit August 2015 musste der Schwergewichtler sechs K.o.-Niederlagen hinnehmen, vier davon im MMA, die letzten beiden im Profiboxen.

Guilherme Vasconcelos: Ein Leben zwischen Käfig und Prominenz

Der brasilianische Käfig-Kämpfer Guilherme Vasconcelos ist im Alter von nur 38 Jahren verstorben. Wie brasilianische Medien berichten, ist er in der US-Metropole Los Angeles verstorben. die erschütternde Nachricht: „Wir haben uns auf seinen Besuch an Weihnachten gefreut. Das wird jetzt nicht mehr passieren. Das Leben ist vergänglich und wir sind mit dieser schrecklichen Nachricht aufgewacht. Wir beten für dich!“

Besonders tragisch: Vasconcelos hinterlässt eine einjährige Tochter, die aus seiner Beziehung mit dem Model Kayla Lauren stammt. Kurz vor seinem Tod teilte er in seiner Instagram-Story noch einen Schnappschuss aus einem Jiu-Jitsu-Studio.

Der Brasilianer ist im Käfig unter dem Spitznamen „Bomba“ angetreten. 2012 gab er sein Profi-Debüt, zwei Jahre später nahm er an der UFC-Serie „Ultimate Fighter“ teil. Einmal stand er bei einem offiziellen UFC-Fight im Käfig.

Danach kämpfte er noch einige Male für die US-Promotion Bellator. Neben seiner Kampfsport-Karriere erlangte Vasconcelos durch seine Beziehung zu Pop-Sängerin Demi Lovato (32) besondere Bekanntheit.

Das Paar wurde erstmals 2017 zusammen gesichtet. Im gleichen Jahr haben sie zusammen Silvester gefeiert. Nach knapp einem halben Jahr war dann aber wieder Schluss. Lovato hat bislang noch nicht auf den Tod ihres Ex-Freundes öffentlich reagiert.

Die tragische Nachricht über Vasconcelos sorgte für viel Trauer in der MMA-Szene. In den sozialen Netzwerken verabschiedeten sich viele vom Brasilianer. Kampfsport-Trainer Jamie Huey schreibt emotional: „Diese Erfahrung war für mich sowohl eine Ehre als auch ein Segen. Bomba, danke, dass du Teil meiner Reise warst und mich an deiner teilhaben ließest. Ruhe in Frieden, Champ.“ Ex-UFC-Star Vinny Magalhaes meint: „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich so einen für so einen guten Mann wie dich schreiben würde. Ruhe in Frieden, mein Freund.

Josh Samman: Ein Leben zwischen Talent und Tragödie

Im Alter von nur 28 Jahren starb der Ultimate Fighter Josh Samman. Seine Freundin war nur 22 geworden, daran gab er sich eine Mitschuld. Es zeigt ihn bei der Unterzeichnung eines neuen Vertrags mit der Ultimate Fighting Championship (UFC), der härtesten und bedeutendsten Mixed-Martial-Arts-Serie der Welt. Das Papier garantierte dem 28-jährigen Jiu-Jitsu-Spezialisten einen Kampf im Dezember. Samman strahlt. Eine Woche später ist er tot.

Craig Mallak, Gerichtsmediziner des Broward County (Florida), zeichnete Sammans Todeskampf nach. Demnach habe der Athlet fünf Tage lang im Koma gelegen, am Montag dieser Woche stellten die Ärzte dann seinen Hirntod fest, am Mittwochmorgen starb er schließlich. Autopsie und toxikologische Untersuchungen stehen zwar noch aus, doch gegenüber „TMZ.com“ gab Mallak an, dass Drogenmissbrauch sehr wahrscheinlich eine Rolle bei der Todesursache gespielt haben dürfte.

Samman war am Donnerstag bewusstlos in seinem Apartment aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden. Für seinen Mitbewohner Troy Kirkingburg kam jede Hilfe zu spät, er war bereits tot, als der Notarzt eintraf. Die Nachricht vom Tod des Ultimate Fighters hat die Mixed-Martial-Arts-Szene geschockt. Nicht nur weil Samman mit seiner sympathischen Art überaus beliebt war, auch weil er ungeheuer viele Talente besaß.

So leitete er seine eigene Promotionagentur, arbeitete als Autor für die UFC, probierte sich als Musiker und Songschreiber und setzte sich für Kinder mit Sehbehinderungen ein. Zu ihnen hatte er eine besondere Verbindung, sah sie als Schicksalsgefährten. „Manchmal gibt dir das Leben ein mieses Blatt auf die Hand, aber man muss das Beste daraus machen“, schrieb er in seiner 2016 erschienenen Autobiografie.

2013 traf ihn der Tod seiner Freundin Hailey Bevis schwer. Die 22-Jährige starb, weil sie auf regennasser Straße die Kontrolle über ihren Wagen verlor. „Es gibt niemanden, der mich mehr zu dem Menschen machte, der ich heute bin, als Hailey“, schrieb Samman damals in einem bewegenden Abschiedsbrief. „Der Schmerz über ihren Tod wird mich mein Leben lang begleiten.“

Die beiden hatten Textnachrichten ausgetauscht, als der Wagen von der Fahrbahn abkam, wie die Polizei später rekonstruierte. Zunächst stürzte Samman sich in den Sport, trainierte wie ein Besessener, was schließlich zu einer schweren Muskelverletzung und Absage eines Kampfes führte. Dann starb auch noch sein Stiefvater. Doch er gab nicht auf und schaffte ein Comeback bei der UFC - ausgerechnet am 6. Dezember 2014, dem Geburtstag seiner verstorbenen Freundin.

Er gewann diesen Kampf, den er so sehr herbeigesehnt hatte, auf spektakuläre Weise. Zunächst sah es nicht gut aus für ihn, er verlor die erste Runde gegen Eddie Gordon, kam dann aber zurück und schickte seinen Gegner mit einem Tritt gegen den Kopf in den Ringstaub. Der Kick wurde als einer der besten Knock-outs des Jahres gefeiert.

Doch trotz des Erfolges war in Samman etwas kaputtgegangen. „Der Tod starrt uns allen ins Gesicht“, schrieb er. „Wir müssen mit der Sucht leben, unserer eigenen und der Sucht anderer Menschen.“ Sammans Gedanken verdüsterten sich zusehends, er bekam Drogenprobleme, wie er in seinem Buch bekannte. Drogen waren nun wohl auch für seinen Tod verantwortlich.

Sammans Schicksal ist auch deswegen so bedrückend, weil mit Box-Weltmeister Tyson Fury soeben ein weiterer Kampfsportler von schweren Depressionen und Drogenmissbrauch berichtete. Speziell für die MMA-Szene war 2016 bislang ein Horrorjahr. Samman ist schon der siebte prominente Todesfall. Jordan Parsons und Ryan Jimmo wurden von einem Auto überfahren, Kevin Randleman und Kimbo Slice erlitten einen Herzstillstand, Joao Carvalho starb im Ring, und Ivan Cole jagte sich beim russischen Roulette eine Kugel in den Kopf.

Joao Carvalho: Ein Todesfall im Ring

Der portugiesische MMA-Kämpfer Joao Carvalho ist im Alter von 28 Jahren am Montag an den Folgen einer in einem Kampf erlittenen Verletzung gestorben. Carvalho war zwei Tage zuvor während eines Kampfabends im Dublin in einem Fight gegen den Iren Charlie Ward - einen Teamkollegen des UFC-Stars Conor McGregor - technisch K.o.

McGregor hatte zuvor kritisiert, dass der Kampf nicht früher abgebrochen worden war: "Der Referee hätte ein wenig auf Zack sein sollen."

Beim Mixed Martial Arts (deutsch: Gemischte Kampfkünste) bedienen sich Kämpfer bei Schlag-, Tritt- und Bodenkampftechniken aus verschiedenen Kampfsportarten. Dabei bestehen wenige Regelbeschränkungen.