Die Ultimate Fighting Championship (UFC) hat sich als die prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt etabliert und bietet Athleten aus aller Welt die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen. Auch aus Kroatien kommen immer wieder talentierte Kämpfer, die in der UFC für Furore sorgen.
Mirko "Cro Cop" Filipovic: Eine Legende des MMA
Wenn es um die berühmtesten Kampfsportler geht, führt kein Weg an dem legendären Kroaten Mirko “Cro Cop” Filipovic vorbei. Der aus Ostkroatien stammende Champion wurde am 10. September 1974 geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Bereits in jungen Jahren war Mirko ein Favorit in der Leichtathletik.
In seinen jungen Jahren war Filipovic sehr von Jean-Claude Van Dammes Film "Bloodsport" inspiriert, was ihn zu seiner wahren Leidenschaft brachte. Er begann in der Garage seiner Eltern zu trainieren und baute sich mit den Gewichten seines Vaters eine neue Topform auf. Grundsätzlich begann er bereits mit 7 Jahren aktiv Taekwondo und Karate zu betreiben, sodass er eine grandiose Basis für seinen späteren Erfolg hatte.
Mirko “Cro Cop” Filipovic gilt mit gutem Grund als Nationalheld in Kroatien, da ihm der Erfolg bereits seit frühester Stunde in die Wiege gelegt wurde. Nachdem sein Vater im Jahre 1994 starb, erhielt er nochmals ein neues Kaliber an Motivation und Ehrgeiz. Er beendete seine militärische Karriere, nachdem er die Möglichkeit bekam, von der kroatischen Kickbox-Nationalmannschaft trainiert zu werden. Sein Oberst äußerte sich hierzu bereits in frühen Jahren und betonte, dass er nicht der beste Elitesoldat werden könne. Es war ihm stets bewusst, dass er Kroatien eines Tages sehr stolz als Kickboxer vertreten würde.
Cro Cops ehemaliger Oberst war goldrichtig und mit gutem Grund zählt Mirko Filipovic als einer der brutalsten Kämpfer der UFC Geschichte.
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Der Ruhestand von Cro Cop ist seitdem endgültig. Mirko Filipovic kündigte im kroatischen Fernsehsender Nova TV seinen Rücktritt von MMA-Kämpfen an. Der Grund für seinen Rücktritt sind selbstverständlich die Vielzahl an Titeln sowie einige Schicksalsschläge. Cro Cop leidet unter einer Reihe von medizinischen Beschwerden, welche ebenfalls einen Schlaganfall mit sich zogen.
Es gibt nur wenige wie Mirko, eine ausgewählte Gruppe von unbestreitbar großen Kampfsportlern, die als wahre Legenden des Sports gelten. Jeder einzelne Kampf war mit seinen High Kicks ein Kaliber für sich selbst, sodass einigen Gegnern bis heute der Kopf noch schüttelt.
Mirko “Cro Cop” Filipovic kann nun entspannt in den Ruhestand gehen und wir können uns sicher sein, dass wir weiterhin mehr von ihm als Sportkommentator oder Trainer hören werden.
Aleksandar Rakic: Österreichs Hoffnung im Halbschwergewicht
Österreichs Nummer eins, Aleksandar Rakic, hat am Wochenende Thiago Santos besiegt und sich somit im Halbschwergewicht auf den zweiten Platz der Rangliste geschoben. Im Interview spricht der 29-Jährige über die ungerechte Bezahlung als UFC-Kämpfer und seinen kuriosen Karrierebeginn. Rakic verrät außerdem, dass er in Zukunft ins Schwergewicht aufsteigen und sich dort zum Champion küren will. Danach würde er gerne in den Boxring steigen.
Nach dem Kampf gegen Santos meinte Rakic, dass er den Santos auch K.o. schlagen oder submitten können. Nach dem Kampf dachte er sich, dass die Performance nicht so berauschend gewesen wäre. Doch er habe sich den Kampf mittlerweile paar Mal angeschaut und bin zufrieden.
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Die Taktik habe eine große Rolle gespielt, es war ein Schachspiel. Er habe Santos aber nicht zum Zuge kommen lassen. Seine aggressiven Schlagabtäusche konnte er nicht durchbringen. Er dachte, dass er öfter nach vorne springen würde und er so eine Chance hätte, ihn auszuknocken. Am Ende war es ein klarer Punktesieg für ihn.
Direkt als er aus dem Octagon geführt wurde, sei er zu UFC-Präsident Dana White hingegangen und sagte: "Ich komme für den Titel, ich werde das neue Gesicht der Division. Vielleicht war es nicht die Leistung, die Du sehen wolltest, aber ich weiß, zu was ich fähig bin. Ich kann jeden besiegen!"
Nach dem Sieg bekam er von seinem Team den brauen Gürtel im Jiu-Jitsu überreicht. Vor allem bei Ex-Champion Daniel Cormier sorgte dies für Verwunderung, da man davon im Kampf nur wenig gesehen hatte. Er habe die vergangenen Monate hart an seinem Grappling und an seinem Wrestling gearbeitet. Es muss nicht immer als während des Kampfes passieren, sondern da hängt einiges dran. Bereits vor dem Trainingscamp habe er mehrere Extraschichten gemacht. Sein Ziel ist es, den schwarzen Gürtel zu bekommen. Nun bin ich einen Schritt weiter.
Halbschwergewichtschampion Jan Blachowicz will nach eigener Aussage ein halbes Jahr Pause machen und dann seinen Titel gegen Glover Teixeira verteidigen. Rakic würde sich wünschen, wenn er sofort einen Titelkampf erhalten würde. Vielleicht verletzt sich der Teixeira und er würde einspringen. Je länger die UFC wartet, desto schlechter für sie. Er sei wie ein Schwamm und sauge alles auf, daher werde er immer besser.
Rakic sagte, dass es gut möglich ist, dass die UFC noch einen Sieg von ihm sehen wollen, bevor er den Titelkampf erhält. Er würde aber auch warten, bis Blachowicz gekämpft hat.
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Rakic findet, dass UFC-Kämpfer noch sehr unterbezahlt sind. Im Boxen sind Millionenbeträge im Spiel. In der UFC haben dagegen vielleicht zwei, drei Millionen verdient. Als MMA-Kämpfer leisten wir enorm viel und setzen unsere Gesundheit aufs Spiel. Vor einem Kampf muss ich mehrere Sportarten trainieren, da es eben ja nicht nur Boxen oder Kickboxen ist. Lässt man einen Bereich schleifen, verliert man einen Kampf und verliert so viel Geld.
In der Zukunft werde er sicherlich die Möglichkeit habe, mit White persönlich darüber zu reden. Er habe jetzt noch einen Vertrag über vier Kämpfe, nach seinem nächsten Kampf kommen sie sicherlich mit einem besseren Angebot.
Ihr werdet auf jeden Fall einen Aleksandar Rakic im Schwergewicht sehen! Zuerst werde ich aber meine Aufgabe im Halbschwergewicht meistern und dann im Schwergewicht aufräumen. Hoffentlich kann ich mich später Champ-Champ nennen.
Weitere kroatische Kämpfer
Neben den bereits genannten Athleten gibt es eine Reihe weiterer kroatischer Kämpfer, die in verschiedenen MMA-Organisationen aktiv sind und das Potenzial haben, in Zukunft ebenfalls in der UFC Fuß zu fassen.
Die UFC und der europäische Markt
Die Veranstaltung in London ist der erste Besuch der UFC in Europa in diesem Jahr. Weitere Events sind hier bislang nicht geplant. Das sah vor nicht allzu langer Zeit noch anders aus. Spätestens seit Corona aber hat sich der Fokus verschoben. Die UFC hat dem Emirat diesen Pragmatismus gedankt: Inzwischen hat Abu Dhabi seinen festen Platz im Event-Kalender der UFC, mit der dortigen Führung arbeitet man eng zusammen. Auch in Saudi-Arabien will man Fuß fassen, in China war man mehrfach, gerüchteweise kommt demnächst Aserbaidschan dazu.
Am Beispiel der UFC kann man gut beobachten, wie die Alte Welt den Anschluss zu verlieren droht und neue Akteure das Vakuum ausfüllen. Nicht durch Gewalt, sondern durch Softpower-Manöver wie das Ausrichten von Sportveranstaltungen.
Der UFC-Offizielle bleibt vage und erklärt stattdessen, wo man überall sonst noch hin wolle: Der Nahe und vor allem Mittlere Osten stehe jetzt im Fokus, dort könne man sich neben Abu Dhabi und Saudi-Arabien zukünftig etwa auch Katar als Veranstaltungsort vorstellen, ebenso Bahrain oder Jordanien. Afrika sei ebenfalls interessant, als Beispiel für einen Veranstaltungsort wird Ruanda angeführt.
