Konstantin Distel ist ein aufstrebender Judoka, der bereits in jungen Jahren große Erfolge gefeiert hat. Sein Talent und sein unbändiger Kampfgeist haben ihn an die Spitze geführt. Hier ist ein umfassender Blick auf seine bisherige Karriere und seine Ziele.
Frühe Anfänge und erste Erfolge
Angefangen mit dem Sport hat der 16-jährige Wülfrather im Alter von sechs Jahren. „Mein Bruder hat Judo gemacht und dann wollte ich das auch machen“, erzählt er. Das Feuer war schnell entfacht, auch seine Cousins und Cousinen standen mit ihm beim TB Wülfrath auf der Matte. Ebenso schnell kristallisierte sich aber auch heraus: Konstantin Distel hat Talent.
Die Trainingsgruppe in Wülfrath reichte nicht mehr aus, es ging an die Stützpunkte in Duisburg und Witten, mittlerweile auch in Köln und Bottrop. „Ich habe einfach gekämpft und irgendwann haben dann die Platzierungen gestimmt. Da musste dann mehr kommen“, so der Teenager. Als sich die Gelegenheit ergab, an einem Stützpunkt zu trainieren, habe „ich direkt ja gesagt“.
Erfolge im Jugendbereich
In der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm dominierte Konstantin Distel nicht nur das Feld der U18, sondern setzte sich auch in der Konkurrenz der U21 durch. In der U18-Kategorie galt Distel bereits als Top-Favorit. Mit technisch brillanten Würfen, kompromissloser Kampfstrategie und beeindruckender mentaler Stärke ließ er seinen Gegnern kaum eine Chance. Doch als ob das nicht genug wäre, stellte er sich anschließend auch der Herausforderung in der älteren Altersklasse und bewies, dass er auch dort das Maß aller Dinge ist.
Seine Gegner in der U21 waren teils mehrere Jahre älter, körperlich robuster und taktisch erfahrener. Doch Distel kämpfte mit der gleichen Entschlossenheit, mit der er bereits in der jüngeren Konkurrenz triumphierte. Das Finale der U21 war ein nervenaufreibender Kampf auf Augenhöhe.
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Schon im letzten Jahr konnte Konstantin bei den Europameisterschaften der U18 überzeugen und einen beeindruckenden dritten Platz belegen. Seine Leistungskurve im letzten Jahr zeigte von Turnier zu Turnier nach oben, auch wenn er sich auf dem Qualifikationsweg noch keine Platzierung auf European Cups sichern konnte. Dieses Jahr verlief für Konstantin noch erfolgreicher. Bei jedem European Cups der U18 erreichte er das Finale. In Porec und Berlin musste er sich zwar im Finale geschlagen geben, doch in Teplice gewann er souverän das Turnier.
Zudem sammelte Konstantin bereits Erfahrung in der U21, um seine individuellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hier erkämpfte er sich bei einem internationalen Turnier in Bremen einen siebten Platz, was seine konstante Leistungsentwicklung unterstreicht. Die Erwartungen an ihn bei der diesjährigen Europameisterschaft haben sich entsprechend geändert.
European Youth Olympic Festival in Skopje
Beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Skopje gewann der Sportler des JC 66 Bottrop in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm die Bronzemedaille. Er musste sich nur im Halbfinale der dem Weltranglisten-Ersten Tajus Babaicenko aus Litauen beugen, gewinnt aber sonst alle Kämpfe und wird damit Dritter. Gegen den Litauer hat er zum dritten Mal in Folge verloren.
„Er hat die Linie nicht ganz gehalten und macht wieder einen Fehler. Damit läuft er dann der kleinen Wertung hinterher und hat verloren“, beschreibt Christopher Schwarzer seinen Kampf. „Trotzdem sind wir sehr zufrieden mit seiner Leistung und dem Ergebnis.“ Er selbst hat hart für diesen Wettkampf trainiert und schätzt ein, dass mehr drin gewesen ist. „Ich freue mich trotzdem, das Ergebnis ist trotzdem gut.“
Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft
Als Weltranglistenerster reist Konstantin Distel in wenigen Tagen einmal rund um den halben Globus nach Lima (Peru), um an den U18-Weltmeisterschaften teilnehmen zu können. Der Judoka des JC 66 Bottrop möchte nach EM-Bronze im Frühsommer die zweite große Medaille in diesem Jahr gewinnen. „Wenn ich gut drauf bin, habe ich keine schlechten Chancen.
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In Vorbereitung auf die WM will er sich noch besser auf bestimmte Leute vorbereiten. Es wäre der größte Erfolg seiner noch jungen Karriere.
Weitere Erfolge und Auszeichnungen
- Konstantin Distel vom JC 66 Bottrop gelang nach seinem Titelgewinn 2024 in der U18 in diesem Jahr der Sieg in der U21. Er gewann das Finale der Klasse bis 81 kg gegen Matti Göbel vom Judo-Team Hannover.
- Konstantin Distel gewinnt alle fünf Kämpfe in der Klasse bis 81 kg sehr souverän mit Ippon und damit verdient die Goldmedaille beim European Cup.
- Mit dem Gewinn von zwei DM-Titeln begannen die Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer unter 21 Jahren in Potsdam für die Judoka aus Nordrhein-Westfalen.
Der Traum von Olympia 2032
Sein Vater fährt Distel zu den Trainingseinheiten, zunächst waren es vier bis fünf in der Woche, mittlerweile trainiert er sechsmal. „Ich muss noch zwei, drei Kilo zunehmen, kräftemäßig etwas zulegen“, sagt der Gymnasiast, der 2027 sein Abitur bauen möchte. Und danach. „Wenn ich es in den Nationalkader schaffe, kann ich zur Bundespolizei oder zur Bundeswehr gehen“, sagt er.
Olympia 2032? „Ist noch weit weg.“ Aber natürlich ein Traum. Erst einmal steht die U18 WM an, auch im kommenden Jahr darf er noch in dieser Altersklasse kämpfen, dann soll es auch endlich mit dem Europameistertitel klappen. Zweimal hat er bereits Bronze gewonnen.
Bis dahin wird viel geschuftet, seit Anfang 2023 trainiert er nicht nur in Bottrop, sondern kämpft auch für den JC 66. „Ich habe bei den Bremen Masters ein gutes Ergebnis gemacht, bin Dritter bei den Deutschen Meisterschaften geworden. Da war klar, dass ich den Schritt machen muss“, sagt Distel, der vor allem den Teamgeist in Bottrop schätzt und mittelfristig auf Einsätze in der Bundesliga hofft.
Zwillingbruder Roman Distel
Zwillingsbruder Roman Distel zeigte ebenfalls eine überragende Leistung bei den Deutschen Meisterschaften U18. Dort musste er sich nach einem intensiven Duell geschlagen geben, ließ sich davon aber nicht beirren. Roman hat gezeigt, dass er auf dieses Niveau hier hingehört“, sagt Christopher Schwarzer, der den Fehler im zweiten Kampf bedauert, durch den er abgewürgt wurde.
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Für seinen Zwillingsbruder Roman, der in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm kämpfen wird, ist es die erste Nominierung für ein internationales Großereignis und das Resultat von Ehrgeiz, Disziplin und mentaler Stärke. „Als seine erste Trainerin weiß ich, wie viel Arbeit Roman in diesen Weg investiert hat“, berichtet TBW-Trainerin Nicole Püchel. „Ich habe ihn immer wieder ermutigt, dranzubleiben und an sich zu glauben. Die Chancen auf eine Medaille stehen auch für Roman Distel nicht schlecht, glaubt Püchel.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auch an seinem Bruder beißt er sich noch die Zähne aus, auch wenn der seinen Fokus mittlerweile auf das Studium legt. „Ich bin besser als er, aber er macht mich platt, weil er in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm kämpft“, sagt Distel mit einem Schmunzeln.
Das Leben abseits der Matte
Und was macht Distel, wenn er gerade nicht auf der Matte steht? „Am Wochenende treffe ich mich mit Freunden, manchmal bin ich nach der Schule aber auch einfach froh, ein, zwei Stunden zu schlafen“, sagt er. So tankt er die nötige Energie, die ihm in den Kämpfen zum Erfolg verhelfen soll.
