Kickboxer - Die Vergeltung ist ein Remake des Klassikers von 1989, in dem Jean-Claude van Damme die Rolle des Kurt Sloane spielt. In Deutschland wurde der Film unter dem Titel „Karate Tiger 3“ veröffentlicht. Ansonsten gibt es aber recht viele Parallelen zum Original, darunter auch einige „Querverweise“ wie ein sinnloser Spagat.
Schnell erzählte Geschichte und jede Menge auf die Mütze - so lässt sich Kickboxer - Die Vergeltung kurz und knackig zusammenfassen.
Handlung
Eric Sloane (Darren Shaalavi), frisch gebackener Karate-Weltmeister, bekommt auf seiner Siegesfeier von der dubiosen Kampfpromoterin Marcia (Gina Carano) das Angebot, in Thailand an einem nicht ganz legalen Kampfsport-Event teilzunehmen. Trotz der Einwände seines Bruders Kurt (Alain Moussi) entscheidet sich der Champion, das sehr gut bezahlte Angebot anzunehmen und macht sich kurze Zeit später auf den Weg gen Fernost. Sein Bruder Kurt hingegen bleibt daheim zurück. Also macht sich der ebenfalls sehr talentierte Kurt auf den Weg, um der Bitte seines Bruders nachzukommen.
Beim Kampf wird er allerdings Zeuge, wie sein Bruder im Ring von Tong Po nicht nur böse vermöbelt, sondern zum Schluss sogar getötet wird. Kurt schwört Rache und will den Mörder seines Bruders zur Strecke bringen. Dazu schleust er sich zunächst ins Trainingscamp von Tong Po ein. Doch nachdem er seinen Mordanschlag nicht vollenden kann, bittet Kurt stattdessen Meister Durand (Jean-Claude van Damme) um Hilfe, um Tong Po selbst im Zweikampf zu besiegen. Durand hatte bereits Eric trainiert und nimmt nach kurzer Diskussion nun auch Kurt unter seine Fittiche.
Bei einer illegalen Veranstaltung in Thailand wird Eric getötet - doch die schon lange gegen die illegalen Kämpfe ermittelnde Polizistin Liu (Sara Malakul Lane) kann Kurt nicht helfen.
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Abgesehen davon ist die Geschichte aber relativ überschaubar erzählt. Nachdem ein Mordanschlag auf den Mörder seines Bruder fehlschlägt, bittet Kurt schließlich dessen ehemaligen Trainer Durand (Jean-Claude van Damme) um Hilfe. Kurt will sich durch hartes Training auf einen Zweikampf mit dem Mörder seines Bruders vorbereiten.
Besetzung und Leistung
Die schauspielerischen Leistungen sind dementsprechend auch eher nebensächlich. Einzig Jean-Claude van Damme als Lehrer Durand sowie der ehemalige Wrestler Dave Bautista als zu bezwingender Champion Tong Po wissen hier zu überzeugen. Den übrigen Charakteren fehlt es dann im Vergleich doch an Charisma und Ausstrahlung, um mit den beiden mithalten zu können - so wirken die meisten Figuren ziemlich austauschbar und etwas gezwungen. Auch die Kampfszenen erwecken ein bisschen zu häufig den Eindruck einer penibel einstudierten Choreografie.
Van Damme hingegen ist immer noch in hervorragender Form und weiß den Film mit einigen coolen Auftritten zu veredeln. Dem Klischee des alten chinesischen Meisters widersprechend wird er eingeführt und verhält sich während des gesamten Films entsprechend alternativ, meist gekleidet mit Hut, Sonnenbrille und eventuell einem locker geknöpften oder geöffneten Hemd und stets bereit zum Kampf.
Moussi zeigt später in einzelnen Momenten, dass er vor allem in Sachen Muay Thai eine Menge drauf hat, doch das Drehbuch beharrt zu lange darauf, ihn als Greenhorn zu zeichnen und selbst gegen Handlanger und Stümper in massive Probleme laufen zu lassen.
Dave Bautista hat als Endgegner zwar die gewünschte Masse und Aura der Unbesiegbarkeit und weiß im Ring mit purer Physis zu überzeugen, jedoch reicht er nicht an die fast schon mystische Bedrohlichkeit heran, die Michel Qissi im Original zu erzeugen vermochte.
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Visuelle und akustische Aspekte
Das Bild der Blu-ray weist einige Filter auf, die sich in einem schwächeren Kontrast äußern und stellenweise auch die Schärfe beeinträchtigen. Offenbar war hier das Ziel, das Flair der 80er in die Gegenwart zu transferieren.
Klanglich entspricht Kickboxer - Die Vergeltung hingegen dem modernen Standard. Die Dialoge sind immer gut verständlich und wenn es in der Arena zur Sache ging wähnt man sich inmitten der jubelnden Zuschauer auf den Rängen. Auch der Subwoofer wird das eine oder andere Mal gut gefordert.
Soundtrack und Musik
Die Macher von heute haben vergessen das zu einem tollen Kampffilm ein ordentlicher Score und Soundtrack gehört.
Die tollen Soundtracks u.a. Songs von Stan Bush, Robert Tepper und Co machten aus den 80s Streifen wirkliche Classics. Gute Trainingsmontagen etc sucht man heute meist vergebens.
So sieht das aus, Bush hat auch hier die fabulösen Finger im OST gehabt :D also im Original natürlich - während FIGHT... klar aus Bloosport stammt. Ihr habt Recht, Jungs. Fight to survive ist von Bloodsport.
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Fazit
Insgesamt gibt es einfach ein paar coole Moves zu wenig, ein paar Filmfehler und Schlampigkeiten zuviel und die auch hier vorzufindende Simplizität der Handlung wird nicht ausreichend in einen memorablen Charme umgewandelt.
