Brauner Gürtel Karate: Anforderungen und Bedeutung

Beim Karatetraining tragen die Teilnehmer Gürtel in unterschiedlichen Farben. Diese geben an, welchen Ausbildungsstand der Karateka bislang erreicht hat. Es gibt neun Schüler (weiß bis braun) und zehn Meistergrade (alle schwarz bzw. rot-weiß für den 10. Dan).

Im Wesentlichen hat der Gürtel (jap. Obi) zwei Funktionen: Er ist nicht nur das schließende Element des Karateanzugs, sondern signalisiert auch euren Kenntnisstand über die Kampfsportart.

Die Bedeutung der Gürtelfarben

Die Gürtelfarben im Karate geben einerseits dem Schüler eine Orientierung darüber, wo er oder sie steht, was aktuell zum Lernen anliegt, und wo der Weg hin führt. Andererseits helfen die Gürtelfarben Trainingspartnern und Trainern, den Leistungsstand grob einzuschätzen. Somit erhält man eine Orientierung, was vom Gegenüber verlangt werden kann.

Hier sind die Gürtelfarben, aufsteigend nach dem Grad angeordnet:

  • weiß
  • gelb
  • orange
  • grün
  • blau
  • violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
  • braun
  • schwarz
  • weiß-rot (nur 10. Dan)

Die braunen Gürtelgrade

Alle drei Gürtel der Oberstufe tragen die braune Farbe. Der Japaner sagt: “Der Baum hat eine starke Borke. Er ist jetzt ausgewachsen.” Nachdem der Karateka jahrelanges Durchhaltevermögen bewiesen hat, hat er die letzten drei Schülergrade erreicht.

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1. Brauner Gurt (3. Kyu)

Der erste braune Karate Gürtel, der 3. Kyū, muss die Kata Tekki Shodan beherrschen und erstmals das Bunkai (die Anwendung einer Kata am Gegner) der Kata Heian Godan vorführen können. Im Kumite sind von hier an keine Kontertechniken mehr vorgegeben, sondern von Euch frei zu wählen.

2. Brauner Gurt (2. Kyu)

Der 2. Kyū, weiterhin braun, benötigt die Kata Bassai Dai und deren Bunkai zum Bestehen. Das Kumite sollte inzwischen mit deutlich mehr Geschwindigkeit und Improvisation ausgeführt werden können.

3. Brauner Gurt (1. Kyu)

Der 1. Kyū ist der letzte braune Gürtel und bildet das Ende der Oberstufe. Hier könnt Ihr erstmals Eure Kata selbst wählen, wobei Euch einige zur Auswahl vorgegeben werden. Diese müsst Ihr laufen können und im Bunkai anwenden.

Anforderungen in der Oberstufe (3. - 1. Kyu)

Die Ansprüche der Oberstufe sind hoch. In der Grundschule werden eine Vielzahl komplexer Kombinationen vorausgesetzt. Dabei wird auf die Qualität in den Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt auf die Ausdauer geachtet. Nicht umsonst kommt man erst nach jahrelangem Training in die Oberstufe. Sie spiegelt den Fleiß und die Intensität des Trainings des einzelnen Karatekas wider.

In den Oberstufen wird der Karate Schüler im Kumite sowohl auch im Jiyu- Ippon- Kumite, geprüft. Beides stellt höchste Anforderungen an den Prüfling. Nur wer exakte Technik mit Kampfgeist und Kontrolle kombiniert, wird den Anforderungen der Prüfung gerecht. Sieg oder Niederlage ist beim Kumite nicht prüfungsrelevant.

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In der Kata muss der Karateka der Oberstufe den Zusammenhang von Kata und sinnvollen Anwendungen verstehen. Es ist wichtig, die Qualität in den Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und Ausdauer zu zeigen.

Die Bedeutung von Kihon, Kumite und Kata

Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt.

  • Kihon (Grundschule): Hier werden die Grundtechniken und Kombinationen erlernt. In der Oberstufe zeichnet sich die Grundschule durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus.
  • Kumite (Kampf): Im Kumite wird sowohl das Jiyu - Ippon - Kumite, als auch der Freie Kampf (Jiyu Kumite) geprüft. Beides stellt höchste Anforderungen an den Prüfling.
  • Kata (Form): In Kata und im Bunkai muss der Prüfling ein fortgeschrittenes Verständnis des Zusammenhangs von Kata und sinnvollen Anwendungen zeigen können.

Der Weg zum Schwarzgurt

Als Karate-"Meister" gilt, wer die Dan- Prüfung, d.h. die Prüfung zum Schwarzgurt, abgelegt und das Dan-Diplom erhalten hat. Die Karate Meistergrade beginnen mit dem 1. Dan.

Die Dan-Grade im Überblick:

Grad Titel Beschreibung
1. Dan Shodan Der erste Meistergrad, ein Ausgangspunkt für die Entwicklung.
2. Dan Nidan Der Grad der Erkenntnis, der Schüler hat die Bedingungen des Weges durch seine rechte Haltung verstanden.
3. Dan Sandan Der Grad des anerkannten Wegschülers, der Karateka ist entschlossen, den Weg der Kampfkunst bis an sein Lebensende zu gehen.
4. Dan Yondan Der Experte der Technik, ab dem 4. Dan beginnt der Weg des Budos.
5. Dan Godan Experte der Übung, ein Mensch mit tiefem Bewusstsein.
6. Dan Rokkudan Experte der Übung, strebt bewusst um Klarheit, Selbsterkenntnis und Harmonie.
7. Dan Kyoshi Großmeister des jeweiligen Stils.
8. Dan Hachidan Experte des Unterrichts, Großmeister des jeweiligen Stils.
9. Dan Großmeister des jeweiligen Stils, ist im Einklang mit sich selbst.
10. Dan Großmeister des Stils, höchste Auszeichnung im Budo.

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