Der ehemalige Kickbox-Weltmeister Frederic Sinistra ist tot. Der 40-Jährige verstarb bereits Mitte Dezember - offenbar an den Folgen einer Covid-Erkrankung. Nach Angaben der belgischen Zeitung „Sudpresse“ soll die Ursache akute Atemnot gewesen sein.
Sinistra, der 41 Jahre alt wurde, galt nicht nur als „stärkster Mann Belgiens“ - er war bis zuletzt auch einer der bekanntesten Corona-Leugner seines Landes. Er soll sich geweigert haben, die Worte „Covid“ und „Corona“ auch nur auszusprechen.
Krankenhausaufenthalt und Selbstentlassung
Wie die „Sudpresse“ berichtet, soll er sich auch nur auf Drängen seines Trainers Ende November mit Corona-Symptomen ins Krankenhaus begeben haben, um sich dort behandeln zu lassen. Obwohl er seinen Verlauf in den sozialen Medien als alles andere als mild geschildert hat, soll er sich - entgegen dem Ratschlag der Mediziner - selbst aus dem Krankenhaus entlassen haben. Rund drei Wochen nach seinem Krankenhausaufenthalt starb Sinistra.
Die Haltung seiner Frau
In dem Instagram-Beitrag zu seinem Tod bedankte sich seine Frau nicht nur für die Unterstützung durch Fans, sie verteidigt die Anti-Corona-Haltung ihres Mannes auch über dessen Tod hinaus. Seine Witwe negiert seine Todesursache. Seine Frau bestreitet alles. Sein Widerstand ging so weit, dass er nicht an das Virus geglaubt habe. Jetzt ist er tot - gestorben an Covid.
Sinistras Karriere und Überzeugung
Joseph Deppe, bekannt als Frédéric Sinistra, war Kickboxer-Weltmeister. Er war einer der erfolgreichsten Sportler seines Landes, gewann nicht nur mehrere nationale Titel, er wurde auch dreimal Weltmeister und viermal Europameister. Der dreifache Kickbox-Weltmeister war Corona-Leugner, er selbst verwendete nicht einmal die Wörter "Corona" oder "Covid", sondern sagte, er sei am "kleinen Virus" erkrankt. Trotz der Behandlung auf einer belgischen Intensivstation entließ sich der Kickboxer Frederic Sinistra Medienberichten zufolge selbst.
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Am 29. November postete er auf Instagram ein Bild in einem Krankenhausbett. Dabei betonte er, dass seine Meinung zu Corona sich nicht geändert hätte: "Meine Einstellung ist genau die gleiche wie für dieses Leben. Ich brauche Ihnen meine Wahl nicht zu sagen. Seine Frau blieb auch dem Tod ihres Mannes bei ihren Ansichten.
Die Tragödie eines Corona-Leugners
Frédéric Sinistra tönte bei all seinen Auftritten immer wieder „Ich bin der stärkste Mann Belgiens.“ Er war Weltmeister im Kickboxen. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Schwergewicht, ein Muskelprotz. Er strotzte nur so vor Kraft und Gesundheit. Und Frédéric Sinistra war ein überzeugter Corona-Leugner. „Das Virus gibt es nicht. Ich spreche seinen Namen nicht einmal aus“, pflegte er bei seinen martialischen Auftritten immer wieder zu sagen.
„Ich brauche mich nicht impfen zu lassen. Das Virus kann mir nichts anhaben. Ich bin gesund. Ich bin stark.“ Doch dann schlug das Virus zu. Covid-19 infizierte den Körper des „stärksten Mannes Belgiens“, des Weltmeisters der Kickboxer. Frédéric Sinistra wurde krank. Er konnte nur noch schwer atmen. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Er musste künstlich beatmet werden. Er wurde zum einem Corona-Patienten, infiziert von einem Virus, das es seiner Meinung nach gar nicht gab.
Das war Ende November. Da lag der Weltmeister der Kickboxer in der Uni-Klinik von Lüttich. Einen für den 4. Dezember geplanten Kampf im französischen Nimes musste der „stärkste Mann Belgiens“ wegen seiner Corona-Erkrankung absagen. „Aber ich lebe, ich werde noch stärker sein, wenn ich wieder draußen bin.“
Sein Trainer drohte ihm, dass er ihn nicht mehr trainieren werde, wenn er das Krankenhaus verlassen sollte. Aber Frédéric Sinistra hörte nicht auf ihn. Er verließ das Krankenhaus Anfang Dezember. In den sozialen Medien ließ er wissen: „Ich kuriere mich zu Hause aus, so wie sich das gehört. Ich komme noch stärker zurück.“
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Aber er hing auch zu Hause noch immer an der Sauerstoffflasche. Das Covid-19-Virus hatte seine Lunge schwer beschädigt. Doch das wollte Frédéric Sinistra einfach nicht wahrhaben. Er wollte das gefährliche Covid-19-Virus und dessen Mutationen einfach besiegen, so wie er einen Gegner in einem Kickboxkampf besiegen will. Doch der Gegner war diesmal kein Boxer. Der Gegner war diesmal ein Virus.
Und das Virus war stärker als der „stärkste Mann Belgiens“. Am Montag melden belgische Medien den Tod von Frédéric Sinistra. Er starb an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Er ignorierte die Covid-Pandemie. Er ließ sich nicht impfen. Er steckte den Kopf in den Sand. Er wähnte sich unsterblich.
Nun aber ist der stärkste Mann Belgiens tot.
Weiterer tragischer Verlust in der Kampfsportwelt
Nicht nur Frederic Sinistra ist verstorben. Viermal gewann Witalij Merinow den Weltmeistertitel im Kickboxen, jetzt ist der ukrainische Spitzensportler im Krieg gegen Russland getötet worden: "Ein unersetzlicher Verlust für die Gemeinde Iwano-Frankiwsk. Merinow hinterlasse eine Frau und eine zweijährige Tochter, so der Bürgermeister weiter.
"Witalij war Mitglied des Exekutivausschusses des Stadtrats von Iwano-Frankiwsk, er zog am ersten Tag der Invasion in den Krieg", schrieb Martsinkiw. "Während eines der Gefechte erlitt Witalij eine Granatsplitterwunde an seinem Bein. Er erholte sich, kehrte an die Front zurück und verteidigte die Ukraine bis zu seinem letzten Atemzug."
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Unter den Trauernden war auch Merinows Mutter, seine Frau sowie seine zweijährige Tochter.
