Franz Eberl und seine Bedeutung für das traditionelle Taekwondo

Franz Eberl ist eine bedeutende Figur im traditionellen Taekwondo, sowohl in Deutschland als auch international. Seine Arbeit hat dazu beigetragen, diese koreanische Kampfkunst in der Region zu etablieren und zu fördern.

Eberls Anfänge und Expansion in Deutschland

Im April 2001 zog Franz Eberl von München ins Chiemgau und baute die Taekwon-Do Schule Traunreut von Null auf. Sie gehörte zwar wirtschaftlich bis zum Abschluss seines Informatikstudiums 2004 noch seinem damaligen Lehrer Franz Eberl, aber er war der einzige Lehrer in der Traunreuter Schule. Um nun den Namen des traditionellen Taekwon-Do in der Region zu stärken, begann er weitere Gruppen zu eröffnen. Der ersten Gruppe in Traunstein im Jahre 2004 war allerdings wenig Erfolg beschieden. Ständig kam es beim Vermieter zu Doppelbelegungen des Unterrichtsraumes, bei dem dann immer wir den Unterricht entfallen lassen mussten. Die erste richtige Gruppe entstand somit 2004 in Inzell. 2006 begann der Unterricht in Bad Reichenhall. 2007 wurde die Gruppe aus Inzell mit der Reichenhaller Gruppe zusammengefasst und der Unterricht in Freilassing begann.

In den Jahren von 2010 bis 2016 entstanden noch Gruppen in Waging, Teisendorf,Grassau/Übersee und wir zogen mit den beiden Stammschulen um. Die Traunreuter Schule blieb in Traunreut und zog nur zehn Hausnummern weiter. Die Traunsteiner Schule übersiedelte nach Surtal.

Einige der Gruppen übergab er im Laufe der Jahre an verschiedene Danträger. Und es entstanden durch Eigeninitiative dieser auch weitere Gruppen in Trostberg, Schönau am Königssee und Berchtesgaden.

Die Taekwondo-Schule in Ottobrunn und der Wechsel nach Salzburg

Was die wenigsten Wissen ist, dass ich bereits zu dieser Zeit in Salzburg nach geeigneten Räumen suchte. 2008 teilte mir Franz Eberl mit, dass er seine Ottobrunner Schule abgeben und nach Salzburg gehen will. Da er zum damaligen Zeitpunkt durch den Verkauf der Ottobrunner Schule die bessere Ausgangssituation und Erfolgschancen hatte, trat ich von meinem Vorhaben, in Salzburg tätig zu werden, zurück. Ich fuhr mit Franz zusammen durch Salzburg und unterstützte ihn bei der Suche nach geeigneten Räumen.

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Bis 2009 besuchte ich noch regelmäßig Franz Eberl in seiner Salzburger Schule, nachdem ich am Montag Abend mit dem Unterricht in Freilassing fertig war, aber wir hatten auf Taekwon-Do Ebene keinen Kontakt mehr.

Am Samstag, 27. September, fand im Isar Center Ottobrunn ein großer Aktionstag statt, bei dem Franz Eberl die Leitung des Taekwondo-Centers an seine Schüler Katharina und Alexander Sedlmayer übergab. Franz Eberl widmete sich zukünftig mit dem neu eröffneten Taekwondo-Center Salzburg neuen Aufgaben im Taekwondo.

Rückkehr nach Salzburg

2017 rief mich Franz Eberl an, dass er Salzburg verlassen wird und bot mir an, seine Schule zu kaufen. Aus Gründen, die ich nicht weiter erläutern will, stand für mich die Entscheidung fest, keine Schule zu kaufen, deren Schüler ich nicht persönlich kenne. Ich entschied mich aus diesem Grund dazu, nach Absprache mit ihm, auf eigene Faust in Salzburg zu unterrichten, sobald er Salzburg verlässt. Es war nicht einfach, geeignete Räume mit freien Kapazitäten zur passenden Zeit zu finden. Es blieben nur zwei Objekte übrig und so begann ich im Oktober 2017 in Schallmoos und im November 2017 in Itzling mit dem Unterricht.

Im Juni 2019 ergab es sich durch Zufall, dass ich die Möglichkeit bekam, die Räume einer komplett fertigen Kampfkunstschule zu übernehmen. Somit schließt sich der Kreis und mein Vorhaben von 2007 wird endlich in die Tat umgesetzt.

Anerkennung und internationale Erfahrung

Am 15.8.2019 rief mich Großmeister Kwon an und wünschte mir viel Erfolg für die neue Salzburger Schule. Er bestärkte mich nochmal, dass es für den Erhalt des traditionellen Taekwon-Do wichtig ist, viel Aufbauarbeit zu leisten und bestätigte mir eine gute Arbeit.

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Ich kann mit Fug und Recht behaupten, das traditionelle Taekwon-Do in der Region zwischen Chiemsee, Berchtesgadener Land und Salzburg wie kein anderer - auch niemand anderer Kampfkünste - aufgebaut und geprägt zu haben.

In meinen 28 Jahren Taekwon-Do nahm ich an zahlreichen Galen, Festivals, Lehrgängen und Seminaren in Deutschland, den USA (12x New York, 3 x Portland, Charlottesville und Miami), Kroatien, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Türkei, Slowenien, Griechenland und Spanien teil.

Zwei herausragende Veranstaltungen von vielen, die wir hier in der Region ausrichteten, waren 2011 das Bundesturnier der Farbgurte in Traunreut (Schirmherrschaft hatte der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer) mit 683 Teilnehmern (mit Kampfrichtern und Helfern 740 Beteiligte) und 2014 das 4.

Eberl in Korea geehrt

Die Taekwon-Do Schule ist nämlich seit kurzem Ehrenmitglied des traditionsreichen koreanischen Yonmu-Kwan Taekwon-Do-Verbandes in Pusan. Diese große Auszeichnung erhielt Schulleiter Franz Eberl (Träger des 4. Dan) anlässlich einer einwöchigen Reise nach Korea, dem Ursprungsland des Taekwon-Do.

Franz Eberl war dabei Mitglied einer von Großmeister Jae-Hwa Kwon (Träger des 7. Dan) ausgewählten Delegation aus Europa und den USA, darunter 28 Taekwon-Do-Meister aus ganz Deutschland.

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Der Großmeister selbst führte die Abordnung durch sein Heimatland und ermöglichte seinen Schülern damit einen einzigartigen Einblick nicht nur in die Geschichte des traditionellen Taekwon-Do, sondern auch in die reiche Kultur Koreas.

Nach dem offiziellen Empfang in der Hauptstadt Seoul war Pusan, die Wiege des heutigen traditionellen Taekwon-Do, die zweite wichtige Station der Reise. Die Hafenstadt im Süden Koreas ist nicht nur Geburtsort und jahrelange Wirkungsstätte von Großmeister Jae-Hwa Kwon, sondern auch Sitz jenes Taekwon-Do Verbandes, den der Großmeister seit über 40 Jahren, mittlerweile in der Funktion als Ehrenpräsident, leitet.

Engagement für wohltätige Zwecke

Der Reinerlös des Taekwondo-Tags kommt der Organisation „Azioni Ninos Felices“ in Oberhaching zugute, die sich der Förderung von Projekten für Kinder in der Dominikanischen Republik verschrieben hat.