Judo Techniken: Würfe und ihre Anwendung

Die Judo-Techniken (jap. Waza) lassen sich grob in Standtechniken, Bodentechniken und die Fallschule einteilen.

Wurftechniken werden angewandt, um den Partner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Nach Gokyo werden 40 klassische Techniken unterschieden. Dabei reicht die Auswahl vom einfachen Beinstellen (O-soto-otoshi) bis hin zu spektakulären Aushebern (Kata-guruma) oder auch dem klassischen Überkopfwurf (Tomoe-nage), der in diversen Actionfilmen wiederzufinden ist.

Gut ausgeführte Wurftechniken benötigen wenig Kraft zur Ausführung, da sie den Schwung und die Bewegung des Partners geschickt ausnutzen. Aus diesem Grund übersetzt man Judo auch mit den Worten "der sanfte Weg".

Das Prinzip des Gleichgewichtsbruchs

Am bedeutendsten bei der Ausführung der Wurftechniken ist dabei der Gleichgewichtsbruch. Tori (der Werfende) nutzt dabei geschickt Ukes (der Geworfene) Bewegung aus, um diesem das Gleichgewicht zu nehmen. Sobald Uke das Gleichgewicht verliert, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gewinnt Uke sein Gleichgewicht oder er fällt. Tori nutzt diesen Zustand aus, um Uke kontrolliert zu Fall zu bringen.

Eine Vielzahl von Techniken und Wirkprinzipien ermöglicht es dem Judoka auf vielfältige Weise zum Erfolg zu gelangen. Dabei kommt es auf die Beherrschung des Wurfprinzipes an. Dies bedeutet, dass Tori die Kontaktpunkte mit Uke sowie die Bewegungsabläufe des Wurfes verinnerlicht haben muss.

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Ist man in der Lage, einen Wurf ohne Überlegen und Hinsehen erfolgreich zu werfen, kann man Einstiegs- und Vorbereitungstechniken variieren, um einen Kampf taktisch flexibler gestalten zu können.

Im Prinzip gilt dabei: Mit konsequentem Gleichgewichtsbruch sowie sauberer Ausführung des Wurfprinzipes kann man auch als körperlich stark Benachteiligter mit jedem werfen.

Die Gokyo No Waza

Die „Gokyo No Waza“ als die ursprüngliche Standard-Einteilung der Wurftechniken des Kodokan-Judo entstand im Jahre 1895. Sie ist von 1920 bis 1982 zur untenstehenden Gruppierung (40 Würfe in 5 Gruppen) ergänzt worden. Anlässlich des 100 Jahr Jubiläums des Kodokan kam eine weitere Gruppe (Gruppe 6) von 8 traditionellen Techniken hinzu. Diese Würfe waren 1920 aus der Gokyo gestrichen worden. Gleichzeitig wurden 17 neuere Techniken in die Gokyo aufgenommen (Shinmeisho No Waza).

Die Gruppen der Gokyo No Waza

  • Gruppe 1: [Liste der Techniken]
  • Gruppe 2: [Liste der Techniken]
  • Gruppe 3: [Liste der Techniken]
  • Gruppe 4: [Liste der Techniken]
  • Gruppe 5: [Liste der Techniken]
  • Gruppe 6: [Liste der Techniken]

Shinmeisho No Waza (1982 bzw. 1. 1. 11. 2. 2. 12. 3. 3. 13. 4. 4. 14. 5. 5. 15. 6. 6. 16. 7. 7. 17. 8. 8. 18. 9. 19. 10.)

Zusätzlich zum Verständnis der Wurftechniken ist auch das Wissen um die Bodentechniken (Katame Waza bzw. Ne Waza) und die Falltechniken (Ukemi Waza) unerlässlich.

Prüfungsprogramm im Judo

Die Judo-Ausbildung ist durch ein Prüfungsprogramm strukturiert, das vom Halbgelbgurt bis zum Braungurt (1. Kyu) reicht. Jede Stufe baut auf den vorherigen auf und erfordert die Beherrschung bestimmter Techniken und Prinzipien.

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Beispiele aus dem Prüfungsprogramm

  • Halbgelbgurt: [Inhalte des Programms]
  • Gelbgurt: [Inhalte des Programms]
  • Orangegurt (4. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
  • Halbgrüngurt (4. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
    • Yoko-Shiho-Gatame: Es müssen 3 verschiedene Varianten gezeigt werden.
    • Kuzure-Kami-Shiho-Gatame: Es müssen 3 verschiedene Varianten gezeigt werden.
    • Zusätzlich: Wie befreie ich mich aus den Festhaltern?
  • Grüngurt (3. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
  • Blaugurt (2. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
  • Braungurt (1. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.

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