Beim Taekwondo werden je nach Kenntnis und Fähigkeitsstand Gürtelfarben vergeben. Nach erfolgreich abgelegter Taekwondo Prüfung habt Ihr Euch das Recht erworben, den nächsten Gürtel zu tragen. Die Taekwondo Gürtel mitsamt deren Farben sollt Ihr nun in aufsteigender Reihenfolge kurz kennen lernen.
Die Bedeutung der Gürtelfarben im Taekwondo
Die Abgrenzung der einzelnen Stufen durch farbige Taekwondo Gürtel wurde aus dem Judo importiert. Anfangs benutzte man nur die Farben, welche auf der koreanischen Flagge zu sehen sind, nämlich weiß, blau, rot und schwarz. Inzwischen kamen noch gelb, grün und braun hinzu, um den Schülergrad genauer erkennen zu können.
Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen. Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.
Hier eine Übersicht der Gürtelfarben und ihrer symbolischen Bedeutung:
- Weiß: Erster Gurt, Vertrauensvorschuss des Lehrers.
- Gelb: Steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
- Grün: Steht für den Spross, der dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst.
- Blau: Steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen. Blau deutet auf die Farbe und Weite des Himmels hin und deutet an, daß neben der körperlichen auch eine geistige Entwicklung (Horizonterweiterung) stattgefunden hat, die letztendlich auch zu Höherem befähigt.
- Rot: Repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen. Die Signalfarbe Rot bedeutet "Achtung", hier entsteht etwas Bedeutendes.
- Schwarz: Farbe der Meister und im Training diesen vorbehalten. Schwarz als Symbol für das Weltall vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Schwarz symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade.
Die Gürtelprüfung
Um nun Stufe für Stufe weiterzukommen und den entsprechenden Gurt tragen zu dürfen, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre. Das Gurtsystem ist unterteilt in KUP-Grade (die 10 Farbgurtstufen) und DAN-Grade (Schwarzgurtränge).Die KUP-Grade werden von 10 bis 1 rückwärts nummeriert, die DAN-Grade vorwärts gezählt.
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Die Prüfungen bestehen aus verschiedenen Elementen, welche je nach Gürtelstufe variieren und im Taekwondo Training geübt werden. Die Schwierigkeit steigt mit dem Gürtelgrad.
Anforderungen für die Taekwondo Prüfung zum blauen Gürtel (4. Kup)
Passend zur Taekwondo Prüfung zum 4. Kup müsst Ihr die 4. Form Taeguk sa-chang erlernen. Weiterhin sollt Ihr zeigen, dass Ihr Euch gegen Angriffe aus allen Distanzen verteidigen könnt. Der Bruchtest, also das Zerschlagen von Brettern, ist hier erstmals vertreten, wobei die Brettstärken vorgeschrieben sind.
Die Prüfung zum blauen Gürtel umfasst typischerweise folgende Elemente:
- Formenlauf (Poomsae): Vorführung der 4. Form Taeguk sa-chang.
- Selbstverteidigung (Hosinsul): Demonstration von Abwehrtechniken gegen Angriffe aus verschiedenen Distanzen.
- Bruchtest (Kyokpa): Zerschlagen von Brettern mit vorgeschriebener Stärke.
- Theorie: Abfrage theoretischer Kenntnisse über Taekwondo.
Beispielhafte Techniken und Übungen für die Prüfung zum 4. Kup
Hier sind einige Beispiele für Techniken und Übungen, die in der Prüfung zum blauen Gürtel vorkommen können:
- Methode: Schutzblock und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegungen 7-8, bzw. Übungstechnik für Meistergrade (nicht in 4.
- Methode: Schutzblock und Konterhebel
- Ansatzpunkt: Bewegungen 26-27, bzw.
- Methode: den Handgelenksgriff umkehren und Konterhebel ansetzen.
- Ansatzpunkt: Bewegung 3, bzw.
- Methode: Ausreissen und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegung 16, bzw.
- Angriff: doppelter Würgegriff von vorne, bzw.
- Ansatz ist der große Scherblock, Befreiungsschlag durch Zuziehen der Schere, Endtechnik ist Yok-Sudo.
- Beim Zuziehen der Schere schlägt der von oben kommende Hand als Hammerfaust gegen den Median-Nervoberhalb der Armbeuge (vgl. PO 9. KUP).
- Methode: Aufsprengen des Würgegriffs und Kontertechnik
- Ansatzpunkt: Bewegung 1-2, bzw.
- Verschiedene Trittübungen nach Ansage.
- Piturochagi (gewundener Tritt)
- gesprungener seitlicher Tritt über ein Hindernis.
Die genauen Inhalte und Anforderungen können je nach Verband und Prüfer variieren. Es ist daher wichtig, sich rechtzeitig und umfassend über die spezifischen Anforderungen zu informieren.
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Die Rolle der Gurte im Training
Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen.
Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.
Funktionen des Gürtels
Das sichtbar zur Schautragen des Ranges ist nur vordergründig der Sinn der Gurte ("Ty") im Unterricht. Viel wichtiger ist der funktionelle, gesundheitliche Aspekt des Gurttragens: zwei fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, in den asiatischen Quellen "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" genannt. Nach der Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert. An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, hilft der Gürtel dabei, den gesamten Körper blitzartig anzuspannen - um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.
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