Gold übt seit Jahrtausenden eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Gold ist seit Jahrhunderten eines der begehrtesten Edelmetalle auf der Welt.
Seine Reinheit wird oft in Karat gemessen, wobei Karat nicht nur eine Einheit der Masse, sondern auch ein Maßstab für die Reinheit von Gold ist.
Karat als Maßeinheit
Karat (Abkürzung: „K“ oder „kt“) bezieht sich normalerweise auf das Gewicht von Edelsteinen, wobei ein Karat etwa 0,2 Gramm entspricht.
Vor allem Diamanten werden in Carat angegeben. Das Gewicht von einem Carat entspricht nach heutiger Festlegung 0,2 g.
Wenn man bei Diamanten oder anderen Edelsteinen von „Carat“ spricht, meint man damit das Gewicht des Steins.1 Carat = 0,2 Gramm. Das klingt wenig - aber bei Diamanten kann das ziemlich teuer werden.
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Die Bezeichnung „Carat“ geht auf die Samen des Johannisbrotbaums zurück, auf Latein Ceratonia siliqua. Diese Samen haben (angeblich) fast immer dasselbe Gewicht und wurden in der Antike als natürliches Vergleichsgewicht für Edelsteine verwendet.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts - genauer gesagt 1907 - wurde das metrische Carat international festgelegt: 1 Carat = 200 Milligramm.
Viele Menschen nehmen an, dass es sich bei Karat um die Größe eines Diamanten handelt. Tatsächlich ist Karat jedoch eine Einheit für das Gewicht, beschreibt also, wie leicht oder schwer ein Diamant ist.
Normalerweise wird Karat in Punkte unterteilt. 1 Karat bzw. 0,2 Gramm entsprechen 100 Punkten. Ein 0,1 Gramm schwerer Diamant, auch Halbkaräter genannt, zählt somit 50 Punkte.
Karat als Maß für Reinheit
Der Karatwert von Gold gibt an, wie viel reines Gold in einer Legierung enthalten ist. Karat bezeichnet nicht das Gewicht, sondern die Reinheit von Gold.
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Das System stammt aus dem Römischen Reich. Damals gab es Goldmünzen, die man in 24 Teile (sogenannte Siliquae) aufteilte. So konnte man den Feingehalt des Goldes recht genau bestimmen.
Reines Gold hat eine Reinheit von 24 Karat, was bedeutet, dass es zu 100 % aus Gold besteht. Hier eine Übersicht:
- 24 Karat: Reines Gold ist 24 Karat. Es ist jedoch auch das weichste und anfälligste für Kratzer und Verformungen.
- 18 Karat: 18 Karat Gold besteht aus 75 % reinem Gold und 25 % anderen Metallen.
- 14 Karat: Mit etwa 58,3 % reinem Gold ist 14 Karat Gold robuster als 18 oder 24 Karat.
- 10 Karat: Dies ist die niedrigste Karatstufe, die noch als „Gold“ verkauft werden kann.
Schönheit vs. Haltbarkeit
Höherer Karatwert bedeutet mehr Gold, was eine wärmere Farbe und mehr Glanz verleiht.
Preis und Wert
Höhere Karatwerte bedeuten teurere Schmuckstücke aufgrund des höheren Goldgehalts.
Goldlegierungen und ihre Bedeutung
Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.
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Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden. Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben.
Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.
Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold.
- 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann.
- 585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an.
- 750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt. Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.
Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.
Verschiedene Goldfarben und ihre Legierungen
- Gelbgold ist die üblichste Gold-Legierung für Schmuckstücke. Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
- Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
- Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
- Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
- Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich. Lediglich eine Tendenz lässt sich erkennen: Ein höherer Feingoldanteil in der Mischung ergibt eine deutlichere Gelbtönung.
Der dunkel-orangegelbe Farbton gediegenen Goldes ist bei den Metallen einzigartig und beeinflusst die Farbe der Legierung umso deutlicher, je mehr davon beigemischt wird. So erkennt man beispielsweise eine Farbunterschied zwischen 585er Gold zu 750er, wenn man beide Goldlegierungen direkt nebeneinander betrachtet. Das 750er Gold ist etwas satter gelb, weil der Goldanteil hierin höher ist.
Preisunterschiede bei Goldlegierungen
Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied, aktuell liegt der Börsenpreis für Feingold bei rund 60 - 70 Euro pro Gramm) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung. So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist.
Dennoch eignet sich das 375er Gold gerade aufgrund der hohen Beimischungen anderer Legierungsmetalle hervorragend für Alltagschmuck: Da das Gold sehr hart ist, kann es Tag für Tag getragen werden und ist dabei verhältnismäßig unempfindlich, durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis ist auch ein neues Trend-Piece absolut erschwinglich und durch geschickte Legierungstechniken strahlt auch dieser Goldschmuck wunderschön und edel. Die Legierungen mit deutlich höherem Goldanteil bis zu 750er Gold sind deutlich teurer und werden häufig für zeitlose Klassiker, die auch in etlichen Jahren noch stilvoll und edel wirken sollen, verwendet. Am wichtigsten ist aber immer die persönliche Bedeutung und der ideelle Wert, die dein Lieblingsschmuckstück für dich haben.
Carat vs. Karat: Ein wichtiger Unterschied
Wenn du Schmuck kaufst oder bewertest, ist es entscheidend zu wissen, ob du über das Gewicht eines Steins oder die Reinheit von Gold sprichst.
Also: Nicht verwirren lassen von zwei ähnlich klingenden Begriffen. Beide Begriffe haben eine jahrtausendealte Geschichte - und beide sind bis heute im Einsatz.
Stempel auf Schmuckstücken
Auf nahezu allen Schmuckstücken lässt sich, meist an einer unauffälligen Stelle, ein Stempel finden. Dieser gibt Auskunft über die Edelmetall-Legierung, aus dem die Kette, der Ring oder das Armband besteht. Je nach Hauptmaterial und Legierung können sich die Stempel, auch Punzierung genannt, stark voneinander unterscheiden.
Auf Schmuckstücken aus Gold, Silber oder Platin wird die Legierung in vielen Fällen in Tausendsteln oder in Prozent angegeben. In der Praxis wird reines Gold allerdings kaum für die Herstellung von Schmuckstücken verwendet, da es dafür zu weich ist.
Ist der Anteil des Hauptmaterials geringer, wird dies ebenfalls entsprechend angegeben. Bei älteren Schmuckstücken mit einem Silberanteil von 92,5 Prozent kann der Stempel auch aus einem aufrecht schreitenden Löwen bestehen.
Bei einem goldenen Armband, mit einem Goldanteil von 58,5 Prozent, kann der Stempel „585“ oder „58,5 %“ geprägt sein.
„Ct“ ist die Abkürzung für Karat (auch Carat, Kt, K oder C) und wurde in der Vergangenheit, bevor die Angabe in Tausendsteln Standard wurde, sehr häufig verwendet.
Tipp: In Bezug auf Gold wird der Begriff Karat zur Angabe der Legierung verwendet.
Auf wenigen Schmuckstücken aus Silber besteht der Stempel aus einem Wort. Bei diesem Wort handelt es sich um einen Gütebegriff, der bei bestimmten Legierungen verwendet werden darf.
Schmuck, der nicht als Vermeil gekennzeichnet ist, jedoch über eine Goldbeschichtung verfügt, ist unter Umständen nicht ganz so hochwertig. Die Goldbeschichtung ist unter Umständen nicht so dick oder enthält weniger reines Gold.
Silber- und Goldbeschichtungen, deren Silber- oder Goldanteil kaum nennenswert ist, verfügen überwiegend über keinen Stempel.
Mit dem Stempel „GF“, der meist nach der eigentlichen Punzierung aufgeführt wird, zeigt an, dass es sich um gefülltes Gold handelt.
Die Wahl des Verlobungsringes
Die Frage aller Fragen zu stellen ist für die meisten keine schwere Entscheidung. Schließlich möchten Sie das ganze Leben mit Ihrem Lieblingsmenschen verbringen. Doch ein Thema sorgt bereits lange vor dem Antrag für Kopfzerbrechen: die Frage nach dem perfekten Verlobungsring.
Denn genau wie Sie für Ihren Antrag die richtigen Worte finden möchten, gibt es auch bei der Wahl des Verlobungsringes viel zu beachten. Welcher Stil ist der richtige? Soll es ein Diamant oder ein Edelstein sein? Welches Metall passt dazu am besten? Wie viel Karat sollte ein Verlobungsring haben? Und was ist das eigentlich, Karat? Größe oder Gewicht? In diesem Artikel widmen wir uns ganz diesem Thema.
Karat ist ein wichtiger Faktor beim Kauf von Goldschmuck. Es bestimmt nicht nur den Goldgehalt, sondern auch die Haltbarkeit und den Wert des Schmucks. Die Wahl des richtigen Karatwerts hängt von individuellen Vorlieben, Budget und Verwendungszweck ab.
