Karate Tiger: Eine Liste der Teile und Hintergrundinformationen

Im deutschsprachigen Raum wurden unter dem Namen Karate Tiger mehrere Martial-Arts-Filme veröffentlicht. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Reihe ursprünglich aus dem Film No Retreat, No Surrender hervorgegangen ist. Dieser Film wurde zwar viermal fortgesetzt, aber diese Fortsetzungen haben inhaltlich nichts mit dem ersten Film gemeinsam, sondern nur den Titel.

Zusätzlich wurden Filme aus den Filmreihen Kickboxer und Best of the Best in die Karate Tiger Reihe integriert. Dies lag hauptsächlich daran, dass die Video-Verleiher die Filme importierten und sie nach eigenem Ermessen mit deutschen Titeln versahen. Dies führte auch zu chronologischen Fehlern innerhalb der Filmreihe.

Ein Beispiel für einen solchen Fehler ist der Film American Karate Tiger (Originaltitel: Showdown) aus dem Jahr 1993. Dieser Film kann als Spin-off angesehen werden, der nichts mit der ursprünglichen Filmausfüllung durch andere Einzelfilme zu tun hat.

Verfügbarkeit der Filme

Viele Fans fragen sich, wo man alle Teile von Karate Tiger finden kann. Früher gab es Plattformen wie emunio.de, die jedoch nicht mehr existieren. Es gibt aber Nachfolgeplattformen. Es ist ratsam, sich vorab auf Wikipedia über die Reihe zu informieren, da nicht alles, was unter diesem Titel verkauft wird, auch tatsächlich dazugehört.

Hier eine kleine Übersicht:

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  • Karate Tiger 1 (No Retreat, No Surrender): Weit verbreitet, ab FSK 16 erhältlich, kürzlich von Splendid neu veröffentlicht.
  • Karate Tiger 2 (No Retreat, No Surrender 2): Als DVD von Ascot Elite / WVG Medien mit FSK 16 erhältlich, jedoch leider gekürzt.

Für weitere Teile empfiehlt es sich, die Titel auf www.ofdb.de einzugeben und zu prüfen, welche DVDs verfügbar sind.

Handlung und Hintergründe

Karate Tiger ist eine Mischung aus Coming-of-Age-Film und Martial-Arts-Spektakel. Die finalen Kampfszenen sind gut choreographiert und mit Tempo inszeniert, der Rest ist künstlerisches Schweigen im Walde. Spaß macht der muntere Unfug trotzdem - und sei es einzig aufgrund seiner überbordenden Lächerlichkeit.

Die Geschichte von Karate Tiger (No Retreat, No Surrender) handelt von Jason Stillwell (Kurt McKinney), einem glühenden Verehrer von Bruce Lee. Sein Vater Tom (Timothy D. Baker) weigert sich, seine Karateschule mit einer Bande brutaler Gangster zu teilen, woraufhin er vom Schergen Ivan (Jean-Claude Van Damme) verletzt wird. Die Familie zieht daraufhin in eine andere Stadt.

Jason trainiert weiterhin fleißig in der heimischen Garage und eifert Bruce Lee nach. Nachdem er mehrfach verprügelt wird, sucht er Trost am Grab von Bruce Lee. Der Geist des Meisters erscheint und trainiert ihn, um ihn in eine Kampfmaschine zu verwandeln.

In Hongkong war die Mär der ´Rival Schools´ längst ein alter Hut, als Corey Yuen das Prinzip für den US-Markt aufkochte. Yuen, der sich in seiner Heimat als Regisseur, Produzent, Darsteller und Action-Choreograph etablieren konnte, zählt zu den geschäftigsten Vertretern seiner Zunft. Mehr als 30 Filme entstanden seit den frühen Achtzigern unter seiner Leitung, in mehr als 50 wirkte er mit.

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Jean-Claude Van Damme's Durchbruch

Karate Tiger ebnete nicht nur der langlebigsten Filmreihe der deutschen Videohistorie den Weg, sondern führte auch den damals 25-jährigen Belgier Jean-Claude Van Damme in den Orkus des Actionfachs ein. Bei deren Auftakt blieb ohnehin nur der schlagkräftige Kurzauftritt Van Dammes haften.

Der spätere Action-Star spielt in seinem Debüt eine denkbar kleine Rolle. Dabei schärft der Film nicht nur die Sinne gegen Russen, sondern auch gegen fettleibige Teenager. Bei all dem herrlichen Nonsens kommt unfreiwilliger Humor natürlich nicht zu kurz.

Absolutes Highlight ist jedoch der verhinderte Bruce Lee-Ersatz. Mit Philosophien aus dem Glückskeks und Handlungssegmenten, die jeder Vorabend-Soap die Schamesröte ins Gesicht treiben würden, unterhält der grobe Schabernack auf ganzer Linie.

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