Gründe für den Ausschluss
Es gibt mehrere Gründe, warum Karate nicht mehr Teil des olympischen Programms ist. Diese Gründe lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:1. Politische Aspekte: Olympia hat heutzutage weniger mit Sport als vielmehr mit Politik zu tun. Nur wer die seine Interessenvertreter an der richtigen Stelle sitzen hat, kann seine Sportart auch olympisch werden lassen. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass es im Karate Schwierigkeiten gibt, eine klare Hierarchie zu schaffen, da es viele verschiedene Karate-Stile und Organisationen gibt. Das International Olympic Committee (IOC) entscheidet alle vier Jahre, welche Sportarten bei den Olympischen Spielen teilnehmen werden, basierend auf verschiedenen Kriterien wie Popularität, Verbreitung, Fairness, Gleichstellung und weiteren Faktoren.2. Zersplitterung der Verbände: Leider gibt es im Karate so viele verschiedene Weltverbände, die alle für sich beanspruchen, dass wahre Karate zu verteten und am liebsten keinen anderen neben sich dulden, als dass hier wirklich Hoffnung auf eine Einigung zu sehen wäre. Und ständig gründen sich neue Verbände, nur weil der eine mit dem anderen nicht kann - ist doch traurig oder? So etwas gibt es z.B. beim Schwimmen oder Schießen nicht!3. Tradition vs. Sport: Bedenkt doch einmal was aus Judo geworden ist, seit es nur noch als Sport betrieben wird! Es ist nur noch ein schwacher Abglanz dessen, was es einmal war... Man kann unmöglich eine Goju Ryu Kata mit einer Shotokan Kata vergleichen und entsprechend durch qualifizierte Kampfrichter bewerten lassen. Niemand kann sich in allen Stilen gleich gut auskennen. Die Ansatzpunkte für Shobu Ippon und Shobu Sanbon sind zu unterschiedlich, ebenso die Bewertung der Techniken.4. Attraktivität für Zuschauer: Eben, die Leute wollen Action, die meistern können nicht unterscheiden, was dort überhaupt gemacht wird. Die Leute wollen nicht koreanisches, japanisches, thailändisches und chinesisches "Karate" sehen. Eines reicht!Die Entwicklung des Karate im Kontext der Olympischen Spiele
Um die Situation besser zu verstehen, ist es hilfreich, die Entwicklung des Karate im Kontext der Olympischen Spiele zu betrachten:* Frühe Bemühungen: Nishiyama startet eine Kampagne und behauptet dass ITKF ein anderes Karate beteiben würde.(was später aber vom IOC Gerichtshof "Court of Arbitration" (CAS) verworfen wurde.* Anerkennung und Verlust: 1992Die WUKO verliert wieder ihre Anerkennung (150 Mitgliedsverbände unterliegt; der viel kleinere Tae Kwon Doi Verband obsiegt; Der Koreaner Kim ist Mitglied im Vorstand des IOC. Wg. Wg.* Jüngste Entwicklungen: Im August 2002 hat das IOC das Olympische Programm beurteilt und hierbei empfohlen, Karate nicht bei den 29. Olympischen Spielen aufzunehmen. Allerdings wurde festgestellt, dass Karate in Zukunft erneut evaluiert werden kann. 2005Bei den Olympischen Spielen 2012 in London werden nur noch 26 statt bislang 28 Sportarten zum Programm gehören. Karate verfehlte die für eine Aufnahme notwendige Zweidrittel-Mehrheit (38:63).Die Kommerzialisierung des Sports
Sportarten wie Breakdance setzen nach Angaben von Krauß viel auf Inzenierung, auf Individualität und auf gute Bilder. "Diese Sportarten müssen in gewisser Weise marktförmig werden, müssen sich auf dem Markt der Sportarten behaupten. Das bedeutet, so Krauß, Sportarten müssen, um erfolgreich zu sein, attraktiv für Zielgruppen werden und sich verkaufen können. "Da genügt so ein klassischer Ringverein oder Gewichtheben nicht mehr. Zumindest in der hiesigen Gesellschaft", sagt Krauß. Für die genannten Sportarten sieht er in Deutschland wenig Potenzial, auch wenn in anderen Gesellschaften Ringen oder Gewichtheben noch einen sehr hohen Stellenwert hätten. Bei den Spielen 2028 in den USA kehrt Baseball wieder ins olympische Programm zurück. Auch Cricket wird dann olympisch sein. Beides sehr profitable Sportarten - und da "will das IOC immer rein, um sich Fernsehrechte zu sichern", sagt Krauß. Für ihn haben die Olympischen Spiele aber noch immer einen hohen Wert. "Einerseits steht das IOC mit seinen Spielen mit Rücken zur Wand. Das muss sich modernisieren.Die Auswirkungen auf Karate
Die Nichtberücksichtigung von Karate bei den Olympischen Spielen hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen:* Förderung des Sports: Der Sport ( ich betone SPORT!!! ) genießt durch die Anerkennung eine ganz andere Förderung als ohne. Es können ganz andere finanzielle Mittel genutzt werden um die Spitzensportler zu fördern.* Verlust der Tradition: Man kann nur eines richtig machen. Im Sport geht es um Gewinnen oder Verlieren, wobei Regeln eingehalten werden müssen. Wenn man versucht Kata wettkampftauglich zumachen, geht dabei mit Sicherheit das verloren, was die Kata ausmacht, nämlich der Sinn der dahinter steht. Die Jury kann nur das beurteilen, was sie sieht.Stilrichtungen im Karate
Es gibt im Karate vier große Stilrichtungen, nämlich Goju-Ryu, Shotokan, Shito-Ryu und Wado-Ruy. Alle Stile haben einen „Sensei“ - einen Lehrer -, sowie einen „Senpai“ und „Kohai“ - die Schüler - gemein. Jedes Karatetraining beginnt und endet traditionell mit einer kurzen Meditation, welche die Weglehre des Karate preisen soll.Gürtel im Karate
Im Karate wird eine uniforme Trainingskleidung verwendet. Das sogenannte „Karate-Gi“ besteht aus einer einfachen, an der Hüfte geschnürten weißen Hose (Zubon) und einer Jacke (Uwagi). Außerdem wurde aus dem Judo eine Graduierung übernommen, die sich durch farbige Gürtel unterscheidet. Die Schülergrade bezeichnet man als „kyu“. Sie sind weiß, gelb, orange, grün, blau/violett und braun.Hier ist eine Tabelle, die die Gürtelfarben und ihre Bedeutung im Karate zusammenfasst:
| Gürtelfarbe | Bedeutung |
|---|---|
| Weiß | Anfänger |
| Gelb | Fortgeschrittener Anfänger |
| Orange | Mittlerer Anfänger |
| Grün | Fortgeschrittener |
| Blau/Violett | Experte |
| Braun | Meister Schüler |
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