Der KDNW e.V. ist ein Dachverband für Leistungs- als auch für Breitensportler/innen.
Wettkampfdisziplinen
Es gibt zwei Wettkampfdisziplinen: Kata (Kampf gegen imaginäre Gegner) und Kumite (Freikampf). In diesen gibt es wiederum Einzel- und Team-Wettbewerbe, getrennt nach Geschlecht.
Wettkampfmodus
Die Wettkämpfe werden in beiden Disziplinen im K.O.-System mit Trostrunde ausgetragen. Das heißt, es treten immer zwei Wettkämpfer bzw. Teams gegeneinander an.
Diejenigen, die gegen die im Folgenden ermittelten Finalisten ausgeschieden sind, kämpfen in der Trostrunde um den dritten Platz.
Ein Wettkämpfer bzw. Team trägt den roten Gürtel (jap. Aka), der/das andere den blauen Gürtel (jap. Ao). Der Graduierung entsprechende Gürtel werden im Wettkampf nicht getragen. Die Kampfrichter haben entsprechend je eine rote und eine blaue Flagge, um den Sieger (Kata) bzw. den Punktgewinner (Kumite) anzuzeigen.
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Ablauf einer Kata
Die zwei aufgerufenen Wettkämpfer stellen sich mit Blick zum Hauptkampfrichter am Rand der Kampffläche auf. Vom Hauptkampfrichter aus gesehen, steht Aka rechts und Ao links. Beide verbeugen sich vor dem Kampfgericht und dann voreinander. Aka geht auf die Kampffläche, sagt die Kata an, führt sie aus und kehrt dann auf die Ausgangsposition am Mattenrand zurück. In gleicher Weise folgt der Vortrag von Ao. Anschließend pfeift der Hauptkampfrichter zweimal und alle fünf Kampfrichter geben ihre Stimme entweder für Aka oder für Ao ab (kein Unentschieden möglich). Nach einem weiteren Pfiff senken sie die Flaggen und die beiden Kontrahenten verbeugen sich zueinander und dann zum Kampfgericht.
Es darf jede traditionelle Kata gezeigt werden (keine Waffen-Kata/Kobudo). Variationen der Schule des Wettkämpfers sind dabei gestattet.
Team-Wettkämpfe
Ein Team besteht aus drei Personen. Sie müssen sowohl Kompetenz in allen Aspekten der Kata-Darbietung zeigen als auch Synchronisation. Sie müssen den Vortrag mit Blick zum Hauptkampfrichter beginnen und beenden. Im Finale sowie im Kampf um den dritten Platz zeigen die Teams nach dem Kata-Vortrag noch die dazugehörige Bunkai. Für beides zusammen haben sie sechs Minuten Zeit. Der Countdown startet bei der Verbeugung beim Betreten der Matte und wird gestoppt bei der Verbeugung nach der Bunkai.
Bewertungskriterien
Kata ist weder ein Tanz noch eine Theatervorführung. Die traditionellen Werte und Prinzipien müssen beachtet werden. Sie muss realistisch Kampf darstellen und Konzentration, Kraft sowie mögliche Wirksamkeit der Techniken zeigen. Sie muss Stärke, Kraft und Geschwindigkeit zeigen - ebenso wie Anmut, Rhythmus und Balance.
Bei der Beurteilung gibt es vier Hauptkriterien, denen gleich viel Bedeutung beizumessen ist:
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- Konformität (mit der Form selbst und den Standards der jeweiligen Schule, in der Team-Bunkai: Anwendung der tatsächlich in der Kata ausgeführten Bewegungen)
- Technische Ausführung (Stände, Techniken, Bewegungsübergänge, Timing/Synchronisation, Kime, korrekte Atmung/in der Team-Bunkai: Kontrolle)
- Athletische Ausführung (Kraft, Schnelligkeit, Balance, Rhythmus/in der Team-Bunkai: Timing)
Disqualifikation
Zur Disqualifikation kreuzt der Hauptkampfrichter die Flaggen und führt sie wieder auseinander. In der Disziplin Kata gibt es sechs mögliche Gründe für eine Disqualifikation:
- Darbietung der falschen Kata oder Ansage der falschen Kata
- Eine deutliche Pause oder Unterbrechung in der Kata-Darbietung für einige Sekunden
- Beeinträchtigung der Kampfrichtertätigkeit (z.B. wenn der Kampfrichter aus Sicherheitsgründen ausweichen muss oder Körperkontakt mit einem Kampfrichter)
- Herunterfallen des Gürtels während der Kata-Darbietung.
- Überschreitung der Gesamtzeit von sechs Minuten für Kata und Bunkai
- Fouls
Fouls
Darüber hinaus gibt es sechs Fouls, die die Kampfrichter bei der Bewertung der Kata zu berücksichtigen haben:
- Geringfügiger Gleichgewichtsverlust
- Falsche oder unvollständige Ausführung einer Bewegung (die Verbeugung zählt hier zu den Bewegungen der Kata), z.B. unvollständige Ausführungen eines Blocks oder am Ziel vorbeischlagen
- Asynchrone Bewegung, z.B. Abschluss einer Technik, bevor die Körperbewegung abgeschlossen ist oder im Team das Fehlen von Synchronisation bei einer Bewegung
- Verwendung akustischer Signale (durch eine andere Person, andere Teammitglieder eingeschlossen) oder theatralischer Elemente, wie z.B. Aufstampfen, Schlagen gegen die Brust, die Arme oder den Karate-Gi sowie unangemessene Atmung
- Zeitverschwenden, einschließlich ausgedehntes Einmarschieren, übertriebene Verbeugungen oder ausgedehnte Pausen vor Beginn der Darbietung
Sonstiges
Grundlage dieser Regelkunde ist das Regelwerk der World Karate Federation (Revision 8.0, effective from 1.1.2013). Auf Bundesebene gelten in einzelnen Punkten Sonder- bzw. Übergangsregelungen. Auch auf Landes- und Bezirksebene sowie insbesondere bei Privatturnieren sind Abweichungen möglich, z.B. die Anwendung des so genannten „Spiegelsystems“ im Kumite, die Einrichtung zusätzlicher Alters- und Leistungsgruppen usw.
Mindestvoraussetzung: 16 Jahre / 9. Kyu
Die Kampfrichter zeigen mit einer deutlichen Armbewegung zu dem Sportler, dem sie einen Punkt geben wollen.
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- Der Kampf wird vorzeitig beendet, wenn ein Kämpfer 8 Punkte erreicht hat und wenigstens zwei Punkte Vorsprung hat.
- Ist nach der Verlängerung kein Sieger festzustellen werden die Kampfrichter nach Aufforderung des Hauptkampfrichters zur Siegwertung aufgefordert.
Die Schutzausrüstung muss in einem ordentlichen und intakten Zustand sein.
| Stufe | Grad |
|---|---|
| Unterstufe | bis 8. Kyu |
| Mittelstufe | 7. - 4. Kyu |
| Oberstufe | 3. - 1. Kyu |
| Meisterstufe | 1. / 2. Dan |
