Welche Kampfsportart passt zu mir? Ein umfassender Leitfaden

Viele Menschen sind fasziniert von Kampfsportarten, sei es durch Filme mit Jackie Chan oder das Bedürfnis nach Selbstverteidigung. Kampfsportarten bieten zahlreiche Vorteile, von verbesserter Fitness bis hin zu gesteigertem Selbstbewusstsein. Doch bei der Vielzahl an Disziplinen kann die Wahl der richtigen Kampfsportart überwältigend sein.

Die Vielfalt der Kampfsportarten

Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.

Im Folgenden findet ihr eine Liste mit Kampfsportarten:

  • Aikido
  • Boxen
  • Capoeira
  • Jiu Jitsu
  • Judo
  • Karate
  • Kickboxen
  • Krav Maga
  • Ringen
  • Taekwondo
  • Wing Chun

Östliche und westliche Kampfsportarten

Mit Kampfkunst (engl.: martial art; martial heißt „kriegerisch“ und art „Kunst“) sind in der Regel Selbstverteidigungstechniken aus östlichen Kulturen gemeint, etwa chinesische Kampfkünste wie Kung-Fu, japanische wie Aikido oder das koreanische Taekwondo. Kampfsportarten mit einer langen Tradition in Europa sind Ringen, Boxen und Fechten. Zum Fechten gehört eine Waffe, weshalb diese Kampfsportart eine Sonderrolle einnimmt. Es gibt auch asiatische Kampfsportarten, die mit Waffen betrieben werden, etwa das japanische Kendo, eine Art Schwertkampf. Olympische Kampfsportarten sind Boxen, Fechten, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Technische Unterschiede bei Kampfsportarten

Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen. Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten. Eigene Attacken werden nicht in voller Härte ausgeführt (zum Beispiel beim Aikido). Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen. Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.

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Die richtige Wahl treffen

Ihr fragt euch sicher, welche Kampfsportart passt zu mir?

Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter.

Hier sind einige Faktoren, die bei der Entscheidung helfen können:

  1. Zielstellung: Möchten Sie sich verteidigen lernen, Ihre Fitness verbessern oder Ihre geistige Konzentration trainieren?
  2. Härtegrad: Sind Sie bereit für einen harten Kampfsport wie Kickboxen oder bevorzugen Sie sanftere Abläufe wie beim Tai Chi?
  3. Probetraining: Besuchen Sie Schnupperkurse, um verschiedene Kampfsportarten kennenzulernen und das passende Umfeld zu finden.
  4. Interessen: Überlegen Sie, ob Sie sich für den Kampf mit Waffen, Verteidigung oder mentale Stärke interessieren.

Wie schwer ist welche Kampfsportart?

Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht.- Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind.Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.

Wie lange muss man Kampfsport üben bis man ihn beherrscht?

In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“.- Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht.- Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.

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Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?

Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen.- Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung.- Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht (bspw.

Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?

Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus. - Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen.- Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.

Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?

Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus.- Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu.- Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl.- Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen.Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.

Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?

Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte.- In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern.- Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.

Kampfsportarten im Detail

Hier ist eine detailliertere Betrachtung einiger beliebter Kampfsportarten:

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Aikido

Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst, die betont defensiv ausgerichtet ist - offensive Angriffstechniken werden hier nicht gelehrt. Im Aikido lernt man, mit Wurf- und Haltetechniken die Kraft eines gegnerischen Angriffs abzuleiten und sich diese Kraft intelligent zu nutze zu machen. Der Gegner soll vorübergehend angriffsunfähig gemacht werden, ohne ihm dabei Verletzungen zuzufügen. Disziplin und Gehorsam werden groß geschrieben.

Judo

Judo stammt aus Japan und bedeutet wörtlich „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise die Kunst, eine maximale Wirkung durch ein Minimum an Aufwand zu erzielen. Auf Matten werden das Werfen, das Fallen und der Bodenkampf trainiert - gut zum Austoben auch für Kleinere, die gerne Ringen. Judo ist nicht nur Kampftechnik, sondern auch ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung. Die Schüler üben das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt sowie den bestmöglichen Einsatz von Körper und Geist.

Karate

Bei der waffenlosen Kampfsportart mit Wurzeln im Zen-Buddhismus lernt man vor allem Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken. Karate trainiert Kondition, Beweglichkeit, Schnelligkeit und eine generelle Belastbarkeit. Jedes Karatetraining beginnt und endet traditionell mit einer kurzen Meditation, die den friedfertigen Zweck der Übungen zum Ausdruck bringt. Dies lässt auf eine Tradition als Weglehre schließen, auch wenn das heutige Training meist mehr nach modernen sportlichen Gesichtspunkten ausgerichtet ist.

Ein typisches Karatetraining besteht dann meistens aus: Aufwärmen/Dehnen - Grundschule (das Üben grundsätzlicher Techniken) - Kumite oder Kata (Partnertraining oder Schattenkampf) - Krafttraining.

Karate macht aus demjenigen, der es intensiv trainiert, einen anderen Menschen. Ein solcher Karateka kennt die Beweglichkeit fast aller Gelenke in seinem Körper, die Kraft jedes Muskels und die Belastbarkeit der Sehnen und Knochen. Dieses sehr gute Körpergefühl ist neben hoher grundsätzlicher Fitness, Agilität und Kraft die herausragende Fähigkeit des Karateka.

Kickboxen

Beim Kickboxen stehen präzise Schläge und Tritte im Vordergrund, die aber auch in traditionelle Formen eingebunden sind, die Katas. Ebenso beim Kickboxen, das aber stärker auf Wettbewerb ausgerichtet ist.

Kickboxen kombiniert verschiedene Kampfsportarten. Die Fußtechniken entstammen dabei dem Karate, die Fausttechniken dem Boxen.

Taekwondo

Taekwondo ist ein Kampfsport aus Korea. Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich in einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist.

Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.

Wing Tsun

Wing Tsun ist ursprünglich ein alter Boxstil aus China, wörtlich übersetzt bedeutet es „schöner Frühling“.

Ju-Jutsu

Ju-Jutsu bedeutet „sanfte Kunst“ und vereint Elemente aus Aikido, Judo und Karate. Aus diesen traditionellen Kampfkünste wurden die für das neue System am besten geeigneten Techniken genommen, und an die Bedürfnisse des Ju-Jutsu angepasst. Im Vordergrund des Trainings steht echte Selbstverteidigung. Durch das offene, moderne und effektive Konzept wurde Ju-Jutsu schnell beliebt unter den Bediensteten von Polizei, Bundesgrenzschutz und Zoll, die es als waffenlose Selbstverteidigung in ihrer Behörde kennen lernten.

Krav Maga

Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.

Kampfsport für spezielle Zielgruppen

Kinder

Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur.

Grundsätzlich können Kinder erste Bewegungsabläufe des Karate lernen, sobald sie einige Übung im Sprechen und im Laufen haben. Dies gilt ebenso für andere Kampfsportarten. Bevor aus diesen Bewegungsabläufen jedoch tatsächlich erste Ansätze einer Kampfkunst entstehen, vergehen einige Jahre. Kinder lernen in ihrem Training nicht den Ernst des Kampfes kennen. Karate begleitet sie in ihrer Entwicklung und hilft Ihnen, sich sportlich, agil, fit und selbstbewusst zu entwickeln. Dementsprechend gestaltet sich das Training für sie verspielter.

Senioren

Senioren sind zumeist in ihrer Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit eingeschränkt. Daher gilt es hierbei einen geeigneten Kampfsport zu finden. Fokussiert auf Selbstverteidigung ist Krav Maga oder ein Selbstverteidigungskurs.

Frauen

Es gibt keine Einschränkungen bei Kampfsportarten für Frauen. Falls gewünscht, werden oft spezielle Frauenkurse angeboten, die ohne Männer stattfinden. Beliebt sind auch Kampfarten, die eine gewisse Härte mit sich bringen. Effektiv ist u.a.

Weitere wichtige Aspekte

Wo finde ich gute Schulen?

Kampfsportvereine gibt es auch in eurer Stadt.

Keine Berührungsängste!

Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.

Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?

Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben. - Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken.- Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.

Wann ist man bereit für einen Wettkampf?

Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist.Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.

Wie oft sollte man Kampfsport trainieren?

Das ist ganz von eurem Ziel abhängig:- Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre.- Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt.- Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen (bspw.

Was kostet eine Mitgliedschaft in einem Kampfsport-Verein?

Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist.Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.

Zusammenfassung der Kampfsportarten und ihrer Eigenschaften

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften der genannten Kampfsportarten zusammen:

Kampfsportart Fokus Härtegrad Geeignet für
Aikido Defensive, Ableitung von Angriffen Weich Personen, die Konflikte vermeiden möchten
Judo Werfen, Fallen, Bodenkampf Mittel Personen, die Kraft des Gegners nutzen möchten
Karate Schlag-, Stoß-, Tritttechniken Mittel bis Hart Personen, die Kondition und Körperbeherrschung verbessern möchten
Kickboxen Schlag- und Tritttechniken Hart Personen, die ein intensives Cardio-Training suchen
Taekwondo Schnelligkeit, Dynamik, Fußtechniken Mittel bis Hart Personen, die Beweglichkeit und Flexibilität schulen möchten
Wing Tsun Ableitung von Angriffen Mittel Personen, die die Kraft des Gegners nutzen möchten
Ju-Jutsu Selbstverteidigung Mittel Personen, die ein effektives Selbstverteidigungssystem suchen
Krav Maga Selbstverteidigung Hart Personen, die schnell effektive Selbstverteidigungstechniken erlernen möchten