Bei Kata handelt es sich um überlieferte Übungsformen, in denen ein Kämpfer einer fest vorgegebenen Abfolge von Techniken und Schritten folgt und damit einen "imaginären" Kampf gegen einen oder mehrere Gegner führt. Kampfkunst wurde immer mündlich und durch praktische Anleitung weitergegeben; oftmals im Geheimen. Daher fertigte man keinerlei schriftliche Aufzeichnungen an. Stattdessen entwickelte jeder Meister seine persönliche Kata, die die Essenz seiner Lehre darstellt und komprimierte.
Die Bedeutung von Kata im Karate
Im Rahmen des budopädagogischen Unterrichts im Karate-Do nehmen die Katas eine zentrale Rolle ein. Zusammen mit dem Kihon-Unterricht bilden sie das Fundament der technischen Ausbildung im Karate. Kata ist neben Kihon und Kumite eine der drei Säulen des Karate und bedeutet soviel wie Form, Modell, Standard. Dies ist rein äußerlich gesehen eine festgelegte Abfolge von Techniken. Die Kata enthält die Erfahrungen der alten Meister unserer Kampfkunst.
In den Kampfkünsten bedeutet der Begriff Kata in etwa „Form“ und steht für eine genau festgelegte Serie von Techniken, in denen die Methoden und Kampfstrategien gegen einen Angreifer verschlüsselt sind. Die Anzahl der Shotokan-Kata wird unterschiedlich benannt. Die Namen der Kata wurden von G. Funakoshi vom Okinawa-Dialekt in die japanische Aussprache übersetzt.
Man unterscheidet zwischen:
- Shitei kata: Pflicht-Kata, welche für das jeweilige Level erlernt werden muss.
- Tokui kata: eine individuelle Kata („Lieblingskata oder Freikata).
Je nach Kata findest du ein Embusen (Schrittdiagramm), Katavideo und Bunkaivideo (Anwendung) zu der jeweiligen Kata.
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Die Heian-Katas
Die Heian-Katas sind Basis-Katas, in welchen die grundlegenden Formen und Techniken gelernt werden. Heiwa-Antei bedeutet "Frieden", "Ruhe" oder "Friedvoller Geist". Der Schöpfer dieser Grundkata war Yasutsune Itosu. Mehrere Techniken aus ihr verwendete Itosu für die Heian Kata.
Heian Shodan
Heian Shodan oder auch Pinan Nidan (bestehend aus den Wortteilen Friede und anfängliche Stufe, bzw. zweite Stufe ist der Name einer Kata (eines stilisierten Kampfes gegen imaginäre Gegner) der japanischen Kampfkunst Karate, die die erste, bzw.
Die erste Kata der Heian-Gruppe (Heian = Friedvoller Geist) ist die Heian Shodan. Sie schult die Abwehrtechniken Gedan-Barai, Jodan Age-Uke und Shuto-Uke. Chudan Oi-Zuki und Tettsui-Uchi werden als Angriffstechniken verwendet. Alle Techniken werden in den Stellungen Zenkutsu-Dachi und Kokutsu-Dachi ausgeführt. Dauer ca. 25 Sek.
Heian Nidan
Heian Nidan (Friede, zweite Stufe) ist eine Kata in der japanischen bzw. okinawanischen Kampfkunst Karate. Sie ist die zweite der Heian-Katas bzw. unter ihrem älteren Namen Pinan Shodan (anfängliche Stufe) die erste der Pinan-Reihe.
Der Karateka erlernt sie direkt nach Heian Shodan (Pinan Nidan). Ursprünglich war diese Kata die erste der Reihe, Funakoshi Gichin änderte jedoch die Reihenfolge, weil sie im Vergleich zur Heian Shodan schwieriger zu erlernen ist.
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Das Wesen der Kata ist das Gyaku-Prinzip. Im Gegensatz zur Heian Shodan, die den geradlinigen Einsatz der Hüfte lehrt, schult die Heian Nidan den Einsatz der gegenseitigen Hüfte. In der Anwendung übt sie Distanz. Dauer ca. 30 Sek.
Heian Sandan
Heian Sandan ist eine Kata im Shōtōkan (Karate), die von den Karateka direkt nach Heian Nidan gelernt wird. Ihr älterer Name, unter dem sie auch noch in einigen anderen Stilrichtungen geführt wird, ist Pinan Sandan.
Die Heian Sandan ist die dritte Kata der Heian-Gruppe. Ihre Bewegungen sind die Basis für die späteren Kata Tekki, Jion, Jitte und Ji’in. Die Kata enthält viele Techniken für den Nahkampf und schult vor allem die Stellung Kiba-Dachi. Ziel der Kata ist vor allem das Erlernen des Gebrauchs des vorderen Armes gegen Angriffe zum Körper, besonders die richtige Haltung des Ellenbogens immer etwa eine Faustbreite vom Oberkörper. Außerdem das Beherrschen des richtigen Standes im Kiba-Dachi und der Einsatz des Körpers (Tai Sabaki) beim gleichzeitigen Gleiten der Füße (Yori-Ashi). Dauer ca. 30 Sek.
Heian Yondan
Die Heian Yondan ist die vierte Kata der Heian-Gruppe im Shotokan-Karate. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 5. Kyu (1. Violettgurt bzw. Blaugurt) vor. Ihr Ablauf ist durch eine große Dynamik gekennzeichnet, durch das Studium der doppelten Abwehrformen und den Gebrauch von Fußtechniken. Wahrscheinlich wurde sie aus der Kankû entwickelt.
Ihr Ablauf ist durch eine grosse Dynamik gekennzeichnet, durch das Studium der doppelten Abwehrformen und den Gebrauch von Fusstechniken. Dauer ca. 30 Sek.
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Heian Godan
Heian Godan ist die fünfte und letzte Kata der Heian-Gruppe. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 4. Kyu (2. Violettgurt bzw. Blaugurt) vor. In ihr vereinigen sich mehrere Grundprinzipien des Karate: Mizu nagare-gamae stellt ein bedeutendes Prinzip der Abwehrtechniken dar, wechselnde Abwehrformen zwischen Gedan, Jodan und Chudan, Ergreifen des gegnerischen Arms und Kontern, Kontertechnik mit Blickwechsel, Vermeiden eines Angriffs durch einen Sprung, Abwehren und Kontern (Tai-sabaki) mit Nagashi-Techniken, die klassische Kamaekata Manji-gamae und so weiter.
Durch die Vielfalt der Techniken lehrt diese Kata bereits einen umfangreichen Kampfstil. Gleichzeitig stellt ihre Ausführung jedoch hohe Ansprüche an Rhythmus und Timing. Die Kata kombiniert abwechselnd schnell aufeinander folgende Bewegungen mit schnell ausgeführten Techniken. Dauer ca. 35 Sek.
Weitere wichtige Kata
Bassai Dai
Bassai Dai (Passai, Patsai) ist der Name einer Karate-Kata. Sie gilt im Karate als eine der ältesten Kata. Bassai heißt übersetzt "die Mauer zerstören" oder "Erstürme die Festung". Dementsprechend kraftvoll soll auch die Kata vorgeführt werden. Sie lässt sich auf die okinawanischen Tōde-Katas zurückführen. Man geht davon aus, dass sie in ihrer Urform bereits im späten 13. Jahrhundert durch chinesische Meister gelehrt wurde und in Folge der Handelsbeziehungen nach Okinawa kam. Heute ist nicht mehr feststellbar, wie weit die heutige Bassai Dai noch ihrem alten Ursprung entspricht.
Bassai Dai gehört zur Gruppe der Shorin-Kata, deren Trainingszweck es ist, die Schnelligkeit des Karateka zu verbessern. Hauptmerkmal der Kata ist, dass die einzelnen Techniken sehr schnell und kraftvoll ausgeübt werden. Sie enthält viele defensive Block- und Hebeltechniken und vergleichsweise wenige Beintechniken. Mit rund 40 Einzeltechniken ist Bassai Dai eine der längeren Katas.
Im Shotokan-Stil werden zwei Varianten der Bassai geübt: die Bassai Dai und die Bassai Sho. Das Suffix "dai" bedeutet "groß", und kennzeichnet somit die große Variante der Bassai, während das Suffix "sho" "klein" bedeutet und eine kleinere Variante der Bassai bezeichnen will. Bemerkenswert zur Bassai-Sho ist eine Entwaffnungstechnik gegen einen vertikalen Stockangriff, denn Entwaffnungstechniken kommen nicht in jeder Kata vor.
Die Bassai (Bassai - Sturm auf die Festung, Die Mauern zerstören) war eine der ersten chinesischen Kata-Formen auf Okinawa. Sie fand zweimal voneinander unabhängige Wege nach Okinawa. Einmal durch Meister OYADOMARI PEICHIN (Oyadomari no passai), der der innere Schüler von SHIONJA, einem Experten der südlichen chinesischen Stile, war. Zum Anderen durch Meister MATSUMURA NABE (Matsumura no passai), der die noch heute als höchstentwickelt geltende Passai-Variante Okinawas entwickelte. Meister ITOSU YASUTSUNE veränderte sie nach seinen Vorstellungen und gründete noch eine zweite Variante. Um sie voneinander zu unterscheiden, nannte er die erste Bassai Dai und die andere Bassai Sho. Die Itosu-Variante (Itosu no passai) war der Ursprung für die japanische Kata Bassai Dai (Sturm auf die Festung - Gross) und Bassai Sho (Sturm auf die Festung - Klein). Sie verbreitete sich vor allem über Meister FUNAKOSHI GICHIN und MABUNE KENWA. Beide Kata zeichnen sich durch einen entschlossenen Kampfgeist und durch kraftvolle Vitalität aus. Man soll sie in Würde vortragen.
In ihnen ist die Beherrschung der Ruhe in der Bewegung und im Wechsel zum plötzlichen entschlossenen Handeln von großer Bedeutung. Dauer ca. 60 Sek.
Empi
Empi bedeutet Flug der Schwalbe und war eine Namensgebung von Funakoshi Sensei in den 1930er Jahren als er alle chinesischen Kanji aus politischen Gründen änderte. Der Name bezieht sich auf das Embusen (Schrittdiagramm), da hier sehr viele abrupte Richtungswechsel mit einer ständigen Hüftverlagerung gefordert sind. Artverwandt einer Schwalbe, welche die Flughöhe sowie die Richtung im Flug schlagartig und permanent ändert.
Ihr okinawanischer Name lautet Wanshu und ist eine der ältesten Kata im Shotokan ryu. Die Bezeichnung Empi (Flug der Schwalbe), wurde ihr von Meister FUNAKOSHI GICHIN in den dreißiger Jahren in Japan gegeben. Der Name bezieht sich auf die Ähnlichkeit ihrer Form mit den fröhlichen und unbeschwerten Flug der Schwalbe. Dies kommt hauptsächlich von den dauernden Verlagerungen der Hüfte von oben nach unten, den in vielen schnellen Richtungsänderungen und der virtuosen Technik.
Ein wichtiges Merkmal der japanischen Enpi ist die Technik Age zuki. Diese wurde aus dem Kakushi zuki der ursprünglichen Wanshu entwickelt. Kakushi zuki heißt „versteckter Fauststoss“ und wird mit der Faust hinter dem Rücken beginnend ausgeführt. Da dadurch der Ellbogen in der Auführung nach vorne kommt, entsteht auch im Kakushi zuki ein leichtes Schnappen aus dem Ellbogengelenk.
Hangetsu
Hangetsu (Halbmond) ist eine Kata (ein stilisierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner) im Karate der Stilrichtung Shōtōkan, die aus 41 Einzeltechniken besteht. Die Kata wurde aus dem okinawanischen Naha-Te übernommen, wo sie unter dem sino-japanischen Namen Seisan aus China stammend praktiziert wurde.
Den Namen Hangetsu, also Halbmond, erhielt sie vom Stilrichtungsbegründer Funakoshi Gichin, der mit dem Namen auf die gleichnamige Stellung der Füße hinweist, der in der Kata eine zentrale Rolle zukommt. Dabei werden die Füße circa 45 Grad nach innen gedreht und die Knie bei gleichzeitiger Außenspannung der Beinmuskulatur leicht nach innen gekippt.
Hangetsu - Halbmond, Dreizehn HändeHangetsu ist eine japanische Kata, die ursprünglich aus dem okinawischen Shorei ryu stammt. Das Original (auf Okinawa Sesan) wurde von MATSUMURA SOKONs Frau aus den Shorei-Stilen übernommen und für das Shorei ryu verändert. Sesan wurde schließlich vom Meister FUNAKOSHI GICHIN in die 15 grundlegenden Kata des Shotokan ryu aufgenommen und in Japan in Hangetsu umbenannt. Die Bezeichnung stammt von den halbmondförmigen Bewegungen der Füße (Hangetsu hoko), durch die man sich in der Kata bewegt. Obwohl im Shotokan ryu die Goju-Atmung (Ibuki) selten gebraucht wird, übt sie dennoch die Kraft und Ausdauer des Körpers. Die Kata vermittelt ein ausgezeichnetes Gefühl für die Festigkeit des Standes und die korrekte Haltung des oberen Körpers.
Jion
Jion ist der Name einer Karate-Kata und bedeutet Shaolin oder Liebe und Güte. Sie gehört durch die phonetische Silbe "Ji" zur selben Gruppe wie Jiin und Jitte.
Die Kata hat ihren Ursprung aus China und wurde von der Tomari-Region auf Okinawa ausgehend verbreitet. Man verbindet sie mit den Künsten des Shaolin weil,die zweite Bereitschaftsstellung der Jion identisch mit dem Gruß der Shaolin ist. Die Bezeichnung der Jion ist gleich der Shaolin, daher vermutet man das diese Kata ihren Ursprung dort haben könnte.(Ist aber leider nicht belegbar).
Diese typische Shotokan Kata hat Meister Gusukuma (Meister Azatos) als Schöpfer. Sie ist eine der höheren Grundkata von mittlerer Schwierigkeit, muss zum 1. Dan beherrscht werden und besteht aus 46 Bewegungen.
Lernziel sind ruhige Bewegungen, die in ihrer Sanftheit Buddha entsprechen, aber im Inneren voll von geistiger Energie sind sowie elegant auch in Wendung und Wechsel. Ihre übung vermittelt die vollkommene Harmonie in der Bewegung, das Gleichgewicht des Geistes und führt zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil. Typisch sind Yori Ashi und Drehung (Manji uke) mit Folgeabwehr in oberer, mittlerer und unterer Stufe.
Die Jion (Liebe und Gnade, Tempelklang) ist eine typische Shotokan-Kata und ist in den meisten anderen Ryu unbekannt. Man glaubt, dass Jion, Jitte und Ji’in in der Itosu-Schule aus Shuri keine bedeutende Rolle spielten. Später jedoch übertrugen diese Kata sich über Meister GICHIN FUNAKOSHI ins Shotokan ryu, wo Jion und Jitte in die engere Wahl des Meisters fielen. Die Bezeichnung Jion ist identisch mit „Shaolin“. Die zweite Bereitschaftsstellung Jiai no gamae ist identisch mit dem Gruß, den die Shaolin-Mönche untereinander gebrauchten. Da die Kata denselben Namen trägt, vermutet man, dass sie den Kampfstil der Mönche repräsentiert und somit bis an den Ursprung der Kampfkünste zurückführt. Jion bedeutet in einer anderen Übersetzung „Liebe und Gnade“. Man spricht der Kata einen tiefen psychologischen Sinn zu und sagt, dass ihre richtige Ausführung der vollendeten Reife eines Buddha gleicht. Ihre Übung vermittelt die vollkommene Harmonie in der Bewegung, das Gleichgewicht des Geistes und führt zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil. Durch die Silbe „Ji“ weist die Jion eine Verwandtschaft mit den Kata Jitte und Ji’in auf, wodurch sie heute mit den beiden in einer Kata-Gruppe klassifiziert wird. Dauer ca. 60 Sek.
Jitte
Jitte oder auch Jutte (Zehn Hände) ist eine Kata, d.h. einen stilisierten Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, in der japanischen Kampfkunst Karatedō. Geübt wird diese Kata in den Stilen Shōtōkan und Shōtōkai, welche beide auf Funakoshi Gichin zurückzuführen sind.
Der Begriff Jitte bezeichnet außerdem eine japanische Variante des Sai, einer gabelförmigen aus China stammenden Waffe, die zum Bereich des aus Okinawa stammenden Kobudō zählt.
Kanku Dai
Kanku - Blick in den Himmel, In den Himmel schauenKanku ist die japanische Kata-Variante der okinawischen Kushanku. KUSHANKU war der Name eines chinesischen Kampfkunstexperten, der im Jahre 1756 als Gesandter des chinesischen Ming-Kaisers nach Okinawa kam.
Kushanku hatte zwei Schüler: CHATAN YARA und den Tôde-Meister SAKUGAWA, der jedoch die ursprüngliche Kushanku veränderte. Schließlich gelangte die Sakugawa no kushanku über MATSUMURA SOKON in die Itosu-Schule. Meister ITOSU YASUTSUNE änderte wiederum die Kata nach eigenen Vorstellungen (Itosu no kushanku) und benannte sie Kushanku Dai. Er gründete jedoch noch eine zweite und eine dritte Kushanku-Variante. Die zweite nannte er Kushanku sho, die sich besonders stark über seinen Schüler CHOSHIN CHIBANA im Kobayashi ryu verbreitete. Die dritte Kushanku-Variante ist die Shiho Kushanku, in der er Elemente beider Varianten vereinigte. Sie hat sich jedoch in keinem Stil wirklich durchgesetzt. Im Shotokan ryu kennt man Kanku dai (Blick in den Himmel - gross) und Kanku sho (Blick in den Himmel - klein). Der Name Kanku wurde von Meister FUNAKOSHI GICHIN eingeführt. Kanku schult eine umfangreiche Technik und einen umfassenden Kampfstil. Sie enthält viele Arten der Bewegung, die abwechselnd schnell und langsam ausgeführt werden. In ihrem Ablauf wechselt die Technik häufig zwischen dynamischem und leichtem Krafteinsatz. Dauer ca. 90 Sek.
Tekki
Tekki bedeutet "Seitwärtskämpfen", "Eisenreiter" oder "Eisenpferd" und ist dem Shorei zuzuordnen. Der Schöpfer von Tekki Shodan war Meister Matsumura. Der Schöpfer von Tekki Nidan war Meister ltosu. Der Schöpfer von Tekki Sandan war Meister ltosu.
Heute ist Tekki (Eisenreiter, seitwärts kämpfen) eine aus drei Kata bestehende Gruppe (Tekki Shodan, Tekki Nidan und Tekki Sandan), deren besonderes Merkmal die Stellung Kiba dachi und die Seitwärtsbewegung (Yoko ichimonji) ist. Alle drei sind Weiterentwicklungen der alten Naihanchi. Auf Okinawa übt man sie heute in Tomari und in Shuri.
Durch die Stellung Kiba dachi und den seitlichen Überkreuzschritt (Yoko sasha ashi) entwickelt sie einen besonders festen Stand und ein gutes Gefühl für die aufrechte Haltung des oberen Körpers.
Weitere Kata im Überblick
- Gankaku (Kranich auf dem Felsen) oder älter Chintō
- Ji'in (Liebe und Schatten, Mitgefühl und Unterstützung), auch transskribiert als Jiin
- Meikyo (klarer Spiegel)
- Nijūshiho (24 Schritte), auch Niseshi
- Sochin (Stärke und Ruhe) oder (seltener) Krieg und Frieden
- Unsu (Wolkenhand)
- Wankan (Königskrone)
Übersicht der 27 Shotokan Kata
Hier eine Übersicht der 27 Shotokan-Kata und Hintergrund-Informationen dazu:
- 1. Gruppe: bis 1. Dan
- Taikyoku Shodan (Erster Ursprung)
- Heian Shodan (Friedlicher Geist 1)
- Heian Nidan (Friedlicher Geist 2)
- Heian Sandan (Friedlicher Geist 3)
- Heian Yondan (Friedlicher Geist 4)
- Heian Godan (Friedlicher Geist 5)
- Tekki Shodan (Eisenreiter 1)
- Bassai-Dai (Große Festung stürmen)
- Jion (Liebe und Güte)
- Empi (Fliegende Schwalbe)
- Kanku-Dai (Großer Blick in den Himmel)
- Hangetsu (Halbmond)
- 2. Gruppe: Schwarzgurte
- Tekki Nidan (Eisenreiter 2)
- Jitte (Zehn Hände)
- Gangaku (Kranich auf dem Felsen)
- Sochin (Kraft und Ruhe)
- Nijushiho (24 Schritte)
- Chinte (Seltsame Hände)
- 3. Gruppe: zusätzliche Kata für Schwarzgurte
- Tekki Sandan (Eisenreiter 3)
- Bassai Sho (Kleine Festung stürmen)
- Kanku-Sho (Kleiner Blick in den Himmel)
- Ji’in (Tempelboden oder Mitgefühl)
- Meikyo (Klarer Spiegel)
- Wankan (Königliche Krone)
- Unsu (Wolkenhand)
- Gojushio-Sho (54 Schritte, klein)
- Gojushio-Dai (54 Schritte, groß)
Die folgende Tabelle bietet eine Zusammenfassung der genannten Kata:
| Kata Name | Bedeutung | Stilrichtung |
|---|---|---|
| Heian Shodan | Friedlicher Geist 1 | Shotokan |
| Heian Nidan | Friedlicher Geist 2 | Shotokan |
| Heian Sandan | Friedlicher Geist 3 | Shotokan |
| Heian Yondan | Friedlicher Geist 4 | Shotokan |
| Heian Godan | Friedlicher Geist 5 | Shotokan |
| Bassai Dai | Die Mauer zerstören | Shorin |
| Empi | Flug der Schwalbe | Shotokan |
| Hangetsu | Halbmond | Shotokan |
| Jion | Liebe und Güte | Shotokan |
| Jitte | Zehn Hände | Shotokan |
| Kanku Dai | Blick in den Himmel | Shotokan |
| Tekki Shodan | Eisenreiter 1 | Shorei |
| Gankaku | Kranich auf dem Felsen | Shotokan |
| Ji'in | Liebe und Schatten | Shotokan |
| Meikyo | Klarer Spiegel | Shotokan |
| Nijushiho | 24 Schritte | Niigaki-Schule |
| Sochin | Stärke und Ruhe | Aragaki-Schule |
| Unsu | Wolkenhand | Shotokan |
| Wankan | Königskrone | Tomari-Te |
