Karat Konzert Waldbühne: Eine musikalische Zeitreise durch die Geschichte

Karat, eine der bekanntesten Ostrock-Bands Deutschlands, blickt auf eine bewegte und erfolgreiche Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1975 in Ostberlin, hat die Band zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt, sich aber stets durch ihre Leidenschaft für die Musik und den unerschütterlichen Zusammenhalt ihrer Mitglieder ausgezeichnet.

Die Anfänge und der Durchbruch

1975 hat sich Karat um den Sänger und Gitarristen Herbert Dreilich und den Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms in Ostberlin gegründet.

Am 22. Februar 1975 feierte Karat im sächsischen Pirna Bühnen-Premiere. In der Besetzung Henning Protzmann (Bass), Ulrich Pexa (Gitarre), Hans-Joachim Neumann (Gesang), Konrad Burkert (Schlagzeug), Ulrich Swillms (Keyboard) und Herbert Dreilich (Gesang, Gitarre) erspielte sich die Band schnell eine wachsende Fangemeinde.

Bereits 1978 gelang Karat mit den Titeln „König der Welt" und „Über sieben Brücken" der Durchbruch beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden. In den Folgejahren etablierte sich Karat durch Alben wie „Albatros", „Schwanenkönig" oder „Der blaue Planet" als Spitzenband deutschsprachiger Rockmusik.

Erfolge und Auszeichnungen

Die Band feierte mit dem von Peter Maffay gecoverten Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“ ihren wohl größten Erfolg.

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Zahlreiche Auslandstourneen, zwei Goldene Schallplatten in der BRD, die Goldene Europa 1986 und weltweit mehr als 10 Millionen verkaufte Alben zeugen von der außerordentlichen Strahlkraft und Popularität der Band weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus.

Bereits 1982 spielte die Band vor 20.000 Zuschauern in der Westberliner Waldbühne und zwei Jahre später zeichnete die BRD das Album „Albatros“ mit der Goldenen Schallplatte aus.

Der schwere Verlust und ein Neuanfang

Den größten Tiefschlag erlebte Karat wohl mit dem Tod des Frontsängers Herbert Dreilich, der 2002 einen Schlaganfall erlitt. Als Dreilich am 12. Dezember 2004 im Alter von 62 Jahren seinem Krebsleiden erliegt, scheint Karat für immer verstummt.

Nach langen Überlegungen wurde der Leading-Part 2004 schließlich von Dreilichs Sohn Claudius übernommen, der seither den Spirit der Ostrocker aufrecht erhält.40 Jahre Karat ist aber auch die Geschichte einer Band, die im Osten Deutschlands beginnt, und trotzdem schon im anderen Teil des Landes Goldene Schallplatten einheimst und ausverkaufte Tourneen spielt.

Von der ursprünglichen Besetzung ist heute noch der Keyboarder Ulrich “Ed“ Swillms zurückgeblieben, der sich zu besonderen Gelegenheiten die Ehre gibt, in der Band zu spielen.

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Das 40-jährige Jubiläum in der Waldbühne

Eine dieser besonderen Gelegenheiten dürfte das 40-jährige Jubiläumskonzert von Karat am 20. Juni 2015 in der Berliner Waldbühne gewesen sein.

Gitarrist Bernd Römer, Schlagzeuger Michael Schwandt, Sänger Claudius Dreilich, Bassist Christian Liebig und Keyboarder Martin Becker hatten am 20.Juni 2015 in die Berliner Waldbühne geladen - zu einer emotionalen Zeitreise durch vier Dekaden KARAT.

Die schönsten Geschenke gehen dabei an die Fans: Am 20.Juni laden KARAT zum großen Jubiläumskonzert mit vielen Überraschungsgästen in die Berliner Waldbühne.

Der Einladung zum Jubiläum folgten nicht nur ein zahlenstarkes generationsübergreifendes Publikum, sondern auch einige Freunde und Wegbegleiter, mit denen KARAT der tobenden Waldbühne fulminante Duette darboten.

So entert bei „Schwanenkönig“ kein Geringerer als Matthias Reim die Bühne. Ute Freudenberg glänzt an der Seite von KARAT bei der großen Ballade „Abendstimmung“.

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Mindestens genauso grandios ist die Begegnung mit Gregor Meyle auf der Berliner Waldbühne. Auf dem aktuellen KARAT-Album „Seelenschiffe“ ist Meyle Duett-Partner in „Soll ich dich befreien“. Beim Jubiläumskonzert erlebt der Song in der Duett-Version seine Livepremiere, zudem intonieren Dreilich und Meyle gemeinsam den Klassiker „Albatros“.

Das neue Album „Seelenschiffe“

Und nicht zuletzt: KARAT haben ein neues Album eingespielt, ihr bestes seit langem. „Seelenschiffe“ heißt das 12 ausschließlich neue Songs umfassende Werk.

Für das neue Album ließen sich die Deutschrocker von vielen jungen Künstlern inspirieren, um nicht der Betriebsblindheit zu verfallen, so Dreilich. Ein inspirierender Einfluss ist dabei zum Beispiel der deutsche Songpoet Gregor Meyle, der zusammen mit Claudius Dreilich den Song „Soll ich dich befreien“ aufgenommen hat.

Gänzlich unberührt von Rücksichtnahme auf vermeintlich aktuelle Trends haben KARAT ein zeitloses Stück gültigen Deutschpops abgeliefert.

Zweifelsohne wird mit diesem Album Großes gelingen: Die (längst überfällige) Rückkehr auf die ganz große Bühne gesamtdeutscher Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung der Band als an der absoluten Popspitze dieses Landes stehend.

Karat heute

Trotz ihrer langen Geschichte und ihrer großen Erfolgen denkt die Rock-Kombo noch nicht an die Rente. Es scheint vielmehr so als wolle die Band jetzt nochmal richtig loslegen, denn mit seinem Jubiläum geht die Kombo erstmalig beim Platten-Multi Universal unter Vertrag und will dabei alles andere als eine Altherrentruppe sein.

Nach der zwangsbedingten Corona-Pause meldet sich die Berliner Kultband zurück mit den großen Hits und neuen Liedern, mit Herzblut und Leidenschaft, mit musikalischem Können sowie stets auf Augenhöhe mit ihrem Publikum - und nicht zuletzt mit neuem Energielevel.

Mit über 50 Konzertterminen machen KARAT deutlich, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist, dass sie sich nie als Altherrenriege verstanden, die sich auf den großen Erfolgen vergangener Zeiten ausruht.

Ausblick auf das 50-jährige Jubiläum

Und sie steuern mit der aktuellen Tournee auf ein großes Bandjubiläum zu: KARAT werden 2025 50 Jahre jung. Neben einer umfangreichen, über das komplette Jahr andauernden Geburtstagstournee wird es ein Album mit neuen Liedern sowie ein neues Karat-Buch, das alle fünf Dekaden umfasst, geben.

2025 laden Gitarrist Bernd Römer, Schlagzeuger Heiko Jung, Keyboarder Martin Becker, Bassgitarrist Daniel Bätge und Sänger Claudius Dreilich zu einem ganz besonderen Jubiläum: 50 Jahre KARAT werden gefeiert.

Bekannte Karat-Songs

„Über sieben Brücken musst du gehn“, „Der blaue Planet“, „König der Welt“, „Magisches Licht“, „Jede Stunde“, „Schwanenkönig“, „Albatros“, „Hab den Mond mit der Hand berührt“, „Blumen aus Eis“, „Seelenschiffe“ - was sich wie ein Best Of deutschsprachiger Rock- und Popmusik liest - stammt aus dem Repertoire einer einzigen Band.

All diese Lieder sind Eckpfeiler einer beispiellosen Karriere und eines ganz besonderen Konzertes. Es sind allesamt Hits von KARAT, die in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag begingen.

Coverversionen von Karat-Songs

Helene Fischer, Chris de Burgh, Peter Maffay und Matthias Reim, aber auch Scooter, Jan Josef Liefers und Max Raabe haben KARAT-Songs gecovert.

Die aktuelle Besetzung

Jetzt feiern Bernd Römer (Gitarre), Michael Schwandt (Schlagzeug), Christian Liebig (Bass), Martin Becker (Keyboard) und Claudius Dreilich (Gesang) den 40.Bandgeburtstag.

Zusammenfassung

40 Jahre Karat ist eine wechselvolle Geschichte mit Höhen und Tiefen, mit Erfolgen wie über 12 Millionen verkauften Tonträgern, aber auch tragischen Schicksalsschlägen wie der viel zu frühe Tod ihres Sängers Herbert Dreilich.

Die Gabe, musikalisch und textlich auf qualitativ hohem Niveau zu agieren und trotzdem Mehrheiten abzuholen, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Karriere. Die Schnittmenge aus Anspruch und Breitenwirksamkeit ist und bleibt ihr Alleinstellungsmerkmal.

Das KARAT-Konzert in der Berliner Waldbühne ist nicht zuletzt ein klares Statement: So lange die Auftritte von KARAT noch so vor Energie strotzen, so lange es ihnen weiterhin gelingt, überbordende Musikalität in einem Kontext mit Entertainment zu stellen, so lange Musiker und Fans so viel Spaß haben, so lange die alten und die neuen Songs Herz und Hirn gleichermaßen erreichen, wird es weitere KARAT-Jubiläen zu feiern geben.