Die Welt des Wrestling ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Sport, Theater und spektakulären Geschichten. Seit Jahrzehnten begeistert diese Mischung ein vorwiegend männliches Publikum. Im Kern geht es um zwei Körper, Kraft, Schweiss und die eine oder andere Finte.
Die Entwicklung des Wrestlings
Für das Publikum des zwanzigsten Jahrhunderts erwies sich das klassische Ringen als zu wenig spektakulär. Tatsächlich liegen beim klassischen Ringen die Kämpfer oft ineinander verknotet auf dem Boden und rühren sich nicht von der Stelle. Schon in den zwanziger Jahren kam man deshalb in den USA auf die Idee, Ringkämpfe abzusprechen und mit Akrobatik anzureichern. Und noch etwas kam hinzu: das Element des Streites zwischen Gut und Böse. Wrestler sind seither entweder fair oder unfair, demütig oder überheblich, klassenbewusst oder versnobt.
Die Verbindung zwischen Wrestling und Fernsehen
Die Verbindung zwischen Wrestling als Sporttheater und dem Fernsehen war seit dem Aufkommen des Mediums symbiotisch. In den späten vierziger Jahren wurde in den USA hauptsächlich in Bars ferngesehen. Wrestling zog aufgrund seiner Publikumswirksamkeit die Blicke der Barbesucher weit mehr auf den Bildschirm als andere Sportarten. Später begünstigte der Sport dadurch, dass im Ring hohe US-amerikanische Werte und Moralvorstellungen verteidigt wurden, die Etablierung des Fernsehens als Familienmedium.
Feindbilder und Dramaturgie
Wrestler verkörpern seit jener Zeit die Feindbilder der USA. So trat etwa kurz nach dem Zweiten Weltkrieg der Wrestler Fritz von Erich in den Ring, ein Bösewicht, der seine Gegner mit der sogenannten Iron Claw besiegte.
Während früher die Dramaturgie im Wrestling auf eine einzelne Veranstaltung begrenzt war, gehen heute Auseinandersetzungen zwischen Wrestlern oft über mehrere Wochen hinweg. Bei der grössten Wrestling-Liga, der WWE (World Wrestling Entertainment), sind stets mehrere solcher Wrestling-Storys am Laufen.
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Bei anderen Sportarten werden Machenschaften im Hintergrund gerne verdeckt gehalten, bis sie zum Skandal führen. Im Pro-Wrestling sind diese jedoch fester Bestandteil der Show. Betrügereien, unfaire Verträge, alles findet letztlich seinen Weg in den Ring. Natürlich ebenso wie die Kämpfe selbst meist abgekartete Sache sind. So ist der Besitzer der WWE, Vince McMahon, regelmässig neben und im Ring anzutreffen.
Die Faszination des Wrestlings
An und für sich böte Wrestling mit seiner Vermischung von Fiktion und Realität - nicht nur die blauen Flecken sind real, sondern manchmal auch die Skandale - eine gute Plattform für originellere Dramaturgien. Da weder Ligen noch Publikum dafür zu haben sind, finden jedoch selten wirklich aussergewöhnliche Dinge statt.
WWE 2K25: Das neue Wrestling-Spiel
Und wieder lockt "WWE 2K" die Wrestling-Community in den Ring. "WWE 2K25" startete am 7. März 2025 im Early Access, und wir haben uns die PS5-Version zum Test vorgeknöpft. Zumindest in Sachen Wiedererkennungswert ist man hier ganz vorn mit dabei: Das Roster ist über 200 aktuelle Talente und Legenden stark.
Damit könnt ihr etwa noch mal den Undertaker gegen Roman Reigns ins Rennen schicken oder Dreammatches wie etwa zwischen Kurt Angle und Bret "Hitman" Hart Realität werden lassen. Kürzlich entlassene Wrestler wie etwa Giovanni Vinci oder Elektra Lopez sind hier weiter am Start, Brock Lesnar ist dagegen im Zuge des Vince-McMahon-Sexskandals gar nicht mehr dabei. Das Roster ist gut bestückt und besticht obendrein mit hohem Wiedererkennungswert.
Speziell bei der Inszenierung der Einzüge legen Visual Concepts und 2K Games spürbar nach. Diese sind einfach toll anzusehen und bringen jede Menge Atmosphäre mit ins Spiel. Dank neuer Kameraoptionen könnt ihr den Entrances den letzten Feinschliff verpassen. Ähnlich gut wissen auch die Sprüche der US-Kommentatoren Michael Cole, Byron Saxton und Corey Graves zu gefallen.
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Allerdings gibt es auch bei der Präsentation Grund zur Kritik. Nicht alle Charaktermodelle sind fehlerfrei - oder gar wunderschön. Speziell einige der Frauen kommen hier nicht besonders gut weg. Des Weiteren finden sich immer wieder kleine und grosse Grafikfehler im Spiel: Da bleiben wir auch mal in Objekten hängen, oder Wrestler "warpen" förmlich in die Aktionen hinein.
Legendäre Wrestler und ihre Geschichten
Das Videospiel verwandelt sich zur Bühne für Traum-Matches. Einige davon finden vielleicht wirklich noch statt, andere wiederum gibt es nur in der Fantasie der Spieler. Dank des größten Kämpferaufgebots der Seriengeschichte umfasst WWE 2K17 inklusive kommender Download-Inhalte über 150 Wrestler aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Sports-Entertainments.
Freunde des Wrestlings der 90er greifen auf Bret „Hitman“ Hart, die Bushwhackers oder Mr. Perfect zurück, Anhänger der legendären Attitude Era dagegen wählen The Rock oder „Stone Cold“ Steve Austin aus. Und wer das aktuelle Programm verfolgt, freut sich über Kevin Owens, Seth Rollins oder Roman Reigns. Wer letztlich gegen wen antritt, das bleibt eure Entscheidung.
Praktischerweise müsst ihr längst nicht so einen langen Weg gehen. Denn in WWE 2K17 erschafft ihr selbst ein Alter-Ego und arbeitet euch mit ihm nach oben. Der Karrieremodus wurde für den neusten Ableger grundlegend verändert. Ihr habt nun deutlich mehr Einfluss auf euren Spielcharakter. Eure Aktionen haben handfesten Auswirkungen auf kommende Fehden und auch auf die Matches, die ihr bestreiten müsst.
Grundlage dafür ist die so genannte Promo-Engine. In Interviewsegmenten bekennt ihr nun immer wieder Farbe: Seid ihr ein böser Bube oder doch ein guter Milchbubi? Beleidigt ihr andere Wrestler und fordert sie heraus? Oder greift ihr sie gar vor oder nach dem Kampf an?
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Grund dafür sind nicht zuletzt die vielen Einstellungsmöglichkeiten: Vom Outfit bis hin zum Einzug in die Arena bestimmt ihr dank vielfältiger Editorfunktionen nahezu alle Details selbst.
Die Top 10 Wrestler (Ranking basiert auf persönlichen Vorlieben)
- Stone Cold Steve Austin: Der Texaner gehörte zu den populärsten Wrestlern, wo er hinkam, lagen die Fans dem Dosenbier trinkenden Glatzkopf zu Füssen.
- Yokozuna: Angekündigt als japanischer Sumo-Ringer, war Rodney Agatupu Anoa'i ein Amerikaner samoanischer Abstammung. Er war über 300 Kilogramm schwer - für einen Koloss dieser Postur aber erstaunlich beweglich.
- Bret «The Hitman» Hart: Kaum ein anderer Wrestler hatte technisch so viel drauf wie der Kanadier. Der «Hitman» war ein Publikumsliebling.
- «The Million Dollar Man» Ted DiBiase: Ted DiBiase spielte das Arschloch in Person. Der arrogante Multimillionär steckte Menschen Nötli zu, wenn sie für ihn bellten.
- «Hacksaw» Jim Duggan: Wenn Amerika etwas liebt, dann sind es Patrioten und der «Hacksaw» war der grösste Patriot von allen.
- The Undertaker: Ein düsterer Bestatter, der seine besiegten Widersacher in einen Sarg verfrachtet und begleitet wird von einem freakigen Manager mit Urne unter dem Arm.
- Jake «The Snake» Roberts: Der Texaner war berühmt dafür, dass er seine Schlange mit zum Ring nahm.
- André the Giant: André René Roussimoff wuchs als Sohn bulgarischer Eltern in Frankreich auf. Mit 17 Jahren war er schon 2,08 m gross, schliesslich wuchs er noch bis auf 2,13 m.
- The Ultimate Warrior: Der mysteriöse Krieger mit seiner wilden Gesichtsbemalung, dessen Herkunft angeblich unbekannt war, hiess Jim Hellwig.
- Hulk Hogan: «The Real American» ist der wahrscheinlich berühmteste Wrestler der Geschichte. Hulk Hogan gewann alles, was es zu gewinnen gab.
Dwayne «The Rock» Johnson: Rückkehr und mögliche Superkämpfe
Dwayne «The Rock» Johnson (51) forderte bei seinem Comeback im Ring der Wrestling-Liga keinen geringeren als Roman Reign (38) heraus. Der mögliche Superkampf die beiden Wrestling-Giganten könnte bei WrestleMania 40, das vom 6. auf 7. April stattfindet, durchgeführt werden.
Dwayne «The Rock» Johnson verabschiedete sich im Oktober 2019 aus dem Wrestling-Ring. Damals war er in der Smackdown-Show zum 20-jährigen Jubiläum zu sehen. «The Rock» selbst startete seine beeindruckende Wrestler-Karriere 1995.
Aktuelle Entwicklungen und Überraschungen
Kürzlich entlassene Wrestler wie etwa Giovanni Vinci oder Elektra Lopez sind hier weiter am Start, Brock Lesnar ist dagegen im Zuge des Vince-McMahon-Sexskandals gar nicht mehr dabei.
"Mr. Never Give Up" hat sich an den "Final Boss" The Rock verkauft und trachtet nun dem "American Nightmare" Cody Rhodes nach dessen Undisputed WWE Championship.
