Kampfsport bei Bandscheibenvorfall: Was ist zu beachten?

Körperliche Beschwerden machen vor dem Alter keinen Halt. Viele Menschen sind nach einem Bandscheibenvorfall unsicher und verängstigt, dadurch neigen viele zu Schonverhalten und -haltungen. Dieses Verhalten ist aber falsch, ein gewisses Maß an Schonung des Rückens ist zwar richtig, aber auch eine ausreichende Bewegung ist nach einem Bandscheibenvorfall sehr wichtig für den Heilungsprozess. Denn Bewegung sorgt dafür, dass die Wirbelsäule beweglich bleibt und dass die Bandscheiben besser mit Nährstoffen versorgt werden und so schneller heilen können.

Die richtige Herangehensweise

Normalerweise würde man sagen, man kann immer anfangen unabhängig von Form und Fitness. Woher ich das weiß: eigene Erfahrung - Ich trainiere seit meinem 6. du hast recht erst abnehmen und Rücken stärken - du willst doch eine Besserung um Sinne deines Körpers erreichen. Und auch an der Ursache/Fehlhaltung ansetzen z.B. Bauchschlaf vermeiden, dabei verbiegt man sich den Halswirbel und die LWS fällt ins Hohlkreuz, trotz des Bauches.

PS: Ob jetzt gleich Kampfsport gleich das Richtige ist, wage ich zu bezweifeln. Natürlich viel Bewegung und auch Dehnen/Strecken Abnehmen sind sehr wichtig. Hast Du es schonmal mit Klimmzügen probiert, dabei werden die Bandscheiben auch mal tagsüber entlastet und und die entsprechenden Muskel stabilisiert/gestärkt. Wenn das z.Zt. nicht geht, einfach für 20 Sek. Servus hast du LWS Problem?

Mir wurde gesagt bei aktuellen Problem Ruhe ,Wärme,und evtl. ambitionierten Sportler völliger Blödsinn.

Die Bedeutung der Bewegung

Sportliche Aktivität ist nach einem Bandscheibenvorfall sehr wichtig. Der Zeitpunkt des Beginns und die richtige Dosierung der sportlichen Aktivität sind für den Heilungsprozess von entscheidender Bedeutung.

Lesen Sie auch: Bad Soden: Kampf und Schach

Allerdings sind nicht alle Übungen und Sportarten zu Anfang geeignet und es sollte sehr vorsichtig mit bestimmten rückenschonenden Übungen eingestiegen werden, am besten im Rahmen einer Reha und Physiotherapie. Alle Sportarten sollten nach individueller Belastbarkeit durchgeführt werden, wenn also bestimmte Übungen Schmerzen verursachen oder die Symptomatik verschlimmern, sollten sie abgebrochen werden.

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Operation wird vor allem bei schweren Bandscheibenvorfällen nötig, diese treten meist bei Unfällen auf und sind auch oft von Wirbelbrüchen begleitet. Es handelt sich also um ein komplexes Verletzungsbild, das mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Operationsmethoden behandelt werden kann. Daher ist jeder Fall von Patient zu Patient unterschiedlich.

Ab wann wieder mit dem Sport eingestiegen werden kann, ohne eine starke Narbenbildung im Operationsgebiet zu provozieren, sollte immer individuell mit dem behandelnden Orthopäden abgesprochen werden. In der Regel kann etwa nach einer Woche mit gezielten Rückenübungen begonnen werden. Dieses sollte im Rahmen einer Reha erfolgen, damit die Übungen angeleitet und kontrolliert durchgeführt werden können und so Verletzungen der Wirbelsäule verhindert werden. Eine vollständige Belastbarkeit wird nach etwa drei Monaten erreicht.

Geeignete und ungeeignete Sportarten

Es gibt viele Sportarten, die bei einem Bandscheibenvorfall geeignet sind. Dabei sind vor allem Sportarten angebracht, die den Rücken möglichst wenig belasten und eher sanfte Bewegungsabläufe beinhalten. Im Gegensatz dazu ist jedoch Jogging bei akuten Beschwerden nicht geeignet, da hierbei durch den schwunghaften, federnden Lauf mit jedem Schritt die Wirbelsäule erschüttert wird. Dies heißt aber nicht, dass mit einem Bandscheibenvorfall nicht gejoggt werden darf.

Auch Schwimmen ist eine geeignete Sportart, da hierbei generell alle Gelenke geschont werden. Fahrradfahren ist ebenfalls eine gute Möglichkeit nach einem Bandscheibenvorfall Sport zu betreiben. Dabei sollte allerdings auf eine aufrechte Haltung des Rückens geachtet werden, außerdem ist eine gute Federung der Reifen wichtig. Auch gezielte Kraftübungen der Rücken- und Bauchmuskulatur zur Stabilisierung der Wirbelsäule sind gut. Wichtig ist bei allen Sportarten, dass sie nicht unter Schmerzen ausgeführt werden.

Lesen Sie auch: Alleine Kampfsport lernen – So geht's!

Sport ist nach einem Bandscheibenvorfall zwar wichtig, dabei sollten aber Dreh- und Stoßbelastungen der Wirbelsäule vermieden werden. Sämtliche Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball sowie Kampfsport sind äußerst ungeeignet nach einem Bandscheibenvorfall. Das Risiko bewusst oder unbewusst von einem anderen Sportler verletzt zu werden ist dabei zu hoch. Auch andere Sportarten, bei denen häufig abrupte Bewegungsänderungen erforderlich sind, wie zum Beispiel beim Tennis, sind zu Beginn ungeeignet. Auf Sportarten, die eine Stoßbelastung der Wirbelsäule hervorrufen, wie zum Beispiel Mountainbiken oder Reiten, sollte ebenfalls verzichtet werden. Das Heben von schweren Gewichten beim Krafttraining kann durch die übermäßige Belastung der Wirbelsäule einen gerade heilenden Bandscheibenvorfall wieder verschlimmern. Turnen, wo in ein extremes Hohlkreuz gegangen wird, ist auch nicht zu empfehlen und sollte unterlassen werden.

Rehasport als Möglichkeit

Rehasport ist eine gute Möglichkeit nach einem Bandscheibenvorfall wieder in den Sport einzusteigen und gehört oft schon zur konservativen Therapie dazu. Meist wird Rehasport in kleinen Gruppen mit anderen Patienten zusammen durchgeführt. Der Vorteil ist, dass die Sportübungen individuell auf den Patienten und seine Beschwerden angepasst werden und von einer geschulten Person angeleitet werden. So werden Fehler bei der Durchführung von Übungen verhindert und ein kontrolliertes Training gezielter Muskelgruppen ermöglicht.

Im Rehasport gibt es ein sehr abwechslungsreiches Programm, neben Gymnastikübungen gibt es auch Radfahren, Walking und vieles mehr. Dabei können die Trainer unter anderem Tipps bei den Übungen zu einer richtigen Haltung des Oberkörpers geben.

Fallbeispiel: Alina Völke

Es passiert, als Alina 17 ist. Sie beschließt, mit einem Freund Quad zu fahren. Das Schlagloch sehen sie viel zu spät. Als sie hindurchfahren, schießt ein stechender Schmerz durch Alinas Rücken. Es ist das erste Mal, dass Alina Völke von starken Rückenschmerzen gequält wird. Sie sind so heftig, dass die junge Leistungssportlerin ihren nächsten Wettkampf absagen muss. Alina macht Judo, seit sie sechs Jahre alt ist.

Schnell entwickelt sie eine große Begeisterung für den Sport. Schon mit sieben nimmt sie an ihrem ersten Turnier teil, ab acht gewinnt sie die meisten Wettkämpfe in ihrer Umgebung. Die Umstellung fällt ihr zunächst schwer. „Mein Körper musste sich erst an die Belastung gewöhnen. Ich hatte anfangs sehr viele Verletzungen.“ Trotzdem fühlt Alina sich wohl und hat große Träume. Im Training möchte sie ihre Kamerad*innen besiegen, im Wettkampf Medaillen holen und sich bei der Deutschen Meisterschaft platzieren. Ihre Ziele erreicht sie in den nächsten Jahren. Bei den Bundessichtungsturnieren holt sie insgesamt drei Medaillen, bei der Deutschen Meisterschaft erreicht Alina den siebten Platz.

Lesen Sie auch: Liste der Kampfspiele für PC

Alina ist fit und gesund. Der Arzt empfiehlt Stabilisationstraining, Judo ist weiterhin erlaubt. Bis zur Diagnose Bandscheibenvorfall vergeht ein halbes Jahr. In dieser Zeit nimmt Alina erneut an der Deutschen Meisterschaft teil und erreicht Platz neun. Der Schmerz ist ihr ständiger Begleiter geworden. Manchmal ist er das Einzige, was sie spürt, manchmal kann sie ihn fast vergessen. Oft muss Alina sich zurücknehmen, hört früher mit dem Training auf oder macht Übungen erst gar nicht mit. Das fällt ihr besonders schwer.

Wegen der anhaltenden Schmerzen veranlasst der Arzt schließlich ein MRT. Alina weiß, dass ein Bandscheibenvorfall auch junge Menschen treffen kann. Ein Judo-Kamerad hat deswegen die Schule verlassen. Trotzdem ist die Diagnose ein großer Schock. Als sie die Praxis verlässt, fängt sie an zu weinen. „Ich dachte mir: Okay, das war es jetzt. Durch ihre Eltern weiß Alina, dass ein Bandscheibenvorfall Arbeit für das ganze Leben bedeutet. Ihr Vater hatte einen, ihre Mutter zwei. Durch ihren Freund hat sie gesehen, was das für den Leistungssport bedeuten kann.

Als sie ihrem Trainer und den anderen Sportler*innen davon erzählt, ist sie aber vor allem eins: erleichtert. Endlich muss sie sich nicht mehr schlecht fühlen, nicht alles geben zu können. Einen Bandscheibenvorfall kann man mit vielen Maßnahmen vorbeugen. Alina wird zur Neurochirurgie überwiesen. Der Arzt erklärt ihr, dass sich ein mittelgroßer Bandscheibenvorfall in ihrer Lendenwirbelsäule gebildet hat. Als Grund nennt er eine Fehlbelastung im Sport, nicht den Unfall.

In der Physiotherapie wird sie mit Samthandschuhen angefasst. Alina ist frustriert. Sie hat das Gefühl, nicht weiterzukommen und wechselt die Praxis drei Mal, bis sie bei einer Physiotherapie landet, in der man sie wie eine Leistungssportlerin behandelt. Dort erzielt sie endlich Fortschritte. Alina fühlt sich von Tag zu Tag stärker und hofft, bald wieder mit dem Judo beginnen zu können. Während die anderen auf der Matte trainieren, macht Alina jetzt ihre eigenen Übungen.

Ein halbes Jahr später ist es schließlich so weit: In Absprache mit ihrem Arzt hat Alina entschieden, wieder mit dem Judo anzufangen. Sie bereitet sich intensiv auf die judospezifische Belastung vor und kann schließlich wieder kämpfen. Zwar mit geringer Belastung und leichten Gegnern, doch Alina ist froh, überhaupt wieder trainieren zu können.

Alina probiert jetzt verschiedene Therapiemöglichkeiten aus. Sie lässt sich Schmerzmittel in den Rücken spritzen, macht Rückentraining und Physiotherapie. Da die Schmerzen nicht besser werden, holt sie sich weitere ärztliche Meinungen ein. Ein Arzt schlägt eine Operation vor und meint, sie müsse das aber selbst entscheiden. Ein anderer Arzt hat schließlich einen neuen Ansatz: In einem viertägigen Krankenhausaufenthalt möchte er bestimmen, woher Alinas Beschwerden stammen. Dazu spritzt er Betäubungs- und Schmerzmittel in ihren Rücken und beobachtet, wie sich die Schmerzen verändern.

Nach langem Rückenaufbautraining beginnt Alina wieder an Turnieren teilzunehmen. Sie ist zuversichtlich. Sie hat lange und hart trainiert. Dass die Schmerzen wieder schlimmer werden, befürchtet sie nicht. Trotzdem kommt es im Oktober 2020 anders. Im Bundesligafinale verletzt Alina sich an der Schulter und entscheidet sich schweren Herzens, mit den Wettkämpfen aufzuhören. Jetzt geht es vor allem um den Spaß am Sport. „Mir ist wichtig, dass ich Teil des Teams bleibe. Auch heute noch hat Alina Schmerzen. „Ich kann nicht so lange stehen oder tanzen, wie andere in meinem Alter. Für die Zukunft erhofft sie sich vor allem eines: Keine Rückenschmerzen mehr - oder zumindest nur noch in geringem Maße. Für den Sport kann sie sich eine Trainerlaufbahn vorstellen. Ein Leben ohne Judo kommt für Alina nicht in Frage.

Empfehlungen von Lumedis

Die Spezialisten von Lumedis sind in allen Sportfragen bestens ausgebildet. Bei Lumedis arbeiten erfahrene Orthopäden, die auf die Diagnose und Behandlung von Wirbelsäulenproblemen, einschließlich Bandscheibenvorfällen, spezialisiert sind. Lumedis legt großen Wert auf einen ganzheitlichen Therapieansatz und einen patientenzentrierten Service.

Die Rolle der Atmung im Kampfsport

Dann kam übers Kampfsport Jiu-Jitsu und Kampfsport Ju-Jutsu die Erkenntnis dazu, wie entscheidend für den Sport und die Behandlungen in der Praxis oder im Wasser die richtige Atemtechnik ist. Wenn wir lernen (alte Kulturen wissen das schon lange!!) tief in den Bauch zu atmen und den Bauch dabei zu entspannen bzw. Beim Kampfsport Jiu-Jitsu / Ju-Jutsu können schmerzgeplagte Sportlerinnen und Sportler tiefes Entspannen lernen, durch tiefes Atmen in den Bauch.

Behandlung und Entspannung

Bei unseren Behandlungsreisen geht es für Schmerzpatienten mit chronischen Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall (LWS / HWS) oder Schmerzen an Hüfte, Knie, Schulter, Traumatisierte Menschen mit körperlichen Symptomen in Form von Schmerzen (oder anderen Symptomen), um maximale Entspannung. Durch Sport nüchtern, vor dem Frühstück (wie bei den Shaolin Mönchen) am Strand, können die unterschiedlichen Kampfsporttechniken im Stand (Tritte und Schläge) sowie die Abrolltechniken oder der Bodenkampf trainiert werden. Behandlungen im Wasser (Myohydro.-Therapie), um die unbewussten Verspannungen zu spüren und zu lösen, gesundes Essen mit wenig Kohlehydraten und viel Spaß werden angeboten. Das Highlight bei diesen Spezialwochen sind die Bootsausflüge zu den freilebenden Delfinen. So kann man wunderbar Kampfsport Ju-Jutsu / Kampfsport Jiu-Jitsu trainieren und die Entspannung genießen.

Der Weg zur Schmerzlinderung

Schmerzen loswerden ist das Ziel vieler betroffenen Menschen. Allerdings hätten viele, die ich in den letzten 30 Jahren gesprochen und behandelt habe gerne, dass irgendjemand schnell und ohne großen Aufwand bzw. Veränderung im Lebensstil, die Schmerzen wegmacht. Der lange Weg geht über das regelmäßige Behandeln der Muskeln, um die Spannung zu senken. Änderungen in Ernährung und Sport, im beruflichen Umfeld…. und natürlich über eine verbesserte und oft bewusstere Atmung im Sport, Alltag und bei Stresssituationen.

Zusammenhang zwischen Muskeln und Gelenken

Durch den verminderten Druck und Zug auf den Gelenken bei entspannten Muskeln, werden selbst Verschleißerscheinungen wie Arthrose oder Bandscheibenvorfall entlastet, ebenso durch die fast fehlende Schwerkraft im Wasser. Das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Gelenken bestimmt oft das Schmerzgeschehen. Durch die Maßnahmen für lockere und entspannte Muskeln in Ruhe lassen sich Schläge und Tritte schneller und mit einem weiteren Bewegungsradius ausführen.

Empfehlung für Kampfsportinteressierte

Wenn Ihr Lust und Zeit habt, etwas zu trainieren, dann kann ich (Autor) Euch nur empfehlen: trainiert einen Kampfsport z.B. Es gibt unzählige weitere Kampfstile. Ihr müsst Euch erst mal überlegen, an welcher Art zu kämpfen Ihr Lust und Interesse habt. Die besten funktionierenden Techniken innerhalb der jeweiligen Kampfsportart müssen über die Jahre herausgearbeitet werden.

Literaturhinweise

  • Bruce Frantzis, Die Kraft der inneren Kampfkünste und des Chi, Kampf und Energietechniken im Ba Gua, Tai Chi und Hsing-I, 1.
  • Ju-Jutsu 1 W. Heim, F. J. Gresch, Falken Verlag GmbH, 1990, Grundtechniken. Ju-Jutsu 2 W. Heim, F. J.
  • Ju-Jutsu 3 W. Heim, F. J. Gresch, Falken Verlag GmbH, 1988, Spezial-, Gegen- und Weiterführungs-Techniken.