Judo hat in Rotenburg eine lange Tradition. Seit über 45 Jahren lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Grundlagen der japanischen Kampfsportart hier in der Kreisstadt.
Neben den grundlegenden Techniken wie Fallen oder Werfen legen wir Judoka besonderen Wert auf ein sportliches, respektvolles und unterstützendes Miteinander.
Das Judo-Motto, nach dem wir uns dabei immer richten, lautet: "Gegenseitige Hilfe für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen". Deshalb setzen wir uns seit Jahrzehnten als Abteilung für die Integration durch Sport und die Inklusion von Sportler*innen mit geistiger oder körperlicher Behinderung ein.
Wir werden uns auch weiterhin mit viel Motivation, Erfahrung und Engagement für den Sport in Rotenburg einsetzen können. Unser Dojo ist in der Halle des Ratsgymnasiums seit Jahrzehnten zu Hause. Ab Anfang 2023 haben wir mit neuen Judomatten unser Angebot wieder ausbauen können. Auch wird sich unser Trainerangebot verjüngen.
Herbstlehrgang des Niedersächsischen Judo-Verbandes
Jedes Jahr in den Herbstferien wird die Stadt Rotenburg/Wümme zur Judo-Hochburg, denn rund 160 Judoka verweilen dort zum traditionellen und inklusiven „Herbstlehrgang“ des Niedersächsischen Judo-Verbandes.
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Dort finden sich im Wesentlichen Judoka mit verschiedensten Beeinträchtigungen ein, um gemeinsam Judo, aber auch andere Sportarten, Spiel und Spaß zu erleben. Neben verschiedenen Judo-Technikeinheiten in Boden und Stand wurde in diesem Jahr zum Beispiel ein Vorlesetheater, Singen, Tanzen, Zumba, Basteln oder Schwimmen angeboten.
Ein Highlight war ganz sicher auch der Besuch des Rotenburger Rathauses, indem aktuell eine Fotoausstellung des ehemaligen niedersächsischen Spitzen-Judokas Dimitri Peters tagt.
Bei dieser tollen Veranstaltung war - wie in den vergangenen Jahren schon - wieder der Elzer Judoka Jan-Lucas Tecklenburg mit dabei. Er hatte nicht nur viel Spaß bei den vielfältigen Angeboten, sondern wollte im Rahmen des Herbstlehrgangs auch seine Prüfung zum braunen Gürtel ablegen, auf die er sich im Heimtraining konzentriert vorbereitet hatte.
Dies gelang mit Bravour: Mit viel Lob für seine Prüfung ist der MTVer nun stolzer Besitzer des braunen Gürtels.
Trainerfortbildungen und Selbstverteidigung
Auch im Jahr 2024 finden wieder zahlreiche spannende Lehrgänge und Fortbildungen in Niedersachsen statt. Im Bereich Selbstverteidigung ist im Jahr 2024 einiges geplant! Hier gibt es einen Überblick über die Anstehenden Termine.
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Vom 24. - 26.01.2025 fand in Westerstede zum wiederholten Mal die Trainerfortbildung "Gewaltprävention für Kinder" statt. Am 5. Vom 28. Beim SV-Lehrgang in Emden wurden neben Hebeltechniken und Würfen aus dem Judosport zudem der Stockkampf und die Messerabwehr trainiert.
Das Kompetenzteam "Judo-Selbstverteidigung" startet in die zweite Runde: Am 21.01.2021 traf sich das Team bereits zum zweiten Mal.
Generationenwechsel in der Judo-Sparte
Als Trainer zeigt Luan Beka seinen jungen Vereinskollegen die Technik der Würfe. Zunächst betritt er am Samstag das erste Mal in seiner Karriere die ganz große Bühne.
In Stuttgart gibt der 20-jährige Judoka des TuS Rotenburg sein Debüt bei der Deutschen Einzelmeisterschaft - und das direkt als einer der Jüngsten in der Männer-Klasse. In naher Zukunft übernimmt er dann im Verein die gesamte Trainerarbeit der Sparte und ist somit das entscheidende Puzzlestück des bevorstehenden Generationenwechsels.
Sportlich läuft es bei Beka seit einigen Monaten. Im vergangenen November qualifizierte er sich bei der norddeutschen Meisterschaft in Oldenburg (Holstein) als Drittplatzierter für die DM.
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Die Vorfreude auf den bislang größten Wettbewerb steige so langsam. „Das ist ein komplett anderes Gefühl, dort zu kämpfen“, meint Beka, der auch für das Bremer Judo-Team aktiv ist und mit seinen Kollegen zum dritten Mal in Folge den vierten Platz in der 2. Bundesliga belegte.
Zuletzt nahm er im Sommer für Rotenburg an der Deutschen Pokal-Meisterschaft teil, flog aber in Runde zwei raus. „Ich habe an einem Tag dafür sechs Kilo abgenommen, um in meiner Gewichtsklasse zu bleiben. Das Vorgehen ist zwar normal, aber sechs Kilo waren schon ungewöhnlich“, gibt er rückblickend zu.
Zum Judo kam Beka vor rund 13 Jahren. „Meine Sportlehrerin hat mir in der Grundschule vorgeschlagen, damit anzufangen“, erinnert sich der gebürtige Langwedeler. Unterstützung erhielt er fortan von seinen Eltern.
Eine sportliche Heimat fand er beim TuS Rotenburg, wo er mit zehn Jahren seine ersten Wettkampferfahrungen und Erfolge auf Kreis- und Bezirksebene sammelte. Dreimal pro Woche legt Beka die rund halbstündige Fahrt in die Wümmestadt zurück, um selbst zu trainieren. Seit einiger Zeit aber auch, um sein Wissen weiterzugeben.
Momentan coacht er die Kindergruppen. „Im Abitur habe ich auch schon einen Wahlpflichtkurs geleitet“, erzählt der ehemalige Schüler, der in Verden das Gymnasium am Wall besuchte. Im Verein soll er in Zukunft noch mehr Verantwortung bekommen.
„Ab nächstem Jahr übernehme ich dann mindestens zwei bis drei Gruppen. Das sind neben den Kinder- auch die Wettkampfgruppen.“ Dafür absolviert Beka zurzeit den C-Lizenz-Lehrgang.
In der Judo-Sparte steht somit ein Generationenwechsel bevor, denn Beka löst als hauptverantwortlicher Trainer Heinrich Friauf und den 82-jährigen Abteilungsleiter Volker Mitschke ab.
Der war 1986 von Bremen nach Rotenburg gezogen und hatte die Sparte wieder neu aufgebaut. Sechs Jahre später kam Friauf aus Sibirien hinzu. Mit dem Duo ging es bergauf.
Der wohl größte Erfolg: Dimitri Peters, der seine ersten Schritte in der Halle des Ratsgymnasiums machte und in London 2012 bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille gewann. Zeitgleich übten rund 170 Judoka den Sport bei den Wümmestädtern aus.
Mittlerweile ist es nur noch knapp die Hälfte - Tendenz jedoch steigend. „Wir müssen den Schritt jetzt gehen und für Luan Platz machen. Sonst gehen wir unter“, weiß Mitschke und sieht in Beka die „ideale Lösung“.
Der Youngster selbst freut sich über das ihm entgegengebrachte Vertrauen und auf die neue Herausforderung. „Viele der Sportler kommen zum Beispiel aus der Ukraine und aus Georgien. Wenn man sich die verschiedenen Nationalitäten anschaut, sieht man, dass sie auch unterschiedlich kämpfen.
