Judo in Potsdam-Babelsberg: Der SV Motor Babelsberg im Fokus

Der SV Motor Babelsberg ist ein traditionsreicher Verein mit einer vielfältigen Geschichte. Gegründet wurde der Verein durch die Sektionen Kegeln, Turnen, Fußball und Handball, die sich am 3. August 1949 zur Betriebssportgemeinschaft "Karl Marx" vereinigten. Im Dezember 1950 erhielt die BSG "Karl Marx" den neuen Namen BSG "Motor Babelsberg".

In den folgenden Jahren wurden die Sektionen Boxen, Tischtennis, Ringen, Motorrennsport, Billard, Judo, Rollsport, Leichtathletik, Gewichtheben und Schach gegründet. 1988 zählte die BSG 1218 Mitglieder in 10 Sektionen. 1990 wurden, mit der Umwandlung des Betriebes in eine Kapitalgesellschaft, die Bezuschussungen der BSG durch den Betrieb eingestellt.

Als Nachfolger der BSG Motor Babelsberg wurde noch im selben Jahr der "SV Motor Babelsberg e.V." gegründet. 1991 erfolgte die Auflösung der Sportgruppe Tischtennis. 1993 wurde ein Vertrag mit dem Sport- und Bäderamt geschlossen, der den SV Motor Babelsberg als Hauptnutzer der Motorsporthalle am Konsumhof festlegt. Heute zählt der SV Motor Babelsberg 498 Mitglieder aus allen Altersbereichen in den Sportarten Akrobatik, Billard, Boxen, Handball, Judo, Ju-Jutsu, Kegeln, Turnen und Wandern. Zur öffentlichen Präsens trägt vor allem die Abteilung Boxen bei.

Die Judo-Abteilung des SV Motor Babelsberg

Die Abteilung Judo des SV Motor Babelsberg bietet an fünf Standorten Judo-Training an. Der Haupttrainingsort ist die Motorsporthalle.

Trainingsstandorte

  • Motorsporthalle in Babelsberg: Hier trainieren Judoka jeden Alters. Neben dem Judo-Dojo stehen den Judo-Sportlern auch eine Ballspielhalle, in der auch Wettkämpfe stattfinden können, und ein Kraftraum zur Verfügung.
  • Sporthalle der Goethe-Schule in Babelsberg: In der Goethe-Schule trainieren die kleinen Meister von morgen. Die ausgebildeten Trainer vermitteln die ersten Schritte (Falltechniken, Wurfausführungen) auf der Judo-Matte.
  • Sporthalle der Oberschule Theodor Fontane in Waldstadt II: Im Potsdamer Stadtteil Waldstadt II trainieren Judoka zwischen neun und vierzehn Jahren. Unter fachlicher Anleitung erhalten die Sportler eine Judo-Grundausbildung und ihnen werden die Judo-Werte vermittelt.
  • Sporthalle der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst: Im Michendorfer Ortsteil Wilhelmshorst trainieren Judoka zwischen zehn und vierzehn Jahren.
  • Sporthalle der Carat-Jugendarbeit Kleinmachnow Jugendfreizeiteinrichtung: In Kleinmachnow trainieren Judoka aller Altersklassen.

Strukturänderungen und Trainingszeiten

Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden die Trainingsgruppen neu strukturiert. Die Jüngeren bleiben wie gewohnt in der Goethe-Grundschule und können an zwei Tagen trainieren. Ab dem Jahrgang 2017 und älter findet das Training in der Motor-Sporthalle statt. Hier stehen in zwei Trainingsgruppen je drei Trainingstage zur Auswahl.

Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?

Erfolge und Engagements

Beim Deutschen Jugendpokal U15 belegten die Brandenburger Jungs den 5. Platz. Bei den Jungs U15 starteten vier Brandenburger Mannschaften. Die KG Asahi Spremberg/JC 90 Frankfurt (Oder) sowie die KG Budo-Welt Fredersdorf-Vogelsdorf/KSC Strausberg erreichten in den Poolkämpfen nicht genübernd Punkte, um in die Finalrunde einzuziehen. Die KG Motor-Babelsberg/JV Königs Wusterhausen wurde Poolzweite und zog damit in die Hauptrunde ein. Gegen die TH Eilbeck haben sie dann jedoch verloren und gingen in die Trostrunde. Nach einem Sieg gegen Neutraubing/Tirschenreuth stand das Team dann im Kampf um Bronze gegen die KG HTG 1846 / JC Wiesbaden aus Hessen.

Die drei Brandenburger Mädchenmannschaften platzierten sich in den Poolkämpfen nicht weit genug vorn, um in die Hauptrunde einzuziehen.

Ergebnisse des Deutschen Jugendpokals U15

U15 weiblich - Team

  1. KG PSV Erfurt / JC Jena - TH
  2. KG Judo Crocodiles Osnabrück / SV Nienhagen - NS
  3. KG Kim-Chi Wiesbaden / TSG Nordwest - HE
  4. KG JZ Heubach / VFL Sindelfingen - WÜ
  5. KG TSV Bayer 04 Leverkusen / TC Kreuzau - NW

U15 männlich - Team

  1. KG Jahn Nürnberg 2012 / SV Gold-Blau Augsburg - BY
  2. TSV Grosshadern / DJK Ingolstadt - BY
  3. KG SFK ShidoSha / PSV Olympia Berlin - BE
  4. KG HTG 1846 / JC Wiesbaden - HE
  5. T.H.-Eilbeck - HH

Integration durch Judo: Die Geschichte von Mohammad Alhasbani

Ein bemerkenswertes Beispiel für Integration durch Sport ist die Geschichte von Mohammad Alhasbani. Mohammad Alhasbani kam 2016 als Flüchtling aus Syrien nach Potsdam und fand als Trainer und Kämpfer beim SV Motor Babelsberg auch sportlich eine neue Heimat. Am nur einen Kilometer von seinem Zimmer entfernten Vereinssitz trainierte der junge Syrer zunächst bei den Erwachsenen mit. Und fiel direkt positiv auf: „Mohammad zeigte schnell persönliches Engagement, war von Anfang an sehr freundlich und hilfsbereit“, erinnert sich Judo-Veteran Holger Lehmann.

Lesen Sie auch: Exploring Precht's Philosophy

„Sportler verstehen sich untereinander immer ein bisschen schneller als andere. So lernte er im Training sehr zügig Deutsch, zusätzlich bekam er noch Unterricht bei der Frau eines Trainerkollegen.“ Schon ein Jahr nach seiner Ankunft konnte Alhasbani in der neuen Sprache die Prüfung für seinen Trainerschein ablegen. Derweil fand der Verein für den frisch gebackenen Potsdamer eine ProPotsdam-Wohnung am Schlaatz.

Nicht nur für Alhasbani ist der SV Motor Babelsberg und speziell die Judo-Abteilung weit mehr als ein reines Freizeitangebot. Über den Sport entstehen Freundschaften. Holger Lehmann machte hier schon 1980 seinen Trainerschein. In seiner Laufbahn hat er viele Familien über verschiedene Generationen hinweg betreut. „Judo ist nicht nur ein Kampfsport, sondern ein lebenslanger Prozess“, erklärt der heute 58Jährige. „Hier halten wir Werte wie Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Wertschätzung hoch.

Lesen Sie auch: Was sind die Judo Regeln?