Judo Hessisch Lichtenau Geschichte

Auf Anregung des Uhrmachers Anton Pelka gründeten am 1. Oktober 1903 im Lokal von Wilhelm Koch (Zur Linde) sechzehn Männer den Turnverein Heringen.

Die frühen Jahre des Turnvereins Heringen

Die vielversprechende Aufbauarbeit des Vereins wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Zehn Turnbrüder kehrten aus dem Krieg nicht heim. Trotz aller Schwierigkeiten wurde durch Turnbruder Lehrer Lachmann der Turnbetrieb in dieser Zeit aufrechterhalten. Im Dezember wurden Adam Thornagel und Valentin Laun zum 1. und 2. Vorsitzenden gewählt.

Nach 1918 kam die Vereinsarbeit langsam wieder in Gang. Joseph Bacharach, der den Verein bis dahin geleitet hatte, legte seinen Vorsitz nieder. Franz Detto trat an seine Stelle. Bis 1945 hat er in unermüdlicher Arbeit als echter Turner den Verein geleitet. Dass die schwierige Aufbauarbeit nach dem 1. Weltkrieg gelang, ist in erster Linie ihm und dem damaligen 1. Turnwart Bernhard Kautsch zu verdanken.

Als erste größere Veranstaltung nach dem 1. Weltkrieg wurde das 10. Gauturnfest des Oberfulda-Werra-Rhön-Gaues in Heringen gefeiert. Erich Achilles übernahm den Turnwartposten. In ihm, der ein hervorragender Turner war und Zwölfkampfsieger beim Deutschen Turnfest in Köln wurde, hatte der Verein einen Turnwart, unter dessen Leitung in allen Abteilungen reges Leben herrschte und bei zahlreichen Turnfesten und Kalispielen sehr beachtliche Erfolge erzielt wurden. Ihm zur Seite stand Adam Lotz als 2. Turnwart. Neben dem Faustballspiel war inzwischen auch das Handballspiel eingeführt worden.

Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Wer hätte wohl in den Tagen des Zusammenbruchs im Jahre 1945 Zeit und Muße gehabt, sich um die Belange des Turnvereins zu bemühen? Durch das entschlossene Eingreifen einiger Turnbrüder konnte aber der größte Teil des Vereinsvermögens gerettet werden. Besonderen Dank gebührt hier dem Turnbruder Hans Schied. Er war es auch, der zusammen mit Georg Siebert und Karl Möller die alten Turner besuchte und zu einer Versammlung einlud. Im Mai wurde dann der "Turnverein 03 Heringen" gegründet. Am 27. Juli wurde entsprechend den Bestimmungen des Landessportbundes der Vorstand ergänzt. So wurde die turnerische Arbeit begonnen.

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Aufstieg der Tischtennisabteilung

Die Wiege der Tischtennisabteilung des TV 03 stand in Neuheringen, im Garten von Dr. Reinhardt. Genauer gesagt war es eine Tischtennisplatte der amerikanischen Soldaten, die an den Nachmittagen auch interessierten jungen Deutschen zur Verfügung stand. Bei diesen "Erstbegeisterten", die sich dem Verein als neue Abteilung anschlossen, handelte es sich um die Damen Glitza, Laun, Graefe, Kraft und die Herren Unkel, Löbus, Kunze, Stemper, Kurt Mohr, Walter Gebauer, Walter Ries, Reinhardt, Wisniewski und Georg Schäfer. Die Tischtennisabteilung wurde gegründet.

Durch diese neue Sportart wurde der TV Heringen dann ab den 50er Jahren innerhalb des hessischen und südwestdeutschen Raumes zu einem in Tischtenniskreisen bekannten Namen. Walter Ries übernahm die Leitung der Abteilung, nachdem zwischenzeitlich Ernst Kerth und Georg Schäfer das Amt innehatten. Im Oktober fand das erste Tischtennisspiel gegen eine fremde Mannschaft, Sorga II, statt. Ab diesem Jahr nahm die Tischtennisabteilung bereits an geregelten Verbandsspielen in der untersten Klasse, der Kreisklasse, teil.

Im Tischtennis war man nun in der Landesliga vertreten, ein unaufhaltsamer sportlicher Aufstieg in einem Zeitraum von 3 Jahren hatte vorerst seinen Abschluss gefunden. Eine 2. Mannschaft wurde gemeldet.

Die 1. Mannschaft der Tischtennisabteilung holte sich erneut unter dem neuen Abteilungsleiter Werner Lotz den Titel des Landesmeisters - nun schon zum dritten Male hintereinander. In dramatischen Spielen erkämpfte sich die TT-Sechs des TV 03 am 2.6.57 in Frankfurt-Griesheim gegen die Mitkonkurrenten TSV Mainz und Griesheim endlich den Aufstieg in die Südwestdeutsche Oberliga, der damals höchsten Spielklasse. An diesem großartigen Erfolg waren die Spieler Ickler, Koch, Mudrack, Grundmann, Kunze und Müller beteiligt.

Im Tischtennis wurde in der Südwestdeutschen Oberliga ein unerwarteter Sieg gegen den Tabellenzweiten Mainz 05 errungen. Mudrak erkämpfte zum sechsten Male hintereinander den Titel des Bezirksmeisters. Als Nachwuchs stießen die Spieler Kallenbach und Ogroske zur Mannschaft. Karl Heinz Stemper wurde neuer Leiter der Abteilung.

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Die 1. TT-Mannschaft steigt in die Regionalliga ab.

Im Tischtennis stieg die 1. Mannschaft in die Landesliga Nord ab.

Einen der größten Erfolge in der Geschichte des Heringer Tischtennis konnte die Mannschaft des TV 03 bei den Spielen um den Hessenpokal im Mai in Gießen erringen.

Erfolge in der Schwimmabteilung

Nach dem 2. Weltkrieg waren es der Abteilungsleiter und damalige Bademeister Georg Hassenpflug und seine beiden Übungsleiter Rieckhoff und Horst Helmerich, die der Schwimmabteilung wieder neue Impulse gaben. Erstmals nahmen Mitglieder der Schwimmabteilung an einer Werbeschwimmveranstaltung in Philippsthal teil. Im gleichen Jahr fanden auch die ersten Kreismeisterschaften in diesem Orte statt. Teilnehmende Vereine waren der VfL Philippsthal und der TV 03 Heringen.

1954 - 1957 nahmen aktive Schwimmer der Abteilung sogar an hessischen Meisterschaften teil, obwohl fast keine Trainingsmöglichkeiten bestanden. Hier seien nur die Brüder Horst, Dieter und Klaus Helmerich erwähnt.

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Eröffnung des neuen Schwimmbades, eines der schönsten Freibäder Nordhessens. Nun waren endlich alle Möglichkeiten gegeben für einen intensiven Aufbau einer leistungsfähigen Schwimmabteilung. Man wurde mit der Ausrichtung der Bezirksmeisterschaft betraut.

Helmut Schreiber übernahm die Führung der Schwimmabteilung, während Dieter Helmerich sich in immensen Einsatz dem Aufbau und dem Training widmete. Die Abteilung zählte 40 Aktive. Für die Schwimmabteilung sprang bei den Nordhessischen Wasserball-Meisterschaften in Bad Hersfeld, hinter Alsfeld und Melsungen, ein 3. Platz heraus.

Der große Aufschwung im Schwimmsport stellte sich mit der Verpflichtung von Walter Walk - ehemals TV Hersfeld - ein.

Dieses Jahr sollte für Walter Walk und dem TV 03 Heringen das erfolgreichste Wettkampfjahr werden. In Wiesbaden holte sich dieser Schwimmerin der Zeit von 58,7 Sekunden über 100m Kraul vor dem großen Favoriten Klaus Fandrich, 1. Offenbacher SC, den Titel des Hessenmeisters.

Im September fanden die 3. Deutschen Meisterschaften für Senioren im Schwimmen und Springen in Heringen statt. Mit 92 Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten diese Meisterschaften, bei dem ehemalige Welt- und Europameister an den Start gingen, ein Rekordmeldeergebnis zu verzeichnen. Beste Platzierung für den Verein war der 3. Platz.

Leichtathletikabteilung im Aufwind

Ab Mitte der 50er Jahre versuchte Max Priebe, gemeinsam mit den Athleten des VfB eine Leichtathletikgemeinschaft beider Vereine aufzubauen. Man nahm mit wechselnden Erfolgen an verschiedenen Wettkämpfen, insbesondere an den inzwischen wieder eingeführten Kalispielen teil.

Unter dem neuen Übungs- und Abteilungsleiter Hermann Wolf und die durch Anfang der 60er Jahre neu hergerichteten Anlagen der Werrakampfbahn, nahm die Leichtathletikabteilung einen kontinuierlichen Aufschwung. Durch stark engagierten Einsatz gelang es ihm, nach und nach eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft aufzubauen. Athleten wie Max Wittig, Jürgen Obst, Gerhard Both, Jürgen Haist, Agnes Brandes, Jürgen Zöll, Harry Blaurock, Karl Hölzel, Gabriela Hölzel, Monika Schäfer und viele andere, taten sich hier mit guten Leistungen hervor.

Walter Hölzel übernahm als Abteilungs- und Übungsleiter die Leichtathletikabteilung - nach dem beruflichen Weggang von Hermann Wolf. Er wurde unterstützt von den Sportkameraden Hannes Mindum, Lothar Schäfer und Hans Mausehund. Durch konzentriertes Training blieben die Erfolge nicht aus. Viele Titel gingen an die Leichtathleten des TV 03. Zu erwähnen sind folgende Sportler, die viele Jahre an der Spitze des Bezirkes Fulda standen: Jürgen Haist, Gerhard Both, Rainer Schäfer, Harry Blaurock, Karl Hölzel, Peter Lublow, Thomas Jähn, Thomas Ferter, Gabriela Hölzel, Monika Schäfer, Rosi Siebert und Andrea Möller.

Auf Wunsch einiger Sportler - überwiegend Angehörige des Vereins - kam eine Abteilung für Volkslauf hinzu, deren Leiter Günther Rauschenbach wurde. Am 3. Juni fand der 1. Volkslauf statt.

Weitere Entwicklungen im Verein

Am 29. Januar bat Hans Schied von seiner Wiederwahl aus beruflichen Gründen zum 1. Vorsitzenden abzusehen. Er wurde zum Ehrenturnwart ernannt. Neuer 1. Vorsitzender des Turnvereins wurde daraufhin Karl Heinz Rothenpieler, bislang Hauptsportwart des Vereins. Als 2. Vorsitzender wurde Georg Jähn gewählt.

Karl Heinz Rothenpieler legt sein Amt als 1. Vorsitzender nach 20jähriger Tätigkeit nieder. Er wurde nach seiner Amtsniederlegung zum Ehrenvorsitzenden ernannt - Dank und Anerkennung für sein 20jähriges aufopferungsvolles Wirken. Zum Nachfolger wählten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung einstimmig den von 1961 bis zu diesem Zeitpunkt als 2. Vorsitzenden amtierenden K. Steger.

Im Januar übernahm Karl Heinz Stemper das Amt des aus beruflichen Gründen auf eine Wiederwahl verzichtenden Oberturnwartes Hans Schied. Das bis dato brachliegende Männerturnen wurde wieder aktiviert, während beim Mädchen- und Frauenturnen mit Brigitte Schweitzer, Elfriede Heiner und Frl. Gimm, neue Namen in der Führung und Leitung der Gruppen auftauchten.

Eine neue Ära begann in der Turnabteilung mit der Gewinnung des Jugendwartes Lothar Hänchen. Nach langjähriger Pause begann er mit dem systematischen Aufbau einer Knabenabteilung.

Entstehung einer großen Frauengymnastikabteilung unter der rührigen Führung der Turnschwestern Sonja Schreiber und Lianne Jokisch. Gerda Anton und Hilde Jähn führen die Frauengymnastikabteilung mit sehr großem Erfolg weiter. Eine Jedermanngruppe für Männer ohne Altersbegrenzung bildet sich. Ihr Leiter wurde Georg Jähn.

Die Handballjugendarbeit wurde immer mehr forciert, sehr zum Nutzen der späteren Männermannschaft und in der Zwischenzeit auch zum Nutzen der Damenmannschaft. In dieser Zeit tauchten Namen wie Klaus Schweitzer, Alfred Schneider, Klaus Wolf, Hans-Georg Spangenberg, Günter Breitbart und selbstverständlich Heinrich Wolf, ein Gründungsmitglied und ein Idealist "par exellence", auf.

Zusammenfassung wichtiger Ereignisse

Jahr Ereignis
1903 Gründung des Turnvereins Heringen
Nach 1918 Langsame Wiederaufnahme der Vereinsarbeit nach dem 1. Weltkrieg
Nach 1945 Gründung des "Turnverein 03 Heringen"
Ab 1950er Aufstieg der Tischtennisabteilung
1957 Aufstieg der Tischtennisabteilung in die Südwestdeutsche Oberliga
1954-1957 Aktive Schwimmer nehmen an hessischen Meisterschaften teil