Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).
Karat bei Edelsteinen
Bei Edelsteinen - insbesondere bei Diamanten, Saphiren, Rubinen und ähnlichen - ist das Karat (ct) eine Gewichtseinheit. Dabei gilt:
- 1 Karat = 0,2 Gramm
- 5 Karat = 1 Gramm
- 0,25 Karat = 0,05 Gramm
Ein Diamant mit 1 Karat wiegt exakt 0,2 Gramm - unabhängig von seiner Größe. Je nach Dichte und Schliff kann ein Edelstein mit gleichem Gewicht unterschiedlich groß erscheinen.
Beim Kauf oder Verkauf von Diamanten kommt es neben dem Gewicht auch auf weitere Qualitätsmerkmale an - die sogenannten 4 Cs: Carat (Karat), Clarity (Reinheit), Color (Farbe) und Cut (Schliff). Ein kleiner, aber perfekt geschliffener Diamant kann also wertvoller sein als ein größerer mit weniger Qualität.
Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma.
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Statt in Karat erfolgt die Angabe auch häufig in Punkten: 100 Punkte entsprechen dabei einem Karat. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.
Die 4Cs bei Diamanten
Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.
Ein weit verbreiteter Irrglaube herrscht darüber, dass der Preis eines Diamanten direkt mit dessen Größe in Zusammenhang stünde. Wie anfangs bereits erwähnt, hängt der Wert eines Steins von den 4cs ab: carat, color, clarity und cut. Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut). Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins. Je höher also hier die Qualität, umso strahlender funkelt z.B.
Karat und der Wert von Diamanten
Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter. Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.
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- Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
- Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
- Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.
Karat bei Gold
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind.
Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben. Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück (siehe oben). In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf. Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen.
Reinheitsgrade von Goldlegierungen
Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit. Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben. So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold. In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.
Gold Karat Tabelle
Sie haben Goldschmuck, in dem eine Karat Angabe gestempelt ist und würden nun gerne wissen, wie hoch der Feingehalt ist? Es folgt die passende Gold Karat Tabelle, in der alle gängigen Karatzahlen in Feingehalt und Prozent angegeben sind.
| Karat (Gold) | Feingold-Anteil (%) | Reines Gold in 10 g Legierung (g) | Typischer Verwendungsbereich |
|---|---|---|---|
| 8 Karat | 33,33 % | 3,33 g | Untergrenze in Deutschland |
| 9 Karat | 37,50 % | 3,75 g | Gängig in Großbritannien |
| 14 Karat | 58,33 % | 5,83 g | Sehr verbreitet in Europa |
| 18 Karat | 75,00 % | 7,50 g | Hochwertiger Schmuck |
| 22 Karat | 91,67 % | 9,17 g | Indischer Traditionsschmuck |
| 24 Karat | 99,99 % | 10,00 g | Anlagegold, Barren, Münzen |
Unterschied zwischen 9, 14, 18 und 24 Karat Gold
Je höher die Karatzahl, desto reiner ist das Gold. Traditioneller und hochwertiger Schmuck verwendet viel 18 Karat, aber 9 Karat taucht immer mehr auf. Um die 24-Karat-Problematik zu umgehen, werden andere Metalle hinzugefügt, hauptsächlich Zink, Kupfer und Silber, um das Material härter zu machen, was man als "Legierung" bezeichnet.
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24-Karat-Gold besteht also zu 99,99 % aus Gold (die restlichen 0,001 % können nicht garantiert werden). 24-Karat-Gold hat außerdem eine einzigartige, leuchtend gelbe Farbe. Es ist wichtig zu wissen, dass es keinen höheren Reinheitsgrad als 24 Karat Gold gibt.
Da 24-karätiges Gold vollständig aus Gold besteht, ist es weniger hart als Gold mit einem niedrigeren Feingehalt, das härter und gleichzeitig weich ist. Das ist logisch: Ein geringerer Goldgehalt ist eine Legierung, also eine Verbindung/Mischung aus verschiedenen Metallen und Gold, während 24 Karat Gold ein reines Metall ist.
24 Karat Gold eignet sich nicht für Ringe oder regelmäßige Schmuckformen. Es ist zu weich, zart und wenig kratzfest. Schmuck aus 22 Karat Gold bedeutet, dass 22 Teile des Schmuckstücks aus Gold bestehen und die restlichen 2 Teile aus anderen Metallen.
Diese Art von Gold wird häufig für die Herstellung von Schmuck in der Türkei, im Nahen Osten, in Indien und im restlichen Asien verwendet. Bei 22-karätigem Gold sind von 100% nur 91,67% reines Gold. Die restlichen 8,33% enthalten Metalle wie Silber, Zink, Kupfer und andere Metalle, um die Legierung zu bilden. Es ist diese Beimischung von Metallen, die die Textur des Goldes weniger weich macht, wodurch der Schmuck haltbar wird.
Sie sollten jedoch wissen, dass dies zwar zur Herstellung von Goldschmuck verwendet werden kann, 22-karätiges Gold jedoch nicht für Diamantschmuck und Schmuck, der stark mit Edelsteinen besetzt ist, geeignet ist.
Einige asiatische Länder stellen trotzdem Schmuck aus 24-karätigem Gold her. Dies ist in Thailand oder Hongkong der Fall. Der eigentliche Nutzen von 24 Karat Gold zeigt sich eher bei physischem Anlagegold. Goldbarren bestehen nämlich aus 24 Karat Gold oder 999,9‰ (bei Anlagegold spricht man eher von Tausendsteln). Es werden auch einige Anlagegoldmünzen aus 24 Karat Gold geprägt. Dies ist zum Beispiel bei der Maple Leaf oder der American Buffalo der Fall.
18 Karat entspricht 750/1000, d. h. 75 % reines Gold + 25 % andere Metalle (Kupfer und Silber). Es ist das am häufigsten verwendete Gold für hochwertigen traditionellen Schmuck und Juwelierwaren. Es hat eine etwas weniger leuchtend gelbe Goldfarbe. Man erkennt es an seiner Punze: 18 K, 750 oder auch der Kopf eines Adlers.
Gold in Portugal ist überwiegend 19,2 Karat Gold, d. h. 80 % Gold und 20 % andere Metalle. Die Bezeichnung 19-Karat-Gold zeigt zwar einen geringeren Goldgehalt, als tatsächlich vorhanden, aber es ist die höchste Feingehaltsstufe für Schmuck in Europa.
14 Karat Gold, das vor allem in den USA, Deutschland und in den nordischen Ländern verwendet wird, entspricht 585/1000, d. h. 58,5 % reines Gold + Legierung mit anderen Metallen (Zink, Silber und Kupfer) und ist preisgünstiger als 18 Karat Gold. Die Punzen sind 14 K , 14 KT und 585.
Das in Europa verwendete und viel günstigere 9-Karat-Gold entspricht 375/1000, d. h. 37,5 % reines Gold + Legierung. Da es nur halb so viel Gold enthält, ist ein 9-karätiges Schmuckstück tendenziell etwas härter als ein 18-karätiges. Es ist jedoch weniger stabil (härter = spröder) und daher anfälliger für häufige Stöße und Druck.
Was die Abnutzung angeht, so fördert die stärkere Legierung mit anderen Metallen in 9 Karat die Oxidation und kann dazu führen, dass er schneller seinen Glanz verliert. Außerdem wird er anfälliger für Chemikalien, Schweiß und Wasser. Im Allgemeinen ist Schmuck aus 9-karätigem Gold weniger witterungsbeständig als 18-karätiges Gold, das nach wie vor am häufigsten für hochwertigen Schmuck verwendet wird. Die Punze ist entweder 9 K oder 9 Kt und 375.
Es ist eine noch günstigere Legierung als 9 Karat Gold und wird manchmal in Europa verwendet. Allerdings scheint 8-karätiges Gold zu schnell zu oxidieren, weshalb ihm oft 9-karätiges Gold vorgezogen wird. 8-karätiges Gold wird mit 8 K, 8 KT oder 333 punziert.
Historischer Hintergrund
Die Gewichtseinheit Karat wurde erst 1875 auf das standardisierte Maß von 0,2 g festgelegt. Schon viele Jahrhunderte vorher kannten Menschen aber eine Methode zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen, die wahrscheinlich den Grundstein für diese Messmethode legte: Sie nutzten die Samen des Johannisbrotbaums als Gegengewicht. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen. Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat.
Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen. Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte. Das menschliche Auge sorgte dafür, dass nur in etwa gleichschwere Samen zur Messung ausgewählt wurden.
Im Mittelalter bestimmten Menschen anhand von anderen Getreidekörnern, was als "ein Karat" galt.
